Sohn zweier Flüchtlinge

In diesem Bereich koennt ihr Eure Vorstellung posten.

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon EK 78/1 » 19. Dezember 2012, 06:42

Herzlich Willkommen Finn,und Spass beim Lesen u. Schreiben.

Im Westen gab es kaum was zu Essen. Das sind Deine Worte,wie kann man das denn verstehen ? Ihr seit aus Hunger in den Osten ? Um welches Jahr handelt es sich denn ? Müssen dann ja wohl die Kriegszeiten oder kurz danach gewesen sein,Oder ? [denken]
EK 78/1
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Finn » 19. Dezember 2012, 21:18

Hi EK78/1,
nein,nein, mein Vater ist Mitter der 50er in den Osten geflohen. Dort hat er meine Mutter kennengelernt und sie haben geheiratet und einen Sohn (meinen Bruder) bekommen.
Dann ist er ohne seine Familie 1959/60 irgendwie wieder geflohen, und zwar in den Westen.
Meine Mutter ist 1960 über Ostberlin mit der U-Bahn und meinem Bruder hinterhergeflohen. Er wollte dort für alles Sorgen, bevor sie kommen. Hat er aber nicht, weil er nicht damit rechnete, dass sie überhaupt kommen.


Und obwohl meine Mutter, wie sie immer wieder sagte, unter ständiger Überwachung durch die Stasi und Dem LPG Kommitee? stand hat sie es angeblich geschaft, Bettwäsche und Haushaltssachen nach Hamburg zu schicken. Sie fuhr nach ostberlin, und flog umgehend nach Hamburg. Erst dort meldete sich sich als Flüchtling, wg. Familienzusammenführung - also nicht als Politische.

Diese ganze Geschichte finde ich sehr seltsam und ich glaube davon nicht ein Wort.

Ich bin erst 1965 geboren und meine Eltern haben sich 2 Jahre später geschieden. mein Vater hat während der Ehe kaum gearbeitet und das Geld, was meine Mutter verdient hat, immer wieder am Wochenende durchgebracht. Nach der Scheidung hat er sehr selten Alimente gezahlt. Wurde dafür auch nie bestraft.

Daher hatten wir kaum Geld. Ich denke außerdem, dass meine Mutter auch Geld an ihre Mutter und Schwester im Osten geschickt hat.
Schrecklich fand ich immer die Pakete, die meine Mutter regelmäßig in die Zone schickte. Sa waren teilweise Sachen drin, von denen wir Jungs sonst nie was gesehen haben.

Betreff der Vergangenheit meiner Eltern habe ich bei meiner verstorbenen Mutter noch immer nicht die Traute gehabt, Einsicht in die Stasiakten zu beantragen. Bei meinem Vater muß ich noch warten, bis der die Löffel abgibt.

Gibt es Fälle von vorgetäuschter Flucht, d. h. wie soll ich es ausdrücken... zwar einen Übertritt, aber nur zur Tarnung als Flucht, angegeben bei erst östlichen Stellen und dann Jahre später retoure bei westlichen Stellen??????

Finn
Finn
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Neun » 20. Dezember 2012, 06:03

Zone? Was denn für eine Zone, 30er-, Halteverbots-, Parkverbots-, oder gar Feuerwehranfahrtszone und warum schickt man da Pakete hin? Zu der Verwandschaft die dicke Pakete schickt oder bei Besuchen einen auf dicke Hose macht und daheim tatsächlich nur am knabbern war, ja zu diesen Menschen und zur glitzernden Fassade schrieb der Rainerle ja schon des öfteren.

Was soll eine vorgetäuschte Flucht sein, etwa im Auftrag etwaiger Dienste? Das glaube ich bei deinem Vater nicht, denn diese Personen führten ein geregeltes Leben und machten entsprechend Karriere um auch Ergebnisse an ihre Auftragsgeber liefern zu können.

Es tut mir ja leid das zu sagen, aber ich denke dein Vater hat sein Leben in der BRD nicht auf die Reihe bekommen und ist vor diesem und eventuell noch irgendwelchen Schuldnern oder Frauengeschichten (Kind?) in die DDR geflohen. Dort hat er dann festgestellt dass er auch hier arbeiten müsste und hat wieder nichts richtiges auf die Reihe bekommen.

