von andr.k » 24. Juli 2026, 12:12
In Deutschland rückten die Armeen der Sieger von allen Seiten mit unwiderstehlicher Kraft heran, und der sie trennende Raum schwand von Tag zu Tag. Anfang April hatte Eisenhower den Rhein überschritten und stieß nach Deutschland und Mitteleuropa hinein vor, und wenn der Gegner auch an manchen Orten Widerstand leistete, war er doch außerstande, das Vorstürmen der siegreichen Armeen einzudämmen. Viele militärische und politische Entscheidungen von größter Tragweite reiften an. Polen ereilte in dieser Zeit leider keine Hilfe. Ähnlich standen die Dinge um Wien. Die Russen setzten sich nach einem Zangenangriff von Osten und Süden am 13. April in den Besitz der Stadt. Dagegen schien nichts die westlichen Alliierten davon abzuhalten, Berlin zu nehmen. Die Russen standen nur noch sechzig Kilometer von der Stadt entfernt, aber die Deutschen hatten sich vor Ort eingegraben, und die Rote Armee sollte noch schwere Kämpfe zu führen haben, ehe sie den Übergang erzwingen und den letzten Vormarsch beginnen konnte.
Die neunte Armee andererseits war in einem Blitzvorstoß am 12. April bei Magdeburg über die Elbe gegangen und stand noch etwa hundert Kilometer von Berlin entfernt. Aber hier blieb sie stehen. Vier Tage später setzte die Rote Armee zum Angriff an und schloss am 25. die Hauptstadt ein. Stalin hatte Eisenhower mitgeteilt, er werde seinen Hauptschlag ungefähr in der zweiten Maihälfte führen, doch war er imstande, schon einen ganzen Monat früher zuzuschlagen. Der schnelle Vormarsch der Westarmeen zur Elbe mag dazu etwas beigetragen haben.
Am selben 25. April traf die Vorhut der amerikanischen Ersten Armee, die aus Leipzig kam, bei Torgau an der Elbe auf die Rote Armee. Die Zerschneidung Deutschlands in zwei Teile war damit abgeschlossen. Die deutsche Armee löste sich faktisch auf.
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