Wehrkundeunterricht in der Schule

Alles über die Schulsysteme, die Hochschulen und Universitäten in der DDR/BRD u.s.w.

Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Merkur » 12. Januar 2013, 14:26

Interessierter hat geschrieben: Merkur, wir schreiben hier nicht die ganze Zeit über vormilitärische Ausbildung sondern über Wehrsportübungen im Schulunterricht, wie Du unschwer dem Titel dieses Threads entnehmen kannst.
" Der Interessierte "


Schön, dass ihr Wessis uns wieder erklären wollt, wie wir gelebt und was wir wie getan haben. Für mich war der Wehr(kunde)unterricht der erste Teil der vormilitärischen Ausbildung.
Jetzt erkläre ich Dir mal was Du Schlauberger:

Der Wehrunterricht war in der DDR fester Bestandteil des Bildungs- und Erziehungsprozesses in der Klassen 9 und 10 der POS und diente der Wehrerziehung der Jugend. Er förderte die Entwicklung der Wehrbereitschaft und der Wehrfähigkeit. Er ermöglichte es den Schülern, sich auf die Wahrnehmung des in der Verfassung festgelegten Rechts und der Pflicht zum Schutz des Friedens, des Vaterlandes und der soz. Staatengemeinschaft vorzubereiten, die internationalistische Haltung weiter auszuprägen und ihre Wehrmotivation zu festigen sowie sich durch die Aneignung entsprechender Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten systematisch und planmäßig auf die Anforderungen des Wehrdienstes und der Zivilverteidigung vorzubereiten.
Der Wehrunterricht umfasste die Stunden zu Fragen der Landesverteidigung, eine Wehrausbildung auf freiwilliger Grundlage in Lagern für Jungen der 9. Klassen und einen Lehrgang Zivilverteidigung für Mädchen und diejenigen Jungen, die nicht an der Wehrausbildung im Lager teilnahmen. Diese Ausbildung vermittelte erste Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf dem Gebiet der vormilitärischen Ausbildung, machte mit den Grundelementen militärischer Disziplin und Ordnung vertraut und trug zur Festigung des physischen Leistungsvermögens bei.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Edelknabe » 12. Januar 2013, 14:33

Ich verstehe deine Argumente Janko.Das ist mir vollkommen klar mit der Neuausrichtung der BW. Es ist die Ausrichtung ähnlich beim Adolf (gut, der Vergleich hinkt etwas) denn der plante ja auch für später siehe HJ und Bund deutscher Mädchen und was es da so alles gab, diese Jugend die dann verheizt wurden für Volk und Vaterland.

Diese aggressive Linie aber hatte der Sozialismus nicht gefahren, nie gefahren, auch wenn Schlagworte so Nov. Text gewaltig im Raume standen. Es waren nur Worte, mehr nicht.Eben nur Abschreckung, geschuldet wohl der Zeit des Kalten Krieges.

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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 12. Januar 2013, 14:34

Rainer,
in einem gebe ich Dir Recht. Nämlich, dass eine Demokratie auch wehrhaft sein muss. Das sind wir auch, im Bündnis, nicht nur mit den USA, nein auch mit solchen Ländern, die nicht gleich als Aggressionsstaaten abgetan werden können(Norwegen...)So viel zur Wehrhaftigkeit gegen irgend welche Angreifer.
Brauchen wir dazu aber die Jungs, die in der Azubiszeit mit der Knarre üben? Wohl kaum.
Du sprichst die individuelle Wehrhaftigkeit des Einzelnen an(Finger-knack). Diese individuelle Selbstverteidigung haben wir im Thread mit den Waffen besprochen. Gerade ist der Trend in Berlin, gefördert durch das LKA, sehr stark, in Selbstverteidigungskursen sich gegen Angriffe fit zu machen.Ohne eigene Knarre.
Auch das ist nur eine Meinung. Jeder kann ja seine haben.
Gruß, Andreas
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Merkur » 12. Januar 2013, 14:43

Nov65 hat geschrieben: Gerade ist der Trend in Berlin, gefördert durch das LKA, sehr stark, in Selbstverteidigungskursen sich gegen Angriffe fit zu machen.Ohne eigene Knarre.
Gruß, Andreas


Das ist mir völlig neu. Hast Du nähere Infos ?
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon SkinnyTrucky » 12. Januar 2013, 14:55

Edelknabe hat geschrieben:Ich habs...es ist der Wehrkundeunterricht, so wie in der DDR. Der klärt auf, der zeigt mir, wie ich mich im Ernstfall erwehre


Naja Rainer Maria, der Wehrkundeunterricht vermittelte in der DDR aber kaum Selbstverteidigung....jedenfalls bei mir nich....