Dazu war er auch noch mit Frau und Kind belastet und sah so mit einer wiederholten Flucht in die BRD eine Möglichkeit sich derer zu entledigen. Dafür spricht ja auch dass er nichts für die Ankunft deiner Mutter vorbereitete, sprich er rechnete gar nicht damit und hoffte sie los zu sein.

Wie das bei manchen Menschen so ist, auch seine 3. Chance im Leben konnte er nicht nutzen und lebte weitergin als Gammler in den Tag hinein, brachte das Geld deiner Mutter durch bis diese sich folgerichtig von ihm trennte und zählte anschliesend nicht einmal Unterhalt.

Solche gescheiterten Typen gab es nun einmal und seine Fluchten werden echt gewesen sein, waren aber mehr ein weglaufen vor sich selbst und seinem verkorksten Leben, während deine Mutter ihre wahrscheinlich aus Liebe antrat.
Neun
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Edelknabe » 20. Dezember 2012, 06:34

Der Anfang von der Flucht in den Osten vor dem Mauerbau,so Finns Vater könnte aber auch mit der Gründung der Bundeswehr zusammen gehangen haben. Ich habe Material hier, wo ganze Jahrgänge einer Schulklasse in den Osten machten nur weil sie nicht zum Wehrdienst einberufen werden wollten.Werde es bei Gelegenheit mal einscannen.

Aber mit dem Rest wird Neun schon vollkommen richtig liegen. Ich schrieb darüber bereits von meiner Tante im Ruhrgebiet und ihrem Bergmann, als der nur noch soff, sich in den Rinnsteig soff und die Alimente für drei Kinderlein darüber vollkommen vergass. Ihr Geld bekam sie wohl über die Jahre dann vom Sozialamt und ja, ihre West/Weihnachtspakete kamen trotzdem jedes Jahr, auch wenn sie nur beim Discounter kaufte.

Rainer-Maria ich sage immer und halte auch daran fest, das System des Kapital war und ist sinngemäß nur Schaufenster, vorne in der Auslage Glitzer vom Feinsten und hinten hinterm Vorhang türmt sich der Verpackungskram, der sprichwörtliche Müll zum Haufen.Alles nur Fassade, alles nur polierte Fassade, die den menschlichen und sonstigen Schmutz verbirgt, nichts Anderes.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon augenzeuge » 20. Dezember 2012, 08:28

Immer wieder dieser Unsinn. Als ob das die Regel im sog. System des Kapitals war, noch dazu in den Jahren als es kaum Arbeitslose gab, dass man Sozialhilfe kassierte und dann dicke Pakete in den Osten schickte um zu glänzen.

Wer das immer noch glaubt, dem ist wirklich nicht zu helfen. Wahrscheinlich hat er die verfallenen und rußgeschwärzten Häuser der DDR noch für gewollten Glanz gehalten....

Ok, einer Meinung werden wir hier sicher nicht sein, es ist jedoch faszinierend, wie unterschiedlich die Blickwinkel sind. Ich bin dankbar, dass ich es so nicht erleben musste.

AZ
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Nov65 » 20. Dezember 2012, 10:30

Zitat: Rainer-Maria ich sage immer und halte auch daran fest, das System des Kapital war und ist sinngemäß nur Schaufenster, vorne in der Auslage Glitzer vom Feinsten und hinten hinterm Vorhang türmt sich der Verpackungskram, der sprichwörtliche Müll zum Haufen.Alles nur Fassade, alles nur polierte Fassade, die den menschlichen und sonstigen Schmutz verbirgt, nichts Anderes.

Na, da gehe ich doch sofort nach hinten und kratze auf meinem Grundstück den Müll zusammen. Vorne leuchten nämlich die Weihnachtssterne und hinten der Urankram.

