Wehrpflichtgesetz

Alles zum Thema NVA, außer GT

Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon inel » 21. Januar 2013, 19:15

Mit Spielfilmen habe ich recht wenig zu tun....weder bei der Bw noch in Bezug auf das ehemalige Militär der DDR. Was letzteres betrifft halte ich mich lieber an Zeitzeugenberichte und insbesondere an die dortigen Dienstvorschriften (so sie mir bekannt sind) und auch an die "herrlichen" Publikationen", die immer wieder ein Quell rechter Freude bei Dienstbesprechungen oder sonstigem Erfahrungsaustausch waren. Um mal ein Beispiel zu nennen das "Handbuch militärisches Grundwissen"...damit klar wird was gemeint ist.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon karnak » 21. Januar 2013, 19:29

Ich war nun 3 Jahre beim DDR-Militär,von 75 bis 78.Natürlich wurde da auch rumgebrüllt.Dass das Ständig und immer hirnlos war kann ich nicht bestätigen,glaube mir,dass ist auch eines dieser Klischees.Wobei ich natürlich denke,dass der der angebrüllt wird,das eher als ständig und hirnlos ansieht,als der der rumbrüllt.Wird eine emotionale Geschichte sein,im Auge des Betrachters liegen.Auch hier sollte man relativieren und differenzieren,sage ich als Zeitzeuge der in Jahre gekommen ist und die Dinge etwas gelassener sehen kann.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon inel » 21. Januar 2013, 19:50

Das System der Inneren Führung beruht im wesentlichen darauf, jedwede Grundrechtseingriffe (und um nichts anderes handelt es sich was da reihenweise mit den Soldaten passiert) auf das absolut notwendige nicht zu umgehende Maß zu beschränken. Ganz besonders wichtig ist, daß es einen sachlichen Grund gegben muß, warum jetzt z.B. gerade dieser oder jener Grundrechtseingriff (d.h. die damit verbundene Maßnahme) stattfinden muß. Ansonsten sind die Soldaten wie jeder andere Staatsbürger auch zu behandeln.

Und das funktioniert auch in der Praxis. Man muß die Leute nicht anbrüllen um Disziplin herzustellen oder sich durchzusetzen. Das ganze geht auch sehr gut (und viel stressloser) wenn man dem unterstellten Soldaten regelmäßig auf Augenhöhe gegenet. Ich sage mal ein Beispiel:

Nehmen wir das Raustreten der ganzen Kompanie, was ich in einem Post zuvor ansprach. Sagen wir die Kompanie soll zum Abendessen raustreten und das funktioniert nicht, weil immer wieder ein oder zwei so Hanseln das nicht begreifen und statt zu rennen so als letzte angetrabt kommen und damit den anderen die Zeit kaputt machen. Ohne jedes Rumbrüllen abere mit lauter entschlossener Stimme sagt man den Soldaten: Meine Damen und Herren.....Sie schaffen das in 45 Sekunden und das weiß ich auch. Wenn der eine oder die andere von Ihnen keine Lust hat, dann werden wir das eben solange üben bis das klappt. Das geht dann jetzt alles von Ihrer Essenszeut ab, mein Problem ist das nicht, denn ich kann im Offiziersheim essen wann ich möchte.....Uuuuuuuuuuuuuuuuuud weggetreten.....
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon karnak » 21. Januar 2013, 20:06

Was will man machen, wir haben nun mal unsere Militärzeiten in unterschiedlichen Zeiten absolviert.Was Du in meiner Zeit als schrecklich empfindest, empfinde ich in Deiner Zeit als lustig um nicht zu sagen lächerlich.Ist nicht böse gemeint,jeder lebt sein Leben und hat seine Zeit,tauschen wir unsere Erfahrungen aus und denken uns dann unseren Teil.Mit etwas Glück lernt man vielleicht sogar das Eine oder Andere.In dem Sinne und in aller Freundschaft.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon inel » 21. Januar 2013, 20:49

Ich war nie Wehrpflichtiger und die "Militärzeit" ich auch kein in der Vergangenheit abgschlossener Teil meines Lebens....
Genau....peace.....wie man so sagt.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 21. Januar 2013, 23:20

inel hat geschrieben:Ich war nie Wehrpflichtiger und die "Militärzeit" ich auch kein in der Vergangenheit abgschlossener Teil meines Lebens....
Genau....peace.....wie man so sagt.


