Erinnerungen an die Wende

Alle Themen die eine Bezug zur Wende und Grenzöffnung haben. Persönliche Erlebnisse, Gedanken aus dieser Zeit, Dokumente und ähnliches.

Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Franz » 22. Mai 2020, 19:03

Nostalgiker hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Mir ging es also nicht darum, warum die Macht bestehen konnte, und weshalb sie zu Ende ging. Sondern um den Zusammenhang der Aufrechterhaltung des Machterhaltes zum entwickelten "Gang" des Volkes. Wenn das zu anspruchsvoll sein sollte, versteh ich das.

Das ist nicht anspruchsvoll, sondern du verkennst oder leugnest die subtile Einflussnahme des "freien" Westens auf die Entscheidungen der Völker/Nationen/Staaten des Ostblocks.


Nostalgiker, ich verstehe deine Antwort, als auch den Zusammenhang auf Augenzeuges Frage, nicht.

Ihm geht es um den aufrechten Gang des Volkes, der vom Volk selbst immer bemängelt wurde. Aber du unterstellst einen westlichen Zusammenhang bzw. Einfluss dieses Ganges, das entspricht doch nicht den Geschehnissen von 1989. Als die DDR Bevölkerung, m.E. war es Stefan Heym, erkannte, dass sie von der herrschenden Klasse ernst genommen werden musste, fand man seinen Stolz, seinen Mut, seine Zuversicht wieder. Ohne das es eine Einflussnahme aus dem Westen gab. Denn die gab nicht. Einige Oppositionelle aus dem Westen halfen nur, dass die Wahrheit nicht zur Lüge verformt werden konnte.

Augenzeuge hat mit der Frage einen wichtigen Kern des Systems getroffen. Mit Mauer, Stacheldraht und Bevormundung war die Aufrichtigkeit verloren gegangen. Unterstützt wurden nur noch Ja-Sager. Zweifler oder Nein-Sager wurden ins Abseits gestellt. Abgeduckt versuchte jeder seine Zuklunft zu meistern. Wer seine Verwandten im Westen sehen wollte, musste zum Bittsteller werden, musste einknicken. Wer wundert sich da, dass die Jugend nicht mehr mitmachte und wegging? Das war absehbar.

Der aufrechte Gang entstand durch die DDR Bürger selbst, er konnte erhalten bleiben, weil Gorbatschow am Ende die militärische Untertstützung der SED verweigerte.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Ari@D187 » 22. Mai 2020, 19:42

augenzeuge hat geschrieben:[...]Mir ging es also nicht darum, warum die Macht bestehen konnte, und weshalb sie zu Ende ging. Sondern um den Zusammenhang der Aufrechterhaltung des Machterhaltes zum entwickelten "Gang" des Volkes. [...]

Bei letzterem sehe ich keinen Zusammenhang. Am 17. Juni 1953 konnte "das Volk" bereits aufrecht gehen und versuchte eine Revolution anzuzetteln. Die Befreiungsmacht hatte jedoch etwas dagegen, die Winde standen sozusagen schlecht, um mal bei diesem Bild zu bleiben. Zur Aufrechterhaltung der Macht bedurfte es also der vollen Unterstützung der befreundeten Befreiungsmacht.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 22. Mai 2020, 20:19

Ari, der aufrechte Gang wurde den Menschen nach 1953 genommen.

AZ
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Volker Zottmann » 22. Mai 2020, 21:27

Ich bin voll der Auffassung des Augenzeugen.
Und bewundernswert, wie Franz es erfast hat, mit so wenigen Worten.

Rückblickend muss man dem Stefan Heym voll zustimmen. Man hat das ja selbst verspürt.
Wenn ich an mich selbst denke. Nie an den Kommunistenmist geglaubt, aber gespürt, dass man ohne geheuchelte, wenigstens halbherzige Zustimmung nicht eine einzige Stufe gesellschaftlich oder beruflich aufklettern kann. Ich bin trotz ernsthafter Gespräche mit meinem kommunistischen Schwiegervater, der sich 1973 schon verraten vorkam und mich des halb inständig warnte, je in die SED einzutreten, trotzdem rein. Genau in dem Moment, wo man mir unmissverständlich klarmachte , dass es eine Meisterstellung im WBK nur mit SED-Abzeichen gibt. So verkam auch ich zum Mitäufer, der nie politisch auftrat, nur seinen Beitrag abdrückte. Gestützt hat aber auch diese Passivität das System.

