Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 28. August 2013, 19:56

pentium hat geschrieben:Wieso um die Ohren hauen, VS ?
Er redet von Patronen am Gürtel. Ich gehe mal davon aus er meint die Magazintasche.
Wir sind ja nicht im wilden Westen.

mfg
pentium


es gab vorfälle, bei denen wohl ein magazinwechsel stattfand pentium
und berichtet wurde dort von der magazintasche mit zwei zusätzlichen magazinen,
falls die 30 schuss nicht ausreichen sollten, kann man ja noch 60 hinterher schicken.
es wird doch bewusst nicht erwähnt, dass wir im e-fall mit die ersten gewesen wären, daher eben auch diese gesamt 90 schuss pro agt am kanten.

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 28. August 2013, 19:59

SkinnyTrucky hat geschrieben:Ja wie, kein Stahlhelm.... [shocked]

Bei den ach soooo gefährlichen Grenzverletzern wär doch noch viel mehr angebracht gewesen.... [wink]

Mara.... [blush]


... und falls dir jetzt dein schienbein wehtut Mara,
dann war ich das. [grin]

gruß vom Torsten [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon pentium » 28. August 2013, 20:08

Ja das Thema Ernstfall wurde, glaube ich im NVA- Forum heftig diskutiert oder wars in einem anderem Forum?

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 28. August 2013, 20:22

pentium hat geschrieben:Ja das Thema Ernstfall wurde, glaube ich im NVA- Forum heftig diskutiert oder wars in einem anderem Forum?

mfg
pentium


kommt hier jedoch nicht zur sprache pentium,
es ist einfacher, gefälliger und passt auch besser in die denke einiger,
wenn man grenzer auf ein thema runter reduziert.

gruß vom Torsten [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Rüganer » 28. August 2013, 20:27

Es ist so vieles seltsam in dem Interview:

Zitat: Allerdings: Zu den Grenztruppen wurden nur Söhne eingezogen, deren Eltern keine Westverwandtschaft hatten bzw. in der Partei waren. Meine Eltern hatten keine Westverwandten, und mein Vater war in der Partei.

Meine Mutter hatte 4 Schwestern drüben, die Schwester meines Onkels wohnte in Westberlin, ihr Sohn war bei der Westberliner Polizei. Trotzdem war ich an der Grenze. Wenn das, was Herr Weiß so als Dogma formuliert, auch so gewesen sein soll, wieso war ich dann da? Weder meine Mutter, noch ich waren in einer Partei.

Zitat:Für den Grenzdienst gab es strenge Regeln, deren Nichteinhaltung betraft wurde. Solche Regeln waren: Rauch- und Sprechverbot, die Schusswaffe musste immer griffbereit und geladen sein....

Sprechverbot hat es nur gegeben, wenn EK's Schweigeschichten anordneten. Geraucht haben wir wie die Schlote, Herr Weiß muss in einer anderen Truppe gedient haben. VS verbesser mich, aber eine unterladene Waffe hat ein Magazin eingeführt, eine geladene Waffe hat schon eine Mumpel im Lauf. "musste immer geladen sein" bedeutet es ist eine Patrone im Lauf - dies war nicht angeordnet und niemals der Normalfall.

Zog man denn 1973 schon mit 90 oder mehr Schuss, bzw. mit mehr als 2 gefüllten Magazinen auf? Es waren exakt 60 Schuss, die ich 1970/1971 bei mir hatte und keiner der Kompanie hatte mehr, es sei denn, er zog mit einem LMG auf, die hatten mehr, weil alleine in der Trommel waren schon 75 Schuss.

Der Jammer ist, in 30 Jahren wird man Herrn Weiß seine Aussage als Wahrheit und als absolut zutreffend ansehen, was sie ja nun wirklich nicht ist.
Rüganer
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Rüganer » 28. August 2013, 20:30

Hausfreund hat geschrieben:Eine mehr technische Frage am Rande, vs1400.

Und dann hatte man extra noch eine Tasche mit Patronen, falls das Magazin nicht ausreicht

In dieser Aussage von Weiß wird von Dir die Stelle "falls das Magazin nicht ausreicht" optisch besonders hervorgehoben - warum? Ich selber hatte zigmal Wachdienst (Kaserne und spezielles "Objekt") und dort war eine 4er Magazintasche völlig normal (plus Stahlhelm??).

mfG [hallo]



Du hattest also 120 Schuss als NVA-Soldat im Wachdienst (Kaserne oder spezielles Objekt ) bei dir? habe ich dies richtig verstanden?
Rüganer
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. August 2013, 20:32

vs1400 hat geschrieben:... und falls dir jetzt dein schienbein wehtut Mara,
dann war ich das. [grin]


Tut et aber lekker nich Torsten.... [zunge]

groetjes

Mara, weit wech in Italien.... [grins]
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Hausfreund » 28. August 2013, 20:50

Rüganer hat geschrieben:Du hattest also 120 Schuss als NVA-Soldat im Wachdienst (Kaserne oder spezielles Objekt ) bei dir? habe ich dies richtig verstanden?

