DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 17:13

Hallo,

dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 5. Juni 2012, 17:26

Ich begreife nicht ganz, das man auf der "Einen Seite von der Forumsbarrikade"einfach nicht anerkennen/erkennen/nachvollziehen/zugestehen/verstehen kann und möchte, das daß alles junge Kerle von sagen wir 18-24 Jahren waren, die da an eine Grenze(Grüne Grenze und Berliner Mauer) verpflichtet wurden Dank dieser Wehrpflicht in der DDR.
Das eben diese jungen Kerle trotz Grundausbildung und sonstwas für Vorbereitungen einfach nicht für den Ernstfall, die Sekundenentscheidungen über das Leben oder den Tot eines Menschen, einfach nicht im mindesten...ja, was wähle ich nun für ein Wort...vielleicht geeignet waren?

Das waren doch keine eiskalten Profis mit der Waffe in der Hand, keine abgebrühten Jungs vielleicht noch kalt wie Hundeschnauze, dazu gefühlsarm und abgestumpft oder dem Herz aus Stein wie in dem schönen Märchen, nein verdammt noch mal, das waren junge einfache Kerle mit dem Gedanken an Daheim und das jeden Tag von diesen sehr langen 18 Monaten, an daheim irgendwo weit entfernt in der Republik mit Freundin, Verlobter oder Ehefrau und Kinder oder eben nur Geschwistern und Eltern sowie Freunden.

Rainer-Maria und heute hat einfach Jeder darüber gut reden, er weiß es einfach, er weiß es sogar noch besser. Na, wenn das nichts ist. Wir sind schon eine tolle aufgeklärte Gesellschaft...über die man eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2012, 17:27

Alfred hat geschrieben:Hallo,

dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.

Hallo @Alfred,
das bestreitet auch niemand.Aber dahinter darf man sich nicht in Situationen eigener Entschlüsse verstecken, oder?
Grüße
Nov65
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 17:35

Nov65 hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:Hallo,

dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.

Hallo @Alfred,
das bestreitet auch niemand.Aber dahinter darf man sich nicht in Situationen eigener Entschlüsse verstecken, oder?
Grüße


Hallo,

es geht nicht ums verstecken.

Es geht darum, dass die UdSSR in fast allen Fragen der Staatsgrenze das SAGEN hatte.

Denkst Du vielleicht, die SM 70 konnten ohne die UdSSR und ohne bestimmte Zusagen an diese abgebaut werden?

Da ging nichts. Auch in anderen Fragen.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2012, 17:45

Edelknabe hat geschrieben:Ich begreife nicht ganz, das man auf der "Einen Seite von der Forumsbarrikade"einfach nicht anerkennen/erkennen/nachvollziehen/zugestehen/verstehen kann und möchte, das daß alles junge Kerle von sagen wir 18-24 Jahren waren, die da an eine Grenze(Grüne Grenze und Berliner Mauer) verpflichtet wurden Dank dieser Wehrpflicht in der DDR.
Das eben diese jungen Kerle trotz Grundausbildung und sonstwas für Vorbereitungen einfach nicht für den Ernstfall, die Sekundenentscheidungen über das Leben oder den Tot eines Menschen, einfach nicht im mindesten...ja, was wähle ich nun für ein Wort...vielleicht geeignet waren?

Das waren doch keine eiskalten Profis mit der Waffe in der Hand, keine abgebrühten Jungs vielleicht noch kalt wie Hundeschnauze, dazu gefühlsarm und abgestumpft oder dem Herz aus Stein wie in dem schönen Märchen, nein verdammt noch mal, das waren junge einfache Kerle mit dem Gedanken an Daheim und das jeden Tag von diesen sehr langen 18 Monaten, an daheim irgendwo weit entfernt in der Republik mit Freundin, Verlobter oder Ehefrau und Kinder oder eben nur Geschwistern und Eltern sowie Freunden.

Rainer-Maria und heute hat einfach Jeder darüber gut reden, er weiß es einfach, er weiß es sogar noch besser. Na, wenn das nichts ist. Wir sind schon eine tolle aufgeklärte Gesellschaft...über die man eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann.