Im Herbst 1989 aber, da kam meine wirkliche Befreiung. Ja, der aufrechte Gang, bei mir und bei tausenden Anderen gleichzeitig. Und zwar in dem Moment, als wir in Quedlinburg im gewaltigen Demonstrationszug unsere tausenden Kerzen vor der SED-Kreisleitung auf den ewig langen Mauersockel klebten.
Innen sah man durch schäbige, kaputte Holzrollos, dass noch Licht brannte und die feige Brut nicht den Schneid hatte, vor die Tür zu treten.
Genau da haben wir gemerkt, welche Kraft wirklich im Volk steckt. Wir spürten, dass die uns nie mehr stoppen können.
Deshalb läuft einem heute noch ein Schauer den Rücken runter, wenn ich an diese vielen Demos denke. Als absolute Krönung dann der Berliner Alexanderplatz. (Ich sahs im TV) Da war mir klar, dass die DDR Geschichte ist.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Ari@D187 » 22. Mai 2020, 21:37

augenzeuge hat geschrieben:Ari, der aufrechte Gang wurde den Menschen nach 1953 genommen.

AZ

Was völlig irrelevant für den Machterhalt war, solange die befreundete Schutzmacht die DDR-Mächtigen unterstützte und an der Macht hielt. Siehe Rückblick auf 1953.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 22. Mai 2020, 21:45

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Ari, der aufrechte Gang wurde den Menschen nach 1953 genommen.

AZ

Was völlig irrelevant für den Machterhalt war, solange die befreundete Schutzmacht die DDR-Mächtigen unterstützte und an der Macht hielt. Siehe Rückblick auf 1953.

Ari


Ari, es geht mir nicht allein um die Macht, es geht um den aufrechten Gang, wie er verschwand! Warum war er 1953 noch vorhanden, 15 Jahre später nicht mehr?
Wie konnte es sein, dass diese Entwicklung einsetzte?

1958/59 gab es die erste Filmzensur in der DDR. Weitere folgten. Was lösten diese Verbote aus? Fürchtete man sich immer mehr vor allen Dingen, welche auch nur im Entferntesten die Macht der SED infrage stellen konnten? Diese Entwicklung begann schleichend, und setzte sich immer mehr durch. Bis es einer Generation zuviel wurde.

AZ
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Volker Zottmann » 22. Mai 2020, 22:30

Schleichend ist das richtige Wort!
Selbst bei innerbetrieblichen kritischen Reden hörte man zuweilen als Einleitung zu Kritiken immer erst einen selbst auferlegten Lobgesang auf bereits "Erreichtes". Fast alle Redner, die mal Kritik übten, hatten stets im Hinterkopf, nichts auf die Spitze zu treiben. So manifestierte sich ein DDR-eigener "Sprech", der mit normalen freien Reden absolut nichts mehr zu tun hatte.
Diese ganze Scheiße schlagartig abstreifen zu können, war wahrlich eine Befreiung.
Verklemmt verbohrte Altkader haben das bis heute nie selbst erlebt. Die bemerken ihr alterlerntes didaktisches Geseier gar nicht mal.

Gruß Volker
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Nostalgiker » 23. Mai 2020, 06:34

Volker Zottmann hat geschrieben:
Verklemmt verbohrte Altkader haben das bis heute nie selbst erlebt. Die bemerken ihr alterlerntes didaktisches Geseier gar nicht mal.

Gruß Volker


Da hast du aber schöne, sinnbefreite Sätze geklöppelt .........
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Beethoven » 23. Mai 2020, 06:40

Nostalgiker hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Übrigens war es weder eine Wende noch eine Halse. Die " Wende " versprach Egon Krenz im Oktober 1989 einzuleiten! Wer aber Wende sagt oder schreibt, der vermeidet das Wort Revolution.... [denken]

Das ist nämlich das treffende Wort. Es war eine Friedliche Revolution...... [super]


da hast du aber einen kleine Zusatz vergessen:

Konterrevolution heißt es üblicherweise wenn eine "Revolution" oder "Putsch" die vorhergegangenen gesellschaftlichen Verhältnisse restauriert.
Aber das kannst du nicht verstehen,


Ha. Muss ich doch schon wieder den Beitrag vom sich "Interessierter" Nennenden lesen. [hallo]

Ich sehe das so. Eine Revolution ist ein schneller Wandel vom alten zum Neuen hin. Die R. kann friedlich oder mit Gewalt durchgeführt werden.
Meiner Meinung nach aber da kann ich durchaus auch falsch liegen, ist eine Revolution immer mit Fortschritt verbunden. Ansonsten ist es wohl eher ein Putsch oder Umsturz.

