Mythos Bergbau

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon augenzeuge » 26. Juni 2011, 09:58

Aus der Freien Presse, Sachsen
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/S ... 688722.php

Die spannendsten Fragen aus dem Publikum

Wieso wurde die Wismut nach dem chemischen Element Wismut und nicht nach dem Uran benannt?
Der Begriff Uran durfte nicht fallen. Er tauchte in der Anfangszeit auch nicht im Schriftverkehr auf, man sprach von Wismut oder dem Mineral 19 - aus Geheimhaltungsgründen.

Ging es bei der Niederschlagung des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 darum, die DDR zu retten oder eher die Uranerzlagerstätten?
Es wäre der UdSSR in den frühen 50er-Jahren sicher schwer gefallen, diese Vorkommen aufzugeben. Aber diese Ereignisse waren so nicht vorhersehbar. Es ging vorrangig um die Sicherung des fragilen Gebildes DDR, erst an zweiter Stelle um das Uran.

Hat man in den Dokumenten Hinweise gefunden, inwieweit die Uranproduktion auf die Reparationsleistungen angerechnet wurde?
Ein Teil wurde tatsächlich verrechnet. Aber es durfte nicht zu viel sein, damit die Deutschen ihre Verpflichtungen nicht zu schnell erfüllten. Zwischen 1947 und 1953 wurden zum Beispiel 350 Millionen US-Dollar gutgeschrieben. Das war nur ein Bruchteil des wahren Wertes des Urans.

Wurden wirklich Wismut-Bergleute wegen Sabotage oder Geheimnisverrat hingerichtet?
Es kam zu 67 Erschießungen. In 40 Fällen gab es bisher eine Rehabilitation insoweit, dass die Betroffenen keine rechtsstaatlichen Verfahren erhielten. Die Anlässe waren meist nichtig, es reichte schon ein Kabelbrand.

AZ
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon S51 » 2. Juli 2011, 08:01

augenzeuge hat geschrieben:...Es kam zu 67 Erschießungen. In 40 Fällen gab es bisher eine Rehabilitation insoweit, dass die Betroffenen keine rechtsstaatlichen Verfahren erhielten. Die Anlässe waren meist nichtig, es reichte schon ein Kabelbrand.
...


Jedoch ausdrücklich keine Rehabilitation dahingehend, dass die Tatvorwürfe an sich unzutreffend gewesen wären.
Mit dem "nichtigen Anlaß (Kabelbrand)" ist wohl das hier gemeint:
"...Niederschlema im Jahre 1955 beinhalten. Bei diesem Grubenunglück am 16. Juli 1955 kam es zu einem Kabelbrand am Schacht 208b. Durch die schlechte Organisation im Bereich Arbeitssicherheit und des Grubenrettungswesens verloren 33 Menschen ihr Leben und 106 wurden verletzt. Zu den Toten gehörten auch eine hohe Zahl von Rettungskräften..." Quelle Wikipedia "http://de.wikipedia.org/wiki/Wismut_(Unternehmen)"
Wahrlich nichtig, bloß ein paar Tote...
S51
 

Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon augenzeuge » 5. Dezember 2011, 22:16

Am 17. Juni 1953 verbrannten die Arbeiter Ostberlins kommunistische Parteibüros und wurden von Sowjetpanzern niedergewalzt. In den Uranabbaugebieten des Erzgebirges um Aue und Johanngeorgenstadt war zur selben Stunde von Aufstand kaum etwas zu spüren. Warum hätten die Kumpel auch streiken sollen? Die "Uransklaven", wie die von den Russen von überall her zusammengekarrten Kumpel zu Anfang genannt wurden, waren längst zu einer proletarischen Elite mutiert.

Die Arbeit war zwar immer noch hart, aber die Bedingungen hatten sich in den fünfziger Jahren dank sonst im Sozialismus unterdrückter gewerkschaftlicher Initiativen verbessert: Die Löhne waren für frühe DDR-Verhältnisse exorbitant hoch, in den HO-Läden der sächsischen Urangebiete gab es alles, wovon der Rest der DDR nur träumen konnte, es gab vernünftige Waschkauen zum Umziehen, es gab anständige Quartiere - und es gab Frauen, darunter viele Kriegswitwen, für die die Minenarbeiter zur guten Partie geworden waren.

