Von Isabel Fannrich-Lautenschläger
Obwohl die Hauptverwaltung Aufklärung ihre Akten vernichtete, wurde durch Rückgriff auf die Hinterlassenschaften anderer MfS-Abteilungen etliches über ihre Struktur und die Methoden der so genannten Westarbeit bekannt, erzählt die Projektleiterin in der Forschungsabteilung der Stasi-Unterlagenbehörde.
1988 waren rund 3000 Inoffizielle Mitarbeiter in der Bundesrepublik unterwegs, berichtet Daniela Münkel, die Hälfte davon im Auftrag der HV A. Mit etwa 4500 hauptamtlichen Mitarbeitern am Ende der DDR-Zeit sei der Auslandsgeheimdienst alles andere als in der Lage gewesen, 60 Millionen Westdeutsche zu unterwandern.
Kauf von Stimmen beim Misstrauensvotum gegen Willy Brandt
„Dennoch: Die HVA war relativ erfolgreich in bestimmten Spionagefeldern. Ich denke an die Wirtschaftsspionage, ich denke auch an die Infiltrierung der Sicherheitsbehörden. Aber dennoch kann man nicht davon sprechen, dass die HV A und damit der Auslandsgeheimdienst des MfS die Geschicke der Bundesrepublik bestimmt hat. Auch wenn sie gern das Bild von sich so darstellen. Die nachhaltigste Einflussnahme der HVA auf die Geschicke der Bundesrepublik war der Kauf der zwei Stimmen beim konstruktiven Misstrauensvotum gegen Willy Brandt.“
Den ‚Mythos von der guten HV A‘, wie die Veranstaltung hieß, versuchten die früher Beteiligten mindestens in den 1990er Jahren noch zu verteidigen. Werner Großmann, nach Markus Wolf der letzte Leiter, schrieb für eine Erklärung vor Gericht:
„Wir, die Angehörigen der Auslandsaufklärung, haben keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Wir sind nicht in bewaffnete Aktionen oder irgendwelche anderen aggressiven Handlungen gegen andere Länder verstrickt gewesen. Wir haben keine Gewaltverbrechen begangen und keine terroristischen Organisationen – weder RAF noch andere – bei solchen Verbrechen unterstützt. Unsere Aufgabe war der Schutz der DDR und des Friedens.“
Zwar bekämpfte die HV A als Teil der Staatssicherheit auch die DDR-Opposition, wie Großmann in seinen Memoiren 2001 wissen ließ. Doch bestand ihre Hauptaufgabe darin, Widersachern im Ausland auf die Schliche zu kommen – darunter Ausgebürgerten oder geflüchteten Dissidenten.
Ein Beispiel ist Wolfgang Welsch. Der angehende Schauspieler wurde nach mehrmaliger politischer Inhaftierung 1971 auf Initiative von Willy Brandt freigekauft. Weil er in der Bundesrepublik eine erfolgreiche Fluchthilfe-Organisation aufbaute, wurde er Opfer dreier Mordanschläge des MfS, zwei davon unter Mitwirkung der HV A, wie er erzählt:
Der vollständige Beitrag hier:
https://www.deutschlandfunk.de/auslands ... _id=408638
Jaja der Großmann und seine dummdreiste Behauptung, man hätte keine Gewaltverbrechen begangen...
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wie der alte Fritz schon sinnreich bemerkte.
