Stasi Akten öffnen oder schließen?

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Alfred » 15. Januar 2013, 19:51

ABV hat geschrieben:Genau Andreas! Als Brandenburger fällt mir da spontan das Beispiel Axel Hilpert ein. Ein Musterbeispiel für einen jahrelang im kriminellen Sumpf agierenden Ex-MfS-Mitarbeiter. Meiner Meinung sind es solche Leute nicht wert, dass man ein " gutes Wort für sie einlegt". Weder hier im Forum, noch anderswo. Vielleicht sollte man das auch von der eigentlichen Aufarbeitung trennen.

Gruß Uwe



Uwe,

die Polizei der BRD war Herrn H. u.a. aber sehr DANKBAR als er bei der WIEDERBESCHAFFUNG eines gestohlenen Gemäldes helfen konnte.

Sollte auch nicht vergessen werden.
Alfred
 

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 15. Januar 2013, 19:55

Alfred hat geschrieben:...die Polizei der BRD war Herrn H. u.a. aber sehr DANKBAR als er bei der WIEDERBESCHAFFUNG eines gestohlenen Gemäldes helfen konnte.


Bleibt die Frage, woher wusste er wo sich das Bild befindet.... [denken]


AZ
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Alfred » 15. Januar 2013, 20:03

augenzeuge hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:...die Polizei der BRD war Herrn H. u.a. aber sehr DANKBAR als er bei der WIEDERBESCHAFFUNG eines gestohlenen Gemäldes helfen konnte.


Bleibt die Frage, woher wusste er wo sich das Bild befindet.... [denken]


AZ



Ich gehe mal davon aus, dass dies in der Gerichtsverhandlung gegen die Diebe zur Sprache kam.

Gegen H. gab es anscheinend nichts, sonst hätte er ja auch ein Verfahren an der Backe gehabt.
Alfred
 

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 15. Januar 2013, 22:05

ABV hat geschrieben:Genau Andreas! Als Brandenburger fällt mir da spontan das Beispiel Axel Hilpert ein. Ein Musterbeispiel für einen jahrelang im kriminellen Sumpf agierenden Ex-MfS-Mitarbeiter. Meiner Meinung sind es solche Leute nicht wert, dass man ein " gutes Wort für sie einlegt". Weder hier im Forum, noch anderswo. Vielleicht sollte man das auch von der eigentlichen Aufarbeitung trennen.

Gruß Uwe

So sehe ich das auch. Das ist weit mehr als Aufarbeitung des Bespitzelungsapparates, das ist Wirtschaftskriminalität durch Altkader.
Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Merkur » 15. Januar 2013, 22:22

Nov65 hat geschrieben:
So sehe ich das auch. Das ist weit mehr als Aufarbeitung des Bespitzelungsapparates, das ist Wirtschaftskriminalität durch Altkader.
Gruß, Andreas


Nun bleibt mal auf dem Teppich. Der Prozentsatz der "wirtschaftskriminellen Altkader" ist im Gegensatz zu den aktuellen Wirtschafts- und Finanzkriminellen sehr gering. Ich denke, da gibt es ganz andere Problemfelder und Strukturen mit qualitativ und quantitaiv gewaltigen Ausmaßen. Aber die Stasi pflegt so schön die alten Denkmuster und lenkt so wunderbar von den wirklichen Problemen ab.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Janko » 15. Januar 2013, 22:25

@Nov65.....das ist weit mehr als Aufarbeitung des Bespitzelungsapparates, das ist Wirtschaftskriminalität durch Altkader.


Ja da muß man die Kreise schon größer ziehen. Wie zum B.zu solche bundesdeutschen "Altkader" wie H.-H. Tiedje oder die feucht - fröhlich feiernden Gönner und Hofierer, von Stiefelleckern mal ganz abgesehen.
Mal abgesehen von lobenden und beifallsklatschenden Altbundeskanzlern und Ministerpräsidenten.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Wosch » 15. Januar 2013, 22:26

Merkur hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:
So sehe ich das auch. Das ist weit mehr als Aufarbeitung des Bespitzelungsapparates, das ist Wirtschaftskriminalität durch Altkader.
Gruß, Andreas


Nun bleibt mal auf dem Teppich. Der Prozentsatz der "wirtschaftskriminellen Altkader" ist im Gegensatz zu den aktuellen Wirtschafts- und Finanzkriminellen sehr gering. Ich denke, da gibt es ganz andere Problemfelder und Strukturen mit qualitativ und quantitaiv gewaltigen Ausmaßen. Aber die Stasi pflegt so schön die alten Denkmuster und lenkt so wunderbar von den wirklichen Problemen ab.