Die MDR-Dokumentation "Wildwest bei der Wismut" von Kerstin Mauersberger und Jürgen Ast zeigt einen frühen Nischensozialismus mit sattem Antlitz. In dieser Epoche einer hektischen Rohstoffausbeutung erfüllte sich, was die marxistische Theorie schon immer prophezeit hatte. Es sind nicht die idealistischen Kräfte wie Freiheitssehnsucht und von der Obrigkeit verordnete Erziehungsparolen, die Geschichte machen, sondern die materiellen Verhältnisse. Harte Arbeit, gutes Geld, gutes Essen, angemessene Lebensverhältnisse - und der deutsche Kumpel spurt. Im Westen wie im Osten.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,801713,00.html
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon wibi » 9. April 2012, 20:16

Hallo zusammen,zum Thema Wismut gibts ja viel zu sagen.Ich bedaure bloß in Foren,das immer auf Seiten hingewiesen wird,was jeder selbst finden kann.Seit meiner Jugend interessiert mich die Wismut und letztes Jahr bin ich in Schlema bzw.Johanngeorgenstadt gewesen um mal zu sehen was aus den Städten geworden ist.Mit Zeitzeugen ist das so eine Sache genaue Zahlen über Tote durch Strahlung sind kaum bekannt.Man wusste vielleicht zu wenig darüber oder die Zahlen sind noch in Erlabrunn unter Verschluss.Für mich steht auch die Frage im Raum ob die Reparationszahlung mit dem Uran die"DDR" übertölpelt wurde.Es gibt ein sehr interessantes Buch(nicht im Buchhandel zu haben)Umbruch,Aufbruch,Abbruch-Johannge.1945-1961.Da habe ich einige Wissenslücken schließen können.Gibt es jemanden der aus Grüna/Sachsen ist,da ich in diesen Zusammenhang eine Frage habe.Was den 17.Juni 53 betrifft war im Wismutgebiet gewisse Ruhe,da es den Kumpeln besser ging wie der übrigen Bevökerung.
wibi
 

Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon karnak » 10. April 2012, 07:43

augenzeuge hat geschrieben:
Wieso wurde die Wismut nach dem chemischen Element Wismut und nicht nach dem Uran benannt?


AZ

Ich will ja wirklich nicht hetzen,aber so"kindisch sind nun mal die Mächtigen und die Politiker dieser Welt.
Wir haben ja auch mal die wunderschönen Begriffe,Arbeitgeber und Arbeitnehmer,eingeführt.Klingt irgendwie schöner.
Mein Lieblingsbegriff in jüngster Zeit war"der Hebel",ist leider wieder verschwunden.Ich fand ihn immer lustig.
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 1. November 2012, 20:47

Der Name des Unternehmens SDAG Wismut war so gewählt, dass man daraus keine Rückschlüsse auf den Unternehmenszweck ziehen konnte. Geheimhaltung war großgeschrieben bei der Wismut. Offenbar hoffte man, vortäuschen zu können, dass das Unternehmen mit der Förderung von Wismuterzen, die seit langem im sächsischen Erzgebirge abgebaut wurden, beschäftigt wäre. Im Betrieb arbeitete eine eigene Verwaltung der Staatssicherheit. Die im Jahre 1962 gegründete Strahlenschutzbehörde der DDR (SAAS) besaß in der SDAG Wismut keine Befugnisse. Der Generaldirektor selbst hatte das Recht, die einzelnen Betriebe der Wismut zu genehmigen.

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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon HPA » 23. November 2012, 12:36

Na und mit Wismut lag man ja auch nicht soo falsch . Bismutit und Artverwandte gabs/gibs ja auch zuhauf im Erzgebirge,vergesellschaftet mit Pechblende (sehr vereinfacht ausgedrückt)
HPA
 

Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 29. Januar 2013, 20:44

Mal was Neues zum Thema Wismut

Zitat:

Wertvolle Wismut-Bilder aufgetaucht
Museum Uranbergbau Bad Schlema hat seit kurzem ein 10.000 Euro teures Fotoalbum in seinem Besitz

Aue. Das kurzärmelige Hemd verschwitzt und verstaubt, der Bizeps zum Bersten angespannt. Der Blick des Hauers scheint starr, aber er ist mit vollster Konzentration auf die schwarze Felswand vor ihm gerichtet. Es ist heiß hier unten, und die beiden Bohrhämmer, die der Wismut-Kumpel in das harte Gestein hineintreibt, sind zusammen 60 Kilo schwer. Natürlich werden sie von einem Metallgestell gestützt, aber trotzdem ist es ein Kraftakt. Der Rückstoß der Kolosse lässt die Arme der Bergleute noch beim Ausfahren vibrieren. Solche Studien von Bergleuten besitzen höchsten Seltenheitswert.