Lieber edler Knabe,
ja, so war es. Jungs wie Du und ich, mit Schiss in den Hosen, wenn sie nachts in stockfinsteren Kellergewölben im Grenzgebiet Streife gingen, wenn sie einsam und verlassen in der Silvesternacht auf den kalten Scheißpostentürmen hockten, wenn Hasen in Stolperdrähte liefen und Signalfeuer in die Luft stieg.Wenn es links oder rechts im Grenzgebiet krachte usw.
Wir schliefen ein in dunkler Nacht, die Pelzmütze zwischen dem Betonfußboden und dem Gesicht, manchmal beide Posten zugleich. Man nahm uns die Sitzbretter per Befehl, weil man darauf besser schlafen konnte, also standen wir 8 lange Stunden auf diesen blöden Türmen. Bei starkem Schneefall oder Nebel drückten wir die Nasen an die Glasscheiben und schauten in die Scheinwerfernacht, sahen kaum etwas und hofften, dass niemand eine solche Nacht ausnutzte. Wenn einige-von den Tausenden waren es nur wenige-auf Flüchtende schossen, war das schlimm und bleibt auch schlimm. Aber auch sie wurden verheizt und dazu getrieben.
So, das wars.
Grüße von @Nov65
Nov65
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Interessierter » 5. Juni 2012, 17:47

Ich begreife nicht und habe auch kein Verständnis dafür, daß man auf die beiden Jugendlichen, die schon kehrt gemacht hatten und freundwärts liefen, schießen mußte und nach mehr als zwei Jahrzehnten einige noch versuchen das schönzureden.

Wenn jemand freundwärts läuft muß man nicht schießen und das ist auch keine Entscheidung von Sekunden oder lag an der Jugend der Grenzsoldaten.
Das sagt einem der normale Menschenverstand, daß man in solcher Situation niemanden töten muß, da andere Möglichkeiten bestehen seiner habhaft zu werden.

Wenn ich auch zu DDR-Zeiten für solche hilflose Rechtfertigungsversuche noch Verständnis gehabt hätte, so fehlt mir heute nach mehr als zwei Jahrzehnten für derartige Aussagen jegliches Verständnis.
Interessierter
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 5. Juni 2012, 17:52

ABV hat geschrieben:Die Waffenanwendung war in diesem Fall meines Erachtens, auch nach der damals gültigen Schusswaffengebrauchsanwendung, nicht zulässig. Nicht nur weil es sich um Jugendliche handelte, sondern weil die allgemeinen Voraussetzungen einfach nicht vorlagen. Von Rechts wegen, hätte die Tat bereits in der DDR angeklagt werden müssen! Aber eine Gerichtsverhandlung gegen Angehörige der Grenztruppen war in der DDR undenkbar. Stattdessen wurden solche Typen wie dieser Major Piotrowsky, der für mich einer der Hauptschuldigen am Tod des Jungen ist, sogar noch ausgezeichnet. Für was bitte? Das er seinen Soldaten gegen alle Vorschriften seine " Version" der Schusswaffengebrauchsanwendung eingetrichtert hat? Die Devise von Major Piotrowsky lautete: Bei Anruf Magazinwechsel. Das spricht nicht gerade für den Geisteszustand dieses Offiziers. Er hätte ebenfalls auf die Anklagebank gehört, nicht nur seine Soldaten.

Gruß an alle
Uwe


rot: so würde ich das auch sehen. die frage der erkennbarkeit das es sich um jugendliche handelt wäre dabei noch zu klären (was leider in dem prozeß vor dem lg magdeburg untergegangen ist). aber die beidnen jungs hatten ihr fluchtvorhaben bereits abgebrochen und zwar erkennbar und auch lautstrak. ich möchte mir die einzelheiten für mein buch aufbewahren, aber man hat den rückzug auch als solchen betitelt hören können, erst recht in dem stillen wald, wo man schon das kancken der schritte auf mehr als 100m hörte.

daher habe ich bereits hier schon einmal die frage an die experten gestellt: wie war ein "grenzdurchbruch" definiert, der ja zur not auch mit der schusswaffe verhindert werden sollte. bestand der grenzdurchbruch nur aus dem tatsächlichen überwechseln auf die andere seite oder war der schon gegeben, wenn jemand sich hinter den gsz begab?

