Sorry, aber auch ihr wurdet von Rechten manipuliertJa, noch einmal Umweltsau. Aber Rechte und Rechtsextreme können diesen einen ihrer größten medialen Manipulationserfolge der jüngsten Zeit nicht ruhen lassen. Und da dieses Narrativ immer noch so phänomenal falsch erzählt wird, auch von vielen Verteidiger*innen, habe ich dazu auch noch einiges zu sagen. Rechte und Rechtsextreme von AfD bis zu Nazi-Schlägergruppen haben am Samstag zu einer Anti-ÖR-Demo in Köln aufgerufen. “Gegen GEZ und gegen Instrumentalisierung von Kindern gegen ältere Menschen” in Köln gegen den WDR. Und ebenfalls die AfD protestierte auch in Baden-Baden vor dem SWR (Quelle).
Zu der rechten Demo in Köln kamen zwischen 35 und 50 Demonstranten, auf der Gegendemo der Organisation „Köln gegen Rechts“ waren es hingegen rund 1500 Teilnehmende. Natürlich war das Umweltsau-Lied nur der Anlass, um wieder einmal die Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen zu fordern. Dies von Seiten der Rechtsextremen selbstverständlich mit dem Ziel, Misstrauen in die Medien allgemein zu streuen und insbesondere den ÖR, der weniger abhängig von wirtschaftlichen Interessen ist als Privatmedien. Studien zeigen, dass diese dadurch weniger anfällig für rechte Manipulationsversuche sind und gleichzeitig für die meisten Menschen eine zuverlässige Informationsquelle – und den Rechten damit ein Dorn im Auge.
Doch halt, ihr doofen Volksverpetzer, es sind nicht alle rechts!Einen Vorwurf, den ich bei der ganzen Umweltsau-Hysterie bei jedem einzelnen unserer Artikel zu lesen bekommen habe, war, dass wir ja nicht differenzieren und alle, die das Video nicht gut fänden, gleich als Nazis brandmarken würden. Auch bei der rechten Demo in Köln geben sich einige Medien – sogar der WDR selbst – große Mühe, zu betonen, dass ja “nicht alle rechts” seien.
Was ich mit Absicht nie getan habe. Aber ich nehme an, wenn man unsere vielen Texte dazu absichtlich falsch interpretiert, muss man sich nicht mit der darin enthaltenen Analyse auseinander setzen. Was ich gesagt habe: Eine Netzwerkanalyse hat gezeigt, dass rechte Accounts durch gezielte Troll-Attacken das Narrativ zu verbreiten versuchten, dass das WDR-Video über Umweltsau keine Satire sei, sondern eine ernst gemeinte Beleidigung aller Omas, was natürlich Unsinn ist. Sie simulierten einen Shitstorm, den der WDR fatalerweise ernst nahm und durch das sofortige Löschen des Videos zu allem Übel auch noch legitimierte.FazitDer Kontext zeigt deutlich, dass es nicht nur selbstverständlich Satire war, die selbstverständlich genau so gemacht werden darf, sondern dass es sich sogar über Kinder lustig machen wollte, die ihre älteren Angehörigen “denunzieren” – wenn man an einen kontroversen Scherz-Tweet von Fridays For Future wenige Tage zuvor denkt, wird das auch deutlich. Und auch warum der Chorleiter es für eine gute Idee hielt, das Lied neu zu vertonen. Und diese Nuancen gehen mir auch bei der Berichterstattung über Köln eindeutig verloren.
Denn es wird von vielen Medien versucht, neutral und nicht wertend zu bleiben – was ja an sich löblich ist – dabei passieren aber Darstellungen à la “Es sind ja nicht alle rechts” oder “Nach Kritik am Video”. Wenn selbst Verteidiger des Videos und die Berichterstattung darüber die absichtlich falsche Interpretation des Liedes nicht in Frage stellen, ist das bereits ein Sieg des rechten Narrativs. Und das macht mir ehrlich gesagt etwas Angst.
Wer also anlässlich von Köln die “Instrumentalisierung von Kindern” verurteilt – ohne selbst ein Rechter zu sein – der sollte sich mehr Gedanken über seine eigene Instrumentalisierung durch Rechte machen. Und jetzt habe ich hoffentlich wirklich das letzte Mal darüber geschrieben!Der vollständige Beitrag hier:
https://www.volksverpetzer.de/schwer-ve ... onstriert/