Dieses Foto stammt aus der Zeit zwischen 1965 und 1969 und befindet sich in einem riesigen Album, das sich seit einigen Tagen im Besitz des Museums Uranbergbau Bad Schlema befindet. Ein Mitglied des früheren Fotoclubs im Ort hat es dem Museum als Leihgabe vermacht. In ihm befinden sich etwa 600 Aufnahmen vom Wismut-Bergbau, aber auch vom Alltag in der Region. Der Wert des Fotoalbums wird von Experten auf etwa 10.000 Euro geschätzt. Museumsleiter Hermann Meinel: "Der ideelle Wert ist noch höher. Bei der Wismut durfte nur mit Sondererlaubnis fotografiert werden. Es herrschte höchste Geheimhaltung. Daher sind viele Fotos in diesem Album unbezahlbar."

Quelle:
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGE ... 241274.php

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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon vs1400 » 30. Januar 2013, 00:19

hi pentium,
schade das man im bericht nen wert, wohl den versicherungswert, mit in die schlagzeile nimmt.

die meisten großen kombinate "sponserten" fotoclubs auch künstler und ich bin mir sicher,
da ist ganz viel verschwunden, was hoffentlich auch mal wieder auftaucht.

gruß vs
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 30. Januar 2013, 21:27

Sicher ist manches Verschwunden. Man kann nur hoffen dass sich noch mehr solcher Fotoalben finden. Es sind ja Zeitzeugnisse. Was erinnert in Chemnitz noch an die Wismut? Die Verwaltungsgebäude! Heute Sitz der Knappschaft.


Wer sich für den Bergbau (Wismut) interessiert, hier mal ein interessantes Dokument von einer Website über Bergbau.

Wismut-Bergbau in und um Annaberg-Buchholz (1946-1959)
Geschrieben von Stefan Kunze und Frank Langer

http://www.untertage.com/publikationen/ ... -1959.html

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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon vs1400 » 30. Januar 2013, 21:36

hi pentium,
vor geraumer zeit gab es einige sehr gute dokus, über dieses thema, im tv.
unter anderem auch wie es dort landschaftliche veränderungen mit sich brachte und sehr viele halden umgestaltetet wurden.
was hältst du davon?

gruß vs
vs1400
 

Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 30. Januar 2013, 21:48

Hallo vs.

Ja ich kenne einige dieser Dokus. Umgestalten ist schon in Ordnung. Über das Abtragen der Halden (Ronneburg) kann man geteilter Meinung sein. Alleine die Kosten! Na ja und Halden gehören einfach im Erzgebirge zum Landschaftsbild. Die Alten haben sich da nicht so große Gedanken gemacht.

mfg
pentium
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon vs1400 » 30. Januar 2013, 23:26

stimmt pentium,
es war ronneburg und die ist ja nun geschichte, leider.
auch hier, mansfelder land, wurde bereits einiges abgebaut und landete, unter anderem, im straßen- oder autobahnunterbau. doch zum glück nicht vergleichbar mit ronneburg.
"keine ahnung", doch bin ich der meinung, dass mit dem abbau geschichte vernichtet wird, von den kosten ganz zu schweigen.

gruß vs
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 31. Januar 2013, 12:30

Heute in der Freien Presse gefunden. Ein Artikel über die Sanierung der Halden in und um Johanngeorgenstadt.
Auf fünf Baustellen hat Wismut GmbH Hinterlassenschaften des Uranbergbaus beseitigt.

Zitat:
Rund 2,5 Millionen Euro hat die Wismut GmbH in diesem Jahr in Johanngeorgenstadt ausgegeben. Das Geld kam zu gleichen Teilen vom Freistaat Sachsen und von der Bundesrepublik Deutschland. Von 2003 bis Ende 2012 investieren beide 78 Millionen Euro in die Sanierung der sogenannten Altstandorte.