Ich staune, wie man sich spekulativ in die Biografie eines Menschen hineinsabbeln kann.
Andreas
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Dille » 20. Dezember 2012, 11:51

Edelknabe hat geschrieben: Finns Vater könnte aber auch mit der Gründung der Bundeswehr zusammen gehangen haben. Ich habe Material hier, wo ganze Jahrgänge einer Schulklasse in den Osten machten nur weil sie nicht zum Wehrdienst einberufen werden wollten.


Also ehrlich gesagt @RMR, da wäre ich doch wohl eher nach West- Berlin "geflüchtet" als in ein DDR, wo sie spätestens ab 1962 vom Regen in die Traufe gekommen wären ! Vielleicht meinst Du ja auch West- Berlin, wenn Du vom "Osten" schreibst, also geographisch ??

Edelknabe hat geschrieben:ihre West/Weihnachtspakete kamen trotzdem jedes Jahr, auch wenn sie nur beim Discounter kaufte.


Amüsiert mich immer wieder -- womit hast Du da ein Problem ?? Ist für Dich nur die Delikatessabteilung des KaDeWe gut genug ?? Für mich jedenfalls nicht, solltest mal die Testberichte aufmerksam lesen -- da punkten die Discounter regelmäßig mit Qualität !

Edelknabe hat geschrieben:Rainer-Maria ich sage immer und halte auch daran fest, das System des Kapital war und ist sinngemäß nur Schaufenster, vorne in der Auslage Glitzer vom Feinsten und hinten hinterm Vorhang türmt sich der Verpackungskram, der sprichwörtliche Müll zum Haufen.Alles nur Fassade, alles nur polierte Fassade, die den menschlichen und sonstigen Schmutz verbirgt, nichts Anderes.


Quatsch mit Soße !!

Gruß, Dille
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Edelknabe » 20. Dezember 2012, 19:32

Na klar "Quatsch mit Soße" Dille , wie könnte es auch anders sein du Sieger samt den anderen Siegern Jörg und Nov. Erzähl das mal den vielen Millionen Leutchen im System des Kapital ,den Verlierern,die nicht wie der Rainer das Haus schon vollständig abbezahlt haben, genau diese,die nicht ihren begnadeten berufenen Lieblingsberuf der Jahrzehnte der goldene Dukaten schiss vorher samt Arbeitsplatz freiwillig gegen einen mies...na gut einigermaßen bezahlten Nacht-Job getauscht haben,(wirklich nur der Gesundheit zuliebe, denn ich wäre heute schon lange tot), der Beruf oder Job,der ihm dem Rainer doch tagsüber einigermaßen Zeit für Frau und Enkel und den anderen Kram lässt.

Rainer-Maria wie schrieb ich schon öfters. Es gibt einfach zuviele Verlierer...im System des Kapital, und zwar diese, die sich doch die eigene Nase am Glitzerschaufenster breitdrücken. Habt ihr ein Glück ihr drei Sieger, ihr gehört da nicht dazu...ha ha ha, der Rainer auch nicht. Aber eh ihr selbstherlichen Großprotze, ich sehe den Schmutz hinter der Fassade wofür ihr wahrscheinlich mal die Brille wechseln müsstet. War der zu hart Leute? Ich denke nicht.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon augenzeuge » 20. Dezember 2012, 20:17

Edelknabe hat geschrieben:Na klar "Quatsch mit Soße" Dille , wie könnte es auch anders sein du Sieger samt den anderen Siegern Jörg und Nov. Erzähl das mal den vielen Millionen Leutchen im System des Kapital ,den Verlierern,die nicht wie der Rainer das Haus schon vollständig abbezahlt haben, genau diese,die nicht ihren begnadeten berufenen Lieblingsberuf der Jahrzehnte der goldene Dukaten schiss vorher samt Arbeitsplatz freiwillig gegen einen mies...na gut einigermaßen bezahlten Nacht-Job getauscht haben,(wirklich nur der Gesundheit zuliebe, denn ich wäre heute schon lange tot), der Beruf oder Job,der ihm dem Rainer doch tagsüber einigermaßen Zeit für Frau und Enkel und den anderen Kram lässt.

