Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 19:31

@ABV,
eine Kartei konnte jeder der rankam manipulieren. Wenn Du die entsprechende Karte verschwinden lässt, ist sie weg.
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon seaman » 19. Dezember 2012, 19:32

Volker Zottmann hat geschrieben:@ABV,
eine Kartei konnte jeder der rankam manipulieren. Wenn Du die entsprechende Karte verschwinden lässt, ist sie weg.


Hat Gauck auch so gemacht....
seaman
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon seaman » 19. Dezember 2012, 19:34

ABV hat geschrieben:Ich hatte eigentlich nach Fakten und nicht nach Vermutungen gefragt. Oder hatte dir dein Onkel das so gesagt?

Meinst du mich?
seaman
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 19:46

Nein Seaman, ABV redet mich an.

Fakten, wären Zeiten, Namen, Beteiligte.
Ich werde nie etwas genauer sagen, ohne Einwilligung Beteiligter. Wozu auch?
Das ist doch Fakt genug, ich war niemals Reservist in Uniform! Danke Onkel....

Im übrigen lieber Uwe, habe ich inzwischen schon mehrere Anwürfe deinerseits widerlegt, wie Du sicher nachgelesen hast. Du hast aber nicht einmal die Größe besessen, etwas zurück zunehmen.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon manudave » 19. Dezember 2012, 19:49

Übrigens noch etwas zur Ergänzung in Sachen Stasi - Grenztruppen:

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publi ... cationFile
Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein!
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Huf » 19. Dezember 2012, 19:50

In meiner von der BStU kopierten DIN A 4 Lochkarteikarte des ehem WKK Perleberg steht:

"21.09.1977: Aufklärung für Aktion "Grün": keine neg. Hinweise"
.
.
."06.10.80:...ist während seiner Zugehörigkeit zum GAR-5 operativ nicht in Erscheinung getreten / für Reservistendienst bei den GT der DDR geeignet..."

Mein Wehrdienst dauerte vom 01.11.1977 bis zum 31.10.1980.

Die Kopie stelle ich aus privaten Gründen hier nicht ein.

Ich selbst vermute, nachdem ich nach der Wende mehrfache Gespräche mit ehem. AA des WKK im beruflichen Bereich hatte, dass sowohl Manipulationen im Zuge der Einberufung, als auch bei Reservistendienst ohne weiteres möglich waren.

VG Huf [hallo]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 19:59

Danke @Huf!
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Zicke » 19. Dezember 2012, 20:03

Ich war auch nie Reservist ,hatte zwar kein Onkel im WKK ,nur in Frankfurt/Main [frown]
Zicke
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Huf » 19. Dezember 2012, 20:06

Übrigens jener Mann in Zivil, den ich meine, war trotzdem Angehöriger der NVA bzw. 2000(?), der mir erzählte, er kenne alle WKK-Akten der Ärzte des ehem. Kreises Perleberg, er meinte die Reservisten.
Einmal im Gespräch fragte ich ihn nochmals nach diesen Akten, wo sie denn nach 1989 verblieben sind, er lächelte nur süffisant...
Nun weiß ich es, so war das...

VG Huf [hallo]
Huf
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Affi976 » 19. Dezember 2012, 20:08

Zitat Volker Z.:...ich war niemals Reservist in Uniform! Danke Onkel....

Ich war auch niemals Reservist und hatte keinen Onkel, der ZA oder Stasi oder sonstwas war!
Bei mir in Berlin, gab`s auch keine weiteren Gespräche nach meiner Erstmusterung als MKF. Ich konnte auch ohne weitere Fragen, ob ich denn nun oder ob ich denn nun nicht, in aller Ruhe mein Abitur machen. Als allerdings mein Einberufungsbefehl zum Ende der 12. Klasse kam, ich allerdings schon meine Immatrikulationsurkunde für die HfM im direkten Anschluß ans Abi hatte, bin ich in Aktion getreten und habe mich an führende Stellen des MdI gewandt, um mich für 4 Jahre zurückstellen zu lassen, um mein Studium zu machen. Ein NICHTANTRITT hätte dem Staat mehr als 80 000 Mark gekostet und das war ein überzeugendes Argument.
Ich denke, es ist wie bei jedem Thema hier. Zeit, Wer, Wo, Was und Wie dürften bei jeder Entscheidung eine ganz wesentliche Rolle gespielt haben.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon ex-maja64 » 19. Dezember 2012, 20:15