Guten Abend Rüganer,

und danke für Deine Rückfrage!

Mein Wehrdienst liegt rund 40 Jahre zurück und das Militär hat mich nie besonders interessiert, eher angekotzt. Insofern sind meine diesbezüglichen Erinnerungen zwar subjektiv ehrlich, aber nicht ganz 1000 %ig wasserdicht. Andererseits müßten sich in diesem Forum doch genügend Fachleute tummeln, von denen ich mich gern korrigieren lasse.

Also, ich erinnere mich an Magazintaschen mit 4(oder 2?) Magazinen, deren einzelne Patronenzahl ich vergessen habe. Zweitens gab es zu jeder Wach - Vergatterung eine Munitionskiste des, ich sage mal, Wachdiensthabenden, mit kleinen Brettchen pro Soldat mit Löchern, in welche die Patronen steckten. Ob das jetzt die vermuteten 120 waren (zum Beispiel durch 6 x 20 oder 8 x 15) oder vielleicht nur 60 (12 x 5) ... vergessen. Diese Brettchen dienten nur dem schnellen Nachzählen, danach wurden die Magazine für den Wachdienst munitioniert und später das ganze retour.

Ein einzelnes Magazin (30?) hätte ja mathematisch nur die Lösung 5 x 6 für dieses Brettchen erlaubt und sowenige waren es mit Sicherheit nicht.

mfG
Zuletzt geändert von Hausfreund am 28. August 2013, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon pentium » 28. August 2013, 20:59

So weit ich mich erinnere, bin ich auch mit vier Magazinen in der Tasche auf Wache gezogen. (NVA) Magazin mit 30 Schuß.

pentium
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Hausfreund » 28. August 2013, 21:12

Off Topic

Ich erinnere mich an einen "Genossen" Wehrdienstleistenden, der nicht nur enorme Mengen "Cola" vertrug (paar Gramm Vita-Cola zu 100 g Primasprit), sondern auch eine ausgeprägte Liebhaberei zu diesem "Schießkram" pflegte. Er sammelte sämtliche erreichbare Munition, polierte sie auf Hochglanz und baute sich in diesen 18 Monaten eine umfangreiche Patronen - Sammlung auf (Messingstücke auf dunklem Samt - edel!).

Dieser Herr könnte die obige Frage wohl auch nachts um drei mit absoluter Präzision beantworten - falls nicht inzwischen die Cola ...

mfG
Hausfreund
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 28. August 2013, 21:18

Rüganer hat geschrieben:Es ist so vieles seltsam in dem Interview:

Zitat: Allerdings: Zu den Grenztruppen wurden nur Söhne eingezogen, deren Eltern keine Westverwandtschaft hatten bzw. in der Partei waren. Meine Eltern hatten keine Westverwandten, und mein Vater war in der Partei.

Meine Mutter hatte 4 Schwestern drüben, die Schwester meines Onkels wohnte in Westberlin, ihr Sohn war bei der Westberliner Polizei. Trotzdem war ich an der Grenze. Wenn das, was Herr Weiß so als Dogma formuliert, auch so gewesen sein soll, wieso war ich dann da? Weder meine Mutter, noch ich waren in einer Partei.

Zitat:Für den Grenzdienst gab es strenge Regeln, deren Nichteinhaltung betraft wurde. Solche Regeln waren: Rauch- und Sprechverbot, die Schusswaffe musste immer griffbereit und geladen sein....

Sprechverbot hat es nur gegeben, wenn EK's Schweigeschichten anordneten. Geraucht haben wir wie die Schlote, Herr Weiß muss in einer anderen Truppe gedient haben. VS verbesser mich, aber eine unterladene Waffe hat ein Magazin eingeführt, eine geladene Waffe hat schon eine Mumpel im Lauf. "musste immer geladen sein" bedeutet es ist eine Patrone im Lauf - dies war nicht angeordnet und niemals der Normalfall.

Zog man denn 1973 schon mit 90 oder mehr Schuss, bzw. mit mehr als 2 gefüllten Magazinen auf? Es waren exakt 60 Schuss, die ich 1970/1971 bei mir hatte und keiner der Kompanie hatte mehr, es sei denn, er zog mit einem LMG auf, die hatten mehr, weil alleine in der Trommel waren schon 75 Schuss.

