Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Beethoven » 29. Januar 2022, 08:00

Der Nachfolger von M. Wolf, GO a.D. Werner Großmann, ist verstorben.

Nach der Wende habe ich ihn bei einigen Veranstaltungen kennen gelernt. Ein ruhiger und besonnener Mann, in meinen Augen.

Nun werden die meisten User hier, dem ehemaligen Chef der Abwehr des MfS, keine Träne nachweinen.

Ich wünsche ihm jedoch, dass die Erde für ihn leicht sein möge.

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Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

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Re: GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2022, 08:19

Großmann saß einen Tag im Gefängnis, sein Vorgänger musste noch nach Moskau flüchten.

Leider stellte er sich nicht den Fakten.

"Wir haben nicht wie andere Geheimdienste Staatsstreiche, Ermordungen oder Entführungen durchgeführt".

Jedes Kind weiß, dass das nicht richtig ist.

Seltsam empfinde ich, dass er erst 1989 die Wahrheit zum Zustand der DDR erkannte.

AZ
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Re: GO W. Großmann

Beitragvon Nostalgiker » 29. Januar 2022, 09:13

Warum mußt du unqualifizert nachtreten Augenzeuge?
Mir war / ist dieser Mann herzlich egal und nun ist er verstorben, was sollen da Gehässigkeiten in seine Richtung.

Und glaub mir, außer einer Handvoll Leute aus der Führungsspitze um E. H. kannten die Anderen die "Wahrheit" zum Zustand der DDR seit langem. Aber das wirst du nie verstehen.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

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Re: GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2022, 09:19

Was ist daran unqualifiziert, Nostalgiker?

Unkorrekt ist die Überschrift, aber mein Einwand ist doch fundiert. Egal war der Mann mir auch, ich kannte diese Ebene gar nicht.

Und glaub mir, außer einer Handvoll Leute aus der Führungsspitze um E. H. kannten die Anderen die "Wahrheit" zum Zustand der DDR seit langem. Aber das wirst du nie verstehen.


Warum sollte ich das nicht glauben? Ich denke sogar, dass G. lügt, er es ebenso gewusst haben muss.


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Re: GO W. Großmann

Beitragvon Nostalgiker » 29. Januar 2022, 09:30

Nein er lügt nicht, aber da liegen Prozesse dahinter welche du weder verstehst und nicht begreifen willst.
Das ist nicht persönlich abwertend gemeint, ich werde dazu auch keine Andeutungen oder kurze Hinweise geben.
Demzufolge ist dein Einwand aus meiner Sicht eben nicht fundiert sondern aus persönlichen Ressentiments gespeist.

Das Einzige was an der Überschrift unkorrekt und demzufolge zu bemängeln wäre ist das Fehlen von 'a. D.', aber das ist aus meiner Sicht unbedeutend.
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Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2022, 09:35

aber da liegen Prozesse dahinter welche du weder verstehst und nicht begreifen will


Ich denke, dass ich das begreifen kann. Vielleicht kann es mir Merkur erklären, wenn er das auch glaubt.

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Nostalgiker » 29. Januar 2022, 09:43

Entschuldige Augenzeuge aber das Glaube ich eben nicht und Merkur wird es dir wohl auch nicht erklären können aber das hat ganz andere Gründe.

Nur soweit, du mußtest schon an bestimmten Prozessen sehr nahe dran sein oder sogar zeitweise involviert sein um bestimmte Verhaltensweisen von leitenden Funktionären zu verstehen welche in aller erster Linie SED Parteimitglieder waren.
Das als einziger Hinweis von mir, jeder weiterer kostet 5 DM wie damals bei "was bin ich" ......
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon karnak » 29. Januar 2022, 10:58