Nun kann man, so man der Revolutionstheorie Lenins glauben schenkt (was hier sicherlich nicht allzu viele tun) nur zu dem Schluss kommen, dass der Sozialismus ala DDR, wenn wir meinen, dass das
"Zusammenklatschen" der BRD und der DDR eine Revolution war, eine niedere Gesellschaftsformation als der Kapitalismus war. Dem würde ich mich aber nicht anschließen.

Ganz sicher haben große Teile des Volkes die Umwandlung gewollt und die BRD hat das "Geschenk DDR" gerne angenommen. Es fiel ihr ja in den Schoss.

Eine Revolution war es m.M.n. ganz sicher nicht.
Die DDR hat durch verfehlte Wirtschaftspolitik, sicherlich auch den wirtschaftlichen, politischen Verhältnissen im Block, es nicht geschafft, die über die Grundbedürfnisse hinaus gehenden Wünsche großer Bevölkerungsteile der DDR zu erfüllen. Ob diese nun wirtschaftlicher Natur oder auch politischer Natur waren sei mal dahin gestellt.

Hoch anzurechnen ist m.M.n., dass die Machthaber in der DDR, die Verhältnisse nicht mit Waffengewalt aufrecht erhalten haben, sondern sich dem Volk gebeugt haben. Sicherlich hat der wirtschaftliche und politische Rückzug der damaligen Sowjetunion und die Anbiederung des Herrn Gorbatschow an den Bundeskanzler, dazu bei getragen. Den Sowjets ging es aus den o.g. Gründen ja auch nicht so toll. Der wirtschaftliche Krieg mit der stärksten ökonomischen Macht der Welt, den USA, trieben die SU ja an den Rand des Ruin.
All das sind Fakten, die das "Zusammenklatschen" der beiden deutschen Staaten zur Folge hatten.

Bei einer Revolution, die vom eigenen Volk ausgeht, wird eine neue, höhere Stufe der Gesellschaftsordnung erreicht, sollte man meinen.
Aber das war in der DDR nicht so. Es wurde eine höher, persönlich wirtschaftliche Stufe erreicht, dass ist bei den meisten Bürgern der DDR unbestritten. Aber gesellschaftlich wurde keine höhere Stufe erreicht sondern ein Rückschritt in den Kapitalismus begangen.

Insofern ist es keine Revolution gewesen, auch wenn man das heute gerne so nennt, weil es sich so schön anhört.
Aber was solls? Wir leben damit und zwar, jedenfalls die Meisten, recht gut damit.

Freundschaftlich
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Interessierter » 23. Mai 2020, 07:31

Zitat Interessierter v. 22.5.12,14 Uhr:
Um so erstaunlicher ist es, teilweise noch heute ehemalige SED - Diktatur - Diener zu hören, denen diese angeblich positiven Seiten wichtiger waren als die vielen fehlenden persönlichen Freiheiten und permanenten Verletzungen der Menschenrechte.


Erstens musst du meine Beiträge weder lesen noch darauf eingehen. Du machst dich erneut lächerlich, wenn du vorgibst einen User zu ignorieren, ohne dir über Sinn und Bedeutung des Wortes klar zu sein. Wenn dann ausgerechnet du in deiner Signatur vom " gebildeten Soldaten " schreibst, dann kann man mMn dich ganz sicher nicht dazuzählen..... [flash]

Bei einer Revolution, die vom eigenen Volk ausgeht, wird eine neue, höhere Stufe der Gesellschaftsordnung erreicht, sollte man meinen.
Aber das war in der DDR nicht so. Es wurde eine höher, persönlich wirtschaftliche Stufe erreicht, dass ist bei den meisten Bürgern der DDR unbestritten. Aber gesellschaftlich wurde keine höhere Stufe erreicht sondern ein Rückschritt in den Kapitalismus begangen.


Mit solchen Äußerungen stellst du dich selbst als " ewiggestrigen Wendehals " dar, der die Gegebenheiten in Deutschland nutzt, sein Vermögen zu mehren. Du nutzt aber auch die für dich neuen, vielen Möglichkeiten beispielsweise von Reise- und Meinungsfreiheit und wagst es unverschämterweise zu behaupten es hätte keinen Fortschritte gegeben? Mit deiner hier stetig geübten Kritik an unserem Staat, wärst du in deiner SED - Diktatur schon längst " eingefahren "!

Danke für deine Selbstdarstellung...... [laugh]
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. Mai 2020, 07:45

Aber gesellschaftlich wurde keine höhere Stufe erreicht sondern ein Rückschritt in den Kapitalismus begangen. 