Rainer-Maria wie schrieb ich schon öfters. Es gibt einfach zuviele Verlierer...im System des Kapital, und zwar diese, die sich doch die eigene Nase am Glitzerschaufenster breitdrücken. Habt ihr ein Glück ihr drei Sieger, ihr gehört da nicht dazu...ha ha ha, der Rainer auch nicht. Aber eh ihr selbstherlichen Großprotze, ich sehe den Schmutz hinter der Fassade wofür ihr wahrscheinlich mal die Brille wechseln müsstet. War der zu hart Leute? Ich denke nicht.


Ja, Rainer, den Leuten gehts ja sooo schlecht. Die demonstrieren ja nicht mal. Ich empfehle dir, dich mal am Wochenende in die Innenstädte zu begeben. Da sehe ich nur Leute, die Geld ausgeben..Millionen Menschen...bis zum geht nicht mehr. Und nicht einmal, seit Wochen geht das hier so.... Jene, die zu Hause ihre Dinge bestellen, kommen noch hinzu. Der Masse gehts gut. Einen anderen Eindruck kann ich davon nicht haben.

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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Nov65 » 20. Dezember 2012, 23:07

Rainer-Maria, ich habe eine Brille von Fielmann und sehe damit bestens.
Viele Jahre hatte ich auch das Sozialamt in meinem Amtsbereich, kenne mich also wirklich aus bei den Problemen der Leute. Kannst also solche Giftpfeile im Köcher lassen.
Du sprachst von vorne hui und hinten pfui(von mir umgemünzt) des Kapitalismus. Denkst Du denn, wir kennen die Schattenseiten nicht?
Gibt es aber nicht etwa eine sehr positive Seite dieser Ordnung? Denk mal drüber nach, jetzt müsste ich dazu viele Seiten schreiben.
Ich bin kein Anbeter des Kapitals, wäre für schärfere Maßnahmen gegen die Bankengier, die Anhäufung von riesigem Kapital bei wenigen % der Bevölkerung u.a.m., aber ich kenne keine bessere Ordnung. Cuba, Nordkorea, Russland sind für mich keine Alternativen. Oder aber die Ukraine, da kann man seine Mehrheiten in der Rada zusammenprügeln.
Gute Nacht von
Andreas
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Dille » 21. Dezember 2012, 00:57

Edelknabe hat geschrieben:Na klar "Quatsch mit Soße" Dille , wie könnte es auch anders sein du Sieger samt den anderen Siegern Jörg und Nov. Erzähl das mal den vielen Millionen Leutchen im System des Kapital ,den Verlierern,die nicht wie der Rainer das Haus schon vollständig abbezahlt haben, genau diese,die nicht ihren begnadeten berufenen Lieblingsberuf der Jahrzehnte der goldene Dukaten schiss vorher samt Arbeitsplatz freiwillig gegen einen mies...na gut einigermaßen bezahlten Nacht-Job getauscht haben,(wirklich nur der Gesundheit zuliebe, denn ich wäre heute schon lange tot), der Beruf oder Job,der ihm dem Rainer doch tagsüber einigermaßen Zeit für Frau und Enkel und den anderen Kram lässt.

Rainer-Maria wie schrieb ich schon öfters. Es gibt einfach zuviele Verlierer...im System des Kapital, und zwar diese, die sich doch die eigene Nase am Glitzerschaufenster breitdrücken. Habt ihr ein Glück ihr drei Sieger, ihr gehört da nicht dazu...ha ha ha, der Rainer auch nicht. Aber eh ihr selbstherlichen Großprotze, ich sehe den Schmutz hinter der Fassade wofür ihr wahrscheinlich mal die Brille wechseln müsstet. War der zu hart Leute? Ich denke nicht.


Ach @RMR, zuerst einmal fühle ich mich nicht als "Sieger", und sehe auch nur eine Minderheit als "Verlierer", ich bin zufrieden, daß ich in meinem Vaterland von der polnischen bis zur französischen Grenze reisen kann und und mich querbeet mit Menschen treffen und unterhalten kann, so auch mit Forenteilnehmern. Ich gestehe zu, daß manche (gesicherte) Lebensplanung "im Osten" über den Haufen geworfen wurde durch diesen geschichtlichen Einschnitt.
Du solltest mir nicht soviel Weltfremdheit unterstellen, daß ich dies nicht sehen würde, ich kenne eben die Beispiele ja auch aus meiner Familie, meiner Schwester ist "durch die Ritzen" gefallen nach der Wende, meine Neffen beide voll "auf die Füße".

