Agentengräber in Berlin

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Interessierter » 2. Januar 2018, 10:52

Club der toten Spione

Ob im Kaiserreich, der Nazi-Zeit oder im Kalten Krieg: In Berlin begann die Karriere so mancher Agentenlegende. Und für viele endete sie auch hier - auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde. Wohl nirgendwo sonst findet man so viele Geheimdienst-Helden so dicht beieinander.

Bild
Grabanlage Pergolenweg: Hinter der Gedenkstätte der Sozialisten liegen etwa 350 weitere Grabstätten mit historischen Bezügen.

Der genaue Ort ist unbekannt, doch die Friedhofsbroschüre sagt, dass irgendwo hier unter der Erde die Urne von Erich Mielke liegt. Der verbrachte die letzten seiner 93 Lebensjahre im Altenpflegeheim und nachdem ihn dort am 21. Mai 2000 das Zeitliche gesegnet hatte, wurde er auf der Urnengemeinschaftsanlage am östlichen Rand des Friedhofs Berlin-Friedrichsfelde anonym bestattet - wohl aus Furcht vor Grabschändungen.

Seine letzte Ruhe fand der gefürchtete Minister für DDR-Staatssicherheit unter seinesgleichen auf dem wohl größten deutschen Agentenfriedhof. Als der Gottesacker von Friedrichsfelde 1881 seine Pforten öffnete, lag er noch außerhalb der Metropole, unweit der Städtischen Irrenanstalt an der Schienenstrecke, die vom Schlesischen Bahnhof über Stralau und Lichtenberg schnurgerade nach Osten führte. 1894 waren dort schon mehr als 31.000 Menschen bestattet worden, zumeist aus den ärmeren Schichten. Seit Oktober 1920 gehört der Friedhof zu Berlin.

Zunächst entwickelte sich Friedrichsfelde zum Prominentenfriedhof der Linken - den Anfang machte im August 1900 ein kilometerlanger Trauerzug hinter dem Sarg des sozialdemokratischen Parlamentariers Wilhelm Liebknecht. In Friedrichsfelde begraben wurden auch viele Opfer der gescheiterten Novemberrevolution von 1919, unter ihnen die ermordeten Sozialistenführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. 1926 schuf der berühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe zu ihren Ehren ein wuchtiges Mahnmal aus roten Klinkern, verziert von einem Stern aus nichtrostendem Stahl. Die Nazis zerstörten es neun Jahre später und ebneten 1941 die Gräber der Revolutionäre ein.

Gedenkstätte der Sozialisten

Nach Kriegsende begannen Planungen für einen neuen Erinnerungsort, zunächst vorangetrieben vom Magistrat der ganzen Stadt und nach der Spaltung Berlins 1948 von der Ost-Berliner Verwaltung, in deren Sektor der Friedhof nun lag. Am 14. Januar 1951 weihte DDR-Präsident Wilhelm Pieck am Haupteingang des Friedhofs die "Gedenkstätte der Sozialisten" ein: ein vier Meter hoher Steinblock mit der Aufschrift "Die Toten mahnen uns", umgeben von einem Mauerrondell von 45 Metern Durchmesser. 1960 wurde Pieck selbst dort beigesetzt, 1964 folgte die Urne von Ministerpräsident Otto Grotewohl, 1973 dann auch Walter Ulbricht, bis 1971 Erster Sekretär der SED und starker Mann der frühen DDR.

Den vollständigen Bericht und weitere 16 Fotos findet man hier:
http://www.spiegel.de/einestages/agente ... 49280.html
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 2. Januar 2018, 11:44

Mielke anonym...
Der Grund kann auch Angst vor Bergen von Kränzen sein, den alljählich die letzten tausenden Getreuen dorthin schleppen würden, wenn die Grabstätte bekannt wäre. So zum Sterbetag, zum Geburtstag und zum Tag des MfS am 8. Februar.
Da hätte ein Friedhofsgärtner mit der Entsorgung tagelang zu tun.
Seine Asche hätte man auch zur Winterstreuung geben können, so wäre er wenigstens einmal im Leben ein nützliches Mitglied der Gesellschaft gewesen.