Quelle:
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGE ... 788096.php
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon vs1400 » 1. Februar 2013, 01:23

vs1400 hat geschrieben:hi pentium,
vor geraumer zeit gab es einige sehr gute dokus, über dieses thema, im tv.
unter anderem auch wie es dort landschaftliche veränderungen mit sich brachte und sehr viele halden umgestaltetet wurden.
was hältst du davon?

gruß vs



... [wink]

gruß vs
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 1. Februar 2013, 19:14

Sag mal vs bist du ein Nachtschwärmer? War Spaß.
Natürlich ist die Sanierung der Altlasten meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Die Halden müssen sowieso gesichert werden. Dann wird die Landschaft umgestaltet, viele Orte im Gebirge leben vom Tourismus. Auch aus Umweltschutz-Gründen ist die Sanierung erforderlich. Dazu ist die Wismut ein bedeutender Arbeitgeber in der Region und von den Sanierungsarbeiten existieren weitere kleinere Firmen.
Mehr fällt mir erst mal nicht mehr ein.

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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon vs1400 » 2. Februar 2013, 00:47

pentium hat geschrieben:Sag mal vs bist du ein Nachtschwärmer? War Spaß.
Natürlich ist die Sanierung der Altlasten meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Die Halden müssen sowieso gesichert werden. Dann wird die Landschaft umgestaltet, viele Orte im Gebirge leben vom Tourismus. Auch aus Umweltschutz-Gründen ist die Sanierung erforderlich. Dazu ist die Wismut ein bedeutender Arbeitgeber in der Region und von den Sanierungsarbeiten existieren weitere kleinere Firmen.
Mehr fällt mir erst mal nicht mehr ein.

Glück Auf!
pentium


nee, bin wechselschichtarbeiter im krankenstand und ja, eher ein nachtaktiver mensch, ich mag die ruhe und es gibt, zu dieser zeit, recht wenig ablenkung.

das problem mit der strahlung besteht im mansfelder raum nicht so explizit, wie dort unten.
strahlende halden werden hier abgedeckt und gut ist, soweit mir bekannt gab es nur eine in mansfeld.
sanierung schafft für ne gewisse zeit arbeitsplätze, auch im dritten markt, doch nicht langfristig. die kleinen firmen, oftmals ableger der großen, schwinden mit den großen.
aber gut, kupferbergbau ist nicht vergleichbar mit uranbergbau. schon die geschichte ist extrem unterschiedlich, von der region ganz zu schweigen.

gruß vs ... dessen opa und urgroßvater im berg waren.
vs1400
 

Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 2. Februar 2013, 13:56

Eines haben beide Regionen auf alle Fälle gemeinsam, es sind alte, man könnte sogar sagen sehr alte Bergbauregionen, bei allen Unterschieden.

Glück Auf!
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Re: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Beitragvon pentium » 1. März 2013, 22:18

Ja ich weiß, die Geschichte hat nichts mit Geheimnissen zu tun und eigentlich auch nichts mit der Wismut. Ich finde die Geschichte aber gut.

Aus "Im Banne der Finsternis" Neuzeitliche Bergmannssagen aus dem Erzgebirge von Jürgen Bergmann 1991

Das Jaucheauto

Wer auf dem Schacht "mal musste", hatte mehrere Möglichkeiten. Übertage war das "Klo" recht einfach und doch praktisch beschaffen. Ein Raum mit Betonfußboden. Darin mehrere Löcher und vor jedem Loch ist eine Haltestange einbetoniert. Hose runter, schön weit, damit man nicht hintendrauf pinkelt, festhalten an der Stange und die Beine schön gespreizt. Dann auf das Loch zielen! Wer kein Papier bei sich hat ist, ist arm dran. Die Vorschrift verlangte, "nach dem Geschäft" eine (kleine) Schaufel Chlorkalk in das Loch zu werfen, den Wasserschlauch von der Wand zu nehmen und alle Überreste vom Betonfußboden in das Loch zu spritzen. Unter Tage war die "Lathrine" aufzusuchen. Wer seinen Arbeitsort weit davon entfernt hatte, scherte sich nicht darum und "kackte" ganz einfach in die "Masse". Das war zwar verboten, aber wer konnte denn Übertage feststellen, von wem des "Bergmanns warme Würste" waren? Und so pißte und kackte jeder wie es ihm gefiel und wo es am praktischsten erschien.