Der Jammer ist, in 30 Jahren wird man Herrn Weiß seine Aussage als Wahrheit und als absolut zutreffend ansehen, was sie ja nun wirklich nicht ist.


genau darum geht es mir Rüganer,
doch so nen link vertritt die meinung des setzenden users und da wird es wohl nur wieder nen link geben,
im höchstfall.

gruß vs [hallo]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Karl_Stülpner » 28. August 2013, 21:23

Hausfreund hat geschrieben:Off Topic

Ich erinnere mich an einen "Genossen" Wehrdienstleistenden, der nicht nur enorme Mengen "Cola" vertrug (paar Gramm Vita-Cola zu 100 g Primasprit), sondern auch eine ausgeprägte Liebhaberei zu diesem "Schießkram" pflegte. Er sammelte sämtliche erreichbare Munition, polierte sie auf Hochglanz und baute sich in diesen 18 Monaten eine umfangreiche Patronen - Sammlung auf (Messingstücke auf dunklem Samt - edel!).

Dieser Herr könnte die obige Frage wohl auch nachts um drei mit absoluter Präzision beantworten - falls nicht inzwischen die Cola ...

mfG


Beim Schießen hab ich auch mal 3 Stück als stille Reserve abgezweigt falls mal eine abhanden kommt, aber auf schwarzem Samt hat die bei uns keiner gehabt, eher gut versteckt das sie von den Sackis nicht gefunden wurden.
Meine hatte ich in der Bäfo.
Karl_Stülpner
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 28. August 2013, 21:26

pentium hat geschrieben:So weit ich mich erinnere, bin ich auch mit vier Magazinen in der Tasche auf Wache gezogen. (NVA) Magazin mit 30 Schuß.

pentium



@pentium und @hausfreund, Ihr macht mich unglaublich glücklich. [super]

In Generalleutnant Allensteins Stippvisite in http.//baupionier.zottmann.org habe ich folgenden Absatz geschrieben:
Wir wachten dennoch, Befehl ist Befehl! Wir bemerkten, dass unsere Vorgesetzten, insbesondere die ekeligen, eine innere Wandlung im Zeitraffer-Tempo vollzogen. Mann, waren die nett und höflich, ja fast freundschaftlich gingen die auf uns zu! Ob das wohl an unserer Bewaffnung lag? 120 Schuss scharfe Munition waren mein Eigen! Eine Patrone im entsicherten Lauf und 29 Schuss im Magazin. Weitere 3 Magazine in der Tasche!

Für diese Aussage habe ich im Armeeforum fast Dresche bekommen. Ich würde lügen und übertreiben. Denn es hätte nur 60 scharfe Patronen gegeben.
Da kommt man ins Grübeln, ob einem der eigene Verstand schon Streiche spielt.
Nun habe ich durch Deine Aussage wieder leichtes Oberwasser bekommen. Die sich heute aufgeilenden "Kameraden" vergessen immer, dass wir allesamt zu verschiedensten Zeiten einrückten. Ich eben 1970.
Unsere Magazintaschen waren voll und für 4 Magazine genäht. Eins kam dann an die Kalaschnikow...

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 28. August 2013, 21:56, insgesamt 2-mal geändert.
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Hausfreund » 28. August 2013, 21:42

Karl_Stülpner hat geschrieben:Beim Schießen hab ich auch mal 3 Stück als stille Reserve abgezweigt

Genau, das war die Gelegenheit zum Sammeln von Patronen. Aber leider war meine Schießkunst so unterirdisch, daß ich zu wichtigen Terminen krank befohlen wurde. ;-)

mfG
Hausfreund
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 29. August 2013, 00:34

vs1400 hat geschrieben:absolut kein problem Wolfgang,
bin schon auf der suche nach dem passendem fred und falls ich nichts finde,
wird halt nen neues thema eröffnet.

gruß vom Torsten [hallo]


nen passendes thema hab ich nicht gefunden Wolfgang
und nen neues möchte ich nicht eröffnen,
denn irgendwie gehört es ja dazu.
deine aussage " Du nicht, aber vielleicht ein Anderer, ein "erfolgreicher" Fluchtverhinderer nach der Wende, vor einem gesamtdeutschen Gericht.".

hm, hätte mich auch treffen können Wolfgang,
es war pures glück, aus meiner sicht und noch heute kann ich dir nicht sagen, wie ich damals,
unter beachtung alle realitäten,
gehandelt hätte.
ich war nicht so gefestigt, wie es einige heute verlangen, von sich behaupten und hatte keine andere heimat.

was diese thema betrifft Wolfgang,
gab es mehrfach antworten von ehemaligen grenzern.
mit welchen kannst du echt nicht leben oder hast du eher ein problem?

