
Alfred hat geschrieben:Hallo,
dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.
Nov65 hat geschrieben:Alfred hat geschrieben:Hallo,
dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.
Hallo @Alfred,
das bestreitet auch niemand.Aber dahinter darf man sich nicht in Situationen eigener Entschlüsse verstecken, oder?
Grüße
Edelknabe hat geschrieben:Ich begreife nicht ganz, das man auf der "Einen Seite von der Forumsbarrikade"einfach nicht anerkennen/erkennen/nachvollziehen/zugestehen/verstehen kann und möchte, das daß alles junge Kerle von sagen wir 18-24 Jahren waren, die da an eine Grenze(Grüne Grenze und Berliner Mauer) verpflichtet wurden Dank dieser Wehrpflicht in der DDR.
Das eben diese jungen Kerle trotz Grundausbildung und sonstwas für Vorbereitungen einfach nicht für den Ernstfall, die Sekundenentscheidungen über das Leben oder den Tot eines Menschen, einfach nicht im mindesten...ja, was wähle ich nun für ein Wort...vielleicht geeignet waren?
Das waren doch keine eiskalten Profis mit der Waffe in der Hand, keine abgebrühten Jungs vielleicht noch kalt wie Hundeschnauze, dazu gefühlsarm und abgestumpft oder dem Herz aus Stein wie in dem schönen Märchen, nein verdammt noch mal, das waren junge einfache Kerle mit dem Gedanken an Daheim und das jeden Tag von diesen sehr langen 18 Monaten, an daheim irgendwo weit entfernt in der Republik mit Freundin, Verlobter oder Ehefrau und Kinder oder eben nur Geschwistern und Eltern sowie Freunden.
Rainer-Maria und heute hat einfach Jeder darüber gut reden, er weiß es einfach, er weiß es sogar noch besser. Na, wenn das nichts ist. Wir sind schon eine tolle aufgeklärte Gesellschaft...über die man eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann.
ABV hat geschrieben:Die Waffenanwendung war in diesem Fall meines Erachtens, auch nach der damals gültigen Schusswaffengebrauchsanwendung, nicht zulässig. Nicht nur weil es sich um Jugendliche handelte, sondern weil die allgemeinen Voraussetzungen einfach nicht vorlagen. Von Rechts wegen, hätte die Tat bereits in der DDR angeklagt werden müssen! Aber eine Gerichtsverhandlung gegen Angehörige der Grenztruppen war in der DDR undenkbar. Stattdessen wurden solche Typen wie dieser Major Piotrowsky, der für mich einer der Hauptschuldigen am Tod des Jungen ist, sogar noch ausgezeichnet. Für was bitte? Das er seinen Soldaten gegen alle Vorschriften seine " Version" der Schusswaffengebrauchsanwendung eingetrichtert hat? Die Devise von Major Piotrowsky lautete: Bei Anruf Magazinwechsel. Das spricht nicht gerade für den Geisteszustand dieses Offiziers. Er hätte ebenfalls auf die Anklagebank gehört, nicht nur seine Soldaten.
Gruß an alle
Uwe
Interessierter hat geschrieben:Ich begreife nicht und habe auch kein Verständnis dafür, daß man auf die beiden Jugendlichen, die schon kehrt gemacht hatten und freundwärts liefen, schießen mußte und nach mehr als zwei Jahrzehnten einige noch versuchen das schönzureden.
Wenn jemand freundwärts läuft muß man nicht schießen und das ist auch keine Entscheidung von Sekunden oder lag an der Jugend der Grenzsoldaten.
[b]Das sagt einem der normale Menschenverstand, daß man in solcher Situation niemanden töten muß, da andere Möglichkeiten bestehen seiner habhaft zu werden.[/b]
Wenn ich auch zu DDR-Zeiten für solche hilflose Rechtfertigungsversuche noch Verständnis gehabt hätte, so fehlt mir heute nach mehr als zwei Jahrzehnten für derartige Aussagen jegliches Verständnis.
rafimo hat geschrieben:ABV hat geschrieben:Die Waffenanwendung war in diesem Fall meines Erachtens, auch nach der damals gültigen Schusswaffengebrauchsanwendung, nicht zulässig. Nicht nur weil es sich um Jugendliche handelte, sondern weil die allgemeinen Voraussetzungen einfach nicht vorlagen. Von Rechts wegen, hätte die Tat bereits in der DDR angeklagt werden müssen! Aber eine Gerichtsverhandlung gegen Angehörige der Grenztruppen war in der DDR undenkbar. Stattdessen wurden solche Typen wie dieser Major Piotrowsky, der für mich einer der Hauptschuldigen am Tod des Jungen ist, sogar noch ausgezeichnet. Für was bitte? Das er seinen Soldaten gegen alle Vorschriften seine " Version" der Schusswaffengebrauchsanwendung eingetrichtert hat? Die Devise von Major Piotrowsky lautete: Bei Anruf Magazinwechsel. Das spricht nicht gerade für den Geisteszustand dieses Offiziers. Er hätte ebenfalls auf die Anklagebank gehört, nicht nur seine Soldaten.
Gruß an alle
Uwe
rot: so würde ich das auch sehen. die frage der erkennbarkeit das es sich um jugendliche handelt wäre dabei noch zu klären (was leider in dem prozeß vor dem lg magdeburg untergegangen ist). aber die beidnen jungs hatten ihr fluchtvorhaben bereits abgebrochen und zwar erkennbar und auch lautstrak. ich möchte mir die einzelheiten für mein buch aufbewahren, aber man hat den rückzug auch als solchen betitelt hören können, erst recht in dem stillen wald, wo man schon das kancken der schritte auf mehr als 100m hörte.
daher habe ich bereits hier schon einmal die frage an die experten gestellt: wie war ein "grenzdurchbruch" definiert, der ja zur not auch mit der schusswaffe verhindert werden sollte. bestand der grenzdurchbruch nur aus dem tatsächlichen überwechseln auf die andere seite oder war der schon gegeben, wenn jemand sich hinter den gsz begab?
blau: in der tat, er trägt eine hauptschuld am tod heiko runges, das wurde aber bis heute nur an wenigen stellen so kommuniziert. einer der das "plansoll des menschenjagens an der grenze" (anders kann man das nicht mehr nennen was der da veranstaltet hat) um mehr als 100% erfüllte und auch bewußt erfüllen wollte. die soldaten nannten diese 7. kompanie "poitrowskies kopfgeldjäger". mehr mus an dazu ja nun nicht mehr sagen
Alfred hat geschrieben:Hallo,
dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.