Natürlich war Werner Großmann ein intelligenter Mensch, ebenso wie sein Vorgänger Wolf, im Gegensatz zu unser aller Chef. [flash] Wer kannte allerdings auch nur den Namen zu DDR Zeiten außerhalb der Firma? Werner Großmann war ein Mann der ersten Stunde, großgeworden in der Zeit des Stalinismus in der DDR und damit auch im MfS . Das sollte ihm geprägt haben, trotz aller nach Außen gezeigter Bescheidenheit und Opferbereitschaft für die Ziele des Sozialismus fühlte man sich als DER ELITÄRE TRUPPENTEIL innerhalb der DDR. Und das war in Abschwächung bis zum letzten Tag der DDR so, wurde von der Gesellschaft in der breiten Masse so hingenommen. Ein Mann wie Werner Großmann war im MfS ein Halbgott, die HVA die Elitären der Elitären. Letztlich galten dort keinerlei Regeln und Grenzen die man dem Rest der, dem Sozialismus aufbauenden DDR Bürger,gesetzt hat. Alles was man tat musste nur " unserer gemeinsamen Sache dienen", und das war auslegungsfähig. [flash] In dieser echten und tiefen Überzeugung hat er gelebt und damit die Dinge gerechtfertigt. Er empfand sich als Krieger ganz vorne an der unsichtbaren Front und der Gedanke einer neuen Form von Dolchstoßlegende war ihm nicht fremd. Am Ende des Tages war auch er nur Opfer eines gigantischen Selbstbetruges, begründet auf der Überzeugung des Vorhandenseins und Besitz einer wissenschaftlichen Weltanschauung die einfach zwangsläufig zum Sieg führen muß. So wie ich das einschätze wurde er in dieser Überzeugung erzogen,hat in dieser gelebt und wird in dieser auch gestorben sein, eigentlich noch nichtmal der schlechteste Abgang, hat was religiöses.
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2022, 11:25

karnak hat geschrieben:Ein Mann wie Werner Großmann war im MfS ein Halbgott, die HVA die Elitären der Elitären. Letztlich galten dort keinerlei Regeln und Grenzen die man dem Rest der, dem Sozialismus aufbauenden DDR Bürger,gesetzt hat.


Auf deutsch, der war durch den Job soweit abgehoben, der er den Blick auf die Basis verloren hatte? Er wusste mehr über das Operationsgebiet, als über den aktuellen Zustand seiner Republik?

Am Ende des Tages war auch er nur Opfer eines gigantischen Selbstbetruges,

Das war er ganz offensichtlich!


du mußtest schon an bestimmten Prozessen sehr nahe dran sein

Ok, Nostalgiker, du warst das also? Jetzt wirds spannend. [ich auch]

AZ
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Olaf Sch. » 29. Januar 2022, 11:46

@karnak das ist gut zusammengefasst. Von der HVA kannte ich vor Ende 89 nur Michael W.
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Nostalgiker » 29. Januar 2022, 12:03

augenzeuge hat geschrieben:
du mußtest schon an bestimmten Prozessen sehr nahe dran sein

Ok, Nostalgiker, du warst das also? Jetzt wirds spannend. [ich auch]

AZ


Sorry aber mit dem ins lächerliche ziehen; eine Spezialität von dir wie es scheint; ist eine noch nicht bekommene Diskussion zum Thema bereits beendet. Ich vermutete richtig, es interessiert dich einfach nicht, Hauptsache du kannst deine gefühlmäßige Abneigung artikulieren.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2022, 12:12

Lächerlich? Wegen des Smileys?

Sag nicht nochmal, dass andere sensibel reagieren.

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Nostalgiker » 29. Januar 2022, 12:22

augenzeuge hat geschrieben:Lächerlich? Wegen des Smileys?

Sag nicht nochmal, dass andere sensibel reagieren.

AZ


Ich bezog mich auf den ersten Satz .......
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon karnak » 29. Januar 2022, 12:39

augenzeuge hat geschrieben:
Auf deutsch, der war durch den Job soweit abgehoben, der er den Blick auf die Basis verloren hatte?