blau: in der tat, er trägt eine hauptschuld am tod heiko runges, das wurde aber bis heute nur an wenigen stellen so kommuniziert. einer der das "plansoll des menschenjagens an der grenze" (anders kann man das nicht mehr nennen was der da veranstaltet hat) um mehr als 100% erfüllte und auch bewußt erfüllen wollte. die soldaten nannten diese 7. kompanie "poitrowskies kopfgeldjäger". mehr mus an dazu ja nun nicht mehr sagen
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 5. Juni 2012, 17:56

Interessierter hat geschrieben:Ich begreife nicht und habe auch kein Verständnis dafür, daß man auf die beiden Jugendlichen, die schon kehrt gemacht hatten und freundwärts liefen, schießen mußte und nach mehr als zwei Jahrzehnten einige noch versuchen das schönzureden.

Wenn jemand freundwärts läuft muß man nicht schießen und das ist auch keine Entscheidung von Sekunden oder lag an der Jugend der Grenzsoldaten.
[b]Das sagt einem der normale Menschenverstand, daß man in solcher Situation niemanden töten muß, da andere Möglichkeiten bestehen seiner habhaft zu werden.[/b]

Wenn ich auch zu DDR-Zeiten für solche hilflose Rechtfertigungsversuche noch Verständnis gehabt hätte, so fehlt mir heute nach mehr als zwei Jahrzehnten für derartige Aussagen jegliches Verständnis.


wie sagte die vorsitzende richterin am landgericht in berlin im prozeß gegen die beiden grenzer, die michael schmidt getötet hatten: "sie mussten keine helden sein, um ihn nicht zu erschießen"... nachdem das gericht beiden zuvor rechtsblindheit aus bequemlichkeit attestiert hatte.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 17:58

rafimo hat geschrieben:
ABV hat geschrieben:Die Waffenanwendung war in diesem Fall meines Erachtens, auch nach der damals gültigen Schusswaffengebrauchsanwendung, nicht zulässig. Nicht nur weil es sich um Jugendliche handelte, sondern weil die allgemeinen Voraussetzungen einfach nicht vorlagen. Von Rechts wegen, hätte die Tat bereits in der DDR angeklagt werden müssen! Aber eine Gerichtsverhandlung gegen Angehörige der Grenztruppen war in der DDR undenkbar. Stattdessen wurden solche Typen wie dieser Major Piotrowsky, der für mich einer der Hauptschuldigen am Tod des Jungen ist, sogar noch ausgezeichnet. Für was bitte? Das er seinen Soldaten gegen alle Vorschriften seine " Version" der Schusswaffengebrauchsanwendung eingetrichtert hat? Die Devise von Major Piotrowsky lautete: Bei Anruf Magazinwechsel. Das spricht nicht gerade für den Geisteszustand dieses Offiziers. Er hätte ebenfalls auf die Anklagebank gehört, nicht nur seine Soldaten.

Gruß an alle
Uwe


rot: so würde ich das auch sehen. die frage der erkennbarkeit das es sich um jugendliche handelt wäre dabei noch zu klären (was leider in dem prozeß vor dem lg magdeburg untergegangen ist). aber die beidnen jungs hatten ihr fluchtvorhaben bereits abgebrochen und zwar erkennbar und auch lautstrak. ich möchte mir die einzelheiten für mein buch aufbewahren, aber man hat den rückzug auch als solchen betitelt hören können, erst recht in dem stillen wald, wo man schon das kancken der schritte auf mehr als 100m hörte.

daher habe ich bereits hier schon einmal die frage an die experten gestellt: wie war ein "grenzdurchbruch" definiert, der ja zur not auch mit der schusswaffe verhindert werden sollte. bestand der grenzdurchbruch nur aus dem tatsächlichen überwechseln auf die andere seite oder war der schon gegeben, wenn jemand sich hinter den gsz begab?

blau: in der tat, er trägt eine hauptschuld am tod heiko runges, das wurde aber bis heute nur an wenigen stellen so kommuniziert. einer der das "plansoll des menschenjagens an der grenze" (anders kann man das nicht mehr nennen was der da veranstaltet hat) um mehr als 100% erfüllte und auch bewußt erfüllen wollte. die soldaten nannten diese 7. kompanie "poitrowskies kopfgeldjäger". mehr mus an dazu ja nun nicht mehr sagen


Hallo,

man sollte bei einigen Formulierungen etwas vorsichtiger sein.
Der SACHLICHEN Darstellung dienen bestimmte Formulierungen nicht im geringsten.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2012, 18:04

Alfred hat geschrieben:Hallo,

dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.