Wenn hier einer ablenken will dann bist Du das!!
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Ich bin stolz darauf, noch nie den "Melde-Button" benutzt zu haben!
Mecklenburger sind nicht nachtragend, aber vergessen tun sie auch nicht!
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Merkur » 15. Januar 2013, 22:33

Wosch hat geschrieben:
Wenn hier einer ablenken will dann bist Du das!!


Im Gegensatz zu Dir weiß ich aber wovon ich rede/schreibe.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon vs1400 » 16. Januar 2013, 02:07

Nov65 hat geschrieben:Die papierne Hinterlassenschaft des MfS und dessen Heer von prämiierten Zuträgern ist in Deutschland ein historisches Unikat, auch in der Welt. Solch ein Werk önnte demnach als Weltkulturerbe gekürt und geschützt werden.
Nur gut, dass die "fleißigen" Erzeuger dieses Erbes nicht über die Zukunft desselben entscheiden können.
Dass der Leitung der BSTU verfolgte des DDR-Regimes vorstehen, schützt uns vor gängigem Beamtenverhalten a la Baumann und Claußen.
Mir geht nur die so wenig erfolgte Aufdeckung von Verstrickungen alter Kader in heutige Strukturen, wie Wirtschaftsverbände, gegen die Schnur. Der liberale Umgang mit dem Unrechtssystem schützt solche Handlungen.
Gruß, Andreas


hallo Andreas,
mir kommen da so fragen auf.
ist es der gesellschaft heute dienlich, derartiges, medial aufzuarbeiten?
vernichtet man, durch derartige aufarbeitung, nicht eigentlich mehr, als es der allgemeinheit dienlich wäre?

die zeit oder auch die allgemeinheit, besitzt noch nicht die reife/ abstand zum geschehenem, ohne hass/ emotionen zu unterscheiden.
vor kurzem stellte ich den bericht ein und darin wird auch ersichtlich, dass die damalige regierung wohl durchaus informiert war und wusste, welche firmen im eigenen staat, der ddr verschrieben waren.
es gab absprachen auf höchster ebene, schalk und scheuble, in denen man sich einigte. weil es wohl der allgemeinheit besser tat.

gruß vs ... wir sind aber gerade deftig OT. [wink]
vs1400
 

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 16. Januar 2013, 10:40

Okay,@vs1400,
Kurve kriegen und wieder in die Spur des Threads. Sollte es aber Ergebnisse aus den Akten geben, die so eine Gemeinsamkeit von Ost und West aufdecken: Es gibt bestimmt Zellen für mehrere Personen.
Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 10:41

Um noch mal auf den guten alten Axel zu kommen.Die ganze Geschichte um den Mann,seine Vergangenheit und seine Aktivitäten in der Gegenwart,dass alles gibt Euch nicht zu denken?20 Jahre hat man Ihn hofiert,Ihm alle Möglichkeiten eröffnet.Politiker des Bundes und des Landes.Bis es wahrscheinlich nicht mehr ging,der öffentliche Druck wahrscheinlich zu groß geworden ist,man Angst hatte mit in den Abgrund gerissen zu werden.
Jedes kleine Stasiwürstchen oder jeder kleine IM wird durch die Behörde vorgeführt,wenn er sich für die Linken in irgendein Parlament wählen lassen will.Nur bei dem guten Axel war man sehr zurückhaltend in seinen Aktivitäten und auch die Herren Politikern hatten kein Problem mit Ihm freundschaftlich verbunden zu sein.Es tut mir leid liebe Leute,dass ist wieder mal so ein Punkt wo ich gar nicht so viel fressen kann wie ich kotzen möchte.Und das ist auch so ein Beispiel weswegen ich diese Behörde aus tiefster Überzeugung ablehne.Die soll nämlich in Wirklichkeit gar nicht Geschichte aufarbeiten,das ist nur" Nebentätigkeit",die soll in Wirklichkeit abrechnen mit dem alten"Klassenenfeind".
Und wenn ich jetzt falsch liegen sollte,einer Verschwörungstheorie anhängen sollte,dann kläre mich mal bitte einer auf.Wenn es geht am Beispiel des Gen.Oberst.
Mann ,bei solchen Themen werde ich richtig wütend,habe mir gleich einen 6 fachen Jack eingegossen.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Interessierter » 16. Januar 2013, 11:57