Ich habe in diesem Jahr meine Abiturklasse wiedergetroffen, und sehe regelmäßig meine Kommilitonen der TU Dresden bei fröhlichen Treffen. Ich habe keine Klagen gehört, und nur Ausnahmen, die sich eine DDR zurückwünschten. Also scheint es mir so, daß doch die Vorteile für eine Mehrheit überwiegen. Bei meiner Mutter konnte ich noch miterleben, wie sie doch mit ihrer "West- Rente" wesentlich mehr anfangen konnte, als zuvor mit mit ihren Brosamen, trotz höherer Miete. Ich habe auch miterlebt, wie dann kleinlich um die Pflegestufe gefeilscht wurde -- definitiv schäbig für eine menschenwürdige Gesellschaft.

Wie @Nov schon schrieb, wir sind doch nicht so vernagelt und würden die Auswüchse dieser Gesellschaftsordnung nicht sehen
und alles nur gutheißen -- aber ebenso wie @Nov sehe ich leider kein besseres Gesellschaftsmodell, außer 2 in der Realität offensichtlich funktionsuntüchtigen Modellen des Christentums und des Kommunismus, beides Heilslehren, die eben mit "Feuer und Schwert" die Ungläubigen/ Abtrünnigen zu ihrem Heil bekehren wollen/ müssen.

Also @RMR, als "selbstherrlicher Großkotz" möchte ich nun wirklich nicht bezeichnet werden von Dir, ich habe doch ein paar Jahre Lebenserfahrung hier auf dieser Seite Dir voraus, gepaart mit erwachsenen Jahren auf der "anderen Seite" --- glaube doch schon, auch mitreden zu können.

Da Du nun ja wieder mit "Glitzerfassaden" etc. angefangen hast, mir steht ja immer noch die Antwort aus auf meine Fragen, wie Du Dir denn die DDR (also eine nach 1990 weiterexistierende) so vorstellen würdest, bei 30 % Reduzierung des Lebensstandards (= Reduzierung der "Glitzerfassade" der Subventionen), wie denn nun nach 22 weiteren Jahren die Innenstädte und die Infrastruktur (Nummernschalterwahl vs. Internet) so aussehen würde, wäre Bitterfeld noch bewohnbar, und aus der Lausitz alles Grundwasser abgepumpt --- Du siehst, ich rede nicht über Westwagen und Glitzerfassaden, sondern über das tägliche Leben. Um die ärgsten Löcher zu stopfen, würde noch mehr für "den Westen" produziert, den Rest dürftet ihr dann konsumieren ----- Mann oh Mann, gib' mal konkrete Antworten und eier nicht mit "Glitzerfassaden" herum, daß dieses System bestenfalls das Zweitbeste ist, wissen wir "selbstherrliche Großkotze" doch selbst, entwickle doch mal konkret, aber nicht im luftleeren Raum, eine Alternative !

Gruß, Dille
Dille
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon augenzeuge » 21. Dezember 2012, 08:39

Dille hat geschrieben:Ach @RMR, zuerst einmal fühle ich mich nicht als "Sieger"...
Gruß, Dille


Ich auch nicht! Danke für den klaren Beitrag, Dille. Hoffentlich versteht dich der Rainer auch ..... [blush]
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Thomas 1948 » 21. Dezember 2012, 11:01

Es ist schlimm im Forum geworden.
Hier geht es um eine Vorstellung eines neuen User und was passiert wieder, es wird sich wieder um die DDR und den Kapitalismus gestritten.
Warum ist das immer so, warum wird jedes Thema nach einigen Artikel immer zerfleddert.?
Thomas
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Sirius » 22. Dezember 2012, 09:04

Edelknabe hat geschrieben:Der Anfang von der Flucht in den Osten vor dem Mauerbau,so Finns Vater könnte aber auch mit der Gründung der Bundeswehr zusammen gehangen haben. Ich habe Material hier, wo ganze Jahrgänge einer Schulklasse in den Osten machten nur weil sie nicht zum Wehrdienst einberufen werden wollten.Werde es bei Gelegenheit mal einscannen.