Auf welcher Basis legst du das fest? Der reale Sozialismus war ein volkspolitischer Irrweg, weltweit.

Er hat die Bürger zur Geiselhaft verdonnert, solange sie arbeiten können. Er hat die Bürger mehrheitlich der Chancen des Lebens beraubt. Und trotz aller irreführenden politischen Bildungsmaßnahmen schaffte er es nicht, die von ihm erzogene Jugend zu überzeugen. Und das soll eine höhere Stufe gewesen sein?

Gerade in der derzeitigen Krise hat das kapitalistische System deutlich gemacht, dass es sich volkspolitisch auf einer Stufe befindet, welche für den Realsozialismus unerreichbar ist.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon AkkuGK1 » 23. Mai 2020, 07:55

ich finde Beethovens Beitrag inhaltlich eine völlig falsche Sichtweise auf die Geschichte.

Anbiederung Gorbatschows an den Westen, soso - eine Weiterführung des Kalten Krieges mit dem Risiko, dass dieser schnell zum nuklearen Ende der Menschheit führen kann, wäre dir also lieber gewesen?

Gesellschaftliche Weiterentwicklung gab es, von einer Diktatur (die nicht vom Volk legitimiert war) in eine Demokratie (die vom Volk legitimiert war - obwohl das nach Deiner Ansicht und des Nostalgikers nur eine verblendete dumpfe Minderheit war), das das Wirtschaftssystem kapitalistisch ist, steht doch auf einem anderen Blatt, wenn du die Mehrheit für eine "Alternative!" findest, mach doch.

Leg mal die Scheuklappen ab!
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Nostalgiker » 23. Mai 2020, 08:10

Greise mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen verstehen so vieles nicht und äußern dann Unsinn. Zudem greifen sie in Ermanglung von Argumenten in ihrer Hilflosigkeit den "Kontrahenten" auf übelste Weise persönlich mit absurden Vorwürfen und Unterstellungen an.

Das ist wohl die sogenannte Sachlichkeit welche hier kürzlich ein User so lobte.

--------------------------------------------------------------------------------------------
Eine Restauration von privatkapitalistischen Verhältnissen kann wohl kaum als Fortschritt gedeutet werden.

Übrigens wird die Wiederherstellung der alten Eigentumsverhältnisse auf dem Gebiet der DDR nach 1989 bei allen Jubelartikeln über neu gewonnene "Freiheiten" immer vergessen.
Sehr viele Menschen waren nach 1990 sehr frei, so ungefähr 5 Mio. waren sogar frei von Arbeit und konnten sich der Freiheit des Reisens widmen, so sie denn das nötige Geld dafür hatten ......

Zum Thema ein interessanter aber längerer Artikel aus 'kreuzer online'; Die verlorene Revolution
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Kumpel » 23. Mai 2020, 08:37

Nun ja Beethoven , `` Zusammengeklatscht`` .
Wenn es dir mit diesem Begriff besser geht. Fakt ist , der Suppentopf war leer. Diese ganzen sozialen Wohltaten mit denen man sich die Akzeptanz der Bevölkerung der DDR über Jahre erkauft hatte waren nicht mehr zu finanzieren.
Die Notwendigkeit , sich einen Inlandsgeheimdienst zu leisten , der in seinen Dimensionen auf die Bevölkerung gerechnet den der SU übertraf spricht für sich und für eine fehlende Legitimation durch das Volk.
Die Führung der DDR lebte noch mental in ihrer Widerstandszeit gegen die Nazis und hatte schlichtweg kein Konzept für ein Danach. Das heißt , wie hätte es nach einer Niederschlagung weiter gehen sollen?
Es war somit kein Verdienst sich `` zu beugen `` , sondern lediglich das Anerkennen einer ausweglosen Lage.
Das die Führung der DDR im Stande gewesen wären diese Unruhen mit Gewalt nieder zu schlagen ist völlig klar. Da hätten auch keine Kerzen geholfen.
Man hatte sich ein Volk von loyalen Mitläufern , Nutznießern und Angepassten heran gezogen und war plötzlich erschrocken wie unzufrieden die doch eigentlich waren.
Hätte man im Politbüro Jahre vorher die Berichte der Stasi aufmerksamer gelesen und ernst genommen
wäre der Schock nicht so groß gewesen.
Dann doch besser den ganzen Laden für eine symbolische Mark verscherbeln und von jemand anderen sanieren lassen.
Damit hatte die DDR im ehemaligen Ostblock übrigens ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Transferleistungen der westdeutschen Steuerzahler waren gigantisch und sind es durch den Länderfinanzausgleich heute noch.
Man darf sich auch heute noch den Lebensstandard in den ehemaligen Ostblockstaaten betrachten wie es ist , wenn kein reicher Vetter vorhanden ist der einem seine Bruchbude saniert.

