von Beethoven » 16. August 2021, 12:49
Ich hoffe, dass es nicht zu spät ist und das alle, ob Soldaten, Helfer oder Familien unbeschadet zurück kommen.
Wenn ich nur an die Kinder der Helfer denke und an deren Frauen, die es vielleicht nicht schaffen, wird mir ganz übel.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/afghanistan-wie-die-bundeswehr-nun-helfen-soll/ar-AANn9qt?ocid=msedgdhp&pc=U531
Die Truppe soll rasch "so viele Menschen wie möglich" aus Afghanistan rausholen, sagt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Die Besatzung der Maschinen müssen auch auf Angriffe gefasst sein.
Rettungstransporter: Diese Maschine hob am frühen Morgen auf dem Fliegerhorst Wunstorf Richtung Kabul ab.© Hauke-Christian Dittrich/dpa Rettungstransporter: Diese Maschine hob am frühen Morgen auf dem Fliegerhorst Wunstorf Richtung Kabul ab.
Wie die Bundeswehr nun helfen soll
Gegen 7 Uhr morgens hob am Montag der erste A-400M-Militärtransporter im niedersächsischen Wunstorf ab. Das Ziel: Kabul. Mit diesem Flug startete eine der größten Rettungsaktionen der Bundeswehr für Deutsche in Krisengebieten. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte wenige Stunden zuvor ein paar Worte auch speziell an die Soldaten gerichtet: "Es ist ein gefährlicher Einsatz, in den wir sie jetzt schicken", sagte sie. Der Auftrag sei klar: deutsche Staatsbürger auszufliegen, und darüber hinaus "Ortkräfte und weitere gefährdete Personen". Derzeit gibt es laut Auswärtigem Amt am Flughafen der afghanischen Hauptstadt wegen der chaotischen Zustände keine Flugbewegungen. Auch der Zugang zum Flughafen sei unübersichtlich.
Niemand kann sagen, um wie viele Menschen es am Ende tatsächlich gehen wird. Das hängt auch von der Lage ab. Solange es die Möglichkeiten erlaubten, sollen, sagte Kramp-Karrenbauer, "so viele Menschen wie möglich aus Afghanistan" herausgebracht werden. Konkret heißt das: Solange der Flughafen in Kabul seinen Betrieb aufrechterhalten kann und die neuen Machthaber in Kabul, die Taliban, der bisherige Feind, solche Flüge zulassen.
Für die Besatzungen der Maschinen heißt das: Sie müssen auf alles gefasst sein, Angriffe vom Boden etwa. Die Bundeswehr setzt Flugzeuge ein, die sich gegen Raketenbeschuss wehren können. Alle hoffen, dass es soweit nicht kommt. Aber Kramp-Karrenbauer sagte, die Bundeswehr sei auch auf "extreme Lagen" eingestellt.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Truppe zu einer solchen Rettungsmission aufbricht. Beim Zusammenbruch in Albanien im März 1997 flogen deutsche Soldaten bei der "Operation Libelle" etwa 100 Menschen aus Tirana aus. Dabei kam es zu einem Schusswechsel. 2011 wurden bei der "Operation Pegasus" bedrohte Deutsche und Bürger anderer Staaten aus Libyen gebracht, insgesamt 132 Personen.
Die Dimension ist dieses Mal eine andere. Der Rettungsplan sieht vor, eine Art Luftbrücke einzurichten. In der usbekischen Hauptstadt Taschkent soll eine temporäre Drehscheibe eingerichtet werden. Dort - so der Plan - steigen die Passagiere von den militärischen in zivile Maschinen um, um die letzte Etappe nach Deutschland anzutreten.
Fallschirmjäger sollen die Aktion absichern
Nach derzeitigen Planungen will die Bundeswehr insgesamt vier Flugzeuge einsetzen, drei A-400M mit Platz für jeweils 114 Passagiere, die alle am Montagvormittag gestartet waren, und einen Transporter vom Typ A-310. Spezialkräfte der Bundeswehr, besonders geschulte Fallschirmjäger, werden die Mission absichern.
Am Sonntag war das Personal der deutschen Botschaft an den militärisch gesicherten Teil des Flughafens in Kabul verlegt worden. Außenminister Heiko Maas (SPD) zufolge sollte noch ein Teil von ihnen am Sonntag ausgeflogen werden. In der Nacht zu Montag landeten 40 Mitarbeiter der deutschen Botschaft mit einem US-Flugzeug in Doha im Golfemirat Katar.
Etwa 100 weitere Deutsche, die teils bei der Botschaft beschäftigt waren, warten offenbar weiter auf Hilfe. Was die Zahl der Ortskräfte angeht, die ausgeflogen werden sollen, gehen die Einschätzungen weit auseinander. Die Bundeswehr hatte bereits einen großen Teil ihrer ehemaligen Helfer gerade noch mit Papieren versorgen können, so dass etliche selbst noch rechtzeitig das Land verlassen konnten. Aber noch immer dürften weit mehr als 1000 Ortskräfte, die für deutsche Institutionen tätig waren, verzweifelt auf ihre Ausreise warten, Familienangehörigen nicht mitgerechnet.
Nimmt man die Äußerungen von CDU-Chef Armin Laschet zur Grundlage, der am Montag forderte, die Luftbrücke auch auf aktive Frauen- und Menschenrechtlerinnen, Aktivistinnen, Bürgermeisterinnen und andere auszuweiten, könnten schnell einige tausend Personen in Betracht kommt. Aber das Zeitfenster droht sich zu schließen.
Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch ein Mandat für den Hilfseinsatz der Bundeswehr beschließen. Das Parlament soll die Mission nachträglich billigen. In Ausnahmesituationen ist ein solches Vorgehen möglich. Im Parlamentsbeteiligungsgesetz heißt es wörtlich: "Einsätze bei Gefahr in Verzug, die keinen Aufschub dulden, bedürfen keiner vorherigen Zustimmung des Bundestages." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte allerdings am Sonntag die Fraktionsvorsitzenden über das geplante Vorgehen informiert. Der Grünen-Politiker Tobias Lindner sagte der Süddeutschen Zeitung: "Man kann nur hoffen, dass möglichst viele Ortskräfte noch rausgeholt werden."
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.