Mogn Männers,
ich denke,
dass es hier keine zwei Interessengruppen gibt, sondern User mit unterschiedlichen Ansichten und keiner möchte, dass es zum großen Knall kommt. Insofern denke ich, sind wir uns alle einig und vertreten keinerlei Interessen.
Man muss sich ganz einfach mal fragen, was W.W. Putin mit diesem Aufmarsch bezweckt?
Aber genauso darf man sich fragen, warum die Staaten der NATO, die Ukraine mit z.B. Waffenlieferungen unterstützen?
Die Ukraine, ein souveräner Staat, in welchem ~ 40 - 50 % Russen leben, die in den letzten Jahren Menschen in der Ukraine, 2. Klasse geworden sind. Sie dürfen keine ukrainische Staatsbürgerschaft annehmen und werden auch sonst im täglichen Leben benachteiligt. Hatten wir solche Zustände nicht schon mal, Anfang der 20. Jh. und in den 30-er /40-er Jahren in Europa und Asien, ganz zu schweigen von den USA mit ihrer Rassentrennung? War das damals nicht auch unter anderem
eine Erklärung für den Einmarsch der deutschen Truppen oder des Genozid den Armeniern gegenüber usw.?
Es kann also, durchaus einer der Gründe sein, warum Wladimir so mit dem Säbel rasselt. Allerdings sehe ich eher die geostrategische Bedeutung der Ukraine für Russland als wesentlichere Ursache für den Aufmarsch an den Grenzen zur Ukraine als auch den Verlust von Rohstoffen, z.B. aus dem Donbass.
Und die NATO tut auch alles, damit die Russen sich bedroht fühlen. Mal von dem Heranrücken der NATO an die Grenzen Russlands sind Flottenmanöver der NATO im Schwarzen Meer, Waffenlieferung der USA an die Ukraine, ganz zu schweigen von dem "kleinen" Krieg im Osten der Ukraine (Donbass) gegen die von Russland unterstützten "grünen Männchen", kein Beitrag zur Entschärfung der Situation.
Ist es einen Krieg wert, sich da einzumischen?
Als ehemaliger Militär muss ich noch mal auf die Truppen eingehen.
Bei Wiki ist eine schöne Auflistung der gegenwärtigen Truppen der Ukraine zu sehen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ukrainisc ... r%C3%A4fteDas liest sich recht gewaltig. Jedoch ist die Ukrainische Armee von korrupten Führern durchsetzt. Die Technik ist veraltet, der Ausbildungsstand ist miserabel und der Auffüllungsstand mit materiellen Mitteln ist beklagenswert (dies aufgrund der Korruption).
In den letzten Jahren versucht die Ukraine diesen Zustand zu beseitigen und hat auch deshalb die Nationalgarde ins Leben gerufen. Und wie wir jüngst aus den Medien erfahren, werden auch die kampfwilligen Bürger bewaffnet (so das möglich ist) und militärisch geschult, wenn auch nur auf sehr niedrigem Niveau.
Wenn man die beiden Streitkräfte (Russland ./. Ukraine) vergleicht, so sind die Russen an Personal vierfach überlegen, ganz zu schweigen von Waffen- und Aufklärungssystemen. Da dürfte der Faktor wesentlich höher sein. Es wäre für die Russen ein leichtes, die Ukraine innerhalb weniger Tage komplett zu besetzen. Dann würde eventuell keine Ruhe einziehen sondern ein asymmetrischer Kampf möglich sein aber wie lange kann die Ukraine dies allein durchhalten?
Es scheint aber so, dass auch die Russen einen nicht geringen Blutzoll zu zahlen hätten.
Warum, so frage ich mich, verlegt die NATO Truppen an die Grenze zur Ukraine? Hat die NATO vor, bei einem eventuellen Angriff der Russen, ebenfalls aktive Handlungen auf dem Territorium der Ukraine durchzuführen? Das wäre dann der Beginn eines Weltkrieges. Ist die Ukraine das wert? Da kann man durchaus geteilter Meinung sein.
Ich denke man kann davon ausgehen, dass die Russen, so sie die Ukraine besetzen, dort kein Regime einführen, wie einst Adolfnazi in den von seinen Truppen besetzten Ländern. Sicher wäre es für die Ukrainer kein schönes Leben aber dagegen einen Weltkrieg vom Zaune brechen, kann es ja wohl nicht sein.
Insofern finde ich es richtig, dass sich Deutschland nicht militärisch an diesem Hasardspiel beteiligt.
Ökonomische und finanzielle Sanktionen sind in meinen Augen der einzig gangbare Weg.
Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.