von Beethoven » 25. Oktober 2019, 08:08
Von der Reservistenlok habe ich keine Ahnung und schreibe dazu nichts.
Jeder Soldat der NVA, wie übrigens auch der BW, ist nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, Reservist. Da kann er gar nicht gegen machen.
Seine Wehrstammkarte wurde in dem jeweiligen Wehrkreiskommando durch die Abteilung "Organisation / Auffüllung" weiter geführt. Dort wurden, ohne dass der Reservist etwas dagegen oder dafür machen konnte, alle wesentlichen Veränderungen im Leben des Reservisten eingetragen. Wie ordentlich das gemacht wurde weiß ich natürlich nicht.
Das waren z.B. Abschluss eines Studiums, andere Berufsabschlüsse, Hochzeiten, Kindesgeburten usw. Daraus konnten sich für den Reservisten neue Dienststellungen ergeben. Aber man wusste auch, wieviel Geld die daheim Gebliebenen zu erhalten hatten, wenn es in den Krieg gehen sollte. Also solche Dinge wurden sehr ordentlich bearbeitet. Eine ungeheure Arbeit, die da in den WKK´s geleistet wurde, hüben wie drüben.
Die Landstreitkräfte der NVA hatten sechs aktive Divisionen und fünf Mobilmachungsdivisionen. Hinzu kamen noch eine große Anzahl von Einheiten und Truppenteilen im Soll 1 (Friedensstruktur) , die kadriert waren. Das bedeutet, diese Einheiten & TT bestanden nur aus einem Rumpfkontingent, meistens nur der Stab und einige Zivile Kräfte, manches mal auch als richtige Truppe, deren Bestand nach Auslösung der Mobilmachung auf die Stärke Soll 2 (Kriegsstruktur) gebracht wurde. Hier kann ich z.B. das FuFuTAB - 3 oder - 5 benennen oder das LStR-40. Diese waren aktive Truppenteile, die im Mobilmachungsfall aufgestockt worden wären.
Der einzelne Soldat / Uffz. / Offz, wurde durch das WKK auf Anforderung durch höhere Organe, in irgend einer dieser Truppenteile verplant und hatte eine Gestellungszeit und einen Gestellungsort, der ihm bei Auslösung der Mobilmachung kurzfristig, durch sein zuständiges Wehrkreiskommando, mitgeteilt worden wäre. Das waren in der Regel Sammelpunkt für Personal und Sammelpunkte für Technik.
Die im Sammelpunkt arbeitenden Soldaten und Zivilisten hatten konkrete Listen und jeder der sich meldete und seinen Schein vom WKK vorlegte, bekam eine Nummer in der seine zukünftige Funktion und die Einheit / Truppenteil, verschlüsselt zu erlesen war, einen in der Nähe liegenden, weiteren Sammelpunkt (meistens wurden die Männer gesammelt und dann zu diesem Punkt kutschiert) und waren somit bereits in ihrem Truppenteil. Dort wurden sie dann auf die jeweiligen Einheiten aufgeteilt und erhielten ihren Dienstgrad der oft jener war, mit dem sie die Armee verließen und vor allem bekamen sie ihren Dienstposten. Also z.B. RPG-Schütze im II. MSB, 4. MSK, 2. Zug, erste Gruppe.
Hatte unser Reservist inzwischen ein Studium absolviert (z.B. Bauingenieur) konnte es passieren, dass er als Gefreiter eines Mot.-Schützenregimentes die Armee seinerzeit verließ und nun als Leutnant und Zugführer in einem Pionierbaubataillon (z.B. Neiden) eingesetzt worden wäre. Natürlich war die Kaserne in Neiden längst leer und das Pio-Bat. lag im Wald bei x y.
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Beethoven am 25. Oktober 2019, 08:15, insgesamt 2-mal geändert.
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.