AZ

So könnte man es vielleicht erklären, zumindest wenn man sich nicht gerade zu den" Freunden des Systems " zählt, es trifft es aber eben aus dieser Position heraus nur teilweise.
So richtig verstehen kann man es eigentlich nur wenn man selbst wenigstens ein kleines bisschen diesem" Organ" zugehörig war.
Zur Erklärung eine kleine persönliche Geschichte. 1978 habe ich meinen 3jährigen " Ehrendienst" bei den GT beendet. Bin aus der Kaserne in Groß Glienicke bei Potsdam in ein Ledigenwohnheim in eine Villa in unmittelbarer Nähe der Glienicker Brücke gezogen. Ein halbes Jahr später,mit 22 Jahren, nur eine kleine Wurst,aber Inhaber des berühmten Klappfixes, hat mich der Stachel gelockt und ich bin nochmal zu dieser Kaserne gefahren um meine alten Kumpels zu besuchen. Habe an der Wache meinen Klappfix gezückt, habe eine Grußerweisung bekommen, bin auf das Kasernengelände marschiert, dort rumgelatscht,bin auf die Kompanie und durch die Uffz. Stuben. Jeder gelernte DDR Bürger weiß was es bedeutet hätte wenn ich ohne diesen Ausweis mit einem derartigen Ansinnen dort aufgeschlagen wäre. Und nun stelle man sich mal vor man hatte diesen Ausweis mit den Anfängen der DDR,hat es über die Zeit bis zum Generaloberst des MfS gebracht, selbst die für jeden DDR Bürger faktisch unüberwindliche Mauer gilt für einem selbst nichts,JEDER dem man mit einem Ansinnen kommt lebt in der Überzeugung er leistet mit der Erfüllung des Wunsches,bei dem es sich " nicht gehört" ihn auch nur zu hinterfragen einen Beitrag zur Stärkung des Sozialismus.Natürlich prägt das einen Menschen und die Welt ist für den in Ordnung [hallo] [flash]
Ich habe ihn mal zu seiner Haltung zu Erich Mielke gefragt," konnte manchmal schwierig sein" , mehr hatte er einem Hauptmann a.D. nicht zu sagen, er ist einfach seiner Rolle als führender Mitarbeiter verpflichtet geblieben, ich kann das zumindest akzeptieren. [hallo]
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Olaf Sch. » 29. Januar 2022, 12:50

Da gibt es doch diese Fabel mit dem Hasen und dem Löwen...
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon andr.k » 29. Januar 2022, 13:26

Beethoven hat geschrieben:Der Nachfolger von M. Wolf, GO a.D. Werner Großmann, ist verstorben.

Nach der Wende habe ich ihn bei einigen Veranstaltungen kennen gelernt. Ein ruhiger und besonnener Mann, in meinen Augen.

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon karnak » 29. Januar 2022, 13:40

Und natürlich stand er einer Institution vor die sich HVA nannte, also Aufklärung, nicht Abwehr,dass ist schon ein anderer Ansatzpunkt. Es soll ja gerne zusammenhängen und sich vermischen ,aber Aufklärung ist letztlich Angriff, nicht Abwehr also Verteidigung.
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2022, 14:49

So richtig verstehen kann man es eigentlich nur wenn man selbst wenigstens ein kleines bisschen diesem" Organ" zugehörig war.


Ok, aber dann brauch ich Merkur auch nicht fragen. Das kann er dann nicht wissen. [grin]

Und ich konnte nicht zugehörig sein, ich war auf der anderen Seite....."der feindlich Negative"....
Aber ich versuchte die Gegenseite zu verstehen, ich musste ja denen immer einen Schritt voraus sein...... [laugh]
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2022, 14:51

andr.k hat geschrieben:
R.I.P.


Du wirst ja sicher dabei sein. Kommt er auch auf den Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde?

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon steffen52 » 29. Januar 2022, 15:37

Also zu DDR-Zeiten war mir diese Person nicht bekannt. Eigentlich klar, er ist ja auch ein Stasiboss gewesen. Da musste man schon in diesen Verein etwas verstrickt gewesen sein um ihn zu kennen.
Nach der Wende hat er dann viele Interviews gegeben und wie eigentlich alle seiner Mitstreiter die Schuld von sich gewiesen. Haben nur alle einer einer guten Sache gedient und was so noch ablief
wussten sie nicht oder führten nur Befehle aus. Seltsam wie sich die Geschichte wiederholt, das haben nach 1945 auch führende Offiziere von sich gegeben..... [shocked]
Gut nun ist er im Himmel oder in der Hölle, wie heißt es so schön:" Man soll Verstorbenen nicht böses nachreden". Auch wenn es manchmal schwer fällt. [denken]
Gruß steffen52
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon SCORN » 30. Januar 2022, 16:42

Werner Großman war der letzte Chef der HVA und des noch kurz existierenden Nachrichtendienstes der DDR! Ich kannte ihn persönlich, auch schon vor 89! Das letzte mal traf ich ihn persönlich vor etwa 11 Jahren! Ein besonnener, kompetenter und ruhiger Mann!
Die ihm gemachten Angebote von westlichen Diensten sein Wissen preis zu geben und damit seine persönliche Existenz zu sichern und Strafverfolgung zu vermeiden, lehnte er ab! Er blieb sich und seinen Leuten treu.