Aber mit dem Rest wird Neun schon vollkommen richtig liegen. Ich schrieb darüber bereits von meiner Tante im Ruhrgebiet und ihrem Bergmann, als der nur noch soff, sich in den Rinnsteig soff und die Alimente für drei Kinderlein darüber vollkommen vergass. Ihr Geld bekam sie wohl über die Jahre dann vom Sozialamt und ja, ihre West/Weihnachtspakete kamen trotzdem jedes Jahr, auch wenn sie nur beim Discounter kaufte.

Rainer-Maria ich sage immer und halte auch daran fest, das System des Kapital war und ist sinngemäß nur Schaufenster, vorne in der Auslage Glitzer vom Feinsten und hinten hinterm Vorhang türmt sich der Verpackungskram, der sprichwörtliche Müll zum Haufen.Alles nur Fassade, alles nur polierte Fassade, die den menschlichen und sonstigen Schmutz verbirgt, nichts Anderes.

Versuche das doch etwas sachlich zu betrachten. Du selbst konntest doch kurz nach der Wende vergleichen. Wie war die öffentliche Infrastruktur, wie z.B. die Straßen, Schienen, Telekommunikationsinfrastruktur u.s.w.. Oder die private Infrastruktur, in welchem Zustand waren die Privathäuser, wie waren die Haushalte mit langlebigen Konsumgütern ausgestattet, mit PKWs, in welchem Zustand befanden sich die Industriebetriebe, wie war die Versorgungslage, gab es eine Mangelwirtschaft, wie waren die Supermärkte ausgestattet? Das war die Realität. Es gab eine Unterschicht, aber das war nur eine Minderheit. Zweifellos hatten wir in den letzten 20 Jahren eine negative Entwicklung in den angeführten Punkten, auch was das Sozialsystem betrifft. Zunehmend wird in den "westlichen" Industrieländern vieles mit Schulden finanziert, um das Wohlstandsniveau nicht stärker einbrechen zu lassen.

Umgekehrt gibt es in anderen Staaten, überwiegend in den Schwellenländern, heute eine entgegengesetzte Entwicklung, eine größer werdenden Mittelschicht. Man vergleiche einfach einmal den Straßenverkehr in chinesischen Gr0ßstädten mit dem vor dreißig Jahren. Damals viele Fahrräder, heute viele PKW. Das hilft uns natürlich nicht, aber das ist der Gang der Dinge in der Weltgeschichte, die einen steigen ab, die anderen steigen auf. Das können wir kaum beeinflussen.
Sirius
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Sirius » 22. Dezember 2012, 12:15

Edelknabe hat geschrieben:Na klar "Quatsch mit Soße" Dille , wie könnte es auch anders sein du Sieger samt den anderen Siegern Jörg und Nov. Erzähl das mal den vielen Millionen Leutchen im System des Kapital ,den Verlierern,die nicht wie der Rainer das Haus schon vollständig abbezahlt haben, genau diese,die nicht ihren begnadeten berufenen Lieblingsberuf der Jahrzehnte der goldene Dukaten schiss vorher samt Arbeitsplatz freiwillig gegen einen mies...na gut einigermaßen bezahlten Nacht-Job getauscht haben,(wirklich nur der Gesundheit zuliebe, denn ich wäre heute schon lange tot), der Beruf oder Job,der ihm dem Rainer doch tagsüber einigermaßen Zeit für Frau und Enkel und den anderen Kram lässt.