Edelknabe hat geschrieben:Das eben diese jungen Kerle trotz Grundausbildung und sonstwas für Vorbereitungen einfach nicht für den Ernstfall, die Sekundenentscheidungen über das Leben oder den Tot eines Menschen, einfach nicht im mindesten...ja, was wähle ich nun für ein Wort...vielleicht geeignet waren?


augenzeuge hat geschrieben:Alfred hat geschrieben:Hallo,
dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.
Ja, wie das gehandhabt wurde, hat man am 9.11.1989 gesehen.
AZ
augenzeuge hat geschrieben:Alfred hat geschrieben:Hallo,
dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.
Ja, wie das gehandhabt wurde, hat man am 9.11.1989 gesehen.
AZ

Edelknabe hat geschrieben:Ich begreife nicht ganz, das man auf der "Einen Seite von der Forumsbarrikade"einfach nicht anerkennen/erkennen/nachvollziehen/zugestehen/verstehen kann und möchte, das daß alles junge Kerle von sagen wir 18-24 Jahren waren, die da an eine Grenze(Grüne Grenze und Berliner Mauer) verpflichtet wurden Dank dieser Wehrpflicht in der DDR.
Das eben diese jungen Kerle trotz Grundausbildung und sonstwas für Vorbereitungen einfach nicht für den Ernstfall, die Sekundenentscheidungen über das Leben oder den Tot eines Menschen, einfach nicht im mindesten...ja, was wähle ich nun für ein Wort...vielleicht geeignet waren?
Das waren doch keine eiskalten Profis mit der Waffe in der Hand, keine abgebrühten Jungs vielleicht noch kalt wie Hundeschnauze, dazu gefühlsarm und abgestumpft oder dem Herz aus Stein wie in dem schönen Märchen, nein verdammt noch mal, das waren junge einfache Kerle mit dem Gedanken an Daheim und das jeden Tag von diesen sehr langen 18 Monaten, an daheim irgendwo weit entfernt in der Republik mit Freundin, Verlobter oder Ehefrau und Kinder oder eben nur Geschwistern und Eltern sowie Freunden.Rainer-Maria und heute hat einfach Jeder darüber gut reden, er weiß es einfach, er weiß es sogar noch besser. Na, wenn das nichts ist. Wir sind schon eine tolle aufgeklärte Gesellschaft...über die man eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann.

augenzeuge hat geschrieben:augenzeuge hat geschrieben:Alfred hat geschrieben:Hallo,
dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.
Ja, wie das gehandhabt wurde, hat man am 9.11.1989 gesehen.
AZ
Ach, noch eine Frage an Alfred. Nach dem Tode Gueffroys wurde der "Schießbefehl" geändert, deutlich restriktiver. Welche Konsultationen mit der UdSSR gingen dieser Entscheidung voraus?
Wäre es nicht auch schon früher möglich gewesen, so zu verfahren?
AZ
Alfred hat geschrieben:
AZ,
was wurde denn geändert ?
Ich kenne keine Änderungen in den Gesetzen.





Alfred hat geschrieben:Hallo,
da die ganze Problematik, wer hat wem, wann, was gesagt Inhalt eines aktuellen Buchprojektes ist, werde ich mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu diesen Thema nicht äußern.

Edelknabe hat geschrieben:Hatten wir das irgend wie hier schon, meine Frage:"Was ist eigentlich aus diesem Olaf von damals 1979 geworden der das ganze traurige Ereignis überlebt hatte?" Kann da Einer Auskunft geben? Der Junge von damals müsste heute so um die 48 Jahre alt sein. Das würde mich einmal interessieren ohne nun unbedingt nach Klarnamen und Anschrift fragen zu wollen.
Rainer-Maria und wie war überhaupt Olafs weiterer Werdegang nach der versuchten Republikflucht in der DDR...etwa Jugendwerkhof oder...gar weiter Schule/Lehre mit staatlichen Auflagen?

Edelknabe hat geschrieben:Danke rafimo, war ne gute schnelle Antwort.
Rainer-Maria
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