....ich lernte morsen, im Dreck robben, schiessen, marschieren, den ABC-Strampler samt Schnuffi in Recordzeit anzuziehen, Bude putzen und wat Idiologie....da lässt sich kein Gläubiger recht beeindrucken....da war mein Bruder besser dran, der eine Judo-Schule besuchte....

groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon augenzeuge » 12. Januar 2013, 15:12

Janko hat geschrieben: Obwohl es als Schwachsinn abgetan wird erfolgt doch gegenwärtig eine völlig neue Ausrichtung der BW. Da wurden vom MdV am 18.05.2011 die Sicherheitspolitischen Ziele benannt und deutsche Sicherheitsinteressen definiert. Wenn Wolffsohn als ehml. Professor an der Uni der BW vom Aufbau einer Intervensionsarmee doziert und die damit einhergehenden Schwierigkeiten, so sind das doch keine Erfindungen von mir.
Genauso sind in dem Zusammenhang erhöhte Aktivitäten der Jugendoffiziere in den Schulen festzustellen. Da geh ich auch nicht fehl in der Annahme, dass mancher dieser Jugendoffiziere träumt , von einem Wehr-Wehrsport..oder ähnlichen Unterricht.


Ich denke, ich muss hier etwas richtigstellen, Janko. Schwachsinn bezog sich auf die "hirnlosen Tödels", "die sich totschießen lassen...."

Siehe hier:
Janko hat geschrieben:.... Für die entstehende Intervensionsarmee braucht man einfach nur noch "hirnlose Tödels" die sich mit ordentlich Geld in der Tasche todschießen lassen.


Zweitens, klar definiert sich die BW neu. Als Berufsarmee mit extrem reduzierten Streitkräften, ca. 100.000 Mann weniger, deren Hauptaufgabe die "Teilnahme an Einsätzen der Krisenvorsorge und Krisenbewältigung" ist.

Nach der verhängnisvollen Rolle, die der Generalstab der Reichswehr und der Wehrmacht in der Weimarer Republik und im Dritten Reich gespielt hatten, sollte die zivile Kontrolle über die Bundeswehr gewährleistet werden, indem kein Generalstab mehr gebildet wurde.
Der ranghöchste Offizier, der Generalinspekteur, wird lediglich als Berater des Verteidigungsministers dienen und keine Befehlsgewalt haben.Der Vergleich der Ausrichtung, wie von Edelknaben zu Adolf gebracht, ist daher an Unkenntnis kaum zu überbieten.

Drittens, möchte ich auf einen Artikel eines Mannes hinweisen, den Janko ins Spiel brachte, Michael Wolffsohn. "Hirnlose Tödels" sind das Letzte, was die BW braucht.
http://www.sueddeutsche.de/politik/rech ... -1.1563756

Sorry, für die Abweichung vom Thema. Wenn gewünscht, gliedere ich es aus.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 12. Januar 2013, 15:44

Merkur hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben: Gerade ist der Trend in Berlin, gefördert durch das LKA, sehr stark, in Selbstverteidigungskursen sich gegen Angriffe fit zu machen.Ohne eigene Knarre.
Gruß, Andreas


Das ist mir völlig neu. Hast Du nähere Infos ?

Ja, @Merkur, "Spiegel"-Ausgabe Nr.2/7.1.2013, S. 46. Judo statt Yoga. Interessant. Wenn gewünscht, scanne ich den Dir ein.
Kam mir in meiner Denke sozusagen als Bestärkung. Abwehrkräftig sein ohne Knarre.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Janko » 12. Januar 2013, 16:20

@AZ........"Hirnlose Tödels" sind das Letzte, was die BW braucht.


Evtl. richtig, nur mei Guddsder, es steht nur "vorwiegend" so ein Potential zur Verfügung.
Aber kann man alles selber nachlesen. Man muß aber richtig werten.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon augenzeuge » 12. Januar 2013, 16:23

Nov65 hat geschrieben: Ja, @Merkur, "Spiegel"-Ausgabe Nr.2/7.1.2013, S. 46. Judo statt Yoga. Interessant. Wenn gewünscht, scanne ich den Dir ein.
Kam mir in meiner Denke sozusagen als Bestärkung. Abwehrkräftig sein ohne Knarre.
Gruß, Andreas


Bitteschööön-------

"Fast 300-mal wurde das Anti-Gewalt-Training des LKA 2012 gebucht..."

