Organspende

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Organspende

Neuer Beitragvon Beethoven » 16. Januar 2020, 07:41

Heute soll es ja nun entschieden werden.

Ich persönlich habe schon seit vielen Jahren einen Organspendeausweis in meiner Brieftasche.
So wünschte ich mir, dass der Vorschlag des Herrn Spahn positiv beschlossen wird.
Es mag so manchen Menschen geben, der aus religiösen oder anderen Gründen als "ganzer" Mensch im Grabe liegt und nur so sein Seelenheil erreichen kann. Wenn das so oder so ähnlich ist - bitte schön. Aber bei jedem anderen Verstorbenen könnte ich nicht begreifen, warum der Verstorbene mit seinem Tode nicht anderen Menschen helfen sollte.

Viele lassen sich doch sowieso verbrennen. Denen sollte es egal sein.
Und wenn zwei, unabhängig von einander handelnde, Ärzte, den Hirntot fest stellen, so gäbe es da für mich keinerlei Gründe, diesen Körper die Dinge zu entnehmen, die anderen Menschen helfen weiter zu leben.

Aber mir ist schon klar, dass es da sehr kontroverse Diskussionen geben wird im Bundestag und vielleicht auch hier.

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Re: Organspende

Neuer Beitragvon augenzeuge » 16. Januar 2020, 07:58

Machst du richtig.

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Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 16. Januar 2020, 10:42

Viel entscheidender ist , dass man die Transpantationszentren endlich mit den versprochenen Mitteln und Personal ausstattet. Derzeit ist es so ,dass ein KH welche eine Organentnahme durchführt ,eine große Chance hat, auf den entstandenen Kosten sitzen zu bleiben.

Die Widerspruchslösung an sich wäre ein Schritt in die richtige Richtung, welche so auch in den meisten europäischen Ländern gilt
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Re: Organspende

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 16. Januar 2020, 13:33

Erst Organspenderausweis - und seit 2002 bin ich Körperspender.
Körperspender für die Uni Halle/Wittenberg kann man aber als Leiche nur werden, wenn diese weitgehend unversehrt ist.
Immerhin will ma ja daran forschen oder jungen Medizinern das Erlernen von Operationen ermöglichen.
Sofern das nach dem Tod also, z.B. durch Unfall nicht gegeben ist, tritt die mögliche Organspende wieder in den Fokus.

So wie Beethoven habe auch ich gehofft, dass sich Spahn durchsetzt, doch hat er gerade ein Abfuhr erhalten, was ich nicht so einfach akzeptieren kann. Bei allen die gegen Spahns Vorschlag, etwa das ehemalige Entnahmemodell der DDR, stimmten, frage ich mich nach deren Beweggründen.
Wehe diese gegenstimmenden Abgeordneten brauchen mal selbst eine Niere... Denen wünsche ich 10 Jahre Wartezeit, wie es den meisten Betroffenen geht.
Mein Freund hat eine Lebendspende für seine nierenkranke Frau gegeben und ist dabei beinahe drauf gegangen. Das ist zwar nur sehr selten so, doch brauchte er 2 weiter Notoperationen und ist nun stark eingeschränkt. Das alles wäre bei besserer Regelung nie nötig gewesen.

Ich bin mehr als enttäuscht.

Gruß Volker
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Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 16. Januar 2020, 13:38

. Wehe diese gegenstimmenden Abgeordneten brauchen mal selbst eine Niere... Denen wünsche ich 10 Jahre Wartezeit, wie es den meisten Betroffenen geht.


Ja das würde man so manchen wünschen.

Mein Freund hat eine Lebendspende für seine nierenkranke Frau gegeben und ist dabei beinahe drauf gegangen. Das ist zwar nur sehr selten so, doch brauchte er 2 weiter Notoperationen und ist nun stark eingeschränkt. Das alles wäre bei besserer Regelung nie nötig gewesen.


Und man steht damit auch noch so richtig im Regen wenn es Komplikationen gibt und man deswegen bspw seinen Beruf nicht mehr ausüben kann

Ich bin mehr als enttäuscht.