Mensch Kristian und das am frühen Morgen, aber Hauptsache Du hast einen Grund dafür gefunden.

Bild
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 14:54

Interessierter hat geschrieben:Mensch Kristian und das am frühen Morgen, aber Hauptsache Du hast einen Grund dafür gefunden.

Bild

Zu meiner Ehrenrettung.
Das täuscht mein Lieber.Seit über 20 Jahren mache ich mich nützlich zu einer Zeit in der Du zu Bett gehst.Ich lebe also seit dieser Zeit faktisch wie ein Vampir,ich verlasse das Haus erst wenn es dunkel wird.Und damit nicht nicht noch etwas in den falschen Hals gerät,ich habe mich irgendwann entschlossen einer ehrbaren Tätigkeit nachzugehen,ich arbeite also NICHT als Zuhälter. [grin] Zusammenfassend kann ich sagen,ich kann um diese Urzeit durchaus Alkohol zu mir nehmen,aus medizinischen Gründen sowieso.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Janko » 16. Januar 2013, 15:47

@ABV

In deinen Schilderungen kommt eigentlich die ganze gegenwärtige Tragik zum Tragen.
Was wurde von wem, wann unter welchen Umständen geschrieben ?
Eine Beurteilung des Sachverhaltes hier aus wenigen Zeilen ist dazu eigentlich auch unmöglich.
In der Regel gab es so etwas nicht bzw. konnte eingeschränkt werden durch spezifische Maßnahmen.

Nur es gab auch wie immer bei jeder Regel auch Außnahmen.
Kannst du dir z.B. vorstellen, dass jemand IM war, der gar nichts davon wußte aber einen Form-gerechten Aktenbestand hatte , prämiert und ausgezeichnet wurde und "Top-Berichte" geliefert hat ?

Ich ja .
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 16. Januar 2013, 15:54

karnak hat geschrieben:Um noch mal auf den guten alten Axel zu kommen.Die ganze Geschichte um den Mann,seine Vergangenheit und seine Aktivitäten in der Gegenwart,dass alles gibt Euch nicht zu denken?


Doch, es erhärtet den Verdacht! [grins] Naja, und das Stolpe auch dabei ist.....überrascht gar nicht!

Aber sag, was bitte ist hier falsch?
http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Hilpert

Bitte sag, was ist hier beim MfS abgelaufen.....wer hatte die Macht, wer hatte einen Grund, hier dem "kleinen Axel" zu helfen? Oder war das normal?
"Trotz eindeutiger Beweise (Hilpert soll unerlaubte Provisionen in Höhe von bis zu 100.000 DDR-Mark kassiert haben) wurde das Verfahren auf Intervention von Hilperts eigener Abteilung, der Spionageabwehr, Ende 1985 eingestellt".

AZ
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 16. Januar 2013, 15:58

Janko hat geschrieben: Kannst du dir z.B. vorstellen, dass jemand IM war, der gar nichts davon wußte aber einen Form-gerechten Aktenbestand hatte , prämiert und ausgezeichnet wurde und "Top-Berichte" geliefert hat ?

Ich ja .