Dann müsstest Du relativ alt sein, etwa zwischen 75 Jahre und 85 Jahre alt ("weiße Jahrgänge"), oder sehr jung, so um die 20 Jahre oder jünger, denn die Wehrpflicht gab es von 1956 bis 2011. Auch Zivildienstleistende oder Ausgemusterte waren zumindest für eine kurze Zeit bis zu einem bestimmten Zeitpunkt "Wehrpflichtige". Oder Du hattest eine andere Staatsbürgerschaft, sofern Du in Deutschland gelebt hattest, oder Du bist weiblich.
Zuletzt geändert von Sirius am 21. Januar 2013, 23:37, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon vs1400 » 21. Januar 2013, 23:26

hallo inel,
du berichtest halt über gehörtes und ich dir mal, grob und nur aufs brüllen bezogen, aus meiner zeit und selbst erlebtem.
an der knolle, so nannten wir die uffz. schule, wurde, besonders in der grundausbildung, sehr viel und hirnlos gebrüllt. ob nötig oder nicht, ich empfand es immer als extrem nervig, soweit es kein brüllen im sinne von anfeuern war.
nach nem halben jahr knolle ging es ab, in die jeweilige grenzkompanie.
dort wurde nur "gebrüllt" bei kompanie grenzalarm oder gefechtsalarm. brüllende vorgesetze habe ich dort, in 2,5 jahren, nie erlebt.
aber es ist nur meine zeit, aus der ich dir berichten kann und wie es woanders lief, kann ich dir nicht sagen. gehört habe ich auch schon die bedenklichsten aussagen, doch meist nur von dritten.

gruß vs ... ohne etwas beschönigen zu wollen.

ps: @ Sirius, oder ... denk mal nach. [wink]
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 21. Januar 2013, 23:36

vs1400 hat geschrieben:ps: @ Sirius, oder ... denk mal nach. [wink]


Worüber?
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon vs1400 » 22. Januar 2013, 00:12

Sirius hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:ps: @ Sirius, oder ... denk mal nach. [wink]


Worüber?


über die möglichkeiten bezüglich inel.

gruß vs
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 22. Januar 2013, 00:26

vs1400 hat geschrieben:über die möglichkeiten bezüglich inel.

gruß vs


Ich habe die Möglichkeiten doch weitgehend aufgezählt. Vielleicht könntest Du etwas konkreter werden.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon vs1400 » 22. Januar 2013, 00:30

Sirius hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:über die möglichkeiten bezüglich inel.

gruß vs


Ich habe die Möglichkeiten doch weitgehend aufgezählt. Vielleicht könntest Du etwas konkreter werden.


du hast eine möglichkeit vergessen.
aber egal, ich wollte zb. mal BU werden. [wink]

gruß vs
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon karnak » 22. Januar 2013, 05:15

inel hat geschrieben:Ich war nie Wehrpflichtiger und die "Militärzeit" ich auch kein in der Vergangenheit abgschlossener Teil meines Lebens....
Genau....peace.....wie man so sagt.

Und was treibt Dich dann,Dich ausgerechnet mit dieser Problematik zu befassen?Wie es bei der Bundeswehr 75-78 ,also in der Zeit in der ich auf der anderen Seite gedient habe,wirklich war,weißt Du ja nun nur vom hören sagen.Ich glaube,dass war die Zeit,in der man während des Militärdienstes in der BW seine langen Haare behalten durfte.Mich hat das immer an den Film,Die Olsenbande fährt nach Jütland",erinnert.Keine Ahnung ob Du den Film kennst,in der DDR waren diese sehr beliebt.Ich weiß natürlich,dass ich da einem Klischees anhänge,aber ich kann da einfach nicht aus meiner Haut.Ein derartiger Umgang beim Militär ist für mich einfach unvorstellbar,einfach lächerlich.Wie eben das"Meine Damen und Herren".Das kann man natürlich nicht brüllen. [wink]
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 22. Januar 2013, 08:48