Ja, wie das gehandhabt wurde, hat man am 9.11.1989 gesehen.
AZ
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 18:05

Edelknabe hat geschrieben:Das eben diese jungen Kerle trotz Grundausbildung und sonstwas für Vorbereitungen einfach nicht für den Ernstfall, die Sekundenentscheidungen über das Leben oder den Tot eines Menschen, einfach nicht im mindesten...ja, was wähle ich nun für ein Wort...vielleicht geeignet waren?


Rainer Maria, hat das auch nur einer von den jungen Kerlen deutlich seinem Vorgesetzten mal gesagt, das er womöglich damit überfordert ist....???? Wir haben doch mittlerweile im Forum auch lesen können, das man sowas folgenlos tun konnte, und wir haben gelesen, das man dann als Soldat einen anderen Tätigkeitsbereich bekommen konnte....Küche oder Ähnliches....ich mein, man muss ja nich vom Glauben abfallen, blos weil man mit 'nem scharfen Schiessprügel in der Hand weiche Knie bekommt und endlos Bedenken hegt....

....es eignet sich halt nich jeder zum Schützen, das wusste man doch da ganz oben in der Führung auch....

Wenn du anderswo sagst, das der Staat für die Menschen da war, dann will ich dich fragen, wo der Staat war als mal einer abdrücken musste und getroffen hat, denn von aktiver psychologischer Begleitung danach hab ich noch nichts gelesen....so'n junger Kerl mit Eierschalen hinter den Ohren steckt das nich ma so mal eben weg, da können Hundertfuffzich Ocken und ein feuchter Händedruck vom KC und dem Polit auch nich drübber hinweghelfen, man fühlt sich danach sicher nur noch in einem Alptraum und damit muss man dann nun zeitlebens leben....

....warum hat man nicht einfach nur die militärische Aufgabe erfüllt, wenn man es denn so gerne als Nahtstelle der Blöcke hervorhebt....???? Das wär allemal billiger gekommen und vor allem hätt's in Friedenszeiten kaum Gefahr gegeben das Menschen getötet werden....

....und überhaupt, die ach so jungen Kerle, ich erinner mich dran, ich war damals auch jung....nou, die jungen Kerle waren doch kritisch, man sah doch wie die Grenze gestaffelt ist, man kannte aus dem normalen Leben verschiedene Meinungen zum Grenzregime....warum liessen dann doch soviele junge Kerle das Risiko auf sich unter Umständen mal auf jemanden schiessen zu müssen völlig unvorbereitet und grün hinter den Ohren....aber doch kritisch, denn ja, man musste sich ja förmlich tagtäglich mit dem Gewissen befassen....und vorallem, mit jeden Tag kricht man mehr Einblick und Einsicht....

....ach, ich geh jetzt essen....

Schöne Grüsse aus Roseto

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 18:07

augenzeuge hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:Hallo,

dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.


Ja, wie das gehandhabt wurde, hat man am 9.11.1989 gesehen.
AZ



AZ,

der 9.11. hatte doch mit der Grenzsicherung nichts zu schaffen.

Aber schreib doch mal wie es sich z.B. mit dem Abbau der SM 70 verhielt.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2012, 18:09

augenzeuge hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:Hallo,

dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.


Ja, wie das gehandhabt wurde, hat man am 9.11.1989 gesehen.
AZ



Ach, noch eine Frage an Alfred. Nach dem Tode Gueffroys wurde der "Schießbefehl" geändert, deutlich restriktiver. Welche Konsultationen mit der UdSSR gingen dieser Entscheidung voraus?
Wäre es nicht auch schon früher möglich gewesen, so zu verfahren?
AZ
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 5. Juni 2012, 18:13

Edelknabe hat geschrieben:Ich begreife nicht ganz, das man auf der "Einen Seite von der Forumsbarrikade"einfach nicht anerkennen/erkennen/nachvollziehen/zugestehen/verstehen kann und möchte, das daß alles junge Kerle von sagen wir 18-24 Jahren waren, die da an eine Grenze(Grüne Grenze und Berliner Mauer) verpflichtet wurden Dank dieser Wehrpflicht in der DDR.
Das eben diese jungen Kerle trotz Grundausbildung und sonstwas für Vorbereitungen einfach nicht für den Ernstfall, die Sekundenentscheidungen über das Leben oder den Tot eines Menschen, einfach nicht im mindesten...ja, was wähle ich nun für ein Wort...vielleicht geeignet waren?