Ich nicht.... [flash]
Aber behaupten tun das auch Bob und Petra.
AZ
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 16:08

ABV hat geschrieben:Hilpert verfügte tatsächlich über einen äußerst illustren Bekanntenkreis. Die Politprominenz ging bei ihm ein und aus. Da ergeben sich wohl etliche Fragen.
Ich habe aber da noch etwas auf dem Herzen. In punkto Wahrheitsgehalt von Stasi-Akten:
Ein mir, übrigens persönlich bekannter, sich in seinen Büchern mit der früheren, heute zu Polen gehörenden Neumark beschäftigender Schriftsteller, hat sich in seinen neuestem Buch, auch zu seiner Stasivergangenheit geäußert. Für mich völlig überrascht. Ich und wahrscheinlich 99, 9 % seiner Leserschaft, hätte nie damit gerechnet, dass ausgerechnet dieser Mann überhaupt jemals irgend etwas mit dem MfS zu tun hatte. Jedenfalls nicht als so genannter " Täter". Mir war nur bekannt, dass er in der DDR " Schwierigkeiten mit der SED" hatte. Wohl auch, in den sechziger Jahren aus politischen Gründen im Gefängnis saß. Ich wollte meinen Augen nicht trauen, als sich der Schriftsteller über seine langjährige Karriere als IM der Kreisdienststelle Fürstenwalde äußerte.
Ihm wurde, irgendwann der Wiedervereinigung, eine Entschädigung für die erlittene Haft zugesprochen. Die obligatorische Frage nach einer hauptamtlichen / inoffiziellen Zusammenarbeit mit dem MfS, hatte er Verneint. Obwohl, er tatsächlich vom MfS in den siebziger Jahren als IM angeworben worden ist. Seiner Meinung nach, wäre er die Zusammenarbeit nur zum Schein, um sich und seiner Familie eventuelle Repressalien zu ersparen, auf die Werbung eingegangen. Innerlich wäre er nie wirklich ein MfS-Mitarbeiter gewesen. Seine Berichte hätte er nur oberflächlich verfasst, ohne irgend jemanden zu schaden. Er hätte, nach seiner Auffassung nach, der Staatssicherheit nur etwas vorgegaukelt. Was ihm, seiner Meinung nach dazu berechtigte, die entsprechende Frage nach einer MfS-Mitarbeit zu verneinen.
Die zuständigen Stellen in Brandenburg sahen das aber völlig anders. Zumal aus den Akten nicht hervorging, dass das MfS den IM der " Unehrlichkeit"
verdächtigte.
Der Schriftsteller musste die Haftentschädigung in voller Summe zurückzahlen. Überzeugt von der Richtigkeit dieser Maßnahme scheint er bis heute nicht zu sein.
Konnte jemand tatsächlich das MfS jahrelang an der Nase herumführen, ohne dass die Verantwortlichen etwas bemerkten? Oder verschanzt sich hier jemand hinter einer Lebenslüge? Oder gegen die Stasi-Akten nur eine subjektive, weitestgehend falsche Einschätzung des Führungsoffiziers wieder?
Am kommenden Montag bin ich zu einer Lesung dieses Schriftstellers in der Bücherei Seelow eingeladen. Ich bin echt gespannt darauf, ob er auch auf dieses sehr persönliche Kapitel in seinem neuen Buch, eingehen wird.
Gruß an alle
Uwe

Das ist eben diese komplizierte Problematik,die ich immer wieder mal versucht habe zu erklären.Meist habe ich dann von beiden Seiten Widerspruch geerntet.Einmal von Denen die man heute Täter nennt.Die wollen mir,zumindest über Umwege, erklären dass ist alles so abgelaufen wie im"Unsichtbaren Visier",eben in enger,kameradschaftlicher Zusammenarbeit.Und dann kommen die,die man heute Opfer nennt oder die sich für Opfer halten und ausgeben,die wirklichen Opfer sind wahrscheinlich zurückhaltender.Jedenfalls die Erstgenannten sagen,dass waren alles Schufte,ohne irgendwelche Moral und Anstand.Beides stimmt eben nur bedingt und eher selten.
Einem Geheimdienst geht es nur bedingt um das" Wohlergehen" seiner Informanten und wenn dann nur in der Hinsicht,dass das"Werkzeug"möglichst lange erhalten bleibt und gut funktioniert.Es geht um die Erlangung von Informationen die für die Durchsetzung des"großen Ganzen"wichtig sind.Das hat das Primat und nichts anderes.Deswegen sind solche Geschichten,wie die von Dir geschildert,nicht völlig unmöglich.Übrigens stehen in den Akten der Führungsoffiziere nicht nur subjektive und falsche Einschätzungen von Führungsoffizieren sondern auch reichlich bewusst falsche Dinge.Und die hatten oft was mit Karriere zu tun.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 16:21