Dito!
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Re: Organspende

Neuer Beitragvon zonenhasser » 16. Januar 2020, 13:45

Die sogenannte erweiterte Entscheidungslösung sieht vor, dass alle Bürger

mindestens alle zehn Jahre beim Abholen eines Ausweises auf das Thema Organspende angesprochen werden.

Zudem sollen künftig Hausärzte dafür bezahlt werden, dass sie die Patienten beraten.

Die Menschen werden so öfter als bislang aktiv erinnert, über ihre Haltung zur Organspende nachzudenken - aber auf freiwilliger Basis. Ähnlich wie bei der alternativ vorgeschlagenen Widerspruchslösung ist auch bei der erweiterten Entscheidungslösung ein bundesweites Online-Register vorgesehen, aber eben nach umgekehrtem Prinzip: Als Spender wird nur verzeichnet, wer zugestimmt hat. https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 1bd2c962c8


Ich verbitte es mir, beim Abholen eines Ausweises von einer Tussi zu diesem sensiblen Thema angesprochen zu werden! Auch meinen Hausarzt geht es nichts an wie ich darüber denke. Falls die genannten Personen das Thema mir gegenüber anschneiden sollten, gibt's eine gehörige Abfuhr!
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 16. Januar 2020, 14:07

Kein Problem. Dann sollen auch diejenigen ,welche selber Organspende ablehnen im Falle dessen, dass sie selber mal eins brauchen auch keins bekommen.

Das wäre zumindestens konsequent

Man kann nämlich ziemlich fix auf solch einer Liste landen. Eine Autoimmunerkrankung reicht da völlig aus.
HPA
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon Beethoven » 16. Januar 2020, 16:00

Mit "ja" haben 292 gestimmt.
Mit "nein" 379 Abgeordnete und 3 Abgeordnete haben sich der Stimme enthalten.

Es soll wohl ein Register angelegt werden, wo man sich eintragen kann, wenn man Spender sein möchte.

Ich kann das nicht verstehen. Wenn die "Neinstimmer" mal gesehen hätten, wie sich manche Menschen quälen, selbst Kinder, und dann doch sterben, kann ich solche Menschen nicht mehr wählen.

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Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 16. Januar 2020, 16:45

In Deutschland wartet ein nierenkranker Patient zwischen 1460 und 2920 Tage auf ein Spenderorgan

Eine 2.Zahl:

Von den hirntoten Patienten ,welche 2019 mögliche Spender gewesen wären, wurden von den Krankenhäusern nur 8,2% zur Transplantation gemeldet.

Und das oft einfach nur aus Kostengründen
HPA
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 16. Januar 2020, 17:05

HPA hat geschrieben:In Deutschland wartet ein nierenkranker Patient zwischen 1460 und 2920 Tage auf ein Spenderorgan

Eine 2.Zahl:

Von den hirntoten Patienten ,welche 2019 mögliche Spender gewesen wären, wurden von den Krankenhäusern nur 8,2% zur Transplantation gemeldet.

Und das oft einfach nur aus Kostengründen



Genau das ist ein derzeitiges Hauptproblem!
Viele Spender mit Ausweis versterben selbst in Krankenhäusern und kein Mensch entnimmt irgendein Organ. Da schlummern enorme Reserven.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 16. Januar 2020, 22:25

Denen wünsche ich 10 Jahre Wartezeit, wie es den meisten Betroffenen geht.


Und in dieser Zeit überbrücken Niereninsuffiziente diese Zeit u.a. mit solchen Gerätschaften als tägliches Ritual. Und hoffen,dass das Bauchfell bis dahin auch noch genug Filtrationsleistung "bringt":
HPA
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 31. Juli 2020, 09:48

Seit gestern ist nun die Zeit von CAPD und Co hoffentlich vorbei.

Die Kreatininwerte sinken und meine Frau scheint ihre neue Niere gut zu vertragen.