Das waren doch keine eiskalten Profis mit der Waffe in der Hand, keine abgebrühten Jungs vielleicht noch kalt wie Hundeschnauze, dazu gefühlsarm und abgestumpft oder dem Herz aus Stein wie in dem schönen Märchen, nein verdammt noch mal, das waren junge einfache Kerle mit dem Gedanken an Daheim und das jeden Tag von diesen sehr langen 18 Monaten, an daheim irgendwo weit entfernt in der Republik mit Freundin, Verlobter oder Ehefrau und Kinder oder eben nur Geschwistern und Eltern sowie Freunden.Rainer-Maria und heute hat einfach Jeder darüber gut reden, er weiß es einfach, er weiß es sogar noch besser. Na, wenn das nichts ist. Wir sind schon eine tolle aufgeklärte Gesellschaft...über die man eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann.



und zum 5. mal in diesem thread, weils so schön ist werde ich ja nicht müde, damit zu argumentieren:

der 20 jährige michael schmidt aus panketal bei berlin sollte sich für 3 jahre bei der nva verpflichten. als er dies abgelehnt hatte wurde er erneut zum wehrbezirkskommando nach bernau zitiert; dort saß er einen oberstleutnant der grenztruppen gegenüber der ihn (schmidt) fragte, ob er sich denn vorstellen könne, bei der grenztruppe zu dienen. Michael hat ihm dann ins gesicht geantworte, er denke ja nicht daran, an der grenze unbewaffneten leuten in den rücken zu schießen. der meister oberstleutnant bekam dann ein wutanfall und warf Michael hinaus.

Bei Michael Schmicdt handelte es sich um einen zimmermann, mithin nicht unbedingt um einen angehörigen der "intelligenz" oder ähnliches. er war weder von kirchen beinflusst (er war nicht einmal getauft) noch sonst ein oppositioneller. es war in seiner brigade als sehr freundlich und fleissig bekannt; die komplette brigade nahm auch (sehr zum verdruß der stasi) geschlossen an seiner beerdigung teil.

Das ganze spielte sich 1984 in der ddr ab.

man konnt es also ohne weiteres begreifen bei einigem nachdenken, was man da so machen muß, u.u. "am kanten" und man konnte auch "nein" sagen. persönlich und auch laut.....anscheinend....

Michael Schmidt starb im alter von 20 jahren an den schußverletzungen bei einem fluchtversuch an der mauer hinter den häusern schulzestr. 26/28 in berlin pankow in der nähe des s-bahnhofes wolankstraße am 01. dezember 1984. man ließ ihn vor ort absichtlich verbluten. auf sein flehentliches bitten "helft mir doch, helft mir doch" erhielt er von einem der um ihn herum stehenden soldaten die zynische antwort: "dir wird gleich geholfen". zeugen aus den häusern in der schulzestraße meldeten sich nach der wende bei der polizei und gaben an, ein posten hätte den schwerstverletzt am boden liegenden Michael Schmidt mit den füssen angetippt und seinen körper so zur seite gerollt um zu sehen, ob er noch lebt.

all das mus man aber wohl auch in die bewertung mit einbeziehen, wenn man die grenztruppen glorifiziert oder als durchgängig harmlos nette jungs darstellt, die altersgerecht nur poppen und saufen im kopf hatten, wie das einige tun.





tschluhatte
Zuletzt geändert von rafimo am 5. Juni 2012, 18:24, insgesamt 1-mal geändert.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 5. Juni 2012, 18:14

..wenn ich unsachlich schreiben würde, dann würde hier aber ganz etwas anderes stehen, alfred, das kann ich dir aber garantieren. und damit meine ich nun nicht dich persönlich..bevor das wieder falsch verstanden wird
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 5. Juni 2012, 18:24

Wir müssen auch auf keinen gemeinsamen Nenner kommen Interessierter. Es war nur ein Verständnisfrage die eben nicht auf fruchtbaren Boden fiel wie dein Text gerade sehr schön zeigte.Jeder hat halt seine Sicht dieser Zeit und das ist wohl heute auch gut so.
Nov 65 der du an der Mauer standest, bestimmt kommt heute noch der vs (mein allerliebster Freund der Ex-Unteroffizier) und moniert, das der Rainer-Maria damals nicht auf Kompanie war.