Möge ihm die Erde leicht sein
SCORN
 

Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 30. Januar 2022, 16:48

SCORN hat geschrieben:Die ihm gemachten Angebote von westlichen Diensten sein Wissen preis zu geben und damit seine persönliche Existenz zu sichern und Strafverfolgung zu vermeiden, lehnte er ab!


Soweit ich weiß, lebte er sehr gut und ohne finanzielle Probleme. Und eine Strafverfolgung drohte ihm auch nicht.
Bei ihm blieb die "Siegerjustiz" vollständig auf der Strecke. Umgekehrt hätte dies anders ausgesehen.

Hast ihn wohl in Dänemark getroffen? [wink]

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon SCORN » 30. Januar 2022, 16:54

augenzeuge hat geschrieben:Soweit ich weiß, lebte er sehr gut und ohne finanzielle Probleme. Und eine Strafverfolgung drohte ihm auch nicht.
Bei ihm blieb die "Siegerjustiz" vollständig auf der Strecke. Umgekehrt hätte dies anders ausgesehen.

Hast ihn wohl in Dänemark getroffen? [wink]

AZ


AZ, es war lange nicht klar was auf jeden einzelnen HVA Mitarbeiter nach der Wiedervereinigung zukam! Drohungen und Angebote an Mitarbeiter der HVA gab es sehr wohl. Das wenigste ist bekannt.
Und nein, ich war nicht in Odense dabei. Ich traf ihn im kleinen Rahmen in einer Berliner Kleingartenkneipe aus einem bestimmten Zweck!
SCORN
 

Re: Nachruf Werner Großmann

Beitragvon andr.k » 30. Januar 2022, 17:03

Nachruf auf den letzten Chef der DDR-Auslandsaufklärung: "Das war nicht das Ende der Geschichte!"

Werner Großmann, der letzte Chef der DDR-Auslandsaufklärung im Rang eines Generalobersts, ist am 28. Januar nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstorben. Mit seinen 92 Jahren war er bis zuletzt bei Gesprächen am Krankenbett mit glasklarem Verstand und ungetrübten Erinnerungen gesegnet.

Von Rainer Rupp und Karl Rehbaum

Mit Großmann ist ein großer, geradliniger und aufrechter Mann von uns gegangen, der nach der Übernahme der DDR durch die BRD sogar bei ehemaligen Gegnern aus ausländischen Nachrichtendiensten Respekt und Anerkennung genoss. Nur in der BRD konnten sich weder die westdeutschen Politiker noch deren Geheimdienste und noch viel weniger die Medien wenigstens zu einem fairen und unvoreingenommenen Umgang mit der DDR und ihrer Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) durchringen.

Für die tiefverwurzelte und teils verbitterte Feindseligkeit, die selbst 30 Jahre nach dem Ende der DDR den Ehemaligen der HVA von westlich-deutscher Seite immer noch entgegenschlägt, wie jetzt wieder im Fall Großmanns, haben ausländische Kenner des Kalten Krieges und der damaligen Geheimdienstszene ihre eigene Erklärung: Damals war allgemein bekannt, dass nach dem israelischen Mossad die HVA weltweit als der erfolgreichste Geheimdienst für Auslandsaufklärung galt. Hinzu kam, dass die HVA mit erstaunlich geringen finanziellen Mitteln spektakuläre Spionageerfolge gegen den BND, gegen Parteien und Politiker der Bundesregierung in Bonn und gegen die NATO in Brüssel einfuhr.

Das alles habe das Selbstverständnis der Westdeutschen derart gekränkt, dass sie bis heute nachtragend seien und mit ihren ehemaligen Gegnern der HVA nicht "sportlich-fair" umgehen könnten, wie das zum Beispiel Vertreter der britischen Dienste und oder der CIA taten. Dafür, dass selbst die NATO-Verbündeten, vor allem die USA, vom westdeutschen BND nicht viel hielten, spricht auch aus der Aussage eines hohen CIA-Vertreters bei einem Gespräch in Washington Anfang der 1980er-Jahre, als er Rainer Rupp gegenüber in Bezug auf den BND von den "Boy Scouts (Pfadfindern) in Pullach" sprach.