gruß vom Torsten ... nen smiley find ich eher unpassend.
daher hab ich auch so meine probleme mit den urteilen gegen "fluchtverhinderer", ... lol, was ich nicht alles war.

egal, hier und damals wurden,
wie damals auch,
die kleinen verurteilt und beachtet man heute noch das wissen der eigentlichen "fluchtverhinderer",
war man mit den eigentlichen eher gnädig.

verstecke ich mich nun hinter meinen vorgesetzten?
ich bin nur einer von vielen und kein freund von pauschalaussagen.

gruß vom Torsten [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 29. August 2013, 09:09

Seltsame Erinnerungen im interview. Da stimme ich @Rüganer voll zu.
Ich war von 11/65 bis 04/65 an der Mauer (wirklich vorn aber nur ein halbes Jahr)
Jeder Grenzer im Dienst hatte zwei volle Magazine und ein leeres, mehr nicht, und das reicht ja wohl.
Es wurde auf Posten geraucht, gegessen und getrunken.Auch bei Hinterlandstreife mit dem Krad. Und jeder war froh, wenn der andere mal den Mund aufmachte, also kein Schweigeverbot.
Bis Frühjahr 65 gab es in der Kantine noch Bier und Schnaps. Es kam häufig vor, dass Grenzer bei Dienstantritt betrunken(fast) waren. Mein EK über meinem Bett hat jedenfalls immer einen drauf gehabt.
Der große Teil meiner Großfamilie wohnte im Westen bzw. Österreich, von uns war niemand in der Partei. Dennoch landete ich an der Mauer. Man schätzte mich als jungen Familienvater wahrscheinlich als sehr gebunden und daher sicher ein.

Ja. ja, das Erinnern gelingt nicht jedem. Aber es gibt ja noch uns.
Gruß in die Runde von
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 29. August 2013, 11:05

Nov65 hat geschrieben:Seltsame Erinnerungen im interview. Da stimme ich @Rüganer voll zu.
Ich war von 11/65 bis 04/65 an der Mauer (wirklich vorn aber nur ein halbes Jahr)
Jeder Grenzer im Dienst hatte zwei volle Magazine und ein leeres, mehr nicht, und das reicht ja wohl.
Es wurde auf Posten geraucht, gegessen und getrunken.Auch bei Hinterlandstreife mit dem Krad. Und jeder war froh, wenn der andere mal den Mund aufmachte, also kein Schweigeverbot.
Bis Frühjahr 65 gab es in der Kantine noch Bier und Schnaps. Es kam häufig vor, dass Grenzer bei Dienstantritt betrunken(fast) waren. Mein EK über meinem Bett hat jedenfalls immer einen drauf gehabt.
Der große Teil meiner Großfamilie wohnte im Westen bzw. Österreich, von uns war niemand in der Partei. Dennoch landete ich an der Mauer. Man schätzte mich als jungen Familienvater wahrscheinlich als sehr gebunden und daher sicher ein.

Ja. ja, das Erinnern gelingt nicht jedem. Aber es gibt ja noch uns.
Gruß in die Runde von
Andreas


bei dieser dienstzeit hätte ich eher auf rückwärtigen dienst getippt Andreas, [grin]
ist schon klar wie es gemeint war. [wink]

gruß vom Torsten [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Ernest » 29. August 2013, 14:28

Mir ist zwar klar, daß jeder an der Grenze andere Erfahrungen gemacht hat, Anderes erlebt hat......das es sogar von Kompanie zu Kompanie Unterschiede gab, aber das Interview ist schon was Besonderes. Außenstehende werden es vielleicht weniger bemerken.

Ich habe mal den Beitrag von @Rüganer kopiert und schließe meinen an, um die Aufzählung weiterzuführen.

Rüganer hat geschrieben:Es ist so vieles seltsam in dem Interview:

Zitat: Allerdings: Zu den Grenztruppen wurden nur Söhne eingezogen, deren Eltern keine Westverwandtschaft hatten bzw. in der Partei waren. Meine Eltern hatten keine Westverwandten, und mein Vater war in der Partei.

Meine Mutter hatte 4 Schwestern drüben, die Schwester meines Onkels wohnte in Westberlin, ihr Sohn war bei der Westberliner Polizei. Trotzdem war ich an der Grenze. Wenn das, was Herr Weiß so als Dogma formuliert, auch so gewesen sein soll, wieso war ich dann da? Weder meine Mutter, noch ich waren in einer Partei.

Zitat:Für den Grenzdienst gab es strenge Regeln, deren Nichteinhaltung betraft wurde. Solche Regeln waren: Rauch- und Sprechverbot, die Schusswaffe musste immer griffbereit und geladen sein....