Das stimmt sogar, ich war Pionier...besser Minenpionier auf dem Stab N. an der Elbgrenze aber dafür jeden Tag ganz nah dran am und feindwärts hinter dem Kanten, so nah das ich mich manchmal als junger Kerl verwundert fragte, warum verdammt nochmal der Gegenüber von BGS und ZGD auf ca.acht bis fünfzehn Meter Entfernung noch sein Fernglas benutzte?
Wir haben es erlebt, jeder auf seine Weise, seine Zeit und so ging es tausenden jungen Männern so mein Vortext mit den Gedanken an Daheim...jeden Tag.

Rainer-Maria tut mir leid Mädels und Männer, ihr textet ja wie die Weltmeister. Einfach unmöglich jedem zu antworten.Mit der Bitte um Nachsicht...von der "Einen Seite der Barrikade".
War der gut mit der Barrikade? Das ist so schön würde Karnak texten und ja Karnak, der Forumsmensch braucht wohl das Haudrauf...denn sonst wirs langweilig.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 18:25

augenzeuge hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:Hallo,

dass die UdSSR in militärischen Fragen das SAGEN hatte ist doch eine Tasache.


Ja, wie das gehandhabt wurde, hat man am 9.11.1989 gesehen.
AZ



Ach, noch eine Frage an Alfred. Nach dem Tode Gueffroys wurde der "Schießbefehl" geändert, deutlich restriktiver. Welche Konsultationen mit der UdSSR gingen dieser Entscheidung voraus?
Wäre es nicht auch schon früher möglich gewesen, so zu verfahren?
AZ


AZ,

was wurde denn geändert ?

Ich kenne keine Änderungen in den Gesetzen.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2012, 18:32

Alfred hat geschrieben:
AZ,

was wurde denn geändert ?

Ich kenne keine Änderungen in den Gesetzen.


Alfred, du kennst die Änderung vom 3.4.1989 nicht? Glaub ich nicht!
Geschah die Mitteilung Baumgartens zum Schießbefehl, der intensive Gespräche zwischen Streletz und Krenz vorhergingen auf Befehl Moskaus?
AZ
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 18:40

AZ,

zeig mir mal die Änderung ?

Wann wurde das Grenzgesetz geändert ?

Was es gab war eine Niederschrift von GM Teichmann, kein Wortprotokoll.

Man müsste - der Objektivität wegen - auch mal Krenz und Streletz fragen, was da konkret gesagt wurde.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2012, 18:52

"Lieber einen Menschen abhauen lassen, als.....die Schußwaffe anwenden..."

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/DDRGe ... list%253D3

Was die Presse dazu sagte:

"...trotzdem dauerte es noch Wochen, bis am 3.April 1989 der Schießbefehl aufgehoben wurde. Übrigens hatte Streletz zuvor noch mit SED-Sicherheitschef Krenz über Honeckers Entscheidung telefoniert, wie ein bislang unbeachtetes Dokument beweist. Krenz war also in die Aufhebung direkt eingebunden......

"...Obwohl die Anweisung von Grenztruppen-Chef Baumgarten eindeutig war, fielen wenige Tage später wieder Schüsse an der Mauer. Am 8. April 1989 versuchten zwei Ost-Berliner mit einem 150 Meter langen Spurt über den Grenzübergang Chausseestraße zu flüchten. Sie hatten noch wenige Meter vor sich, als ein Schuss fiel. Ein Offizier hatte gefeuert. Die beiden Flüchtlinge wollten die Freiheit, aber nicht ihr Leben riskieren: Sie gaben auf.

Warum drückte der Offizier ab, obwohl der Schießbefehl fünf Tage zuvor aufgehoben worden war? Die "Passkontrolleinheiten" auf den Übergängen gehörten, obwohl sie Uniformen der Grenztruppen trugen, in Wirklichkeit zur Stasi. Und die Anweisung Honeckers, die Streletz und Baumgarten nur mündlich an die Grenztruppen weitergegeben hatten, war beim MfS noch nicht angekommen.