Gruß Volker
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon karnak » 2. Januar 2018, 12:00

Volker Zottmann hat geschrieben:Seine Asche hätte man auch zur Winterstreuung geben können, so wäre er wenigstens einmal im Leben ein nützliches Mitglied der Gesellschaft gewesen.

Gruß Volker

[grin] Kennzeiche sowas besser als satirische Schmähung hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit, sonst setzt Du Dich wieder dem Verdacht des Eiferns aus.
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Merkur » 2. Januar 2018, 12:25

Volker Zottmann hat geschrieben:Mielke anonym...
Gruß Volker


Ich würde es Dir zeigen Volker. Bei Deinem nächsten Hauptstadtbesuch. Ausgemachter Treff in der Realität zwei Tage und 4 Stunden früher als vereinbart. Treffpunkt Gudrunstraße/Ecke Rüdigerstraße. Zunächst Umfeld beobachten, ob jemand folgt.
Ich bin der Typ mit dem ND in der linken Hand, Du der mit Hut, Staubmantel und Sonnenbrille. Wenn ich mir die Nase schnaube, geht's los. Unauffällig folgen. Bei erreichen Ziel stoppe ich und binde mir den rechten Schuh. Du kannst dann konspirativ Deine Nelke ablegen. Parole bei persönlicher Verhinderung für Fremdagenten: Anprechender "Achim", der Angesprochene antwortet mit "Detjen". [flash]
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Kumpel » 2. Januar 2018, 14:11

Die Luxemburg und der Karl Liebknecht würden wahrscheinlich davon laufen wenn sie denn könnten im Angesicht dieser ganzen SED Stalinisten die da um sie herum liegen.
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 2. Januar 2018, 14:26

Das beste an Deinen Zeilen, @Merkur, ist der verwendete Konjunktiv.
Anders wirds nämlich nüscht!
Was sollte mich jemals umtreiben Dich zu sehen?
Halte wegen mir vor Honeckers alter Haustür Ausschau, ob mal eine weiße Kalla (vom VEB Sebnitzer Kunstblume) vor der Tür liegt. Dann weißt Du, dass ich in Deiner Nähe war.

Volker
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Merkur » 2. Januar 2018, 14:55

Volker Zottmann hat geschrieben:Was sollte mich jemals umtreiben Dich zu sehen?
Volker


Dein überdurchschnittlich ausgeprägter Wissensdurst, der einhergeht mit einer erhöhten Bereitschaft Deines Organismus, sich neuen, ungewohnten und komplexen Situationen und Objekten auszusetzen bzw. diese aktiv aufzusuchen.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 2. Januar 2018, 16:21

Merkur hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Was sollte mich jemals umtreiben Dich zu sehen?
Volker


Dein überdurchschnittlich ausgeprägter Wissensdurst, der einhergeht mit einer erhöhten Bereitschaft Deines Organismus, sich neuen, ungewohnten und komplexen Situationen und Objekten auszusetzen bzw. diese aktiv aufzusuchen.


[laugh] [flash] [mundzu]
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Interessierter » 2. Januar 2018, 17:26

Zitat karnak:
[grin] Kennzeiche sowas besser als satirische Schmähung hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit, sonst setzt Du Dich wieder dem Verdacht des Eiferns aus.


Volkers Aussage als Schmähung zu empfinden oder als Eiferei zu deuten; auf diese Idee kommt nur, wer wie du, diesemTyp als Mitarbeiter der Stasi ergeben gedient hat.

Dieser Mensch hat unendlich viele Schicksale von Bürgern auf dem Gewissen, was er nie hatte.


Über diesen Verbrecher, der dieses gesagt hat:

"Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil."


denken sicherlich noch sehr viele Menschen ebenso, wie Volker formuliert hat. Viele hätten ihm wohl sogar ein " Rumänisches Schicksal " gewünscht. Da ist deine Kritik an Volkers Formulierung völlig deplaziert.