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Um noch mal auf den guten alten Axel zu kommen.Die ganze Geschichte um den Mann,seine Vergangenheit und seine Aktivitäten in der Gegenwart,dass alles gibt Euch nicht zu denken?


Doch, es erhärtet den Verdacht! [grins] Naja, und das Stolpe auch dabei ist.....überrascht gar nicht!

Aber sag, was bitte ist hier falsch?
http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Hilpert

Bitte sag, was ist hier beim MfS abgelaufen.....wer hatte die Macht, wer hatte einen Grund, hier dem "kleinen Axel" zu helfen? Oder war das normal?
"Trotz eindeutiger Beweise (Hilpert soll unerlaubte Provisionen in Höhe von bis zu 100.000 DDR-Mark kassiert haben) wurde das Verfahren auf Intervention von Hilperts eigener Abteilung, der Spionageabwehr, Ende 1985 eingestellt".

AZ

Ich habe selbst mal so einen Fall erlebt.Nicht so eine große Nummer,aber vom Prinzip das Gleiche.
Ein Mitarbeiter hat mit ein paar Reisebusfahrern aus WB private Geschäfte abgewickelt.Natürlich wurde der Mann aus dem Mfs "entfernt".Aber man hatte eben diesen Wahn,nicht das eigene Nest beschmutzen zu wollen und natürlich war das Beugung von DDR -Recht.Das ist aber nur die eine Seite der Geschichte.Das Mfs war eben auch ein Geheimdienst,man hatte panische Angst davor,dass so ein Mann ins soziale Abseits gerät ,auf dumme Gedanken kommt.Also hat man"in den sauren Apfel gebissen"und Ihn auf einen guten Posten gesetzt,Sicherheitsinspektoren waren da sehr beliebt.Er war dann recht gut abgesichert und man hatte Ihn relativ leicht unter Kontrolle.
Ein Hilpert war da noch eine ganz andere Nummer,da hat man sich sicherlich noch etwas" lukrativeres" einfallen lassen.
Spaß hat man nur nicht verstanden,wenn man sich dem "Gegner"angedient hat,das war Schluss mit lustig.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Janko » 16. Januar 2013, 16:26

@AZ.....Ich nicht....

....und ein feixendes "Etwas" sind nach verschiedenen Beirägen von dir eine eher zu erwartende Reaktion.

Aber woher sollst du dein Wissen auch schöpfen ?
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 16. Januar 2013, 16:28

Janko hat geschrieben:@AZ.....Ich nicht....

....und ein feixendes "Etwas" sind nach verschiedenen Beirägen von dir eine eher zu erwartende Reaktion.

Aber woher sollst du dein Wissen auch schöpfen ?


Vielleicht aus der Logik? Wenn man für einen Job prämiert und ausgezeichnet wurde und "Top-Berichte" geliefert hat....dann sicher nicht deshalb, weil man nicht wusste was man tut.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 16:55

Janko hat geschrieben:@ABV


Kannst du dir z.B. vorstellen, dass jemand IM war, der gar nichts davon wußte aber einen Form-gerechten Aktenbestand hatte , prämiert und ausgezeichnet wurde und "Top-Berichte" geliefert hat ?

Ich ja .

Ich kann mir das nicht nur vorstellen,ich weiß,dass es sowas gab.Aber dazu muss man eben wirklich ein bisschen"Insider"sein.Und das größte Problem ist,das glaubt Dir heute keiner mehr,es passt einfach nicht in das Bild das man sich die letzten 20 Jahre zurecht gemeißelt hat.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 16. Januar 2013, 17:02

karnak hat geschrieben:
Janko hat geschrieben:@ABV


Kannst du dir z.B. vorstellen, dass jemand IM war, der gar nichts davon wußte aber einen Form-gerechten Aktenbestand hatte , prämiert und ausgezeichnet wurde und "Top-Berichte" geliefert hat ?

