Edelknabe hat geschrieben:Gerade in einem Buch aus DDR-Zeiten gelesen, das in Rumänien um 1966 herum ...ich zitiere: "Insgesamt leben heute in Rumänien etwa 400000 Deutsche, die kulturelle Autonomie geniesen (deutsche Schulen, deutsche Zeitungen und Bücher, deutschsprachige Rundfunkendungen usw.) Unvorstellbar bis.....um 1966 herum? Das Buch heißt übrigens "Völkerkunde für Jedermann " mit Redaktionsschluss Februar 1967.
Um das einmal fortzusetzen, was für Deutsche sollen den das gewesen sein? Etwa Siebenbürgen Sachsen und Banat, Schwaben-Deutsche aus 1740/80. oder Hippis, Assoziale und ...aus damals noch BRD oder Arbeitsscheue aus der DDR und nee, ich denke das Land war noch beschissener, noch ärmer dran wie damals DDR, nicht zu fassen so etwas?
Rainer Maria
Herrlich diese Geschichtsvergessenheit und dann noch ein Buch aus tiefsten sozialistischen Zeiten....
Bereits im Mittelalter zogen Deutsche in die Region Siebenbürgen, die damals zum Königreich Ungarn gehörte, in der Neuzeit ein eigenes Fürstentum bildete und ab 1690 in die Habsburgermonarchie integriert wurde. Sie sollten hier das Land wirtschaftlich erschließen helfen und sich an dessen Verteidigung beteiligen. Das reichhaltige kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen, allen voran die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Kirchenburgen, bezeugt die lange Tradition der deutschen Siedler im Karpatenbecken.
In der Neuzeit ließen sich in weiteren Regionen des heutigen Rumänien (Banat, Sathmar, Bukowina, Dobrudscha u.a.) Deutsche nieder, zum Teil gerufen von den Habsburgern, um zum Landesaufbau nach den verheerenden Türkenkriegen beizutragen. Die im Banat beheimateten Deutschen gehören zu der großen Gruppe der Donauschwaben. Dazu gehören u.a. die Sathmarer Schwaben, die Bessarabiendeutschen, die Dobrudschadeutschen, die Bukowinadeutschen, die Oberwischauer Zipser, die Landler, die bis zum Ende des Ersten Weltkrieges unterschiedlichen Staaten angehörten (Österreich-Ungarn, Königreich Rumänien, Russland, Osmanisches Reich). Erst infolge der Neuordnung Europas auf der Pariser Friedenskonferenz (und der sog. Pariser Vorortverträge) entstand die nunmehr so bezeichnete rumäniendeutsche Minderheit, die erst allmählich ein Gemeinschaftsgefühl entwickelte. Im Januar 1945 wurden die arbeitsfähigen Angehörigen der deutschen Minderheit zur Zwangsarbeit ("Wiederaufbauarbeit") in die Sowjetunion deportiert; viele wurden danach in die damalige sowjetische Besatzungszone Deutschlands entlassen. Die Zusammenführung der durch diese Ereignisse auseinandergerissenen Familien durch Freikaufaktionen der Bundesrepublik Deutschland führte zu einer steigenden Zahl von Aussiedlern. Nach der politischen Wende von 1989/1990 erfolgte eine starke Steigerung des Aussiedlerzuzugs von Rumäniendeutschen, so dass die Zahl der deutschen Minderheit in Rumänien stark zurückgegangen ist. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2011 leben heute noch knapp 40.000 Angehörige der deutschen Minderheit in der Republik Rumänien.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rumäniendeutsche