Volker Zottmann hat geschrieben:Ob Dir wohl Herr Wolfgang Welsch beipflichten würde?
![Erzaehl [ich auch]](./images/smilies/ich auch.gif)
Auf Musiker samt ihrem Umfeld, die absolut nichts verbrochen hatten, außer unmissverständlich deutsch zu singen, wurden schon nachweislich 27 IM gleichzeitig angesetzt.
Warum sollten wir heute glauben, dass alles normal abgelaufen ist, wenn der irre oberste Dienstherr schon an jeder Ecke Verschwörer roch....
Gruß Volker
Einfach nur hochrechnen:
Für SED- feindliche Außerungen in den 50er Jahren Knast.
Schauprozesse vor der blutigen Hilde mit Einwegbahnfahrkarte zur Abdeckerei im Moskauer Keller der Freunde.
Bei hartnäckig gefordertem Antrag auf Ausreise in den Westen drohte beruflicher Abstieg und Studierverbot für die Kinder.
Für unkonventionelles Reisen im Kofferraum 2 Jahre Knast wie für einen echten Schwerverbrecher.
Fluchthelfer wie Wolfgang Welsch erwartete Erschießen, Zerfetzen mit Sprengsätzen, oder schlicht Vergiftung mit Frau und Kind.
Für geplanten Übertritt als MfS- Mitarbeiter der unerwartete Schuss in den Hinterkopf.
Und irgendwo in der Skala ist dann Lutz Eigendorf auch zu finden.
Mielke verkündete ja, wie mit "Schurken" zu verfahren ist.
Die abwertenden Betrachtungen zu Wolfgang Welsch finde ich zum ko....
Herr Welsch neigt zwar gelegentlich zum Ausschmücken oder es wirkt nur so.
Aber das liegt wahrscheinlich daran, das bei so einem Thema eigene gemachte Erfahrungen fehlen.
Das kann ja auch gar nicht anders sein weil einen Fluchthelfer kann nicht gerade Jedermann in der eigenen Biografie vorweisen.
Ich selbst würde mir meine eigene Fluchtgeschichte als Leser wahrscheinlich auch nicht glauben.
Wolfgang Welsch ist das Referenzbeispiel für geplanten Stasimord schlechthin. Natürlich strotzt dieser Fall von Unglaublichkeiten.
So finde ich seine Aussagen zu der damals verwendeten Sprachverschleierung mit den Scramblern etwas unglücklich.
Er ist der Meinung, selbst für heutige Geheimdienste wäre es unknackbar, doch da irrt Herr Welsch (wohl unbeabsichtigt) leider.
Sprachzerhackte Gespräche der damaligen Technik setzt ein heutiger Computer mit Leichtigkeit wieder passend zusammen.
Das Thema Welsch ist interessant aber passt nicht wirklich zu Stasi und geflohenen Sportlern.
Man findet aber bei Interesse genug Material über Wolfgang Welsch und den Vorgang "Skorpion" .
Bei der Wahl iherer Decknamen waren die Stasis übrigens viel zu tölpelhaft und das erleichtert heute auch die Entschlüsselung der Akten.
Aber ich verstehe den Verkleideten ja durchaus.
Fluchthelfer waren ja für GÜST- Mitarbeiter sowas wie der Leibhaftige persönlich. Scheinbar kann man dieses Feindbild nicht loswerden.
Was soll man machen, wenn einem über Jahre mit überdosiertem Rotlicht die Synapsen falsch zusammen gelötet wurden.
Herzlichst
Dr. 213