Bei der Schilderung von negativen Ereignissen und der Erwähnung von Namen von Personen, die dafür Verantwortung trugen, setzt auch noch nach fast 30 Jahren bei dir und vielen anderen Ehemaligen oder Sympathisanten dieser Reflex ein.

So sensibel warst du doch auch nicht, wenn man einen geschnappten Flüchtling, immer wieder in den Kofferaum krabbeln ließ.

[denken]
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon karnak » 2. Januar 2018, 17:53

Interessierter hat geschrieben:[b]
Dieser Mensch hat unendlich viele Schicksale von Bürgern auf dem Gewissen,

Das mag stimmen und für mich war der Erich auch nie einer an dem ich aufgerichtet hätte. Aber wer so alles Schicksale von Bürgern auf dem Gewissen hat, dessen Asche trotzdem nicht dem Winterdienst angedient wurde, deren Asche eher in irgendwelchen Gruften ruht, Straßen und öffentliche Gebäude nach ihnen benannt wurden, sie Träger des Bundesverdienstkreuzes waren, ihre Nachkommenschaft immer noch von deren"Gewissensentscheidungen" profitieren, wir wollen das lieber nicht aufdrödeln. Was bleibt, es gibt Wünsche von denen gehört es sich einfach nicht, dass man sie öffentlich macht, außer man hat den Hang zu Eiferei eben.
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon Sirius » 2. Januar 2018, 18:17

Volker Zottmann hat geschrieben:Das beste an Deinen Zeilen, @Merkur, ist der verwendete Konjunktiv.
Anders wirds nämlich nüscht!
Was sollte mich jemals umtreiben Dich zu sehen?
Halte wegen mir vor Honeckers alter Haustür Ausschau, ob mal eine weiße Kalla (vom VEB Sebnitzer Kunstblume) vor der Tür liegt. Dann weißt Du, dass ich in Deiner Nähe war.

Volker

Ich meine, dass ich jemanden aus dem Forum vor etwa einer Woche auf ZDF-Info gesehen habe. Die Sendungen hießen "mysteriöse Kriminalfälle der DDR", "Im Fadenkreuz der Stasi - Mysteriöse Kriminalfälle der DDR" oder "Tödliche Tabus - Mysteriöse Kriminalfälle der DDR". Seine Ausführungen waren durchaus interessant. Wie ich gerade festgestellt habe, gibt´s alle Dokus auch auf youtube. Am 7. Januar kommt eine weitere Wiederholung.
Sirius
 

Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon karnak » 2. Januar 2018, 18:23

Interessierter hat geschrieben:
So sensibel warst du doch auch nicht, wenn man einen geschnappten Flüchtling, immer wieder in den Kofferaum krabbeln ließ.

[denken]

[flash] Den Zusammenhang habe ich aber erklärt und den Sachverhalt nicht genüsslich zum Besten gegeben.
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon augenzeuge » 2. Januar 2018, 19:34

karnak hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:
So sensibel warst du doch auch nicht, wenn man einen geschnappten Flüchtling, immer wieder in den Kofferaum krabbeln ließ.

[denken]

[flash] Den Zusammenhang habe ich aber erklärt und den Sachverhalt nicht genüsslich zum Besten gegeben.


Gibs zu, du warst neidisch, weil du selbst nicht reinpasst hast. [grin]

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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon karnak » 2. Januar 2018, 19:37

[grin] Ich hätte mich nicht in einen Kofferraum quetschen müssen wenn ich mich hätte verdrücken wollen.
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Re: Agentengräber in Berlin

Neuer Beitragvon augenzeuge » 2. Januar 2018, 19:42

karnak hat geschrieben:[grin] Ich hätte mich nicht in einen Kofferraum quetschen müssen wenn ich mich hätte verdrücken wollen.


Nur gut, dass dir damals diese Gedanken nicht kamen. Sie hätten dich gejagt...und gefunden. Ablebepläne gab es genug.... [angst]

AZ
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