Was die in deinen Augen anbiederische Haltung Gorbatschows angeht , ist zu bedenken , dass nicht allein der Rüstungswettlauf zum Niedergang der SU beigetragen hat , sondern eine völlig verfehlte von Korruption durchsetzte Wirtschaft, die kaum noch im Stande war die eigene Bevölkerung zu ernähren.
Das hatte nicht Gorbatschow zu verantworten , sondern seine Vorgänger. Gorbatschow stand mit dem Rücken zur Wand und um die Sowjetunion zu retten blieb ihm kaum eine andere Wahl , als den Satellitenstaaten eine lange Leine zu lassen und sich dem Westen wie du es nennst anzubiedern.
Ungarn hatte seine Sperranlagen nicht abgebaut um DDR Bürger raus zu lassen , sondern um Kredite aus dem Westen zu bekommen. Kohl hat dann nochmal einen drauf gelegt und die DDR Bürger konnten gehen.
Dass Gorbatschow die Sache aus diesem Machtvakuum heraus dermaßen um die Ohren fliegen würde hatte er so sicherlich nicht auf dem Schirm.
Zuletzt geändert von Kumpel am 23. Mai 2020, 08:53, insgesamt 1-mal geändert.
'' Es war von vorn bis hinten zum Kotzen, aber wir haben uns prächtig amüsiert.''
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Kumpel » 23. Mai 2020, 08:41

augenzeuge hat geschrieben:
Gerade in der derzeitigen Krise hat das kapitalistische System deutlich gemacht, dass es sich volkspolitisch auf einer Stufe befindet, welche für den Realsozialismus unerreichbar ist.

AZ


Vorsicht, der Keks ist noch nicht gegessen.
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon karnak » 23. Mai 2020, 08:47

Edelknabe hat geschrieben:Karnak mit dem hier:

"Dabei haben wir noch Schwein gehabt, dass es was gab zu dem wir beitreten konnten, sonst wäre es wesentlich bitterer geworden."Textauszug ende

Du meinst Karnak, diese da Drüben in Westdeutschland waren selber zu dem Zeitpunkt vor 1989 vollkommen ab...herunter gewirtschaftet(Stichwort "Zyklische Krise des Kapital)und brauchten somit den Beitritt der DDR wie die Luft zum Atmen? Eben um ihr jahrelang produziertes Überangebot loszuwerden, im Beitrittsgebiet ....unserer DDR eben? Ja Mann, ich denke das auch.Weil, die kippten uns ja dann sinngemäß zu, mit diesem Über- Konsum. Und wir nahmen es noch dankbar an. Verrückt eigentlich aber so war das wohl.

Rainer Maria

Das vielleicht auch, aber stell Dir doch vor wir hätten uns vom DDR Niveau, einschließlich der ganzen teilweise irrwitzigen Subventionen die einfach nicht mehr zu halten gewesen wären der Weltwirtschaft und den dort herrschenden Wettbewerbsbedingungen zu stellen gehabt. Wir hätten Jahrzehnte gebraucht um uns da ranzukämpfen, nur möglich mit massivem Beschneiden der Lebensbedingungen der Bevölkerung und das alles bei offenen Grenzen. Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass es viele gegeben hätte die so verliebt in die DDR waren, dass sie diese Mühsal über viele Jahre auf sich genommen hätten. Jeder der irgendwo eine bessere Chance vermutet hätte, hätte sich natürlich auf die die Socken gemacht, nicht viel anders als die heute so geschmähten" Zugereisten".
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Volker Zottmann » 23. Mai 2020, 08:51

Beethoven hat geschrieben:Hoch anzurechnen ist m.M.n., dass die Machthaber in der DDR, die Verhältnisse nicht mit Waffengewalt aufrecht erhalten haben, sondern sich dem Volk gebeugt haben.
Freundschaftlich


Genau das ist auch Unsinn!
Krenz hätte lieber dazwischen gedroschen, so wie die Chinesen, die er im Sommer noch bejubelte.
Einziger Grund, dass sich das Politbüro zurückhielt ist, dass die Russen nicht mehr unterstützend dabei waren.
Krenz und Konsorten wussten, dass sie ihr eigenes Leben ausgehaucht hätten, wenn sie mörderische Befehle gegeben hätten.
Und was machst Du in Verblendung dieser Tatsachen? Du bejubelst diese Staatsverbrecher noch heute als Helden.
Es sind teils verurteilte Totschläger. Mit sowjetischem Beistand wären die alle Mörder geworden.