Sprechverbot hat es nur gegeben, wenn EK's Schweigeschichten anordneten. Geraucht haben wir wie die Schlote, Herr Weiß muss in einer anderen Truppe gedient haben. VS verbesser mich, aber eine unterladene Waffe hat ein Magazin eingeführt, eine geladene Waffe hat schon eine Mumpel im Lauf. "musste immer geladen sein" bedeutet es ist eine Patrone im Lauf - dies war nicht angeordnet und niemals der Normalfall.

Zog man denn 1973 schon mit 90 oder mehr Schuss, bzw. mit mehr als 2 gefüllten Magazinen auf? Es waren exakt 60 Schuss, die ich 1970/1971 bei mir hatte und keiner der Kompanie hatte mehr, es sei denn, er zog mit einem LMG auf, die hatten mehr, weil alleine in der Trommel waren schon 75 Schuss.

Der Jammer ist, in 30 Jahren wird man Herrn Weiß seine Aussage als Wahrheit und als absolut zutreffend ansehen, was sie ja nun wirklich nicht ist.


Zitat:In Johanngeorgenstadt wurde unsere ganze Kompanie im Rahmen eines Appells befragt, ob wir den Schießbefehl ausführen würden. Dazu wurde die Antwort vorgegeben: "Ja, das geloben wir."..........
Das ist mir ganz was Neues. Es gab zwar den Fahneneid, den jeder bei der Armee ablegen mußte ( in aller Öffentlichkeit).
Aber speziell und auch nachträglich einen Eid bezüglich Schießbefehl ??????? Na ich weiß nicht..............

Zitat: Nach der Musterung bekam man lediglich den Bescheid, dass man für die Grenztruppen eingeteilt war.
Das kenne ich so beim Grundwehrdienst eigentlich auch nicht. Bei uns in der Lehre wurde der Jahrgang `52 komplett zu den Panzern gemustert und mein Jahrgang, `53, zu den Pionieren. In meinem Lehrjahr war ich der Jüngste, alle anderen waren Jahrgang 1952. Die Vier aus meinem Stammbetrieb kamen ein halbes, bzw. ein Jahr nach mir ebenfalls an die Grenze (Berlin)..........gemustert jedoch zu den Panzern.
Einem Grundwehrdienstler bereits bei der Musterung zu sagen........du kommst an die Grenze ??? Hmmmmm.......

Zitat: Ich entsinne mich, dass ich in meiner ersten Politstunde, von einem Oberstleutnant gefragt wurde, weshalb wir Grenzdienst tun. Ich hatte geantwortet, dass wir den Grenzübertritt von DDR-Flüchtlingen notfalls mit der Schusswaffe verhindern sollen. Diese Antwort war total falsch und hat mir eine Note 5 im Politunterricht eingebracht. Die richtige Antwort wäre gewesen: Wir hätten Grenzdurchbrüche von West nach Ost und andere Sabotage-Akte seitens der westdeutschen Reaktionäre zu verhindern. DDR-Flüchtlinge seien Verbrecher. Sie würden von der Polizei oder den Grenzhelfern im Hinterland gestellt.
DDR-Propaganda in allen Ehren. Nur hätte man es uns so vermittelt, dann hätten wir ja nur in Richtung Westen sichern müssen.........der Osten wäre tabu gewesen. Und dafür extra auf den Schießbefehl geloben ?????
Sprachgebrauch waren Grenzverletzter, egal aus welcher Richtung. Gesichert wurde hauptsächlich ins eigene Hinterland.

Zitat:Zu jedem Zug gehörten zehn Soldaten und ein Zugführer im Rang eines niederen Offiziergrades oder eines Berufssoldaten. .............An der Grenze habe ich selbst erlebt, wie ein Zugführer unserer Kompanie sich mit der Kalaschnikow erschossen hat. Es war ein Unteroffizier............
Auch wenn er schreibt Berufssoldaten. Die fangen ja auch alle klein an.........aber Zugführer ein Unteroffizier ????? Die waren bei uns Gruppenführer.

Zitat:Das erste Halbjahr an der Grenze war für alle Soldaten frustrierend.
Hat er alle gefragt ?

Zitat:Meine Postenführer waren fast alle Abiturienten. Denen hatte man Angst eingejagt und angedroht, dass bei Vorkommnissen, wie zum Beispiel Grenzdurchbrüchen, ein Studium nach der Armeezeit passé sei.
aha, da hat man also fast ausschließlich eingeschüchterte Abiturienten zum Postenführer ( 3.Diensthalbjahr)gemacht. Logischerweise müßte ja dann das 2.Diensthalbjahr auch ausschließlich aus Abiturienten bestehen, damit man das spätere 3.Diensthalbjahr absichern kann.
Das hieße also, im Grunde haben fast nur Abiturienten die Grenze gesichert.