Als der Anruf vorgestern abend kam waren wir auf dem Darß. Wir waren in 3:40 in Dresden.
HPA
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 31. Juli 2020, 10:44

Selbst wenn Euch der Anruf unerwartet im Urlaub trifft, ist er doch schöner als jeder Lottogewinn!
Ich wünsche Deiner Frau gute Erholung und dass die Niere ihr immer treu verbunden bleibt.
Bei meinem Freund habe ich gesehen, wie schlimm, mit 2 Notoperationen, es einem Lebensspender ergehen kann. Letztlich hat aber seine Frau nun auch schon viele Jahre dessen Niere , wenn auch mit weiteren gesundheitlichen Einschränkungen bei beiden.

Euch alles Gute.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon Interessierter » 31. Juli 2020, 11:54

Den Wünschen schließe ich mich gerne an.
Interessierter
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon Olaf Sch. » 31. Juli 2020, 14:42

Von mir auch Gratulation und weiterhin viel Glück!
Olaf Sch.
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon Beethoven » 1. August 2020, 08:51

Bescheuerte aber auch freudige Situation.

Sie wird es schon schaffen und die Medizin ist da ja auch schon ganz schön weit.

Vor 200 Jahren wäre bestimmt die Hälfte von uns schon unter der Erde. Schon wegen einer Blinddarmentzündung.

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Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 18. August 2020, 23:04

Volker Zottmann hat geschrieben:Selbst wenn Euch der Anruf unerwartet im Urlaub trifft, ist er doch schöner als jeder Lottogewinn!
Ich wünsche Deiner Frau gute Erholung und dass die Niere ihr immer treu verbunden bleibt.
Bei meinem Freund habe ich gesehen, wie schlimm, mit 2 Notoperationen, es einem Lebensspender ergehen kann. Letztlich hat aber seine Frau nun auch schon viele Jahre dessen Niere , wenn auch mit weiteren gesundheitlichen Einschränkungen bei beiden.

Euch alles Gute.

Gruß Volker


Sie wollte erst gar nicht ans Telefon gehen weil sie sich fragte was die Uni jetzt um die Zeit und im Urlaub von ihr will...,man rechnet schlichtweg nicht damit. Man weis, dass der Anruf kommen kann, richtet aber sein Leben nicht danach aus.

Komplikationen bei Lebendspenden sind eigenlich sehr selten. Und wie du sicherlich weisst ist der Weg zu Lebendspende ein sehr steiniger. Das wird mal nicht eben so gemacht.

Und ja , ihr gehts gut und es wird immer besser..Auch dank eines sehr ,sehr gut zu ihr passenden Organs. Falls Klaus B. mitliest : 1-1-0

Und um Welten besser als mit der Dialyse. Abgesehen vom logistischen Alptraum einer CAPD. welche wiederum noch besser händelbarer ist als eine Hämodialyse.

Morgen kommt die Firma und holt die Restbestände ab. Immerhin fast ne halbe Tonne. Etwa das Verbrauchsmateriual für einen Monat.

Kommenden Montag sitzt sie dann wieder bei mir im Flugzeug und es geht Richtung Norden. Kleines post OP Goodie. [wink]
HPA
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 19. August 2020, 09:12

So, das Zeug ist weg.

Auf der Palette liegt das Material für ungefähr 3 Wochen
HPA
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon OaZ » 19. August 2020, 10:32

HPA hat geschrieben:Kein Problem. Dann sollen auch diejenigen ,welche selber Organspende ablehnen im Falle dessen, dass sie selber mal eins brauchen auch keins bekommen.

Das wäre zumindestens konsequent

Man kann nämlich ziemlich fix auf solch einer Liste landen. Eine Autoimmunerkrankung reicht da völlig aus.


Die Äußerung ist zwar schon paar Tage alt, aber genau so sehe ich das auch. Nur Empfänger, die sich vorher selbst als potenzielle Spender haben registrieren lassen, sollen zum Organempfang berechtigt sein. Vielleicht sogar mit ner Sperre von 3-6 Monaten nach Einwilligung (ähnlich wie das bei Rechtsschutzversicherungen läuft).
OaZ
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon HPA » 19. August 2020, 10:46

OaZ hat geschrieben:
HPA hat geschrieben:Kein Problem. Dann sollen auch diejenigen ,welche selber Organspende ablehnen im Falle dessen, dass sie selber mal eins brauchen auch keins bekommen.