Gruß Volker
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. Mai 2020, 08:57

Nostalgiker hat geschrieben: Die verlorene Revolution


Da staunt jetzt Beethoven: [grins]
Einige sagen, die Geschehnisse von 1989 seien gar keine Revolution gewesen. Doch das stimmt nicht ganz. Es gab eine Revolution auf den Straßen der DDR. Sie brauchte einige Jahre um zu reifen und als sie dann ausbrach währte sie nur kurz.


Nostalgiker, dir gefällt der Artikel? Lässt tief blicken!

Der Autor suggeriert, dass man mit der Wiedervereinigung locker hätte warten können? Damit dokumentiert er fehlendes Praxiswissen.

Die Resultate dieser völlig überstürzten »Wiedervereinigung« spüren wir bis heute. Wir leben sogar in einer Zeit, in der sie das gesamte politische System der Bundesrepublik aus dem Gleichgewicht bringen.


Die größte Frechheit des Autors, er stellt die DDR Bevölkerung als unzurechnungsfähig dar. Und er treibt es auf die Spitze: 40 Jahre SED müssen dem Volk die Urteilsfähigkeit beraubt haben!

Kann man einer Bevölkerung – nach 40 Jahren Diktatur und Mangelwirtschaft, Eingesperrtsein – solch eine Entscheidung nur wenige Wochen nach einem derart großen historischen Umsturz wie dem Mauerfall überhaupt zumuten?
Oder andersherum: War die total emotionalisierte Bevölkerung der DDR im März 1990 politisch überhaupt zurechnungsfähig? Zurechnungsfähig genug für solch eine große Entscheidung? Wäre es nicht geboten gewesen, das Volk, den Souverän, erst mal zu sich kommen zu lassen? [laugh] Ihm ein Mindestmaß an politischer Willensbildung im neuen System zu ermöglichen, bevor eine so weitreichende Entscheidung getroffen wird wie die der kompletten Auflösung des eigenen Landes in ein anderes?


Es ist wieder so, dass ein Drittel der Bevölkerung sich von Populisten mit hoch emotionalisierten Themen begeistern lässt. Die Zuwanderungsfrage gehört dazu, der Wolf, das Abendland, Umvolkung, Lügen und Verschwörungen überall.

Ein märchenhafter Begriff wie »Abendland« wird – im Falle der Pegida – von Zehntausenden erwachsenen Menschen als realer politischer Begriff akzeptiert, völlig ironiefrei. Das »Abendland«, das »Morgenland«, dazu der böse Wolf – neuerdings die garstige »Klima-Gretel« als AfD-Megathemen: Es sind die Märchen aus 1001 Nacht, mit denen im Osten mehrheitsfähige Politik gemacht werden kann. Das ist ja kein Witz, sondern Realität. Und Wahnsinn.


Der Autor verunglimpft alle, welche sich zuerst oppositionell betätigt haben!
[raus]
Was bei der Diskussion um den Herbst 89 und die Wende oft vergessen wird: Es waren Hippies, Künstler, Penner und DDR-Ökos, die mit den Protesten begonnen haben. Rocker waren dabei, Popper, Aussteiger, Langhaarige, Pazifisten, Menschenrechtler, Lebenskünstler.


Solche Leute hatte also die DDR? Und vor denen hatte die Stasi Angst?

Wer ist eigentlich dieser Autor?

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. Mai 2020, 08:59

Volker Zottmann hat geschrieben:Einziger Grund, dass sich das Politbüro zurückhielt ist, dass die Russen nicht mehr unterstützend dabei waren.
Krenz und Konsorten wussten, dass sie ihr eigenes Leben ausgehaucht hätten, wenn sie mörderische Befehle gegeben hätten.

Gruß Volker


Exakt so ist es korrekt.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. Mai 2020, 09:01

Kumpel hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Gerade in der derzeitigen Krise hat das kapitalistische System deutlich gemacht, dass es sich volkspolitisch auf einer Stufe befindet, welche für den Realsozialismus unerreichbar ist.

AZ


Vorsicht, der Keks ist noch nicht gegessen.


Das stimmt. Aber man darf doch die Möglichkeiten des Realsozialismus gegenüberstellen, wenn andere behaupten, jene wären eine höhere Stufe gewesen.
Jeder hier weiß doch, was der DDR in dieser Krise geblüht hätte.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. Mai 2020, 09:07

karnak hat geschrieben: aber stell Dir doch vor wir hätten uns vom DDR Niveau, einschließlich der ganzen teilweise irrwitzigen Subventionen die einfach nicht mehr zu halten gewesen wären der Weltwirtschaft und den dort herrschenden Wettbewerbsbedingungen zu stellen gehabt.