Übertage waren im Schachtgelände auch die Geologen und Markscheider, die Feuerwehrleute, Förderpersonal und Maschinisten angesiedelt. Die gingen natürlich auf "Saschas Scheißhaus", wie das eingangs beschriebene Örtchen genannt wurde. Natürlich fand auch hin und wieder eine Leerung der Grube statt. Das erfolgte mit dem Jaucheauto. Der Prototyp dieses Gefährts war vermutlich durch die Bewährungsproben des 2. Weltkrieges gegangen und hatte technisch interessante Details zu bieten , die einer Beschreibung würdig sind.
Auf dem Militärfahrzeug "SIL" befand sich der Jauchekessel. Auffällig war ein auf dem Kessel befestigter Trichter mit einem großen Metallpfropfen, der an einer Kette hing. Vom Kessel aus führte dann der Schlauch hinab in die Grube. Das Gefährt besaß keine Jauchepumpe, die man mit dem Motor antreiben konnte. Dafür aber eine bemerkenswerte Vakuumeinrichtung, mit welcher die Jauche in den Kessel gezogen wurde. Der Fahrer füllte in einen dafür vorgesehenen Verschluß etwas Benzin, pumpte mit der Hand kurz nach und faltete sich aus etwas Papier eine Lunte. Angezündet näherte er selbige einer kleinen Öffnung. Dann krachte es vernehmlich! Der Pfropfen hob sich vom Trichter ab und lies das Explosionsgas aus dem Kessel. Sofort schloß er oben den Kessel dicht ab und durch das entstandene Vakuum strömte die Flüssigkeit in den Behälter. Diese kurze Schilderung ist notwendig, um der gesamten Tragweite des Geschehnisses folgen zu können.

Es war an einem wunderschönen Mai-Vormittag. Die ganze Schachtanlage strahlte im Sonnenschein Ruhe und ausgeglichene Zufriedenheit aus. Oben am Schacht, auf der Förderbrücke, "rollte" es ohne Stockungen. Die Markscheider hatten die Fenster ihres Barackenbaues weit geöffnet und zeichneten Grubenrisse. Daneben, in der Abteilung Geologie, war es nicht anders. Dieser Bau hatte zwei Geschosse, und am Oberen war noch eine umlaufende Veranda angebracht, damit die Fenster geputzt werden konnten. Scherzhaft meinten die Geologen: "Damit der Chef von draußen reingucken kann, ob wir auch fleißig genug arbeiten." Wie dem auch sei, an diesem Vormittag hatten es sich einige Leute aus dieser Abteilung auf der Veranda bequem gemacht und untersuchten Gesteinsproben. Die Feuerwehrleute hängten ihre Schläuche zum Trocknen, auf und die Posten am Eingang dösten vor sich hin. Keiner nahm Notiz von dem Jaucheauto, das nur wenige Meter von den Gebäuden stand, und an dem der Fahrer herumhantierte. Nur der alte Rißzeichner, Jantzschke Arno, hinter seinem überdimensionalen Zeichenbrett, schloß das Fenster. "Mit dem Ding scheint etwas nicht richtig zu funktionieren", muffelte er vor sich hin. "Der hat mir schon zu viel probiert, ohne das es geklappt hat." Arno schlurfte zur Tür und teilte den Kollegen auf der Terrasse seine bösen Vorahnungen mit. Sonst hörten alle auf seine Sprüche. Nur diesen nahm keiner für voll: "Hüte Dich vor den Blondinen und solchen russischen Maschinen." Niemand reagierte. Im Gegenteil, nun schauten alle erwartungsvoll auf das Auto. Wieder hielt der Fahrer die brennende Lunte in das Loch. Aber nur ein kurzes Husten im Kessel und das war alles. Wieder schüttete er Benzin in den Verschluss - vielleicht mehr als genug. Der Mann war sichtlich nervös: der Kessel musste doch bald voll sein! Ohne dem wollte er aber nicht fahren, denn seine Leistung bestand in Litern bei sparsamsten Kraftstoffverbrauch. Nun pumpte er wie toll: Vielleicht mehr als erforderlich. Vor sich hinfluchend, entfachte er die Lunte, hielt sie an den Verbrennungsbehälter und - es krachte. Es krachte weit mehr, als es durfte. Der Pfropfen riß sich von der Haltekette los und fauchte wie eine Rakete über den Schachthof. Dann stieg sie auf, die Fontäne aus Jauche, Papier und was sonst noch in das Klo geworfen wird. Über dem Auto war sie noch schlank, aber dann fächerte sie auf und überzog einen Teil des Hofes mit ihrem unwiderstehlichem Parfüm. Der "Jauchepumper" hatte keine Chance. Wäre er in die Grube gesprungen, würde er besser davongekommen sein. Auf die Veranda klatschten Fladen und Papierfetzen. Fenster, Wände, Tische und Stühle wurden bekleckert. Aufschreie im Markscheideraum. Grubenrisse vergilbten in Sekunden zu stinkender Makulatur. Nur Arno wiegte bedächtig den Kopf: "Glaubst Du nicht dem alten Mann, hast Du schon die Scheiße dran."
Und Arno hatte oft recht.