Erst nach dieser verhinderten Flucht wurde der Befehl zum Morden an der Mauer am 12. April 1989 auch schriftlich aufgehoben; dieses Dokument hat sich in der Birthler-Behörde erhalten. Es ist der Beweis, dass Krenz, Modrow, Bisky und andere DDR-Relativierer schlicht lügen, wenn sie die Existenz des Schießbefehls bestreiten."
http://www.welt.de/politik/article34910 ... uegen.html
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon manudave » 5. Juni 2012, 18:57

Zur Aufhebung des Schießbefehls, 12. April 1989

Hauptabteilung I beim Kommando Grenztruppen
Pätz, 12.4.1989

Niederschrift

Seit dem 3. 4. 1989 wurden nach mündlicher Beauflagung durch den amtierenden Minister für Nationale Verteidigung, Generaloberst Streletz, durch den Stellv. Minister und Chef Grenztruppen der DDR, Gen. Generaloberst Baumgarten, alle unterstellten Verbände, GK Nord, GK Mitte und GK Süd, gegen 19.00 Uhr mündlich angewiesen, die Schußwaffe in Grenzdienst (Staatsgrenze zur BRD und zu Berlin (West)) zur Verhinderung von Grenzdurchbrüchen nicht anzuwenden.

Nur bei Bedrohung des eigenen Lebens darf die Schußwaffe eingesetzt werden.

Diese Befehlsgebung ist am 4.4.1989 bis zum Grenzposten bekanntgemacht worden und wird praktiziert.

Am 4. 4. 1989, 22.00 Uhr, erfolgte der Befehl des Kommandeurs GR-36 an den DHO der Grenztruppen der DDR auf der GÜSt Chausseestraße. Am 5. 4. 1989, 08.35 Uhr, wurde durch den DHO der Grenztruppen der DDR, Major Stockmann, bei einer Absprache im Zusammenwirken der Zugführer der PKE, Hauptmann Laban, und der Obersekretär des Zolldienstes, Eckardt, mit dem Inhalt des Befehls vertraut gemacht.

Stellv. Leiter der HA I
Nieter
Oberst

Quelle: BStU, MfS, HA VI Nr. 1308, Bl. 27.
Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein!
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 19:29

Hallo,

da die ganze Problematik, wer hat wem, wann, was gesagt Inhalt eines aktuellen Buchprojektes ist, werde ich mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu diesen Thema nicht äußern.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2012, 19:35

Alfred, erst fragst du nach den Fakten, dann gibts mehr als genug, und nun willst du nichts dazu beitragen? Ok, die Fakten sprechen auch für sich.

Eins sag ich dir, die ein Buch schreiben wollen, greifen die Dinge überall ab. In jedem Forum. Und kündigen das nicht an.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 19:46

AZ,

es gibt auch Zeitzeugen und Dokumente.

Und wie bereits geschrieben, eine Niederschrift ist eine Niederschrift und z.B. kein Wortprotokoll.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 5. Juni 2012, 19:53

Nu hört aber auf mit den Gesetzesänderungen kurz vor 12, vor Toresschluss in dieser DDR. Was soll das denn bitteschön noch sagen, besagen? Mensch, da war Alfred doch schon längst in Moskau und hatte bestimmt dort bei den Freunden um Personenschutz gebeten.

Rainer-Maria stimmts Alfred? Ich sage doch"unsere wunderbaren obersten Zehntausend, der Sozialismus war schon ne tolle Sache wenn man sinngemäß lebte in dieser DDR wie im Westen und 89 einfach nicht verstand, das daß Volk seinerseits auf einmal vom Kuchen die andere Hälfte beanspruchte...irgendwie wohl zu seinem Recht".

PS: Zu deiner Entschuldigung Alfred füge ich noch an:"Der Westen war aber zu dem Zeitpunkt schneller als ihr, der hatte eher ausgeschlafen, der hatte eben altbackenen Kuchen ohne Ende und beköstigte das Volk das es denen zu den Ohren wieder heraus kam und sie so taub wurden, das sie die Rufe....Wir bleiben hier...einfach dann nicht mehr hörten...hören wollten".