Zu diesem Beitrag fällt mir ein Spruch ein, den Mitarbeiter in der einen oder anderen Firma an die Wand gehängt haben:

Mit Arbeit ist es so auf Erden - es kann sehr leicht zum Laster werden - siehst du die Blumen, die da duften? - du kannst nur arbeiten und schuften - so gehn sie hin die schönen Jahre, und eines Tages liegst du auf der Bahre - und hinter dir da grinst der Tod: "Kaputt gearbeitet - du Idiot!"
Sirius
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Edelknabe » 22. Dezember 2012, 20:22

Ich schrieb Großprotz Dille, nicht "Großkotz". Ich schrieb auch nicht von zwei selbstzufriedenen Rentnern mit momentan noch sicherer Rentenzahlung oder gar nem Mitteljungmann mit zur Zeit noch Arbeitsplatz so der Jörg.Ich schrieb von den Leutchen, die einfach Dank des System des Kapital unnütze werden, unnütze und überflüssig schon in jungen Jahren ohne mal hier nur aufs schöne Deutschland zu schielen.

Du musst mir auch nicht mit der DDR kommen Dille. Die so meine ich hätte sich schon gefangen wenn man ihr denn die Möglichkeit,auch den damaligen Bürgerbewegungen dazu die nötige Zeit und noch so zwei drei andere Sachen mehr gelassen hätte. Wie hätte sie auch können wenn ringsherum alles wegbrach, ihre eigenen Freunde zum miesen Verräter worden? Du warst ja weg so in den 70gern, bei nem westdeutschen Riesenkonzern und das geht schon voll in Ordnung nur sehe ich als Einer der geblieben ist schon die Unterschiede im ganz normalen Alltag.Zumal, ich hatte doch( fast) keine Probleme wie Millionen andere auch und wenn dann versuchte man sie zu stemmen. Und zwar genau in dem Alltag wie er auch heute nur nicht groß anders ist bis hin zum Gang auf die Toilette.

Und na klar, da muss man wieder unterscheiden in westdeutsches Schlaraffenland vor 89 und dem was dann kam, als das sozialistische System aber auch voll den Bach herunterging. Genau das macht es ja so schwierig, da auf wenigstens einen vernünftigen Nenner in der Bewertung des doch so potenten, momentan mal wieder recht potenten System des Kapital zu kommen (Hier auch Sirius Text nicht zu vergessen mit der Infrastruktur und und...)denn vom Einkaufen alleine, von vollen Warenkörben und Mengen von Menschen in den Kaufhäusern so der Jörg lebt nun mal der Mensch nicht alleine, da muss schon viel mehr, allerhand mehr dazu gehören, das er selber sagen kann"Ja, genau so sollte es sein und nicht Anders".

Was wäre mir denn lieber so dem Menschen, jungen Menschen von heute, ne ordentliche Arbeit wovon ich ordentlich leben kann oder ne übervolle Schaufensterscheibe, wo ich mir gar die Nase breitdrücke?
Aber das Thema ist einfach zu komplex und der Thomas hatte sich auch schon beschwert, am Besten wir eröffnen mal was Eigenes um zu vergleichen, was Derjenige im jeweiligen System doch für das hält oder hielt, was doch wichtig für des Menschen kleines Leben wäre oder eben war.

Rainer-Maria bestimmt keiner von gestern obwohl ich manchmal den dummen Eindruck habe hier von so manchem Zeitgenossen so verkehrt links eingeordnet zu werden, Einer der genau hinschaut , der seinen Gegenüber klar und deutlich sieht und was ich sehe gefällt mir nicht...trotz des Glitzer, der permanenten überheblichen Selbstbeschwörung des kapitalen System unter dem Deckmäntelchen der Demokratie, doch das bessere sein zu wollen.

Aber wie geschrieben, besser ein neuer Fred.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon augenzeuge » 22. Dezember 2012, 23:21

Edelknabe hat geschrieben: Du musst mir auch nicht mit der DDR kommen Dille. Die so meine ich hätte sich schon gefangen wenn man ihr denn die Möglichkeit,auch den damaligen Bürgerbewegungen dazu die nötige Zeit und noch so zwei drei andere Sachen mehr gelassen hätte.


Ok, du glaubst vermutlich so fest daran, dass man nichts machen kann. So was gibts ja. Rainer, die DDR hatte 40 Jahre Zeit! Und sie befand sich bereits 10 Jahre im Niedergang vor 1989. Du scheinst an echte Wunder zu glauben.