Dagegen bescheinigten am 17./18. November 2007 anlässlich der Internationalen Konferenz an der Süddänischen Universität Odense zum Thema "Geschichte, Aufgaben und Einsichten in die HVA" eine ganze Reihe von ehemaligen Gegnern aus NATO-Ländern den anwesenden Führungskadern der aufgelösten HVA außerordentliche Effizienz und große Professionalität. Zugleich sprachen sie ihnen wegen ihrer Beiträge zu Sicherung des Friedens in den gefährlichsten Zeiten des Kalten Krieges ihre Anerkennung aus.

Bereits drei Jahre zuvor hatte auf einer ähnlichen Konferenz am 7. Mai 2004 in Berlin Mr. Milton Bearden, der u. a. in Deutschland Stationschef der CIA gewesen war und später zum Leiter der Sowjet- und Osteuropaabteilung im CIA-Hauptquartier aufstieg, den Beitrag der HVA zur Erhaltung des Friedens explizit gewürdigt. In seinem Vortrag sagte Bearden, dass es im Kalten Krieg in Situationen zugespitzter Spannungen auf beiden Seiten, sowohl in den USA als auch auf in der Sowjetunion, immer wieder zu gefährlichen "Fehleinschätzungen" und "schwerwiegenden Fehlkalkulationen" gekommen sei.

Wörtlich sagte Bearden: "In der Tat ist hier die Frage angebracht, wie sehr das allgemeine Niveau des Verständnisses über die Lage auf der anderen Seite dafür gesorgt hat, dass der Kalte Krieg kalt geblieben ist. Das ist auch durch die von der HVA … gesammelten Erkenntnisse zusätzlich befördert worden." Abschließend betonte der hochdekorierte CIA-Mann, dass die HVA nicht nur der DDR, "sondern auch der Sache des Friedens gut gedient hat".

Zu einer derartigen Anerkennung, selbst in sehr abgestufter Form, sind die westdeutschen Gegner der HVA bis heute nicht fähig. Der Tod Großmanns hätte für ein solches Signal eine gute Gelegenheit geboten. Stattdessen wird sein Tod in perfider Weise dazu benutzt, erneut alte mediale Messer zu wetzen und mit abgedroschenen Parolen gegen DDR und HVA das Andenken an den Toten zu beschmutzen.

Der von der dpa verbreitete Text zum Tod Großmanns, der vom Spiegel über zahlreiche andere Medien bis hin zur Neuen Zürcher Zeitung aufgegriffen wurde, unterscheidet sich von der Wortwahl und im Sprachduktus kaum von den westdeutschen Schmähschriften gegen die HVA aus den Zeiten des Kalten Krieges. Der Text ist gekrönt von einem Porträtfoto Großmanns, nach dem man in Fotoarchiven sicher sehr lange suchen musste. Denn selbst seine langjährigen Freunde hatten auf den ersten Blick Probleme, in dem finster und böse dreinblickendem Mann auf dem Foto ihren ehemaligen Chef wiederzuerkennen. Seine Kollegen und Bekannten kannten ihn nur mit freundlich-offenem Gesicht, das auch seine innere Einstellung widerspiegelte.

Aber für das Gros der in Bezug auf die DDR gehirngewaschenen westdeutschen Leserschaft von Spiegel und Co. entspricht dieses dpa-Foto sicherlich dem verbreitetem Vorurteil, wie ein böser Stasi-Offizier auszusehen hat. Großmann war jedoch das genaue Gegenteil. Er war der hochkompetente Chef eines der erfolgreichsten Nachrichtendienste der Welt. Zugleich hatte er eine typische DDR-Karriere, die im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden vom gelernten Maurer bis nach ganz oben führte. Aus der Arbeiterklasse kommend, wusste Großmann schon als Jugendlicher, auf welche Seite er gehörte. Er wurde Mitglied der FDJ und der SED. Von 1952 bis 1990 gehörte er dem Außenpolitische Nachrichtendienst (APN) bzw. der HVA an. In verschiedenen Dienststellungen, vom Mitarbeiter bis zum Leiter der Hauptverwaltung ab 1986, erzielte er persönlich und mit von ihm angeleiteten Kollektiven vorbildliche Ergebnisse.