Und so ging er hin der Sozialismus Alfred, er war eine wirklich gute Sache das meine ich hier so Ernst und mit der Hand auf dem Herzen, ernster geht es einfach nicht. Das Dumme ist nur, er kommt nicht wieder...zumindest nicht in den nächsten hundert Jahren. Das Gute aber ist, da bin ich schon längst tot...und du auch Alfred.

Wir sind voll OT, entschuldigt, aber das musste ich an Alfred einfach einmal loswerden denn ich kann ihn wirklich gut leiden.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2012, 20:49

Alfred hat geschrieben:Hallo,

da die ganze Problematik, wer hat wem, wann, was gesagt Inhalt eines aktuellen Buchprojektes ist, werde ich mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu diesen Thema nicht äußern.

Hallo @Alfred.
Die benannte Problematik ist vielleicht auch Bestandteil des Buches von Streletz und Kessler"Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben". Das muss man aber nicht lesen.Sie zählen für mich zu den Schuldigen der Diktatur.
Welche Bedeutung haben denn die Gesetzesänderungen im Herbst 1989, als die SED-Führung das Ende vor Augen sah? Keine! Warum wird darüber nun in diesem Forum palavert? Warum wurde der Schießbefehl nicht im Zuge der aufkeimenden Perestroika aufgehoben? Das hätte das Ende der SED-Herrschaft bedeutet.Das wäre dann auch das Ende eines jeden Offiziers gewesen.
Der theoretische Gang durch die Geschichte ist ja notwendig, aber parallel zu den Todesschüssen völlig daneben.
Grüße von Nov65
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 6. Juni 2012, 19:23

Hatten wir das irgend wie hier schon, meine Frage:"Was ist eigentlich aus diesem Olaf von damals 1979 geworden der das ganze traurige Ereignis überlebt hatte?" Kann da Einer Auskunft geben? Der Junge von damals müsste heute so um die 48 Jahre alt sein. Das würde mich einmal interessieren ohne nun unbedingt nach Klarnamen und Anschrift fragen zu wollen.

Rainer-Maria und wie war überhaupt Olafs weiterer Werdegang nach der versuchten Republikflucht in der DDR...etwa Jugendwerkhof oder...gar weiter Schule/Lehre mit staatlichen Auflagen?
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 6. Juni 2012, 20:06

Edelknabe hat geschrieben:Hatten wir das irgend wie hier schon, meine Frage:"Was ist eigentlich aus diesem Olaf von damals 1979 geworden der das ganze traurige Ereignis überlebt hatte?" Kann da Einer Auskunft geben? Der Junge von damals müsste heute so um die 48 Jahre alt sein. Das würde mich einmal interessieren ohne nun unbedingt nach Klarnamen und Anschrift fragen zu wollen.

Rainer-Maria und wie war überhaupt Olafs weiterer Werdegang nach der versuchten Republikflucht in der DDR...etwa Jugendwerkhof oder...gar weiter Schule/Lehre mit staatlichen Auflagen?


Ja, diese frage kann ich dir gerne beantworten.

Er hieß uwe, uwe fleischhauer. uwe am 21.12.1979 vor dem kreisgericht west in halle angeklagt "als jugendlicher mit schuldfähigkeit handelnd" mehrfach, in einem schweren fall versucht zu haben, die sttatsgrenze der ddr widerrechtlich zu passieren u.s.w.....das gericht verurteilte ihn deswegen zu einer freiheitsstrafe von einem jahr. es saß die strafe in der jugendvollzugsanstalt in dessau ab. dort wurde er anfang august 1980 vorzeitig entlassen.

er kehrte von dort in seine heimatstadt nach halle-neustadt zurück und absolviere eine lehre in den bunawerken zum chemiefacharbeiter. dort war er tätig bis zur wende.

nach der wende wechselte zu anfang der neunziger er seinen arbeitsplatz in ein chemieunternehmen nach gera.

mitte der neunziger jahre ging er dann nach nordrhein westfalen um auch dort eine stelle als chemiefacharbeiter anzunehmen. dort lebt er bis heute noch und ist derzeit als schichtmeister tätig.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 6. Juni 2012, 20:16

Danke rafimo, war ne gute schnelle Antwort.

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon rafimo » 6. Juni 2012, 20:19

Edelknabe hat geschrieben:Danke rafimo, war ne gute schnelle Antwort.

Rainer-Maria


keine ursache...
wenn du noch mehr fragen hast...nur raus damit..
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