Zicke hat geschrieben:Ich war auch nie Reservist ,hatte zwar kein Onkel im WKK ,nur in Frankfurt/Main [frown]


Das war wohl mein Mango. [frown]

Keinen Onkel im WKK und auch keinen in Frankfurt/Main!

Deshalb nochmal ab zu den Eisenbahnpionieren nach Doberlug-Kirchhain, dort aber keine Fensterfaschen gemauert, sondern Flurgarderoben und Heizungsverkleidungen hergestellt.


So war das in der DDR, ohne wichtigen Onkel. [laugh]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Huf » 19. Dezember 2012, 20:19

Und ick wurde nie wieder Grenzer, aber als Resi zur Artillerie nach Dabel eingezogen, allerdings in ein vergleichsweises Paradies.... aber das passt hier nicht her, ggf. in einen Resi-Thread?

VG Huf [hallo]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Affi976 » 19. Dezember 2012, 20:25

Zitat ex-maja64:...
Keinen Onkel im WKK und auch keinen in Frankfurt/Main!
Deshalb nochmal ab zu den Eisenbahnpionieren nach Doberlug-Kirchhain, dort aber keine Fensterfaschen gemauert, sondern Flurgarderoben und Heizungsverkleidungen hergestellt.
So war das in der DDR, ohne wichtigen Onkel.

Wat denn, ooch noch Zwangsarbeit bei da Fahne? Na da wirt ick ja`n Antrag uff "Opfer" stell`n. Ach stimmt ja, Du hast ja keen Onkel. [flash] Dann wird`s ooch nischt werd`n, brauchste jarnich vasuchen, wa? [shocked]
Tja Mario, was soll man dazu sagen!
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Wosch » 19. Dezember 2012, 20:29

War zwar nicht dabei, aber gemustert wurde ich schon. Anfang 62 ging es da bei uns noch recht leger zu, Fragen ob man schießen würde wurden nicht gestellt, man ging wahrscheinlich davon aus. Also ma 2. Januar wurde mir nach mehrstündigen Druck ein Zettelchen vorgelegt, daß ich zu unterschreiben hatte. Weil man ja angeblich nur meine "Bereitschaft" sehen wollte (und ich garnicht Dienen müßte hatte man das "sofort" auf der Verpflichtungserklärung demonstrativ durchgestrichen. Anscheinend hatte man das aber vergessen oder auch übersehen, denn am nächsten Tag (dem 3 Januar) holte man uns von der Arbeit mit ´nem Bus ab und auf ging die Fahrt ins schöne VPKA gleich neben den Friedhof. "Brust raus und Arsch rein", die ärztliche Begutachtung verlief so schnell wie ein Schwein klettert und dann wurden wir gefragtwo wir denn gerne der Republik am liebsten dieben wollten? Man bedenke am 3. 1. 62 gab´s die Wehrpflicht noch nicht und da wir ja "zwangsgefreiwilligt" wurden hatten wir auch noch gewisse Rechte. Da war aber nix mit 18 Monate GWD, nein fast überall ging es unter 3 Jahre nicht, es sei denn man "wollte" bei den Panzern seine "Pflicht" tun. Muß ja eine schlimme Truppe gewesen sein, die da in Eggessin am schönen Ostseestrand, daß man da mit nur 2 Jahren wegkam. Dahin meldete ich mich des Einjahresvorteil wegen und 10 Minuten später hatte ich die Zusage daß man meinem Wunsch entsprechen werde und ich am Soundsovielten mich bei der 9. Panzerdivision einzufinden hätte. Ob ich bereit gewesen wäre mit der Waffe in der Hand meine Heimat zu verteidigen hatte mich bis dahin kein "A..." gefragt. Wenn ich gefragt worden wäre, hätte ich sicher mit "NEIN" geantwortet (Das mag man mir hier glauben, oder auch nicht) und meine verwandtschaftlichen Bindungen jenseits der Elbe als Grund angegeben. Weitere Befragungen fanden nicht statt, könnte eventuell mit meiner 3 Tage späteren freiwilligen Entfernung aus dem Operationsgebiet "Schöneres Leben" zu tun gehabt haben.
War mal wieder bißchen OT aber man schreibt ja sonst nichts.
Schöne Grüße aus Kassel (was hatt ich doch für´n Massel) [santa]
Wosch
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 19. Dezember 2012, 23:51