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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 12. Januar 2013, 16:41

Danke für das Einlinken, Jörg.
Da muss ich noch üüüben.
Aber inhaltlich ist tatsächlich der Einzelne gefordert, auf Bedrohungen auch selbst regieren zu können. Ich staunte da richtig über das LKA B. Der Zeit nicht hinternach, sondern vorneweg.Der Staat, insbesondere die BP kann nicht alles leisten, meine Haustür muss ich schon allein versperren, und körperliche Selbstverteidigung ist dabei eine Komponente. Natürlich für physisch Gesunde.

Im Übrigen war Judo nicht Bestandteil der vormilitärischen Ausbildung. Also nix mit Lernen von Selbstverteidigung, Schießen mit der Kalaschnikow KK war angesagt und Werfen mit der F1, der Imitation der Eierhandgranate.Judo, Boxen oder Ringen war Wahllehrstoff im Sportunterricht der Berufsschule. Dieser Hinweis richtet sich an Rainer-Marias Aussagen bzw. Wunschvorstellungen.
Gruß, Andreas
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Dille » 12. Januar 2013, 16:58

Man glaubt immer, es geht nicht noch heftiger -- aber doch..... (sorry, ich meinte jetzt den @Edelknaben)

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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon karnak » 12. Januar 2013, 17:07

Ich bin 1964 eingeschult und war also 74 fertig.Ab wann gab es eigentlich diese Wehrsportübungen?Irgendwie habe ich keine Erinnerung mehr daran.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon ex-maja64 » 12. Januar 2013, 17:21

karnak hat geschrieben:Ich bin 1964 eingeschult und war also 74 fertig.Ab wann gab es eigentlich diese Wehrsportübungen?Irgendwie habe ich keine Erinnerung mehr daran.



Ab 1979, wir der Geburtsjahrgang 1963/64 waren damals die Ersten die das am Ende des Schuljahres der 9. Klasse hatten.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon augenzeuge » 12. Januar 2013, 17:34

ex-maja64 hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Ich bin 1964 eingeschult und war also 74 fertig.Ab wann gab es eigentlich diese Wehrsportübungen?Irgendwie habe ich keine Erinnerung mehr daran.


Ab 1979, wir der Geburtsjahrgang 1963/64 waren damals die Ersten die das am Ende des Schuljahres der 9. Klasse hatten.


Jetzt gehts durcheinander. [flash]

Karnak spricht von Wehrsportübungen. Die gabs ab 1953.
Auszug: 10.1.1953 Auf Anweisung des DDR-Volksbildungsministeriums werden »regelmäßig durchzuführende Wehrsportübungen« in die Schullehrpläne aufgenommen

exmaja64 spricht vom Wehrkundeunterricht, auch Wehrerziehung genannt. Das sind 2 verschiedene Dinge.

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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon karnak » 12. Januar 2013, 17:53

Wie man das genannt hat ist mir erstmal wurscht.Ich habe eben nur keine Erinnerung,dass ich irgendwie militärisch,vormilitärisch ausgebildet wurde.Deswegen meine Frage,ab welchem Jahr solches eingeführt wurde?
Ansonsten halte ich die Frage die hier drüber steht für für polemisch,zumindest unseriös.Meine Antwort wäre,heute NEIN,damals,nach den Vorstellungen zur Welt?????
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Zicke » 12. Januar 2013, 18:05

augenzeuge hat geschrieben:10.1.1953 Auf Anweisung des DDR-Volksbildungsministeriums werden »regelmäßig durchzuführende Wehrsportübungen« in die Schullehrpläne aufgenommen


Das muß dann in den Baumschulen gewesen sein, wir hatten sowas bis 1968 nicht.
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Meine Rechtschreibfehler könnt Ihr Samstags ab 17 Uhr bei Rewe gegen eine lecker Senfgurke tauschen.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Sirius » 12. Januar 2013, 18:08

karnak hat geschrieben:Wie man das genannt hat ist mir erstmal wurscht.Ich habe eben nur keine Erinnerung,dass ich irgendwie militärisch,vormilitärisch ausgebildet wurde.Deswegen meine Frage,ab welchem Jahr solches eingeführt wurde?
Ansonsten halte ich die Frage die hier drüber steht für für polemisch,zumindest unseriös.Meine Antwort wäre,heute NEIN,damals,nach den Vorstellungen zur Welt?????


