Und was ist mit dem hier, vom pentium, von gestern, ging irgendwie unter?
"Free Palestine» gibt es vermutlich nur mit einer israelischen Kooperation und der Absicherung der palästinensischen Bevölkerung durch Dialog und Kompromiss. Leichter aber ist es, immer für alles Israel die Schuld zu geben.
Juden abschlachten, ihnen den Tod wünschen und gleichzeitig von ihnen Essen, Wasser und Elektrizität fordern, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Seit Jahren ruhen sich die Palästinenser auf ihrem Opferstatus aus und lassen sich vom verhassten zionistischen Staat Israel mit allem versorgen, was sie brauchen, anstatt eine dicke, fette Mauer um ihr 400 Quadratkilometer grosses Land zu ziehen. Sie hätten sich das Abu Dhabi der Levante an diesen Strandabschnitt hinsetzen können. Dafür wäre es notwendig gewesen, diplomatische Beziehungen zu Ägypten aufzunehmen, schliesslich teilen die beiden eine Grenze. Längst würde die Wirtschaft florieren. Vielleicht hätten sie sogar einen Flughafen. Von 1998 bis 2000 gab es nämlich schon einmal einen. Sie wären verschont von diesen ekelhaften Zionisten.
Der Anfang eines freien palästinensischen Staates wäre gemacht. Aber so denken die Palästinenser offensichtlich nicht. Im Gegenteil. Sie erinnern mich auf erschreckende Weise an einen bockigen 30-Jährigen ohne Freundin, der bei seiner Mutter im Souterrain wohnt und den ganzen Tag Videogames spielt. Immer wenn er die Mutter sieht, schreit er sie an. Manchmal beleidigt er sie. Aber meistens fragt er, wo sein Abendbrot bleibt und ob Mami endlich die Wäsche gewaschen hat. Alles und jeder ist schuld daran, dass er da unten im Souterrain wohnt, ausser er selbst. Natürlich.
https://www.nzz.ch/meinung/die-palaesti ... ld.1760802
Es ist achtzehn Jahre her, dass Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzog. Jeder Jude, der dort lebte, wurde umgesiedelt. Gaza wurde für die zartbesaiteten Palästinenser «judenfrei» gemacht. Das Erste, was die Bevölkerung tat, war, die Hamas zu wählen, dann die Anhänger der gegnerischen Partei Fatah von den Dächern zu werfen und alle von Israel dort zurückgelassenen Infrastrukturen, wie Gewächshäuser und Technologien, zu zerstören. Okay, fine for me.
Anschliessend steckte die Hamas Zeit und Energie in den Aufbau ihrer jihadistischen Armee, die das Ziel hat, alle Juden auf der Welt auszulöschen. Das ist das Allerwichtigste, was betont werden muss: Denn in der Hamas-Charta, Artikel 7, steht: «Das Jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Muslime nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: ‹Oh, Muslim, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn.›»
Wer die deutsche Geschichte nicht völlig verdrängt hat, bei dem müsste es jetzt ordentlich klingeln. Diese Erlösungsphantasien gab es nämlich schon einmal. Auch die Nazis glaubten, erst wenn die Welt von den Juden befreit sei, könne die deutsche Seele gesunden: «Die Arier sind die Gotteskinder, und sie beantworten die Frage, warum die göttliche Potenz des Ariers als Basis des deutschen Volkes noch nicht entfaltet wurde, sie sagen, es gibt eine übermächtige Gegenkraft, die uns daran hindert – das ist die Verkörperung des Bösen. Und diese Verkörperung des Bösen (. . .) – das sind die Juden. Das Böse ist also die Kraft, die hinter dem Judentum steht», so beschreibt es der Historiker Claus-Ekkehard Bärsch in seinem Buch «Die politische Religion des Nationalsozialismus».
Nachdem also alles Jüdische in Gaza zerstört und der religiöse Kampf ausgerufen worden war, liessen sich die Bewohner Gazas trotzdem vom «bösen Yehudi» Elektrizität, Wasser, Nahrung und alles, was man sonst so braucht, liefern. Sie forderten von der ganzen Welt Hilfsgelder, weil es ihnen da in Gaza so furchtbar geht, und fingen irgendwann auch noch an, Raketen Richtung Israel zu schicken, die sie aus Rohren bauten, die eigentlich für den Bau eines Abwassersystems gedacht waren. Mit dem Notwendigsten wurden sie von den bösen Zionisten versorgt. Sie hatten genug Zeit, sich den lieben langen Tag dieselbe Kamelle vom bösen Juden zu erzählen, der dringend umgelegt werden müsse, damit es ihnen gutgehen könne.
Dann kamen Social Media, und anstatt ein eigenes Elektrizitätswerk zu bauen, Arbeitsplätze zu schaffen und den Tourismus für ihren Beachstreifen am Mittelmeer zu fördern – fingen sie an, den cleversten Move aller Zeiten zu machen, und das muss man ihnen wirklich zugestehen. Die Palästinenser haben es geschafft, ihr Opfernarrativ bis in den hinterletzten Hörsaal jeder Universität zu verbreiten, jede Menschenrechtsorganisation auf ihre Seite zu ziehen und eine Kampagne zu starten, die die Welt im Glauben liess, es gehe ihnen um Freiheit. Man erfand das «grösste Freiluftgefängnis» der Welt, an dem natürlich ausschliesslich Israel schuld war und ist, obwohl Gaza an ein anderes arabisches Land grenzt.
Ägypten könnte in null Komma nix die Lage der Palästinenser verbessern. Aber kein Pieps zu Ägyptens Verantwortung. Weder von den Palästinensern selbst noch von den Spinnern, die sich ihnen weltweit angeschlossen haben, ohne das geringste Verständnis vom Nahen Osten zu haben. Denn würden alle öffentlich über Ägypten sprechen, dann müssten alle öffentlich über innerarabische Konflikte sprechen, und das Ergebnis wäre, dass Ägypten die Palästinenser genauso wenig will wie Libanon, Jordanien und Syrien.
Mirna Funk ist eine deutsche Schriftstellerin und Publizistin. Jüngst von ihr erschienen ist das emanzipatorische Pamphlet «Who Cares! Von der Freiheit, Frau zu sein» (DTV, München 2022).textauszug ende
Ist Mirna Funk nun irgendwie rechte Richtung oder ist an diesem von ihr ua. beschriebenen Parasitentum etwas dran?
Rainer Maria