Nov65 hat geschrieben:Guten Morgen,@vs1400, lieber bekannter Freund,
Du hebst Dich ja auch wohltuend von Usern ab, die ihre Verantwortung als Längerdienende gern auf Soldaten und Gefreite abwälzen möchten. Du stehst zu Deiner Geschichte, und die wirft Dir hier bestimmt keiner vor.
Unteroffiziere und Offiziere waren damals und sind auch heute keine Feinde für mich. Sie machten ihren Job und waren dazu mehr erzogen worden als wir Soldaten.
Heute geht es doch nur darum, ob sie diesen Job nach 23 Jahren möglichen Nachdenkens nicht auch kritisch sehen.Keiner von uns fordert den Kniefall!!
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ausnahmslos alle damals die genaue Gesetzeslage für den Schusswaffengebrauch kannten und den Widerspruch zur täglichen Praxis so einfach verdrängten.Ich war mit 2 Unteroffizieren ganz gut befreundet. Sie hätten mir bestimmt gesagt: Lass das Magazin doch einfach auf der Bude, brauchst ja nicht zu schießen.
Sei gegrüßt von Andreas


hallo Andreas,
danke für die blumen, doch bei Rüganer und ihn sprach ich bewusst an, habe ich dieses gefühl nicht.
doch was bedeutet eigentlich kritisch betrachten, nach 23 jahren?
es wäre schon von vorteil, wenn sich so manch einer einfach so verhalten würde, wie er es in real life auch tun würde.

gruß vs ... der letzte satz galt nicht dir Andreas. [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 20. Dezember 2012, 00:13

Neun hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben: in dem Pamphlet von Feliks


Na das stellt doch endlich einmal klar in welchem Licht Typen wie Du sich die immer geforderte offene und faire Aufarbeitung vorstellen! Es gibt eine Fragestellungen und es werden als Antwort dazu entsprechende Befehle und Anweisungen eingestellt, dann kommt so eine freiheitlich-demokratische Aufarbeitungstype vorbei und spricht von Pamphleten.

Mich lässt das zu der Erkenntnis kommen in Zukunft bei Fragen auf die Einstellung derartiger "Pamphlete" zu verzichten!


Einem kleingeistigen Aufarbeiter erschließt sich natürlich auch nicht, dass diese Kameradenspitzel euch nicht nur abgesichert, sondern auch vor bestimmten Typen geschützt haben. Manch potentieller, auch vor Kameradenmord nicht zurückschreckender, Fahnenflüchtiger konnte so im Vorfeld aus der Linie genommen werden. Aber soweit zu denken, da reichts eben nicht bei allen...


hi Neun,
danke erst mal für den link, war echt sehr informativ. [super]

wie ich zu derartigen aussagen stehe, wird dir ja nicht entgangen sein. [mad] ... bezieht sich nur auf die ansprache.

manch potentieller mord konnte wohl verhindert werden, da gebe ich dir gern recht.
doch haben genau diese "kameraden" sehr viel unsicherheit in die truppe gebracht. manch einer hätte sich wohl auch eher, in dieser situation, anders und offener verhalten und es wäre nicht so gekommen, wie es kam.