Hattest Du beim MfS eine militärische Grundausbildung? Eine richtige Grundausbildung, also z.B. durch die Jauche robben u.s.w.? Wie lange hat die gedauert?
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon karnak » 12. Januar 2013, 18:27

Vor dem Mfs war ich 3 Jahre bei der Armee,Chemischer Dienst.Ein halbes Jahr U-Schule in Eilenburg.Dort hat man mich so RICHTIG durch die Jauche robben lassen.Mir kam das halbe Jahr wie 10 Jahre vor, damals.Also ich weiß von was Du redest.
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Edelknabe » 12. Januar 2013, 18:32

Nun kommt mal wieder runter....zum Thema . Das Thema ist Wehrsportübungen im Unterricht seit 1953 in der DDR und logischerweise schließt das GST-Lager und späteren Wehrkundeunterricht der Schüler ab so 1979 mit ein.Von Judo oder Selbstverteidigungskursen war eigentlich nicht die Rede,das ist hier völlig fehl am Platze solcher privater Kram, es war so meine ich doch die Rede davon, das Schüler der DDR dadurch irgendwie in einen militärischen Ernstfall(, wenn er denn eingetreten wäre, damals im Kalten Krieg) sofort ohne große Vorbereitung hätten mit einbezogen werden können.

Dazu auch meine Parallele zum Adolf, erweiterbar heute auf die Bundeswehr weil deren Charakter kein Defensiver mehr ist so wie der der NVA.Aber na gut, das war nicht besonders klug von mir, passte irgendwie nicht.

So meine ich doch sind die Thesen von Interessierter und Anderen, so Dille,Augenzeuge, das der Schüler durch den ganzen Kram damals zum willigen Werkzeug geworden wäre.

Rainer-Maria darauf läuft der Fred doch hinaus...richtig?
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon augenzeuge » 12. Januar 2013, 19:10

Zicke hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:10.1.1953 Auf Anweisung des DDR-Volksbildungsministeriums werden »regelmäßig durchzuführende Wehrsportübungen« in die Schullehrpläne aufgenommen


Das muß dann in den Baumschulen gewesen sein, wir hatten sowas bis 1968 nicht.


Glatter Verstoß gegen die Anweisung des Volksbildungsministerium....! Sei froh, dass man das nicht gemeldet hat..... [flash]

Aber das dies nicht in den Baumschulen stattfand, haben ja andere schon bestätigt---- [blush]

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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 12. Januar 2013, 19:28

augenzeuge hat geschrieben:
Zicke hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:10.1.1953 Auf Anweisung des DDR-Volksbildungsministeriums werden »regelmäßig durchzuführende Wehrsportübungen« in die Schullehrpläne aufgenommen


Das muß dann in den Baumschulen gewesen sein, wir hatten sowas bis 1968 nicht.


Glatter Verstoß gegen die Anweisung des Volksbildungsministerium....! Sei froh, dass man das nicht gemeldet hat..... [flash]

Aber das dies nicht in den Baumschulen stattfand, haben ja andere schon bestätigt---- [blush]

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Mensch, Gefahr im Verzuge. Margo H. könnte so einen Verstoß in Chile gesteckt bekommen. Das läuft doch auf Landesverrat hinaus. Sie hätte sofort einen Schuldigen als Anstifter für die Konterrevolution.Ha,ha...
Gruß Andreas
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 12. Januar 2013, 19:37

Lieber Rainer-Maria,
da Du die Mumpel gerne wieder einfangen möchtest und anderen Missdeutungen vorwirfst, zitiere ich mal Deine Aussage:"Soweit so gut und da stehe ich nun, als bißchen gutmütiges Menschenkind und halte dem Schläger erst die linke Wange, dann die rechte hin und am Ende den Kopf...für sein sinngemäßes Schwert.Das nur als Beispiel, damit mir hier keiner Antiislamierung unterstellt, es ist nur ein Beispiel, wo Gewalt auf Naivität trifft.Dagegen muss also etwas getan werden aber was?

Ich habs...es ist der Wehrkundeunterricht, so wie in der DDR. Der klärt auf, der zeigt mir, wie ich mich im Ernstfall erwehre und da sind wir bei dem schönen Text vom Zicke mit der Bundeswehr gelandet. Was so frage ich mich ist daran bitteschön verkehrt, am Erwehren, mich gut wehren zu können?

Es ging Dir um die Selbstverteidigung des Einzelnen, und der Wehrkundeunterricht usw. sollte es richten.