karnak hat geschrieben:Und was treibt Dich dann,Dich ausgerechnet mit dieser Problematik zu befassen?Wie es bei der Bundeswehr 75-78 ,also in der Zeit in der ich auf der anderen Seite gedient habe,wirklich war,weißt Du ja nun nur vom hören sagen.Ich glaube,dass war die Zeit,in der man während des Militärdienstes in der BW seine langen Haare behalten durfte.Mich hat das immer an den Film,Die Olsenbande fährt nach Jütland",erinnert.Keine Ahnung ob Du den Film kennst,in der DDR waren diese sehr beliebt.Ich weiß natürlich,dass ich da einem Klischees anhänge,aber ich kann da einfach nicht aus meiner Haut.Ein derartiger Umgang beim Militär ist für mich einfach unvorstellbar,einfach lächerlich.Wie eben das"Meine Damen und Herren".Das kann man natürlich nicht brüllen. [wink]


Ich habe das vor Kurzem in irgend einer Doku gesehen. Als die Soldaten anderer westlicher Staaten dies auf Truppenübungsplätzen sahen, spöttelten sie: Deutsche Hair-Force. Aber das war nur ein sehr kurzer Zeitraum von 1 oder 2 Jahren, wo das erlaubt war.

Es gab auch einmal die Möglichkeit, in den siebziger Jahren die Kriegsdienstverweigerung mit einem einfachen Kreuz in einem Kästchen auf einem Postkartenvordruck zu erreichen, also keine Schikanen mit langem Antrag schreiben und mündlicher "Gewissensprüfung" vor einem Ausschuss. Diese einfache Möglichkeit mit der Postkarte nahmen dann sehr viele in Anspruch, weshalb man das nach einem halben Jahr schnell wieder abschaffte - es gab nämlich zu viele Kriegsdienstverweigerer.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 22. Januar 2013, 09:21

Sirius hat geschrieben:Als die Soldaten anderer westlicher Staaten dies auf Truppenübungsplätzen sahen, spöttelten sie: Deutsche Hair-Force.


Edit: Sie spöttelten "German Hairforce".
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon marder » 22. Januar 2013, 10:25

HALLO KARNAK
Seit 1972 ist die Verordnung über kurze Haare in Kraft getreten. Davor mussten Soldaten mit langen Haaren ein Haarnetz tragen.
Reservisten durften auf Übungen weiterhin längere Haare mit Haarnetz tragen für alles anderen ist kurzes Haar seitdem vorgeschrieben.
MfG Marder
Ich bin auf der Westseite der Grenze in ca. 3 km Entfernung gross geworden.
Ab 1976 als Offiziersanwärter bei den Panzergrenadieren.
1976 1. Pz.Div. Pz.Brig2 Pz.GrenBtl21
1989 11.Pz.GrenDiv. Pz.Brig33 Pz.GrenBtl332
1994 1.Pz.Div. Pz.Gren.Brig1 usw.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon karnak » 22. Januar 2013, 10:30

Danke für den Hinweis.Exerzierausbildung mit Haarnetz stelle ich mir übrigens noch köstlicher vor,aber da sind wir ja zum Glück drüber weg.Gibt es denn das mit den"Damen und Herren" noch? [flash]
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon marder » 22. Januar 2013, 10:37

Hallo Karnak,
es heißt offiziell immer Herr Unteroffizier, Herr Gefreiter oder Herr General.
Herr statt Genosse!!! [grins] [hallo]
Und gebrüllt wird auch nicht. Laut wird es nur wenn die Entfernung zum Hörenden größer ist!! [grins]
MfG Marder
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon pentium » 22. Januar 2013, 10:47

War schon bei den alten Römern so! Das mit den sehr lauten Befehlston.
„Alles überragendes Merkmal des Centurio ist seine gewaltige Stimmkraft. Er kann damit eine Fläche von fünf Hektar beschallen und, bei einem Soldaten pro Quadratmeter, 50.000 Mann bis ins Mark erschauern lassen.“

mfg
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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 22. Januar 2013, 11:10

marder hat geschrieben:Hallo Karnak,
es heißt offiziell immer Herr Unteroffizier, Herr Gefreiter oder Herr General.
Herr statt Genosse!!! [grins] [hallo]
Und gebrüllt wird auch nicht. Laut wird es nur wenn die Entfernung zum Hörenden größer ist!! [grins]
MfG Marder


"Herr Gefreiter" habe ich von deren Vorgesetzten aber nie gehört. Es hieß immer nur "Gefreiter" X, "Obergefreiter" X, während es umgekehrt immer "Herr Unteroffizier" hieß.

