Ich ahnte, dass ich mit meinem Beitrag die Gemeinde (mehr oder weniger) auf die Palme bringe.Meine Herren, Ihr könnt mir erzählen was Ihr wollt, dass ist Euer gutes Recht. Ich bin auch tolerant genug jedem seine Meinung zu lassen ohne ihn mit irgendwelchen Titeln zu bedenken, wie es hier der eine oder andere User macht.
Eines möchte ich aber klar stellen, dass was ich zu Zeiten der DDR und der Grenze zwischen den Blöcken als gerechtfertigt ansah, sehe ich heute auch unter anderem Licht. Sonst würde ich nicht mehrmals betonen, wie es hier wohl alle User tun, dass es um jedem Menschen, der an dieser Grenze seine Gesundheit eingebüßt hat bedauere. Es hätte dazu nicht kommen sollen.
Wäre die DDR da offener und hätte die Menschen die es unbedingt wollten, raus gelassen (nach dem diese die Studienkosten bezahlt haben) hätten wir vermutlich 500.000 weniger Bürger aber keine Toten zu beklagen.
Wosch hat geschrieben:Beethoven hat geschrieben:Nov65 hat geschrieben:@Beethoven war ein junger Überzeugter und trägt mit seiner Offizierslaufbahn und Verantwortung für Untergebene eine Mitschuld. Warum gibt er dies nicht einfach zu?
Soviel Mumm sollte auch @Vs1400 aufbringen.
Grüße von Andreas
Als ob man die Liebe zu einem Staat "vermitteln" kann. Es ist schon traurig wenn man auf so eine Art-und Weise versucht eigene subjektive Ansichten als Vorgesetzter seinen dienstlich Untergebenen einzutrichtern. Ich denke nicht daß das geklappt haben wird, bis auf ein paar ganz "abgefahrene" Hanseln werden die sich doch über Deine diesbezüglichen Versuche innerlich über Dich lustig gemacht haben und nur Deine ihnen gegenüber erhöhte Rangordnung wird sie davon abgehalten haben, dir ihre "ehrlichen" Antworten zukommen zu lassen.
nun tue aber mal nicht so, als ob sich die gesamten ehemaligen Fallschirmjäger regelmäßig zum Springen,Tauchen, Bergsteigen und wer weiß noch was am Laferfeuer treffen, denn es sind doch nur von der Truppe ein paar Wenige und beim Aufzählen ihrer veranstalteten "Sportarten" vergesse mal die Saufgelage nicht zu erwähnen. Ob das denn allerdings auch noch mit der "Liebe" zur DDR zu tun hat wage ich zu bezweifeln, kann es nicht auch sein daß sich diese paar Falli´s einfach für die tollsten Kerle der untergegangenen DDR halten und sich bei diesen Treffen noch nachträglich die Bestätigung dafür holen wollen. Ich habe übrigens auch einen Neffen der bei dieser Truppe war und an solchen "Veranstaltungen" nie teilgenommen hatte. Weißt Du was der zu mir gesagt hatte: "Ich bin froh daß dieser "Scheiß" vorüber ist und daß ich statt dessen von meinen damaligen Vorgesetzten keinen mehr sehen muß und außerdem haben diese Nostalgiker doch alle Einen an der Waffel".
Daß Du von Deinen Unterstellten "höchste Einsatzbereitschaft, Leistungswille und Härte" gefordert haben wirst glaube ich dir auf´s Wort, daß Du Dich aber mit Ihnen, sprichwörtlich, in dem selben "Dreck" rumgewühlt haben solltest, nehme ich Dir, nur weil Du das so verdeutlichen willst, nicht widerstandslos ab, Du wirst Dein Offiziersjäckchen schon sauber gehalten haben, in jedem Fall aber hört sich daß mit "keine Rücksichtnahme auf die eigene Person" immer medienwirksam an, wer sollte nach Ablauf von 25 Jahren das auch noch bestreiten können, zumal man hier ja auch mit einem Nick-Name unantastbar abgetaucht ist.
Die "Liebe"zur DDR, wo sollte die denn herkommen, etwa daher daß der Staat DDR ab 1962 seinen Jungens die Möglichkeit gab, gezwungener Maßen, mit der Waffe in der Hand seine bis dahin "ungeliebte" DDR gegen nicht vorhandene "Klassenfeinde" zu schützen bzw, seine eigenen Mitbürger an der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu hindern und daß obwohl sie am liebsten selbst das Land verlassen hätten.
Nein, @Beethoven, Du unterliegst meiner Meinung nach einem nicht zu unterschätzenden Realitätsverlust und machst Dir nachträglich immer noch ein Bild von der DDR zurecht, wie es nur von der übelsten Propaganda geschaffen werden konnte.
Schönen Gruß aus Kassel.
Oh, hier könnte ich sehr viel schreiben. Aber das wäre Unsinn, weil Du, lieber Wosch, es vermutlich nicht verstehen würdest / wolltest.
Was wäre ich für ein Ausbilder für meine Soldaten, wenn ich nicht versuchte, diesen meine Gedanken und Überzeugungen näher zu bringen?
Was meinst Du denn, was ein Lehrer, egal in welcher Gesellschaftsordnung, tut? Deine erste Einlassung ist wirklich unüberlegt.