Aber wir sind ja schon weiter. Wann ungefähr begann der Wehrkundeunterricht? @Ex-maja könnte Recht haben mit Ende 70.
Vormilitärische Ausbildung an den Berufsschulen muss auch so liegen. Beim Jahr 1979 bin ich mir ganz sicher.
Gruß, Andreas
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Volker Zottmann » 12. Januar 2013, 19:48

Hallo Nov65

Ich kam 1966 in die Lehre. Seit dem ersten Lehrjahr hatten wir im Rahmen der GST regelmäßig uniformiert Vormilitärische Ausbildung. (Schießen, Marschieren und wichtiger als jede Selbstverteidigung: Kadavergehorsam.)
Alles mit dem selben dumpfbackigen Gebrülle wie bei der NVA.

Mein Sohn, 1974 geboren, erhielt Wehrkundeunterricht. Wehrlager folgten während seiner 9. und 10 Klasse. 1990 beendete er die Schulausbildung.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 12. Januar 2013, 20:06

Volker Zottmann hat geschrieben:Hallo Nov65

Ich kam 1966 in die Lehre. Seit dem ersten Lehrjahr hatten wir im Rahmen der GST regelmäßig uniformiert Vormilitärische Ausbildung. (Schießen, Marschieren und wichtiger als jede Selbstverteidigung: Kadavergehorsam.)
Alles mit dem selben dumpfbackigen Gebrülle wie bei der NVA.

Mein Sohn, 1974 geboren, erhielt Wehrkundeunterricht. Wehrlager folgten während seiner 9. und 10 Klasse. 1990 beendete er die Schulausbildung.

Gruß Volker

Hi Volker, mit meiner Festlegung 1979 konnte ich mich aus eigenen Erfahrungen darauf beziehen.Dass es lange vorher so was gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich unterrichtete bis 1981 an einer POS, dann an einer Betriebsschule. Die Wehrunterrichtsoffiziere sah ich in der POS kommen und gehen, wann das aber begann???
Ich gebe Dir schon Recht, Disziplin war eine wichtige Seite der vormil. Ausbildung. Aber der Ton war auch vom Kopfinneren der Ausbilder abhängig.
Gruß, Andreas
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Thomas1948 » 12. Januar 2013, 20:26

versteh ich nicht, lest ihr nichts von anderen.
bei uns in Eisenach gab es vormilitärischen Unterricht vor 1965
Thomas
Thomas1948
 

Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 12. Januar 2013, 21:19

Thomas1948 hat geschrieben:versteh ich nicht, lest ihr nichts von anderen.
bei uns in Eisenach gab es vormilitärischen Unterricht vor 1965
Thomas

Hi Thomas1948,
was hat uns der terminliche Beginn bisher interessiert? Hatte und hat das eine Bedeutung? Wohl nicht.Aus Deiner Korrektur kann man aber dennoch entnehmen, dass sich der Staatsapparat sehr früh der militärischen Ertüchtigung der Schuljugend zuwandte. In der Geschichte Deutschlands waren einige aber noch früher am Werke.Deshalb kamen die Beine beim Stechschritt nöch viel höher.
Gruß, Andreas
Nov65
 
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon vs1400 » 13. Januar 2013, 00:27

Nov65 hat geschrieben:Lieber Rainer-Maria,
da Du die Mumpel gerne wieder einfangen möchtest und anderen Missdeutungen vorwirfst, zitiere ich mal Deine Aussage:"Soweit so gut und da stehe ich nun, als bißchen gutmütiges Menschenkind und halte dem Schläger erst die linke Wange, dann die rechte hin und am Ende den Kopf...für sein sinngemäßes Schwert.Das nur als Beispiel, damit mir hier keiner Antiislamierung unterstellt, es ist nur ein Beispiel, wo Gewalt auf Naivität trifft.Dagegen muss also etwas getan werden aber was?

Ich habs...es ist der Wehrkundeunterricht, so wie in der DDR. Der klärt auf, der zeigt mir, wie ich mich im Ernstfall erwehre und da sind wir bei dem schönen Text vom Zicke mit der Bundeswehr gelandet. Was so frage ich mich ist daran bitteschön verkehrt, am Erwehren, mich gut wehren zu können?

Es ging Dir um die Selbstverteidigung des Einzelnen, und der Wehrkundeunterricht usw. sollte es richten.

Aber wir sind ja schon weiter. Wann ungefähr begann der Wehrkundeunterricht? @Ex-maja könnte Recht haben mit Ende 70.
Vormilitärische Ausbildung an den Berufsschulen muss auch so liegen. Beim Jahr 1979 bin ich mir ganz sicher.