Was das Brüllen betrifft - Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich hatte einmal auf einer Schießanlage erlebt, wie ein Offizier einer anderen Einheit einen cholerischen Anfall hatte und jemanden im Abstand von drei Metern angebrüllt hat - mit einem ohrenbetäubenden Lärm mit einer sehr hohen Dezibel-Zahl an der Schmerz-Grenze. Ich bin da schnell vorbeigegangen, nichts wie weg von dort, dachte ich mir, bevor der sich noch ein anderes "Opfer" sucht. [flash] Einen Choleriker (Feldwebel) gab es auch in unserer Einheit, der hatte sich auch öfters nicht unter Kontrolle. Einmal hatte er vor der angetretenen Batterie einen anderen Feldwebel zusammengebrüllt und ihm einen Schlüsselbund wütend vor die Füße geworfen. Er musste sich auf Anweisung des Batteriechefs, der nicht dabei war, später dafür bei ihm entschuldigen. Aber solche Typen gibt es auch im Zivilberuf, auch da hat man schon ähnlich extreme Fälle kennengelernt.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon karnak » 22. Januar 2013, 11:31

Ich meinte eigentlich die Ansprache einer angetretenen Truppe durch den Vorgesetzten mit" Damen und Herren",was bei uns einfach" Genossen" hieß.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 22. Januar 2013, 11:53

karnak hat geschrieben:Ich meinte eigentlich die Ansprache einer angetretenen Truppe durch den Vorgesetzten mit" Damen und Herren",was bei uns einfach" Genossen" hieß.


Vielleicht ist das heute so, dass bei einer angetretenen Truppe die Ansprache "Damen und Herren" lautet? Abgesehen davon, dass es vor z.B. 10 oder 20 Jahren außerhalb der Sanitätstruppe kaum oder gar keine Damen gab, wurden früher auch bei der angetretenen Truppe einzelne Soldaten mit "Dienstgrad Name vortreten" aufgerufen, nicht mit “Herr Dienstgrad Name vortreten”. Genauso wurde auch niemand mit dem Wort “bitte” gebeten und es gab früher keine oder kaum klimatisierte Busse, wie immer mal wieder behauptet wird. Heute kann das natürlich anders sein.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon marder » 22. Januar 2013, 13:52

Hallo,
bei angetretener Truppe und bekanntem Namen gilt nur Dienstgrad und Name.
Ansonsten Herr und Dienstgrad.
Und bei der Ansprache eines Vorgesetzten Herr und Dienstgrad.
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Ab 1976 als Offiziersanwärter bei den Panzergrenadieren.
1976 1. Pz.Div. Pz.Brig2 Pz.GrenBtl21
1989 11.Pz.GrenDiv. Pz.Brig33 Pz.GrenBtl332
1994 1.Pz.Div. Pz.Gren.Brig1 usw.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon inel » 22. Januar 2013, 14:13

Früher gab es nur Männer in der Truppe und da war das ganz einfach:

Man sagte zu einer angetretenen Mehzahl von Ihnen einfach nur "Soldaten". Etwas weniger förmlich sagte man "Meine Herren" was besonders bei der Luftwaffe und der Marine gepflegt wurde. Rief man einen einzelnen Soldaten aus der angetretenen Truppe heraus, so sprach man ihn mit seinem Dienstgrad an und erteilte ihm dementpsrechend den Befehl zum raustreten, vortreten u.s.w..

Im normalen Dienstbetrieb redete der Vorgesetzte den rangniederen Soldaten in der Regel nur mit ""Herr und Zuname" an; umgekehrt sagte der rangniedere nur den Dienstgrad seines Vorgesetzen, wenn er ihn ansprach oder antwortete. (Beispiel Lt. Meier sagte zum OGefr. Schulze "Herr Schulze...." und der antwortete ihm "Jawohl Herr Leutnant).

Seit dem "Kreil-Urteil des EuGH im Jahr 2000 sind auch Frauen vollumfänglich zum Dienst an der Waffe und damit zum Truppendienst zugelassen. Sei dem 01.01.2001 sind sie in jedem Truppenteil vorhanden. Und seit dem hat sich das etwas freundlicher "Meine Damen und Herren" eingebürgert, ob man nun mit dem Unterricht im Kompaniehörsaal beginnt oder eine angetretene Truppe (nicht förmlich) anspricht.

