von pentium » 9. Mai 2026, 13:50
BERLIN. Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt (Grüne) hat zum 8. Mai den Umgang mit Sowjet-Denkmälern kritisiert. „Die Denkmale müssen dringend kontextualisiert werden, historisch, künstlerisch, zentral wie regional“, schrieb die frühere Vizepräsidentin des Bundestages am Freitag auf X.
Die Denkmäler würden heutzutage von Russland zur Propaganda genutzt. „Das klammert all diejenigen aus, die neben Russen in der Roten Armee gekämpft haben: Ukrainer, Litauer, Belorussen, Tataren, Esten, Letten, Georgier.“
Gleichzeitig freut sich Göring-Eckardt über den Jahrestag. „Es ist ein Tag der Dankbarkeit, dass die Gräuel Nazi-Deutschlands beendet, wenn auch lange nicht überwunden werden konnten. Die Dankbarkeit gilt den Alliierten und das schließt ein, dass wir dankbar über Versöhnung sein können.“
Auch weitere Politiker äußerten sich zum 8. Mai. Laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) brachte der 8. Mai Befreiung „für Millionen von Menschen, für Deutschland, für Europa“. Merz weiter: „Er mahnt, niemals zu vergessen, wozu Hass führen kann. Er verpflichtet, für ein freies, demokratisches und solidarisches Deutschland in einem starken Europa einzustehen.“
Cem Özdemir (Grüne) schrieb auf X. „Heute ist der Tag der Befreiung – der Befreiung von einem menschenverachtenden Regime, das unfassbares Leid über die Welt gebracht hat. Er erinnert uns daran, wohin Hass, Ausgrenzung und nationalistischer Größenwahn führen.“ Die Lehre sei, dass „gerade heute“ Menschen für „Freiheit, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander“ einstehen.
Der Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (Linkspartei), dankte auf „Bluesky“ allen Personen, „die Widerstand geleistet haben“. Mehrere Mitglieder der Bundestagsfraktion der Linkspartei besuchten das Sowjetische Ehrenmal in Treptow und legten einen Kranz nieder. Und die SPD warnte in einer Mitteilung davor, dass „Rechtsextreme und Rassisten versuchen – gerade heute wieder –, ein Klima von Hass, Angst und Zwietracht zu schüren“. Dagegen müsse sich „jeder Einzelne von uns“ wehren. (mas)