100 Jahre Berliner Funkturm

Sender, Sendungen, eben allgemeine TV und Radio Themen

100 Jahre Berliner Funkturm

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 3. September 2026, 15:39

Vor 100 Jahren, am 03. September 1926 wurde der Berliner Funkturm, von den Berlinern liebevoll "langer Lulatsch" genannt, anlässlich der dritten deutschen Funkausstellung eingeweiht:
https://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/panorama/Funkturm-Berlin-seit-100-Jahren-in-Betrieb-id30493408.html,
Von ihm wurde das weltweit erste Fernsehbild gesendet: Am 3. September 1926 wurde der Berliner Funkturm in Betrieb genommen. Ähnlich konstruiert wie der Eiffelturm, war er das Wahrzeichen eines neuen, technischen Zeitalters. Nun feiert er seinen 100. Geburtstag.
MfG Gerd Böhmer,
Reichsbahninspektor aD
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Re: 100 Jahre Berliner Funkturm

Neuer Beitragvon pentium » 3. September 2026, 17:25

Der Berliner Funkturm, oft Langer Lulatsch genannt, ist ein markantes, rund 147 Meter hohes Bauwerk auf dem Berliner Messegelände. Er wurde im September 1926 anlässlich der Großen Deutschen Funk-Ausstellung eröffnet. Die filigrane Stahlfachwerkkonstruktion des Architekten Heinrich Straumer erinnert optisch an den Pariser Eiffelturm. Technisch zeichnet sich das Bauwerk dadurch aus, dass es auf einer Grundfläche von 20 mal 20 Metern steht und durch riesige Porzellanfüße elektrisch vom Erdboden isoliert ist.In seiner Geschichte spielte der Turm eine zentrale Rolle für die moderne Kommunikation. Von hier aus wurden wegweisende Radiosendungen und die weltweit ersten Fernsehbilder übertragen. Während der Berliner Luftbrücke leuchtete seine Spitze den sogenannten Rosinenbombern den Weg nach Tempelhof. Trotz schwerer Treffer im Zweiten Weltkrieg blieb die Konstruktion stabil. Heute steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und dient Besuchern mit seiner Aussichtsplattform in 126 Metern Höhe sowie einem Restaurant in 55 Metern Höhe als Aussichtspunkt über die Stadt.

Das vom Funkturm aus verbreitete Radioprogramm wurde über den Sender Berlin-Witzleben ausgestrahlt. In der Anfangszeit des Rundfunks nutzte die zuständige Sendeanstalt, die Funkstunde Berlin, ein charakteristisches Weckerticken mit 210 Schlägen pro Minute sowie den Morsebuchstaben B als Pausenzeichen. Diese akustischen Signale überbrückten die Zeit während der Studioumstellungen. Ab 1935 übernahm der Fernsehsender Paul Nipkow die Anlagen an der Spitze und strahlte von dort aus unter anderem das weltweit erste reguläre Fernsehprogramm aus
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: 100 Jahre Berliner Funkturm

Neuer Beitragvon Icke46 » 3. September 2026, 17:48

Übrugens, eine ganz lustige Geschichte: Der Vater von Herbert Köfer (falls den jemand kennt) war Pächter der Münzfernrohre auf dem Funkturm. Der hat sich den Werbespruch einfallen lassen "Mit diesen Fernrohren können Sie die Zugspitze sehen".

Wollte dann jemand die Probe aufs Exempel machen, hat er das Fernrohr auf den Bahnhof Westkreuz nebenan gerichtet, und, oh Wunder, man sah dann ganz klar die eine oder andere Zugspitze - entweder von der S-Bahn oder von einem Fernverkehrszug [flash] .....
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Re: 100 Jahre Berliner Funkturm

Neuer Beitragvon pentium » 3. September 2026, 18:10

Icke46 hat geschrieben:Übrugens, eine ganz lustige Geschichte: Der Vater von Herbert Köfer (falls den jemand kennt) war Pächter der Münzfernrohre auf dem Funkturm. Der hat sich den Werbespruch einfallen lassen "Mit diesen Fernrohren können Sie die Zugspitze sehen".

Wollte dann jemand die Probe aufs Exempel machen, hat er das Fernrohr auf den Bahnhof Westkreuz nebenan gerichtet, und, oh Wunder, man sah dann ganz klar die eine oder andere Zugspitze - entweder von der S-Bahn oder von einem Fernverkehrszug [flash] .....


Also ich habe mal nachgegoogelt. Der Werbespruch, den sich Karl Köfer (der Vater des legendären Schauspielers [Herbert Köfer] einfallen ließ, lautete: „Mit einem Groschen in der Hand siehst du das ganze Vaterland!“
Sein Vater betrieb dort ab Ende der 1920er Jahre einen erfolgreichen [Postkartenverlag] und sicherte sich passend dazu die Rechte an den Münzfernrohren auf der Aussichtsplattform. Ein echter Berliner Geschäftsmann mit dem richtigen Riecher für Marketing!
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Re: 100 Jahre Berliner Funkturm

Neuer Beitragvon Icke46 » 3. September 2026, 18:15

pentium hat geschrieben:
Icke46 hat geschrieben:Übrugens, eine ganz lustige Geschichte: Der Vater von Herbert Köfer (falls den jemand kennt) war Pächter der Münzfernrohre auf dem Funkturm. Der hat sich den Werbespruch einfallen lassen "Mit diesen Fernrohren können Sie die Zugspitze sehen".

Wollte dann jemand die Probe aufs Exempel machen, hat er das Fernrohr auf den Bahnhof Westkreuz nebenan gerichtet, und, oh Wunder, man sah dann ganz klar die eine oder andere Zugspitze - entweder von der S-Bahn oder von einem Fernverkehrszug [flash] .....


Also ich habe mal nachgegoogelt. Der Werbespruch, den sich Karl Köfer (der Vater des legendären Schauspielers [Herbert Köfer] einfallen ließ, lautete: „Mit einem Groschen in der Hand siehst du das ganze Vaterland!“
Sein Vater betrieb dort ab Ende der 1920er Jahre einen erfolgreichen [Postkartenverlag] und sicherte sich passend dazu die Rechte an den Münzfernrohren auf der Aussichtsplattform. Ein echter Berliner Geschäftsmann mit dem richtigen Riecher für Marketing!


Nun gut, wenn Google das sagt, wird es wohl stimmen. Ich kenne nur das, was Herbert Köfer zu seinem 100. erzählt hat, aber vielleicht war er da auch schon zu verkalkt. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob er den Bahnhof Westkreuz nannte oder den Bahnhof Witzleben - machbar wäre der Spruch für beide Bahnhöfe gewesen.
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Re: 100 Jahre Berliner Funkturm

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 3. September 2026, 19:37

Danke für die Reaktionen und die Geschichte von Vater und Sohn Köfer kannte ich nicht, wobei mir Herbert Köfer ein Begriff ist. Anbei drei Bilder "von oben" entstanden am 17. Juli 1993:
- Blick auf den Bahnhof Westkreuz (Ausstellung) unter https://www.gerdboehmer-berlinereisenbahnarchiv.de/Bildergalerien/1993-08/19930717-932711.html,
- Blick auf den Bahnhof Witzleben (Messe Nord) unter https://www.gerdboehmer-berlinereisenbahnarchiv.de/Bildergalerien/1993-08/19930717-932712.html und
- Blick auf den Bahnhof Halensee unter https://www.gerdboehmer-berlinereisenbahnarchiv.de/Bildergalerien/1993-08/19930717-932721.html.
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