Seine hohe politische und fachlich-operative Bildung und praktische Erfahrung in der Bearbeitung gegnerischer Objekte und Parteien führten zu außerordentlich wertvollen Kenntnissen über deren Pläne und Absichten. Unter seiner Anleitung gelang es, mit nachrichtendienstlichen Quellen bedeutsame Positionen einzunehmen, und mit deren Informationen konnte ein tatsächlicher Beitrag zur Erhaltung des Friedens und zur Entspannung geleistet werden. Dass die HVA unter den weltweit agierenden Nachrichtendiensten einen Spitzenplatz einnahm, ist auch mit dem Namen Werner Großmann verbunden.

Großmann war in seinen Dienststellungen ein geachteter, korrekter, fordernder Leiter, der sich durch Sachkenntnis, politisches Urteil und Konsequenz Anerkennung unter den Mitarbeitern und Leitern erwarb. Seine Beurteilung der Ergebnisse war durchaus kritisch, auch auf Leitungsebene hielt er mit seiner Meinung nicht zurück. Von seinen Kollegen und Untergebenen wurde er wegen seiner einfachen und direkten Art sehr geschätzt. Überheblichkeit und Anmaßung waren ihm fremd. Er führte und hörte kollegial zu und stand stets hinter seinen Leuten.

Fortsetzung im nächstem Beitrag
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
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Re: Nachruf Werner Großmann

Beitragvon andr.k » 30. Januar 2022, 17:04

Nach dem Untergang der DDR galt seine große persönliche Sorge den verfolgten Agenten im ehemaligen Operationsgebiet und auch den Mitarbeitern der Zentrale in der DDR. Vielfältig waren seine Initiativen, sein öffentliches Agieren, sein Eintreten für Gerechtigkeit und gegen Hetze und Verleumdungen. In Interviews und Publikationen setzte er sich vehement für die Verbreitung der Wahrheit ein. Viele der ehemaligen Kundschafter verband in diesen Jahren eine enge Freundschaft mit Großmann. Anlässlich seines Todes schrieb uns z. B. einer von ihnen, Klaus von Raussendorff, folgende Zeilen:

"Ich bewunderte ihn für seine unerschütterliche, aufrechte Haltung, die immer zu spüren war, wenn er sich in der Öffentlichkeit zu Fragen unserer früheren Tätigkeit äußerte. Er war immer noch unser Chef. Man konnte zu ihm aufschauen. Das bestärkte uns in dem Gefühl, einem Nachrichtendienst angehört zu haben, der in einzigartiger Weise auf Solidarität und gemeinsamer Überzeugung beruhte, und wir können zu Recht sagen: 'Wir haben der Sache des Friedens und des Sozialismus gedient.' Werner gab uns Rückhalt. Ich werde seinen stets heiteren, gelassenen Gesichtsausdruck nie vergessen. Seine Stimme war klar. Was er sagte, klang wie selbstverständlich. Er war ein außergewöhnlicher Mensch."

Die von einschlägigen Kreisen immer wieder in den Medien platzierten Gerüchte, die Großmann aller möglicher Vergehen beschuldigten, erwiesen sich alle als hinterhältiger Rufmord. Selbst die westliche Generalbundesanwaltschaft konnte ihm nach akribischer Durchsuchung der DDR-Archive und Anhörung von Zeitzeugen keine Schweinerei zur Last legen.

Da sähe es mit dem BND ganz anders aus, wenn auch nur ein Bruchteil von dessen Akten an die Öffentlichkeit käme. Zur Erinnerung: Die HVA wurde aus gestandenen Antifaschisten gegründet, die aktiv entweder in russischer Uniform oder in Zivil im Ausland oder im Untergrund gegen die Nazis gekämpft hatten. Der BND war mit US-Hilfe aus einem Sammelsurium von Kommunisten- und Russenhassern, aus alten Nazis, Gestapo-Schergen und SS-Killern gegründet worden. Etliche diese Kriegsverbrecher tummelten sich noch in den 1970er-Jahren im BND.

