von pentium » 3. September 2026, 17:25
Der Berliner Funkturm, oft Langer Lulatsch genannt, ist ein markantes, rund 147 Meter hohes Bauwerk auf dem Berliner Messegelände. Er wurde im September 1926 anlässlich der Großen Deutschen Funk-Ausstellung eröffnet. Die filigrane Stahlfachwerkkonstruktion des Architekten Heinrich Straumer erinnert optisch an den Pariser Eiffelturm. Technisch zeichnet sich das Bauwerk dadurch aus, dass es auf einer Grundfläche von 20 mal 20 Metern steht und durch riesige Porzellanfüße elektrisch vom Erdboden isoliert ist.In seiner Geschichte spielte der Turm eine zentrale Rolle für die moderne Kommunikation. Von hier aus wurden wegweisende Radiosendungen und die weltweit ersten Fernsehbilder übertragen. Während der Berliner Luftbrücke leuchtete seine Spitze den sogenannten Rosinenbombern den Weg nach Tempelhof. Trotz schwerer Treffer im Zweiten Weltkrieg blieb die Konstruktion stabil. Heute steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und dient Besuchern mit seiner Aussichtsplattform in 126 Metern Höhe sowie einem Restaurant in 55 Metern Höhe als Aussichtspunkt über die Stadt.
Das vom Funkturm aus verbreitete Radioprogramm wurde über den Sender Berlin-Witzleben ausgestrahlt. In der Anfangszeit des Rundfunks nutzte die zuständige Sendeanstalt, die Funkstunde Berlin, ein charakteristisches Weckerticken mit 210 Schlägen pro Minute sowie den Morsebuchstaben B als Pausenzeichen. Diese akustischen Signale überbrückten die Zeit während der Studioumstellungen. Ab 1935 übernahm der Fernsehsender Paul Nipkow die Anlagen an der Spitze und strahlte von dort aus unter anderem das weltweit erste reguläre Fernsehprogramm aus