Absolut! Wie kann man die DDR erlebt haben und diese sehr wahrscheinliche Entwicklung nicht erkennen?

Da gibt es Leute, die verteufeln die Arbeitslosen von 1990 nach der Währungsunion, obwohl sie genau wissen, dass die Arbeitslosen in der DDR eigentlich schon lange vorhanden waren.

Und du Karnak bist das allerbeste Beispiel dafür, dass man in dieser Zeit mit einfachen Mitteln klar kommen konnte.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Kumpel » 23. Mai 2020, 09:35

Eines muss man ja sagen , es ist doch hin und wieder erfrischend die Ansichten von Linksintellektuellen Spinnern aus ihren Elfenbeintürmchen zu lesen. [flash]
'' Es war von vorn bis hinten zum Kotzen, aber wir haben uns prächtig amüsiert.''
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Volker Zottmann » 23. Mai 2020, 09:36

Nostalgiker hat geschrieben:Greise mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen verstehen so vieles nicht und äußern dann Unsinn. Zudem greifen sie in Ermanglung von Argumenten in ihrer Hilflosigkeit den "Kontrahenten" auf übelste Weise persönlich mit absurden Vorwürfen und Unterstellungen an.

Das ist wohl die sogenannte Sachlichkeit welche hier kürzlich ein User so lobte.

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Eine Restauration von privatkapitalistischen Verhältnissen kann wohl kaum als Fortschritt gedeutet werden.

Übrigens wird die Wiederherstellung der alten Eigentumsverhältnisse auf dem Gebiet der DDR nach 1989 bei allen Jubelartikeln über neu gewonnene "Freiheiten" immer vergessen.
Sehr viele Menschen waren nach 1990 sehr frei, so ungefähr 5 Mio. waren sogar frei von Arbeit und konnten sich der Freiheit des Reisens widmen, so sie denn das nötige Geld dafür hatten ......

Zum Thema ein interessanter aber längerer Artikel aus 'kreuzer online'; Die verlorene Revolution


Der Foren-Nostalgiker hat ja vorhin erst die 5 Millionen Freigesetzten nach der Wende dem Westen angelastet.
Billigste Polemik ist das. Wer da greisenhafte Wahnvorstellung hervorbringt, kann ja hier jeder lesen.

Jeder Normaldenkende und besonders alle Dabeigewesenen wissen, dass dieses Heer nur die Auswirkung von Honeckers Verschleißpolitik war.
Alle anderen Beiträge sind da wesentlich aufgeschlossener und ehrlicher in der Betrachtung der jüngsten deutschen Geschichte.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon AkkuGK1 » 23. Mai 2020, 10:07

karnak hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:Karnak mit dem hier:

"Dabei haben wir noch Schwein gehabt, dass es was gab zu dem wir beitreten konnten, sonst wäre es wesentlich bitterer geworden."Textauszug ende

Du meinst Karnak, diese da Drüben in Westdeutschland waren selber zu dem Zeitpunkt vor 1989 vollkommen ab...herunter gewirtschaftet(Stichwort "Zyklische Krise des Kapital)und brauchten somit den Beitritt der DDR wie die Luft zum Atmen? Eben um ihr jahrelang produziertes Überangebot loszuwerden, im Beitrittsgebiet ....unserer DDR eben? Ja Mann, ich denke das auch.Weil, die kippten uns ja dann sinngemäß zu, mit diesem Über- Konsum. Und wir nahmen es noch dankbar an. Verrückt eigentlich aber so war das wohl.

Rainer Maria

Das vielleicht auch, aber stell Dir doch vor wir hätten uns vom DDR Niveau, einschließlich der ganzen teilweise irrwitzigen Subventionen die einfach nicht mehr zu halten gewesen wären der Weltwirtschaft und den dort herrschenden Wettbewerbsbedingungen zu stellen gehabt. Wir hätten Jahrzehnte gebraucht um uns da ranzukämpfen, nur möglich mit massivem Beschneiden der Lebensbedingungen der Bevölkerung und das alles bei offenen Grenzen. Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass es viele gegeben hätte die so verliebt in die DDR waren, dass sie diese Mühsal über viele Jahre auf sich genommen hätten. Jeder der irgendwo eine bessere Chance vermutet hätte, hätte sich natürlich auf die die Socken gemacht, nicht viel anders als die heute so geschmähten" Zugereisten".