Ich ja .

Ich kann mir das nicht nur vorstellen,ich weiß,dass es sowas gab.Aber dazu muss man eben wirklich ein bisschen"Insider"sein.Und das größte Problem ist,das glaubt Dir heute keiner mehr,es passt einfach nicht in das Bild das man sich die letzten 20 Jahre zurecht gemeißelt hat.


Dann dachten die Leute, dass ein IM etwas ganz anderes macht als sie? Wie schätzt man seine Position für die "Firma" ein, wenn man ausgezeichnet wird?
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 17:10

Gerade IM konnten manchmal" schwierige Kandidaten"sein,was die Psyche angeht.Und manch einer sieht Auszeichnungen auch etwas abgeklärter,gerade was das"Blech" an der Brust angeht,wenn die"Kohle"die da dran hängt schon wesentlich beliebter ist.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 16. Januar 2013, 17:12

Ich kann mir vieles vorstellen, was nur der Phantasie eines Menschen, auch eines karrierebedachten MfS-Offiziers,und das waren wohl die meisten,entspringen kann. Aber eine Unterschrift im Original unter einer Verpflichtungserklärung sollte schon vorliegen.
Pflichtbewusste Menschen, denen die Prüfung eines solchen Vorgangs zur Aufgabe gemacht wird, lassen auch den Beschuldigten zu Worte kommen und suchen dann nach Häkchen. Ich habe das selbst in einer Überprüfungskommission erlebt bei einem Lehrer, der sich an einem Tag hat rumkrigen lassen und 3 Tage später seine Erklärung widerrief. Seine Darstellung war so plausibel, dass er als unbelasteter Mann vom Tisch gehen durfte.
Deshalb gehören die Akten auch nie in unbedachte Hände, auch nie einer Person allein zugänglich. Zuviel hängt für in Akten verstrickte Menschen ab.
@Janko könnte einiges beitragen, wenn er nicht nur zu wissen glaubt, sondern die Herkunft seines Wissens wenigstens andeutet.
Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 17:25

Nov65 hat geschrieben:Ich kann mir vieles vorstellen, was nur der Phantasie eines Menschen, auch eines karrierebedachten MfS-Offiziers,und das waren wohl die meisten,entspringen kann. Aber eine Unterschrift im Original unter einer Verpflichtungserklärung sollte schon vorliegen.
Pflichtbewusste Menschen, denen die Prüfung eines solchen Vorgangs zur Aufgabe gemacht wird, lassen auch den Beschuldigten zu Worte kommen und suchen dann nach Häkchen. Ich habe das selbst in einer Überprüfungskommission erlebt bei einem Lehrer, der sich an einem Tag hat rumkrigen lassen und 3 Tage später seine Erklärung widerrief. Seine Darstellung war so plausibel, dass er als unbelasteter Mann vom Tisch gehen durfte.
Deshalb gehören die Akten auch nie in unbedachte Hände, auch nie einer Person allein zugänglich. Zuviel hängt für in Akten verstrickte Menschen ab.
@Janko könnte einiges beitragen, wenn er nicht nur zu wissen glaubt, sondern die Herkunft seines Wissens wenigstens andeutet.
Gruß, Andreas

Wenn auf einer Verpflichtungserklärung eine Unterschrift existiert sagt das noch lange nichts darüber aus wie die anschließenden Aktivitäten aussahen.
Und nun erzähle mir nicht,dass man das heute noch ernsthaft berücksichtigt.
Ansonsten gibt es heute reichlich Beispiele,wo man GENAU weis das der und der IM war, nur die Verpflichtungserklärung ist leider verschwunden,wahrscheinlich hat sie die Stasi geschreddert.Auch das sieht man in aller Regel"nicht so eng",wenn es passt ist der Mann auch erledigt.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 16. Januar 2013, 17:32

Etwas wenig Delikates:
Als unsere Kreisdienststelle des MfS, jetzt egal, wie es dann zwischenzeitlich "umfirmiert" war (Diesen Einschub mache ich, weil wieder ein schlauer Zwischenruf kommen könnte.) geschlossen und aufgelöst wurde, konnten wir Betrachter der Räume unter Schreibtischplatten ganze Popelberge sehen. So was kann doch nur einer Langeweile entspringen. Und da sinniert das Kerlchen eben, wie es aus der Langeweile Karriereförderung machen kann.