Zitat:Einige Abiturienten, selbst solche, die ihr Abitur mit "Sehr gut" gemacht hatten, wunderten sich beim Blick in den Westen, dass die Leute dort große Autos fuhren und freundlich waren sowie die Häuser bestens in Ordnung, im Gegensatz zu den Häusern im Grenzgebiet der DDR....
na das hat er jetzt aber schön gesagt..........

Zitat: Ein Hauptgrund dafür, dass jeweils ein Postenpaar Grenzdienst hatte, war der, dass im Falle einer Grenzverletzung ein Zeuge da war, der über den Sachverhalt und das Verhalten des Anderen Aussagen machen konnte.
Wenn das mit dem Sachverhalt und Verhalten nicht wäre, hätte also auch eine Person als Posten gereicht ???
Warum ein Paar in den Grenzdienst geschickt wurde, kann sich ja jeder selbst beantworten. Immerhin sollten nach Dienstschluss beide in der Kompanie erscheinen.

Zitat:In der Frühschicht gab es im Gegensatz zum Nachtdienst wenige Kontrollen seitens der Vorgesetzten. Das wussten alle Grenzer, deshalb sind früh am Morgen die meisten Dienstverletzungen passiert.
komische Logik........
Wenn bei uns zum Beispiel, die Kontrollstreife an der rechten Trennungslinie begann, dann hatte sie 8 Stunden Zeit, um sich 14 km bis zur linken Trennungslinie "durchzuarbeiten".
--War ich im Bereich rechte Trennungslinie eingesetzt, wußte ich, sie wird in den ersten Stunden erscheinen. Danach hatte man Ruhe.
--War ich im Mittelbereich eingesetzt, erwartete man sie auch etwa in der Mitte der Schicht. Also davor und danach Ruhe
--war ich im Bereich linke Trennungslinie, so erwartete man die Kontrollstreife auch erst zum Ende der Schicht. Also hatte man 5-6 Stunden vorher Ruhe.
Um "Mist zu bauen" war also in jeder Schicht Zeit.

Zitat: .... es kann ja auch eine Täuschung vorliegen, eine Frau könnte sich ja auch ein Kissen untergelegt haben und die Schwangerschaft vorgetäuscht haben und deshalb müsse auch in diesem Fall geschossen werden.
.........Kinder waren bei uns kein Thema.

auch Kinder waren ein Thema. Bei uns hieß es, auf Schwangere und Kinder sollte nicht geschossen werden. Ohne auf das Warum, Weswegen und Weshalb einzugehen........diese Anweisung stand.

Zitat:Man wollte, dass die Soldaten ganz schnell reagieren, sonst wäre man selbst gefährdet. Und am Anfang, jedes Rascheln einer Maus oder wenn da ein Vogel war, da ist man sofort aufgeschreckt. Die erfahrenen Grenzer, die haben sich da amüsiert, aber die Neuankömmlinge, die haben vor Angst geschwitzt ...

... und manchmal auch losgeballert?


Ja. Das kam vor. –
Dann war er wahrscheinlich im Wilden Westen. Bei uns hat keiner aus Angst oder wegen irgendwelcher Geräusche losgeballert.

Zitat: Es gab richtige Angsthasen – die meinten, wenn jemand kommt, so haben sie das gleich im Griff. Ich sagte dann, hier kommt niemand, ich bin ja verantwortlich, ich bin der Postenführer. –
Ist das die Definition für Angsthase ?????.....einer der meint, gleich alles im Griff zu haben ????....eigenartig !!!!!


Zitat:Du sagtest, dass du geschlafen hast. An der Grenze, beim Wacheschieben.

Genau........Du schläfst nicht tief, bist halbwach, hörst trotzdem. Ich konnte das wirklich klasse. Ich war einer der Wenigen, die keine gesundheitlichen Schäden davongetragen hatten.
und der größte Teil trug gesundheitliche Schäden davon ???? Viele von ihm wurden mit einem Schaden entlassen ??? Von denen die ich kenne ist keiner dabei.......mich eingeschlossen.