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Mythos Bergbau

Beitragvon pentium » 30. August 2013, 14:19

Eigentlich beruht das Thema auf eine Anfrage von @ Sirius.
Ich will das Thema aber nicht nur auf die verflossene DDR oder die alte BRD beschränken. Auch das Hier und Heute, was den Bergbau betrifft, kann hier besprochen werden.

Zitat von Sirius
Steinkohle?

Steinkohle war doch in der DDR ziemlich unbedeutend, oder? Wie viel Prozent der Stromerzeugung kam aus der Braunkohle, wie viel Prozent aus der Steinkohle?

Verglichen mit der Steinkohlenförderung der alten Bundesländer war der Anteil der neuen Bundesländer nur gering (nicht einmal 3 %). Mindestens lokal war er jedoch von großer Bedeutung. Besonders ab den ,,Gründerjahren" war die Steinkohle von Zwickau und Oelsnitz eine wichtige Voraussetzung für die Bildung der Schwerindustrie in Südthüringen und Nordsachsen. Hingewiesen sei hier auf die Chemnitzer Maschinenfabrik Hartmann (lange Zeit führend im Dampfmaschinenbau).
Auch die Automobilindustrie bei Zwickau, jetzt noch von Volkswagen fortgeführt, beruht auf der lokalen Steinkohlenproduktion. Weiterhin hätte es die über fast 100 Jahre alte, weltweit größte Grubenlampenfabrik von Friemann & Wolf in Zwickau ohne diesen Bergbau nie gegeben. Wegen Erschöpfung der Lagerstätten wurde der Steinkohlenbergbau allerdings schon Ende der 70er Jahre eingestellt.
Quelle und wer mehr wissen will:
http://www.untertage.com/publikationen/ ... snitz.html
Anmerkung: mit alten Bundesländern ist hier die BRD und mit neuen Ländern die DDR gemeint. Bevor es fragen gibt.

So viel erst mal
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Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Spartacus » 30. August 2013, 18:13

Ja wer erinnert sich da nicht, an den Held der Arbeit Adolf Hennecke [flash]

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LG

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Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



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Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Hausfreund » 31. August 2013, 07:36

Hallo Pentium!

So richtig klar ist mir Dein Anliegen nicht geworden, aber vielleicht finden sich hier paar Hinweise.

Man liest beispielsweise, daß 80% der E-Energie auf Braunkohle beruhte. Deswegen auch der massive und leider abgewürgte Weg in Richtung Kernenergie.

mfG
Hausfreund
 

Re: Mythos Bergbau

Beitragvon pentium » 2. September 2013, 18:18

Mein Anliegen war in meinem Beitrag den Steinkohlenabbau in der ehemaligen DDR zu begründen. Danach hatte ja @ Sirius gefragt. Natürlich wurde in der DDR hauptsächlich Braunkohle verstromt. Aber das soll hier nicht Thema sein. Ich meine die Stromerzeugung in der DDR. Der Bergbau schon. Und um mal auf das neue Berggeschreih zu kommen.

Zitat:
Der Berg ist geöffnet
Vor drei Jahren gab es in Niederschlag im Erzgebirge die erste Sprengung zur Neuerschließung eines Bergwerks. Im nächsten Monat beginnt nun die Förderung. Der "Freien Presse" wurde vorab Einlass in die Grube gewährt.
Die Grube Niederschlag wird mit etwa 35 Mitarbeitern der zweite Spatproduzent in Deutschland nach der Grube "Clara" im Nordschwarzwald sein. Die Produktion soll im ersten Jahr 80.000 Tonnen erreichen. Bei voller Leistung sind dann 135.000 Tonnen pro Jahr angepeilt. Bei einem derzeitigen Jahresbedarf in Deutschland von 250.000 Tonnen käme also etwa die Hälfte des Rohstoffs aus dem Erzgebirge. Bisher wird der Bedarf zu einem erheblichen Teil durch Importe abgedeckt.

Quelle:
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/S ... 511953.php

Glück Auf!
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Volker Zottmann » 2. September 2013, 19:28

Glück Auf Pentium!