@Karnak - da gebe ich dir völlig Recht, wenn es das andere Deutschland nicht gegeben hätte, wäre das nicht so weich verlaufen. Die Mongolei hatte keine West-Mongolei. Die fielen 1991 in ein wirtschaftliches Loch. Stellt euch mal vor, die Heizung in den Neubauten funktioniert nicht und im Winter 91/92 hatten wir auch -20°C... das mal nur als kleines Beispiel.
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon pentium » 23. Mai 2020, 10:09

augenzeuge hat geschrieben:
Wer ist eigentlich dieser Autor?

AZ


ANDREAS RAABE
Geboren und aufgewachsen bin ich in Rostock an der Ostsee. Als Kind war ich Eisschnellläufer und vorbildlicher Jungpionier.

Ich war Dokumentarfilmer im Knast von Ueckermünde, Fotograf auf Mecklenburgs Fußballplätzen, Reporter an der Nordseeküste und ZDF-Mann in Berlin. Na ja, und irgendwann berief man mich zum Chef bei Deutschlands bestem Stadtmagazin. So siehts aus.

In Rostock studierte ich Philosophie und Politik, in Leipzig Journalistik (Dipl.) und Psychologie.

Auf Arbeit:

seit 2012 Chefredakteur beim kreuzer
2010 bis 2011 Redakteur bei der message – Internationale Zeitschrift für Journalismus
2009 bis 2011 CvD bei news.de
2008 & 2009 Volontär bei der Nordsee-Zeitung und den Cuxhavener Nachrichten
2006 bis 2012 Autor und Ressortleiter beim kreuzer
2006 Hospitant im ZDF-Landesstudio Berlin
2003 Dokfilm „geduldet“ (Regie)
2002 bis 2004 Pressefotograf für die Schweriner Volkszeitung (fester Freier), Ostsee-Zeitung, dpa
1999 bis 2002 fester Freier bei der Ostsee-Zeitung
1999 Dokfilm „sitzen“ (Regie, Schnitt)

http://andreasraabe.net/?page_id=27

...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Kumpel » 23. Mai 2020, 11:02

Geburtsjahr 78 , der Gute ist doch über das Trällern von Pionierliedern nicht hinaus gekommen , in der Verblichenen.
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. Mai 2020, 11:06

Kumpel hat geschrieben:Geburtsjahr 78 , der Gute ist doch über das Trällern von Pionierliedern nicht hinaus gekommen , in der Verblichenen.


Interessant. Da wurden hier Leute schon verbal niedergemacht, weil sie zu jung waren. Und der Typ war 11 Jahre zur Wende, dem wird Glauben geschenkt. Und heute erklärt er, was an der Wende schief gegangen ist.

Dem ist gar nicht klar, dass noch weitaus mehr hätte schief gehen können. Unter den Bedingungen, dem Zeitdruck, wars fast noch ne Glanzleistung.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Edelknabe » 23. Mai 2020, 11:24

Schnell jetzt Kumpel, dann hast du es hinter dir....du etwa auch GJahr 1978? Nu komm....nu mach, es tut auch nicht weh.

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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon Ari@D187 » 23. Mai 2020, 11:36

augenzeuge hat geschrieben:[...]Mir ging es also nicht darum, warum die Macht bestehen konnte, und weshalb sie zu Ende ging. Sondern um den Zusammenhang der Aufrechterhaltung des Machterhaltes zum entwickelten "Gang" des Volkes. [...]



augenzeuge hat geschrieben:
Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Ari, der aufrechte Gang wurde den Menschen nach 1953 genommen.

AZ

Was völlig irrelevant für den Machterhalt war, solange die befreundete Schutzmacht die DDR-Mächtigen unterstützte und an der Macht hielt. Siehe Rückblick auf 1953.

Ari


Ari, es geht mir nicht allein um die Macht, es geht um den aufrechten Gang, wie er verschwand! Warum war er 1953 noch vorhanden, 15 Jahre später nicht mehr?
[...]

Das "Mir ging es um..." wechselt ja bei Dir schneller als die Gezeiten in La Rochelle. [flash] Alternativ dazu, kann auch mal ein "Du triffst den Kern der Frage nicht" dazwischengeschoben sein.

Ari
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Re: Erinnerungen an die Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. Mai 2020, 11:39

Ari, ich bin doch langsamer als du.
Und andere haben es erstaunlicherweise verstanden. [grins]

Eine Antwort zur gefragten Entwicklung darfst du gern nachreichen.

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