Zitat:Nun hattest du ja selbst die Überlegung abzuhauen? Hast du auf eine Gelegenheit gewartet oder war das nicht konkret?
.......wo ich an der Grenze war, da habe ich mindestens 20-mal den Gedenken gehabt, also heute hau ich ab...........
Und dann kam eben die Situation, dass mein Postenführer mir das angeboten hat: Ich weiß, dass du abhauen willst, so fing er an ..............
[color=#00BF40]...und da sagte er, na, dann hau ab. .........Und er meinte, es gibt nur eine Lösung, wie man nicht nach Schwedt kommt: Wenn du mir meine Kalaschnikow wegnimmst und du mir damit eine über den Schädel haust. Also, los, mach das. Da hat er mir seine Kalaschnikow gegeben, ich hab sie ihm nicht weggenommen. Da hat er sie mir gegeben [...] und hat seinen Kopf hingehalten und gesagt, schlag zu............
Und nach einer Weile haben wir dann abgebrochen, und da hat er dann gesagt, na ja, da kann ich's auch nicht ändern. Musst du halt wieder zurück mit mir in die Kompanie

hätte man das verfilmt, dann wäre es bestimmt eine Komödie geworden.
Das hat er bestimmt nur beim Schlafen geträumt.

Zitat:Also, ich wusste, dass ich im Westen wahrscheinlich straffrei davon kommen würde, aber dass ich Schwierigkeiten haben könnte ..........

Du hättest ja nicht sagen können, es war ein abgekartetes Spiel, dann hättest du ihn ja belastet.

Das hätte ich niemals sagen können. [...] Und es war damals auch nicht bekannt, dass im Westen zum Beispiel auch der Bundesgrenzschutz von Stasileuten unterwandert war.
da bringt er mal wieder etwas durcheinander. Warum hätte er es nicht sagen können ?????
Er schreibt doch selbst, damals war nicht bekannt, dass die Stasi auch im Westen ist.
Da verwechselt er wieder heutiges und damaliges Wissen.

Das ist teils schon ein wirres Spiel.......................

Gruß
Herbert
Ernest
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 29. August 2013, 15:40

hi Ernest,
"... aber Zugführer ein Unteroffizier ????? Die waren bei uns Gruppenführer. ..."
während meiner zeit besetzten zeitweise auch uffze die dienststellung eines zugführers, doch war es eben kein standard.

"... Zitat:In der Frühschicht gab es im Gegensatz zum Nachtdienst wenige Kontrollen seitens der Vorgesetzten. Das wussten alle Grenzer, deshalb sind früh am Morgen die meisten Dienstverletzungen passiert.
komische Logik........
Wenn bei uns zum Beispiel, die Kontrollstreife an der rechten Trennungslinie begann, dann hatte sie 8 Stunden Zeit, um sich 14 km bis zur linken Trennungslinie "durchzuarbeiten".
--War ich im Bereich rechte Trennungslinie eingesetzt, wußte ich, sie wird in den ersten Stunden erscheinen. Danach hatte man Ruhe.
--War ich im Mittelbereich eingesetzt, erwartete man sie auch etwa in der Mitte der Schicht. Also davor und danach Ruhe
--war ich im Bereich linke Trennungslinie, so erwartete man die Kontrollstreife auch erst zum Ende der Schicht. Also hatte man 5-6 Stunden vorher Ruhe.
Um "Mist zu bauen" war also in jeder Schicht Zeit. ..."
die KS-6 abnahme erfolgte immer morgens und endete so gegen 12:00, zu meiner zeit und in meiner damaligen gk. jedoch hatte die kontrollstreife 6 nur den auftrag, besagten kontrollstreifen zu überprüfen und posten wurden von einer PKS (posten-kontrollstreife) überprüft. derartige streifen wurden bei uns meist nur in der schneefreien zeit getätigt und gingen auch meist erst in den frühen abendstunden raus.

betrachte meine aussagen bitte nicht als krümelkackerei, eher als information zu den verschiedenen dienstzeiten.
das dieses interview "echt potenzial" hat ... die armen schüler und unbefangenen leser. [frown]

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Ernest » 29. August 2013, 16:34

vs1400 hat geschrieben:hi Ernest,

betrachte meine aussagen bitte nicht als krümelkackerei, eher als information zu den verschiedenen dienstzeiten.
das dieses interview "echt potenzial" hat ... die armen schüler und unbefangenen leser. [frown]
gruß vs [hallo]


Hallo vs,
Krümelkackerei ???? Neeee, das ist schon ok.
Zu meiner Zeit (1972/73), und das Interview stammt ja in etwa aus der Zeit, gab es in jeder Schicht eine Kontrollstreife. Bei der K6-Kontrolle war es oftmals so, dass sie den gesamten Abschnitt (K6) ablief und auf der Rücktour bis zur Kompanie die besetzten Postenplätze abklapperte.

Gruß
Herbert [hallo]
Ernest
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 29. August 2013, 18:13

Noch mal ne Frage zur AK 47, wenn es genehm ist.

Hattet ihr das Bajonett immer mit dabei und wurdet ihr geschult, wie und wann es anzuwenden ist?

