Dass dieses Manifest bei der ehemals links-pazifistischen, aber nun stramm auf olivgrünen Mainstream gebürsteten taz nicht gerade auf Gegenliebe stößt, war zu erwarten. Mit welchem Furor Redakteur Jan Feddersen im Namen der taz wild um sich schlägt, zeigt jedoch, wie weit man sich dort von den ehemaligen Idealen entfernt hat. Man will keinen Frieden und hat die Welt in „gut“ und „böse“ aufgeteilt.
Wer Friedensverhandlungen fordert, ist amoralisch. Diese Meinung vertritt zumindest taz-Redakteur Feddersen. Der Begriff „amoralisch“ sollte an dieser Stelle nicht mit dem Begriff „unmoralisch“ verwechselt werden. Der Duden definiert den Begriff vielmehr für eine Einstellung, die sich „über die herrschende Moral hinwegsetzt“. Die Moral hatte die taz freilich schon immer für sich gepachtet. Dass sie nun die von ihr und ihrem politischen Umfeld, das vor allem bei den Grünen und dem rechten Flügel der Linkspartei zu verorten ist, propagierte Unterstützung der Ukraine mit militärischen Mitteln als „herrschende Moral“ definiert, ist daher auch noch im Kern nicht wirklich überraschend. Moral und Kriegslüsternheit schließen sich ja auch keinesfalls aus. Ganz im Gegenteil. Viele Kriege wurden geführt, weil ein Staat oder ein Volk sich moralisch überlegen fühlte. Die gesamte moderne Kriegsdoktrin des Westens, die sich hinter dem Begriff „Responsibility to Protect“ verbirgt, begründet sich letztlich in einer vermeintlich moralischen Überlegenheit. Und wer moralisch im Recht ist, der hat laut taz zu kämpfen bis in den Tod. Alles andere wäre eine „Unterwerfung“. Das ist natürlich einfach gesagt, wenn man selbst am Schreibtisch sitzt und das edle Sterben im Namen der Moral Anderen überlässt.
....Feddersen und die taz sind nicht allein. Diese Gedanken lassen sich auch bei den Politpredigern der Grünen so eins zu eins wiederfinden – egal ob sie nun Baerbock, Hofreiter oder Göring-Eckardt heißen. Das macht diese Politiker auch so gefährlich. Mit rational denkenden Menschen kann man zumindest diskutieren. Mit Überzeugungstätern, die sich selbst von einer höheren Kraft, Ideologie oder eben einer – wenn auch pervertierten – Moral getrieben sehen, ist das nicht möglich.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=93763
AZ