Gruß, Andreas


hallo Andreas,
zumindest begann er, wie schon berichtet, offiziel und als pflichtfach ende der 70ziger.
doch wie wurde es denn nun bei Volker oder Thomas bezeichnet?
wenn ich ihre bericht so lese, war es beim Volker wohl eher durch die GST organisiert und beim Thomas erschließt es sich mir nicht.
auch würde mich interessieren, wo der eine oder andere sein erfahrungen gemacht hat?

gruß vs
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Edelknabe » 13. Januar 2013, 09:37

Nein Nov, mit meiner Aussage von der Wange hinhalten ging es mir nicht um das "Zur Wehr setzen des Einzelnen". Dies kam bestimmt falsch herüber, denn ich meinte schon die Masse(deswegen Team, Gruppe, Brigade, Zusammenschluss der Gemeinschasft usw.).Deswegen erfolgte ja in der GST keine Einzelausbildung zu Spezialisten (abgesehen vom Funker, Kraftfahrer usw) sondern der Zusammenhalt der jungen Leute sollte eben für den Ernstfall geschult werden.

Irgendwo in einem Text zur Grenze schrieb ich mal, das unser damaliger Stabschef (Dienstgrad Major)Anfang des Jahres 1978 in N. aus dem aktiven Dienst ausschied und Lehrer für Wehrkunde in Boizenburg wurde. Zu dem Zeitpunkt war er wohl der erste Lehrer dort in diesem neuen Unterrichtsfach.

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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Nov65 » 13. Januar 2013, 10:00

Morgen, Thorsten und Rainer-Maria,
zum genauen Zeitpunkt des Beginns von Wehrkundeunterricht und vormil. Ausbildung müssen wir wohl noch etwas buddeln.Zur Steuerung weiß ich, dass der Wehrkundeunterricht über die Abteilung Volksbildung des Rates des Kreises lief.
Die vormil. Ausbildung lief über die GST(Gesellschaft für Sport und Technik). Sie stellte die Uniformen, die Lkw zur Ausbildung für Militärkraftfahrer, die Trabant-Kübel für die Grundorganisationen der GST in den Betrieben oder Berufsschulen, die Waffen und andere Ausbildungsmaterialien.
Die Kreisorganisation GST kümmerte sich weniger um die Ausbildungsinhalte, ausgenommen das Schießen. Hier war vom Auszubildenden ein entsprechend gutes Ergebnis zu erzielen.
Die Ausbilder waren gleichzeitig die männlichen Berufsschullehrer der entsprechenden Schule. Sie hatten ja alle eine NVA-Zeit als GWD oder auch Längerdienende durchlaufen. Ihr Arbeitsvertrag verpflichtete sie zur Teilnahme an der vormil. Ausbildung. Sie fungierten dann als Zugführer oder Leitende der Ausbildung.
Einige Schulen praktizierten ihre vormil. Ausb.(kurz VMA) in Lagern. Andere machten das turnusmäßig 1 Woche lang. Da ruhte die Berufsausbildung. Da begann der VMA-Tag mit dem Appell, militärisch wie bei der NVA, dann war Ausbildung. Abends wieder Appell.Während der Ausbildungsinhalte Schießen, Topografie, Physische Ausbildung mit Sturmbahn, Geländelauf,Taktik (Tarnen usw.)wurde viel Sport betrieben, meist Fußball und Volleyball.
Für besondere Leistungen wurde belobigt und ausgezeichnet mit Sachprämien. Am Ende waren einige Jungs fertige Militärkraftfahrer und die anderen hatten die Grundausbildung eines Mot.-Schützen.
Grüße von Andreas
Nov65
 
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Re: Gehören Wehrsportübungen in den Schulunterricht?

Beitragvon Janko » 13. Januar 2013, 12:46

@VZ...........und wichtiger als jede Selbstverteidigung: Kadavergehorsam.

Das lässt natürlich die Schlußfolgerung zu, dass du schon frühzeitig traumatisiert wurdest. War das etwa die Grundlage für dein Münchhausensyndrom ??......wäre zumindest eine Erklärung.

@Nov.65 .........die anderen hatten die Grundausbildung eines Mot.-Schützen.

Da konnte man sich eigentlich die Grundausbildung in der NVA sparen...oder ? Liest sich evtl. gut, entbehrt aber jeglicher Grundlöage.
Janko
 
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