Aber da du die Bürgerbewegungen als jene ins Spiel bringst, die den Laden wieder auf Vordermann hätten bringen können, solltest du dich fragen, ob solche Jungs wie Neun, die auch noch am Ende dafür grade standen, dass der Laden in den 40 Jahren mit ihrer Sicherheit den Bach runtergehen musste, weil es eben genau die Bürgerbewegungen nicht geben durfte, sie sich nicht entwickeln konnten, dafür Verantwortung trugen.

Dir waren die Bürgerbewegungen bis 89 egal, du zeigtest Verständnis, wenn man jene dem Strafvollzug zuführte, weil sie sich nicht an die Spielregeln hielten. Aber nun sollten genau diese Leute für dich alles wieder in kürzester Zeit gradebiegen?

Erkennst du den Holzweg deiner Interpretation?

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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Edelknabe » 23. Dezember 2012, 10:11

Ich sage heute Jörg die damalige Kraft der Bürgerbewegungen war da um das Ruder herumzureißen.Das kann man sehen wie man möchte, denn der Rainer war schon immer Optimist, der bin ich auch heute noch. Und gut,zugegeben, ich habe mich zu DDR-Zeiten nie um Politik gekümmert sondern nur um meine kleine Familie und das mit wieder ganzer junger Kraft.

Genau diese enorme positive Kraft die in der Masse der damaligen DDR-Bevölkerung dazu geführt hatte das die alten Männer und ihre vielen Neun(aber da differenziere ich denn da gabs auch nicht nur Verbohrte sondern der Zukunft zugewande) zum Teufel gejagd wurden. Nur Jörg, was dann kam war nicht mehr das, was eigentlich mit den Anfangsbewegungen der Masse verbunden war nämlich eine ...ich nenne sie mal "Eine neue von Grund auf überarbeitete DDR mit allem Wenn und Aber".

Rainer-Maria aber besser ein Extrafred oder eben bleiben wir hier.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon pentium » 28. Dezember 2012, 22:00

"Eine neue von Grund auf überarbeitete DDR mit allem Wenn und Aber".

Schreibfehler oder Paradoxon? Rainer-Maria.

MfG
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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Butterfly » 28. Dezember 2012, 22:14

Jetzt zerstören wir wieder die Vorstellung von @Finn. Was eigentlich gar nicht in meinem Interesse liegt. Ich wollte nur @Neun antworten auf seinen Beitrag vom 16. Dezember 2012.

Hali und guten Abend @Neun, leider kann ich dir erst heute antworten, ich war mit meiner lieben Mutter bei meinen lieben Onkel und Tante in der ehemaligen DDR. Es war ein schöner Besuch. Nur dieses Mal muss ich sie wahrscheinlich zu sehr gelöchert haben wegen der DDR- Vergangenheit. Seit dem ich in diesem Forum bin interessiere ich mich aber auch für alles,was die DDR betrifft. Ich habe mich auch mit der Nachbarschaft (so hintenrum, beim Müll wegschaffen) in Verbindung gesetzt. Meine Neugier war wieder grenzenlos.

@Neun, wie ich lese hast du den Text fünf Mal überarbeitet. Du kannst es auch weitere fünf Mal versuchen, du wirst keine Antwort finden.@Karnak hat nicht gezweifelt an seiner Tätigkeit beim MfS. Das habe ich auch nicht so geschrieben. Im Laufe der Jahre nach der Wiedervereinigung ist es ihm mehr und mehr in den Sinn gekommen durch seine Überlegungen und dem täglichen Leben, dass damals etwas schief gelaufen ist. Er hat die Unterschiede kennen gelernt. Es sind ihm auch die Augen geöffnet worden. Es soll keine Beleidigung sein, seinen Beiträgen habe ich entnommen, dass ihm von selbst die Augen aufgegangen sind. Ob es bei dir der Fall ist, glaube ich kaum. Durch deine Beiträge die ich auch sehr intensiv lese, komme ich immer mehr zu dem Eindruck, der mich(auch) trügen kann, dass du der DDR sehr nachtrauerst. Es erweckt mich sogar der Eindruck das du lieber heute, als morgen deinen Job bei dem MfS wieder antreten würdest, und das sogar ehrenamtlich.

Wünsche noch einen schönen Abend, Butterfly
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