Danke

Spartacus


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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Rüganer » 29. August 2013, 18:18

Berliner Innenring, 1970/71:
zu Beginn der Schicht wurde der KS ( hieß da so ) vom Zugführer kontrolliert, ebenso zum Ende der Schicht. Vor dieser Kontrolle musste niemand Angst haben, es sei denn, der fand da Spuren. Gefährlicher war die Postenkontrolle aus dem Hinterland, von denen man niemals wirklich sicher war und die bis zu einer Signalzaunauslösung gehen konnte, wenn da oben auf dem Turm getrieft wurde. War aber auch für die Kontrolleure nicht ohne, wer weiß denn schon, wie der Posten da oben reagiert? Wen ich als Posten zu so was mit musste, dann habe ich mich schön gedeckt gehalten, wenn es denn möglich war.
@Sparta
Bajonett zu meiner Zeit nicht am Mann. Ich persönlich hatte keine solche Schulung in der Grundausbildung. Ich habe Telefonleitungen gelegt und Knoten geübt.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 29. August 2013, 18:27

Rüganer hat geschrieben:@Sparta
Bajonett zu meiner Zeit nicht am Mann. Ich persönlich hatte keine solche Schulung in der Grundausbildung. Ich habe Telefonleitungen gelegt und Knoten geübt.


Mhmm, da werde einer schlau aus der NVA. [smile]

Das Bajonett ist ja wohl Bestandteil der Waffe und dann eben auch als solches mitzuführen. Mal davon abgesehen, ist
das Bajonett der AK 47 sehr gut durchdacht, da es ja gleich mehrere Funktionen hat. Ich denke da zum Beispiel
an die praktische Drahtschere.

Danke Rüganer

LG

Sparta


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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 29. August 2013, 18:43

Korrektur meiner Dienstzeit, sorry, war etwas oberflächlich: 11/65 bis 04/67, Berlin- Rummelsburg,GR 35.
Wenn ich mich recht erinnere, haben wir immer das Bajonett am Mann gehabt.
Grüße, insbesondere an Torsten
von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Rüganer » 29. August 2013, 18:54

@Sparta,

was will ich auf einem Turm in Berlin mit einer Drahtschere, wen will ich da erstechen? Das Ding geht nur verloren oder man piekt sich selber. Nein, wir hatten keins mit, es soll aber verschieden gewesen sein. Andreas schreibt ja schon etwas anderes.
Wichtig war ein Konservenöffner, ein UFO, wenn es ging ein Radio, Bajonett war was für Mucker...
Rüganer
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Karl_Stülpner » 29. August 2013, 20:27

1980 hatte ich das Seitengewehr an der Grünen immer am Mann.
Karl_Stülpner
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Karl_Stülpner » 29. August 2013, 21:05

Dieser Scheiss-Befehl den es ja eigentlich gar nicht gab, also hätte ich mir auch einen straffen Knüppel von einer Fichte schneiden können um einen der mir ans Leder will eine drüber zu ziehen.
Aber nein, so einen 20jährigem Hansel wie mir wurde eine automatische Knarre in die Hand gedrückt und nu mach mal.
Karl_Stülpner
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Karl_Stülpner » 29. August 2013, 21:06

------------------------
vertippt
Karl_Stülpner
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 29. August 2013, 21:18

Spartacus hat geschrieben:Noch mal ne Frage zur AK 47, wenn es genehm ist.

Hattet ihr das Bajonett immer mit dabei und wurdet ihr geschult, wie und wann es anzuwenden ist?

Danke

Spartacus


nun sind wir aber schon richtig fett im OT Spartacus,
bei mir was es etwas anders.
im sommer war es immer am mann Bild

und im winter blieb es in der waffenkammer Bild.
grund dafür war die verletzungsgefahr beim skifahren.

an der knolle gab es nen paar einheiten während der nahkampfausbildung und aufgesteckt sollte es nur auf befehl werden.
die klinge und deren gebrauch wurde uns auch erklärt.
ein manko war die messerscheide.
von innen musste sie immer hübsch geölt werden und trotzdem blühte es dort drinnen. weiterhin gab es außen so ne art gummigriff, darunter blühte es, bei nachlässiger pflege, natürlich auch recht schnell.

gruß vom Torsten [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 29. August 2013, 21:29

Karl_Stülpner hat geschrieben:Dieser Scheiss-Befehl den es ja eigentlich gar nicht gab, also hätte ich mir auch einen straffen Knüppel von einer Fichte schneiden können um einen der mir ans Leder will eine drüber zu ziehen.
Aber nein, so einen 20jährigem Hansel wie mir wurde eine automatische Knarre in die Hand gedrückt und nu mach mal.


tja Karl
und nun kommen noch die ganz schlauen und sagen, dass hättest du doch merken müssen.
du hast doch in einer diktatur gelebt und ...

gruß vs [hallo]
vs1400
 

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