Der junge Soldat, der sich freiwillig zu seinen drei Jahren bei den Fallschirmjägern der NVA verpflichtet hat, war (ausnahmen mag es gegeben haben) nicht derjenige, der seine drei Jahre nur abgerissen hat, weil er einen Studienplatz haben wollte. Das hätte er in jeder anderen Truppe der NVA auch machen können und hätte nicht ein Zehntel des Streßes und der physischen und psychologischen Anstrengungen auf sich nehmen müssen, wie in der Fallschirmtruppe. Er wäre sogar mit Sicherheit Uffz geworden und nicht als Stabsgefreiter durch die Gegend gelaufen. Die Jungs die zu uns kamen, haben alle bereits vor ihrem Dienst in der Truppe bei der GST, eine ordentliche, umfassende Grundausbildung hinter sich gebracht, sonst hätten sie gar nicht zu uns gekommen können.
Da kannst Du ja mal Deinen Neffen fragen. Von wann bis wann war er denn im FJB oder LStR? Vielleicht kenne ich ihn sogar. Mir reicht schon die Dienstzeit, denn man kannte jeden, in dieser kleinen Truppe.
Einen Zahn darf ich Dir noch ziehen. Bis einschließlich Kompaniechef, lagen die Offiziere dieser Truppe im gleichen Dreck und der Kälte und "fraßen" aus dem gleichen Napf wie der Soldat. Auch da kannst Du mal Deinen Neffen befragen. Du mußt nämlich wissen, wenn Du im rückwärtigen Gebiet des Gegners handelst, dann hast Du da keinen Schlafsack mit, kein Bett sondern eben nur das, was Du am Mann tragen kannst. Und das ist hauptsächlich Munition und Sprengmittel, DF 7x40, Verpflegung, und Wasser, Sanikram und Mittel der Verbindungsaufnahme. Im Winter noch Skier und Tarnumhang und wenn die Aufgabe es verlangte, das Tauchergerödel (Neoprenanzug, Maske, Flossen und das IDA 57).
Bei den sportlichen Veranstaltungen wird natürlich am Abend (am Lagerfeuer oder der Fete) auch dem Alk zugesprochen. Aber zeig mir mal einen Männerverein, wo das nicht so ist es sei denn, es ist der Verband der Antialkis.
Und wenn Dein geliebter Neffe diese Einstellung besitzt, dass er von diesem "Scheiß" nichts mehr wissen will und seine Vorgesetzten nicht mehr sehen will, dann wird das schon seinen Grund haben. Ich möchte da nicht spekulieren
habe aber meine Vermutungen.Andererseits hast Du natürlich recht. Von den ca. 5000 ehemaligen Fallschirmjägern, die über die Jahre des Bestehens dieses Truppenteils in der NVA gedient haben, sind heute vielleicht noch 800 - 1000 in irgendeiner Art und Weise mit der ehemaligen Truppe verbunden und nehmen an solchen sportlichen Veranstaltungen teil. Und Teilnahme heißt nicht mal, dass sie noch selber springen, tauchen, schießen oder marschieren. Sie sind eben vor Ort, freuen sich, mit ehemaligen Kameraden (auch ehemaligen Vorgesetzten) zusammen sein zu können, freuen sich über jeden Schirm der Himmel hängt und trinken am Abend, am Feuer, ihr Bierchen (oder eben auch mal eins zu viel).
Du unterstellst mir Realitätsverlust. Wie kommst Du darauf?
Ich behaupte mal ganz kühn, ich stehe mit beiden Beinen in der Realität (ich stehe sogar mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes).
Wenn ich das nicht täte, wäre ich heute nicht das, was ich bin und mir in diesen 25 Jahren geschaffen habe. Ich darf gar nicht daran denken wo ich heute stehen würde, wenn ich dazu 40 Jahre Zeit gehabt hätte. Meine linke politische Einstellung, mein Betrachten der DDR nicht durch eine rosarote Brille aber eben auch nicht durch eine schwarz / weiße Brille erlauben mir, so bin ich fest überzeugt, zu erkennen, was damals gut und was schlecht war, was gerecht entsprechend der damaligen Gesetze war und was eben nicht und erst recht was heute, in diesem Staat los ist.
Und da wir hier über die Grenze zwischen den Blöcken schreiben, möchte ich Dir lieber Wosch, nochmal klar schreiben. Das Grenzregime in der DDR war zu jener Zeit, da die DDR ein souveräner Staat war, ein hartes und für den negativ Betroffenen, ein unmenschliches. Das akzeptiere ich und sehe das nicht anders.
Jedoch, jeder der über die grüne Grenze ging, wußte vorauf er sich da einlässt und hätte dieses Unterfangen abbrechen können, wenn er bemerkte, dass es schief geht. Das o.g. Beispiel, des Todesschusses, ist ungerecht und bedurfte eine kriminalpolizeilichen Bewertung und Verurteilung. Die Waffe durfte nicht angewendet werden, wenn der Grund der Waffenanwendung nicht mehr gegeben war. Das sieht die Schußwaffenanwendunsgordnung der DDR eindeutig so vor.
Der Schütze aber auch der, der diese Schüsse ausdrücklich befohlen hat, sind auch in meinen Augen Mörder und können sich nicht auf Befehlsnotstand berufen.
Ich weiß nicht, wer sich den Youtube-Beitrag über die Winterschlacht auf Prora angesehen hat, den ich eingestellt habe. Dort sagte einer der ehemaligen Fallschirmjäger "... wir wollten schon, dass unsere Soldaten bedingungslos Befehle ausführten, solange diese nicht gegen geltendes Völkerrecht verstoßen ... "
In diesem Sinne
http://www.youtube.com/watch?v=9AF8f7sGUI0 bei 14:50 Minute
Gruß










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