Dann: Natürlich kann und wird nicht jeder Befehl mit "Bitte" ausgegeben, erst recht nicht vor angetretener Truppe. Im täglichen Dienstbetrieb ist das aber durchaus üblich. Das gebietet nach meiner Meinung schon die Pflicht zur Kameradschaft.
Zuletzt geändert von inel am 22. Januar 2013, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon inel » 22. Januar 2013, 14:20

Und um das Rätsel zu lösen, was Sirius und Karnak hier angedeutet haben:

Ich habe mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt. Wenn ich sagte, "ich war nie Wehrpflichtiger....." so bezog sich das weniger auf die Tatsache, dass ich zu irgendeinem in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt selbst einmal der Wehrpflicht unerlegen war sondern darauf, dass ich nie mit dem Status eines Wehrpflichtigen in der Bw Dienst geleistet habe. Und nun darf weiter gerätselt werden.....
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Merkur » 23. Januar 2013, 07:28

inel hat geschrieben: Und nun darf weiter gerätselt werden.....


Ich tippe auf ROA bei der Luftwaffe. [laugh]
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Sirius » 23. Januar 2013, 11:48

inel hat geschrieben:Und um das Rätsel zu lösen, was Sirius und Karnak hier angedeutet haben:

Ich habe mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt. Wenn ich sagte, "ich war nie Wehrpflichtiger....." so bezog sich das weniger auf die Tatsache, dass ich zu irgendeinem in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt selbst einmal der Wehrpflicht unerlegen war sondern darauf, dass ich nie mit dem Status eines Wehrpflichtigen in der Bw Dienst geleistet habe. Und nun darf weiter gerätselt werden.....


SaZ 2?
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Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Nov65 » 23. Januar 2013, 12:28

Sirius hat geschrieben:
inel hat geschrieben:Und um das Rätsel zu lösen, was Sirius und Karnak hier angedeutet haben:

Ich habe mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt. Wenn ich sagte, "ich war nie Wehrpflichtiger....." so bezog sich das weniger auf die Tatsache, dass ich zu irgendeinem in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt selbst einmal der Wehrpflicht unerlegen war sondern darauf, dass ich nie mit dem Status eines Wehrpflichtigen in der Bw Dienst geleistet habe. Und nun darf weiter gerätselt werden.....


SaZ 2?

Hi @Inel Bundeswehrakademie? Oder wie heißt die Einrichtung der Bw zur Ausbildung von Generälen?
Mann, da hauen wir aber die Hacken zusammen.
Gruß, Andreas
Nov65
 

Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon inel » 23. Januar 2013, 13:07

Was Du meinst ist die "Führungsakademie der Bundeswehr" mit Dienstsitz in Hamburg.

Sie dient nicht der Ausbildung von Generälen sondern es werden Lehrgänge für eine spätere Tätigkeit im sogenannten "Generalstabsdienst" angeboten. Teilnehmer sind zumeist Hauptleute oder Majore. Es wird ein internationaler (= mit ausländischen Offizieren als Teilnehmern) und ein nationaler Lehrgang angeboten. Nach dem Erfolgreichen Abschluß erfolgt zumeist für die Absolventen eine Übernahme in den Generalstabsdienst und sie führen zu ihrem Dienstgrad den Zusatz "i.G.", also etwa "Major i.G.". Äußerlich zu erkennen sind diese Generalstabsoffiziere an den dunkelroten Kragenspiegeln, auf denen die beiden angebildeten Litzen keine gerade sondern eine gewellte Linie an den Seiten aufweisen. Umgangssprachlich nennt man diese Generalstabsoffiziere "Rotkehlchen", was sich von eben diesen Kragenspiegeln ableitet. Viele von Ihnen bekommen auch später in der Tat die Kragenspiegel eines Generals verpasst......wenn sie immer artig waren......
inel
 

Re: Wehrpflichtgesetz

Beitragvon Nov65 » 23. Januar 2013, 22:01

Danke @Inel, für die Hinweise.
Verrate uns nun doch, in welchem Verhältnis Du nun zur Bw, zur Führungsakademie usw. stehst. Mach et doch nich so jeheimnisvoll.
Gruß, Andreas
Nov65
 

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