Schneeberg lädt zum 518. Bergstreittag
In Schneeberg steht am Dienstag alles im Zeichen bergmännischer Tradition. Zum 518. Mal lädt die Stadt zum Bergstreittag.
Höhepunkt ist die traditionelle Bergparade am Abend - sie startet 17:30 Uhr an der Marienstraße Richtung Zentrum. Danach wird der Berggottesdienst in der St. Wolfgangkirche abgehalten, bevor das Abschlusskonzert auf dem Markt steigt.
Historischer Hintergrund
Nach der Entdeckung der reichen Silbervorkommen um 1470 und dem großen „Berggeschrey“ entwickelte sich der Bergbau in Schneeberg stürmisch. Jedoch waren die Tage reicher Silberausbeute gezählt. Schon dreißig Jahre später war der Ertrag stark rückläufig. Um an die reichen Erzgänge unterhalb der Oberfläche zu gelangen, mußte der Aufwand erhöht werden. Das Betreiben der Gruben wurde teurer, deshalb beschlossen 1496 die Bergbautreibenden - die Gewerke -, den Wochenlohn der Häuer von zehn Groschen um einen Groschen zu „brechen“.
Das Leben der Bergleute war nicht einfach und trotz Privilegien, wie der Freiheit von Militärfrohn sowie verschiedener Steuerfreiheiten, war ihre wirtschaftliche Lage keineswegs rosig. Acht der zehn Groschen mußten sie für Kost und Unterkunft aufbringen; gerade zwei Groschen blieben ihnen, um sich zu kleiden und die Kinder zu versorgen. Zugleich wurden trotz der technischen Entwicklung im Bergbau die Arbeitsbedingungen härter.
In dieser Situation war „das Brechen um einen Groschen“ ein Einschnitt, der nicht hingenommen werden konnte. Die Schneeberger Knappen beschlossen, für diesen einen Groschen zu kämpfen. Dabei ließen sie sich auch von Geharnischten nicht schrecken und konnten so ihre Forderungen durchsetzen.
1498, nach einem erneuten Versuch der Gewerke den Wochenlohn zu kürzen, zogen die Bergleute mit der Knappschaftsfahne, dem Symbol des Bergreviers, aus der Stadt und besetzten den nahegelegenen Wolfsberg. Unter diesem Druck machten die Gewerke ihren Beschluß rückgängig und die Bergleute kehrten in die Stadt zurück. Als ehrfürchtige, religiöse Menschen führte sie ihr erster Weg zu einem Dankgottesdienst in ihre Kirche.
Von da an wurde dem „Schneeberger Streittag“ zu besonderen Anlässen mit einem festlichen Berggottesdienst und Bergaufzug gedacht. Der Streittag wurde zum arbeitsfreien Tag und mit dem Edikt Kurfürst Johann Georgs II. 1665 auf den 22. Juli festgeschrieben, dem Namenstag Maria Magdalenas.
Spätere Versuche, z. B. im 18. Jahrhundert, diesen freien Tag zu streichen, wurden nicht nur abgewehrt, sondern festigten dessen Ruf. Erst aufgrund der Industrialisierung und der Veränderung der sozialen und politischen Bedingungen im 20. Jahrhundert wurde dieser Tag als arbeitsfreier Tag abgeschafft.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden die Knappschaften als selbständige Organisationen verboten und der Streittag nur noch in beschränktem Umfang begangen.
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http://www.schneeberg.de/html/bergstreittag.html Bergchoral "Herr der du meine Pfade lenkst"
Hochgeladen am 20.07.2010
Zitat:
Bergstreittag. Dankgottesdienst der Bergleute für einen erfolgreichen Lohnstreit um 1496 im Silberbergbau der Region. Zum Berggottesdienst wirkt neben Bergkapellen, Bergchor, Kurrende (Kinderchor) und Bläsern aus umliegenden Posaunenchören auch seit 1998 die neue Jehmlichorgel mit. Der Bergchoral "Herr der du meine Pfade lenkst" bildet den Abschluß des Gottesdienstes, bevor aus der Kirche wieder mit einem Bergmarsch ausgezogen wird. Nach dem Gottesdienst schließt sich ein Bergaufzug der Bergleute auf dem Marktplatz an. Es erklingen verschiedene regionale Bergparademärsche musiziert von den Bergkapellen der Parade und den Posaunenchorbläsern unter Leitung des Kantors an St. Wolfgang...]
Glück Auf!
pentium