Großmann konnte am Ende auf ein arbeitsames, erfolgreiches und erfülltes Leben zurückblicken, das wie überall auch seine Höhen und Tiefen hatte. Was die Tiefen betrifft, so teilten wir seine Trauer über das Scheitern unseres Versuchs, in der DDR dauerhaft eine florierende und gerechtere Gesellschaft ohne Ausbeutung und Kriegstreiber aufzubauen. Aber dieses Streben der Menschen nach einer solchen Gesellschaft ist mit dem Verschwinden der DDR nicht gestorben. Angesichts der in den letzten 30 Jahren gemachten Erfahrungen im entfesselten, real existierenden Kapitalismus kann weltweit beobachtet werden, dass das Pendel der historischen Entwicklung wieder zurückzuschwingen beginnt.

Lieber Werner, sei gewiss: Das war nicht das Ende der Geschichte!

Quelle: https://de.rt.com/inland/130734-nachruf ... fklaerung/
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 30. Januar 2022, 17:25

Ist es richtig, dass Großmann in der Oberseestraße wohnte, er im Zweifamilienhaus unten, Markus Wolf über ihm? [flash]
Aber in der Normannenstraße saß Großmann über Wolf, im 10. Stock?
Und trotzdem behauptet G. später, dass er Wolf nicht wirklich kannte!

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Danny_1000 » 30. Januar 2022, 17:30

Man soll ja über Verstorbene nichts Schlechtes reden. Ich kannte ihn zu DDR- Zeiten gar nicht. Und in den letzten 30 Jahren habe ich das eine oder andere Statement von ihm gehört. In Erinnerung bleibt mir hier seine Sachlichkeit und Nüchternheit.

Woher Rainer Rupp (einer der Verfasser des Artikels auf RT deutsch) allerdings seinen Optimismus bezieht, dass Pendel der historischen Entwicklung wieder zurück zu schwingen beginnt, weiß wohl nur er.

Ansonsten habe ich für Geheimdienste nicht allzuviel übrig. Sie waren und sind ein nicht wirklich kontrollierbares Machtinstrument des herrschenden Staates - hüben wie drüben.
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon augenzeuge » 30. Januar 2022, 17:56

Großmann unterlief Ende 1989 ein großer Fehler. Er ernannte Oberst Heinz Busch, Militärexperte und erster Absolvent des MfS an der Moskauer Militärakademie, ab 1972 lehrte er an der Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam-Eiche, zum Beauftragten der HVA am Zentralen Runden Tisch, um in einer reformierten DDR den Geheimdienst in neuer Form und möglichst ungeschoren fortbestehen zu lassen, zumindest aber Zeit zu gewinnen.

Der ehrgeizige Oberst war auf Parteiveranstaltungen als glänzender Agitator aufgefallen; seit 15 Jahren Vertreter des Leiters der Abteilung „Auswertung und Information, er kannte, da er in der Auswertung der Spionage-Erkenntnisse arbeitete, keine Kundschafter im Westen mit Klarnamen.

Am 15.1.90 saß er schon beim BND in München. Mehrere Agenten wurden enttarnt. Sein prominentestes Opfer: Rainer Rupp.
Genau das hatte Großmann vermeiden wollen.

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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon Olaf Sch. » 30. Januar 2022, 18:20

Ach da bekommt der verstorbene Chef ne Laudatio von einem ehemaligen Angestellten?!

Danny hats gut zusammengefasst. Wobei der BND keinesfalls mit der Stasi oder KGB vergleichbar ist. Die CIA hat auch Leichen im Keller. Der KGB Katakomben vollgestapelt. Und eines wollen wir hier auch nicht vergessen, der Herr General war Befehlsgeber und Empfänger eines Unrechtstaates.
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Re: Der letzte Spionagechef der DDR :GO W. Großmann

Beitragvon steffen52 » 30. Januar 2022, 18:37

AkkuGK1 hat geschrieben:Ach da bekommt der verstorbene Chef ne Laudatio von einem ehemaligen Angestellten?!

Danny hats gut zusammengefasst. Wobei der BND keinesfalls mit der Stasi oder KGB vergleichbar ist. Die CIA hat auch Leichen im Keller. Der KGB Katakomben vollgestapelt. Und eines wollen wir hier auch nicht vergessen, der Herr General war Befehlsgeber und Empfänger eines Unrechtstaates.

Also ihm nun nachtrauern muss man nun nicht unbedingt. Aber da gibt es heute auch genug Leute wo sich die Trauer in Grenzen hält! [blush]
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