Zu @Karnak, ja eine Erklärung ohne anschließende Aktivitäten ist noch nichts Abschließendes. Ich stimme Dir zu, dass vielfach sehr oberflächlich vorgegangen wird, bin aber nach wie vor für eine sehr gewissenhafte Prüfung. Das habe ich selbst mehrfach tun müssen, auch in Verwaltungen.
Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 16. Januar 2013, 17:42

Nov65 hat geschrieben:Etwas wenig Delikates:
Als unsere Kreisdienststelle des MfS, jetzt egal, wie es dann zwischenzeitlich "umfirmiert" war (Diesen Einschub mache ich, weil wieder ein schlauer Zwischenruf kommen könnte.) geschlossen und aufgelöst wurde, konnten wir Betrachter der Räume unter Schreibtischplatten ganze Popelberge sehen. So was kann doch nur einer Langeweile entspringen. Und da sinniert das Kerlchen eben, wie es aus der Langeweile Karriereförderung machen kann.

Zu @Karnak, ja eine Erklärung ohne anschließende Aktivitäten ist noch nichts Abschließendes. Ich stimme Dir zu, dass vielfach sehr oberflächlich vorgegangen wird, bin aber nach wie vor für eine sehr gewissenhafte Prüfung. Das habe ich selbst mehrfach tun müssen, auch in Verwaltungen.
Gruß, Andreas

Wenn oberflächlich vorgegangen wird,dass kann ich noch ertragen.Wenn aber aus einem prinzipiellen Hass vorgegangen wird,gepaart mit Vorurteilen , dann wird es für mich schwierig.Zumindest sollte man sich dann nicht mehr über die"bösen Machenschaften"des Mfs auslassen.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Janko » 16. Januar 2013, 18:28

@Nov65...........@Janko könnte einiges beitragen, wenn er nicht nur zu wissen glaubt, sondern die Herkunft seines Wissens wenigstens andeutet.


Die Antwort aber auch die Frage stellte ich eigentlich an @ABV um sein Vorstellungsvermögen auch in dieser Richtung zu "beflügeln".
Wenn ich das für mich kommentiere mit..." ich ja" ist da kein "glauben", sondern Wissen, aber auch gleichzeitig mit dem Hinweis verbunden , dass eben Aussnahmen die Regel bestätigen.

Danach ist es müßig Spekulationen anzustellen wie , warum, weshalb, wozu und überhaupt......Goethes Zitat ..."was du schwarz auf weiß besitzt, kannst du getrost nach Hause tragen..." ist da in der Anwendung 1:1 mit unkalkulierbaren Risiken verbunden.
Verpflichtungen mit Handschlag, ohne Verpflichtungen, "getürkte Verpflichtungen", richtige Verpflichtungen (Kann jemand die Varianten noch ergänzen ?).........getreu eines Werbeslogans....."Das gibts doch gar nicht, doch bei Roller"

Zweifel, Skepsis, konsequent in Abrede stellen, all das kenn ich.
Ich hab da nur noch einen Tip übrig...Bei Risiken und Nebenwirkungen fragt euren Arzt oder...die BStU.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 16. Januar 2013, 19:23

Janko hat geschrieben:Ich hab da nur noch einen Tip übrig...Bei Risiken und Nebenwirkungen fragt euren Arzt oder...die BStU.


Na sowas? Jetzt stellt man schon einen Arzt auf eine Stufe mit der Behörde.. [grin] ..Und ich dachte immer, die Risiken und Nebenwirkungen kommen durch die BSTU....wenn ich sie frage.... [shocked]
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Janko » 16. Januar 2013, 20:28

@AZ

Wer Stöckchen hebt sucht sicher jemand zum Springen ?

Ich heute nicht.
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