Es ist fürs Erzgebirge sicher gut, Flussspat wieder abzubauen.
Hier passierte genau das Gegenteil. Ob die Mansfelder Kupferbergleute oder aber die Harzgeröder/Straßberger Flussspatbergleute, alle sind heute entlassen.
Bis Anfang der 90er war Straßburg der Flussspatproduzent Nr.1
Und nun soll es schlagartig keine Vorkommen mehr geben? Glaube ich nicht und viele Bergleute ebensowenig.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Hausfreund » 2. September 2013, 19:35

Kann leider nur die persönliche Anekdote anfügen, daß ich zu DDR Zeiten einmalig 50 kg(?) Steinkohle zugeteilt bekam und mir der Ofen davon fast explodiert wäre. Von der üblichen braunen Scheiße möchte ich lieber schweigen.
Hausfreund
 

Re: Mythos Bergbau

Beitragvon vs1400 » 2. September 2013, 19:56

hi pentium,
gab es da nicht mal so ne doku- reihe beim mdr über so ne im neuaufbau befindliche grube?

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Edelknabe » 3. September 2013, 08:06

Siehe Neuer Beitragvon Hausfreund » 2. September 2013, 20:35

"Kann leider nur die persönliche Anekdote anfügen, daß ich zu DDR Zeiten einmalig 50 kg(?) Steinkohle zugeteilt bekam und mir der Ofen davon fast explodiert wäre. Von der üblichen braunen Scheiße möchte ich lieber schweigen."

Überlegst du besser nochmal mit der Zuteilung? Ob du oder deine Eltern die Zuteilung bekommen haben....? Stimmte doch....1975 geboren nich? Also ich erinnere mich nicht, das meine Tochter(fast dein Alter) in der DDR-Zeit mal an unseren Öfen rumgefummelt hatte, außer dem Asche ziehen?

Rainer-Maria und ja, die Steinkohle besser der Koks hatte es in sich, zerfeuerte so manchen Einsatz damals, ich kenn mich gut aus, hatte vier Öfen unterschiedlicher Bauart in der Wohnung stehen.
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Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Hausfreund » 3. September 2013, 08:20

Edelknabe hat geschrieben: Stimmte doch....1975 geboren nich?

Schön wärs, Rainer-Maria!
Ich mußte teilweise noch im Winter mit Handwagen Kohle vom Güterbahnhof holen.
Hausfreund
 

Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Volker Zottmann » 3. September 2013, 14:22

Hallo Hausfreund,
siehe Edelknabes falsche Schlüsse nicht zu ernst. Beachte die Urzeit! Da leidet der Edle an Schlafentzug und dann verwechseln seine graue Zellen schon mal Personen. Ebenso zitiert er gern aus seinem löchrigen Gedächtnis, unter welchen Umständen ich wann was gesagt habe und bringt einfach Fakten durcheinander.
Zum Glück darf wenigstens ich nachts durchschlafen.... [laugh]

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Mythos Bergbau

Beitragvon Spartacus » 3. September 2013, 17:46

Also das Heizen, das war auch mein Ding [grins]

Ich war dafür verantwortlich im Winter jeden Morgen den Ofen in der guten Stube anzuheizen.
Vergesse ich niemals. Erst Holzscheite machen, dann noch ordentlich Freie Presse dazu, aufgestapelt
zu einem kleinen Scheiterhaufen. Die gute Steinkohle ringsrum und dann angezündet. Durch das Gitter
sah ich dann zu, wie alles schön loderte und wenn die Kohle schön Glut hatte, dann wurde die zweite
schwere Ofentüre ganz fest zugeschraubt.

Mann wie das bollerte und abends hatte man diese ganz besonders schöne Wärme in der Stube.
Wenn es dann noch draußen schneite und Muttern ein paar Bratäpfel in die Röhre schob, dann war
es perfekt.

Das geht mir heute richtig ab. [sick]

Später, als wir in der Platte wohnten, war Mutter zwar froh, aber dann irgendwie auch wieder nicht, denn
im Winter bekam man die Platte nicht richtig warm.

Als ich dann als junger Bursch, meine erste Altbauwohnung hatte, hatte ich auch meine geliebten Öfen
wieder und wollte schon deshalb nicht in die Platte.

LG

Sparta


Ich bin stolz darauf, kein Smartdingsbums zu besitzen.
Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



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