Das wäre zumindestens konsequent

Man kann nämlich ziemlich fix auf solch einer Liste landen. Eine Autoimmunerkrankung reicht da völlig aus.


Die Äußerung ist zwar schon paar Tage alt, aber genau so sehe ich das auch. Nur Empfänger, die sich vorher selbst als potenzielle Spender haben registrieren lassen, sollen zum Organempfang berechtigt sein. Vielleicht sogar mit ner Sperre von 3-6 Monaten nach Einwilligung (ähnlich wie das bei Rechtsschutzversicherungen läuft).


Das liese sich wohl nicht durchsetzen da der Art1 GG auch für ausgemachte Egoisten Bestand hat.
HPA
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon OaZ » 19. August 2020, 10:55

Ich weiß, dass das GG eine sehr hohe demokratische Errungenschaft und ohne Frage schützenswert ist.
Verabschiedet wurde es vor mehr als 70 Jahren.
Verantwortlich Handelnde sollten sich bewusst sein, dass 70 Jahre später die eine oder andere Änderung erforderlich ist.
Wir leben nicht mehr in einer Welt von 1949.
OaZ
 

Re: Organspende

Neuer Beitragvon augenzeuge » 19. August 2020, 11:01

OaZ hat geschrieben:Ich weiß, dass das GG eine sehr hohe demokratische Errungenschaft und ohne Frage schützenswert ist.
Verabschiedet wurde es vor mehr als 70 Jahren.
Verantwortlich Handelnde sollten sich bewusst sein, dass 70 Jahre später die eine oder andere Änderung erforderlich ist.
Wir leben nicht mehr in einer Welt von 1949.


Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist seit der Ausfertigung am 23. Mai 1949 insgesamt 54 Mal geändert worden.
https://grundgesetz.wordpress.com/2008/ ... seit-1949/

Nach dem Wortlaut von Artikel 79 Absatz 3 GG können nur die in den Artikeln 1 und 20 GG niedergelegten Grundsätze nicht geändert werden. ... 1 Grundgesetz in alle weiteren Grundrechte, sofern diese Konkretisierungen des Achtungsanspruchs der Menschenwürde sind.

AZ
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Re: Organspende

Neuer Beitragvon pentium » 24. Juni 2024, 18:43

Neuregelung der Organspende: Widerspruchs- oder Zustimmungslösung

Nachdem es im letzten November - wie bei medizinethischen Themen üblich - eine Orientierungs­debatte zur Organspende im Bundestag gab und mittlerweile das Transplantationsgesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und Strukturen bei der Organspende geändert wurde, findet heute ab 14:05 Uhr die erste Lesung zu zwei Gesetzentwürfen zur Neuregelung der Organspende (nach dem Tod) statt: es stehen die Widerspruchslösung (jede ist Organspenderin, bis sie wiederspricht) und die Zustimmungslösung (weiterhin freiwillige Entscheidung, ähnlich wie seit 2011) zur Debatte
https://www.bundestag.de/dokumente/text ... nde-580078
https://www.bundestag.de/dokumente/text ... nde-646302

Ausgangspunkt ist die sehr niedrige Anzahl der Organspenden in Deutschland (die sich mit der Entscheidungslösung seit 2011 auch nicht verbessert hat), die den Bedarf bei weitem nicht decken kann, obwohl die Organspendebereitschaft an sich wohl deutlich höher ist. Beide Lösungen setzen auf ein zentrales Register und sehen eine weiter verbesserte Informationsploitik vor, aber die Details unterscheiden sich tweilweise deutlich.

Der Hauptunterschied ist: bei der Widerspruchslösung muss man aktiv werden, wenn man kein Organspender sein will - bei der Zustimmungslösung muss man aktiv werden, wenn die eigenen Organe gespendet werden sollen. Die Widerspruchslösungs-Befürworter argumentieren, dass sich alle Bürger zwangsläufig mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen müssen, damit eine Organentnahme nicht gegen ihren eigentlichen Willen vorgenommen werden kann. Mit der Zustimmungslösung soll soetwas ausgeschlossen werden; also dass jemand "versehentlich" zur Organspenderin wird.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

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