gruß vs ... es war nicht angenehm, solche "kameraden" unter sich zu wissen.
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 20. Dezember 2012, 00:39

Zicke hat geschrieben:also in dem Link ,von Neun , sind Vorgaben die ich so nicht erlebt habe, ich durfte nicht zur VM mit der Begründung ,Bruder vom Vater im Westen, und Ende Sept.70 E-Befehl Eisenach.
Die Auswahl unter solchen Kriterien muß erst Ende der 70er gewesen sein,denn allein aus meinem Freundeskreis (Wohngebiet und Sportverein) gingen 50% an die Grüne und alle mit mindestens einen/r Westonkel/tante. Das war 70 bis ca 74.


hi Zicke,
tanten und onkel waren doch nicht verwandschaft 1. grades.

gruß vs
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 20. Dezember 2012, 01:04

Huf hat geschrieben:In meiner von der BStU kopierten DIN A 4 Lochkarteikarte des ehem WKK Perleberg steht:

"21.09.1977: Aufklärung für Aktion "Grün": keine neg. Hinweise"
.
.
."06.10.80:...ist während seiner Zugehörigkeit zum GAR-5 operativ nicht in Erscheinung getreten / für Reservistendienst bei den GT der DDR geeignet..."

Mein Wehrdienst dauerte vom 01.11.1977 bis zum 31.10.1980.

Die Kopie stelle ich aus privaten Gründen hier nicht ein.

Ich selbst vermute, nachdem ich nach der Wende mehrfache Gespräche mit ehem. AA des WKK im beruflichen Bereich hatte, dass sowohl Manipulationen im Zuge der Einberufung, als auch bei Reservistendienst ohne weiteres möglich waren.

VG Huf [hallo]


hi Huf,
deine vermutungen kann ich nur bestätigen.

in meiner schulklasse hatten wir einen richtig dicken, dessen vater war stabsoberfähnrich in halle/ saale, keine ahnung mehr wo genau und noch weniger, was er dort machte. zumindest organisierte er fast jährlich nen besuch zum tag der nva, für unsere klasse.
der dicke war sportlich die totale niete, bewarb sich dennoch für, ab der 7. klasse, den dienst als uaz.
wir beendeten die schule, danach die lehre und schon ging die post ab, nur er nicht.

gruß vs
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Neun » 20. Dezember 2012, 06:44

vs1400 hat geschrieben:hi Neun,
danke erst mal für den link, war echt sehr informativ. [super]

wie ich zu derartigen aussagen stehe, wird dir ja nicht entgangen sein. [mad] ... bezieht sich nur auf die Ansprache


Morgen, ja war vielleicht nicht ganz angemessen und eigentlich versuche ich ja mich hier aus den üblichen Streitereien herauszuhalten, denn dafür habe ich mich schließlich nicht angemeldet, aber manchmal geht einem halt die Hutschnur hoch.
Neun
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Neun » 20. Dezember 2012, 07:00

Nov65 hat geschrieben:Hi @ Neun,
ich will ja anerkennen, dass Du bei der Wahrheitsfindung über die Methoden der Auswahl von Grenzern mitwirken wolltest. Das ist auch nicht mein Angriffspunkt.
Das mit dem Pamphlet, also Schmähschrift, laste ich Dir also nicht an, die Inhalte der Vorschriften dagegen sehr.Deswegen habe ich sie achtungslos so benannt.
Es wirkt so wohlig warm zu wissen, dass damals aber auch alles zu unserer Sicherheit und Gesundheit getan wurde, insbesondere die Fahnenflucht von Kameraden zu verhindern.
Ich bin aber auch ehrlich, ich fände es auch nicht so toll, wenn mir jemand in den Leib ballerte, nur weil er abhauen wollte.
Ob die Verhinderung von Kameradenmord der Beweggrund beim Einsatz von Kameradenspitzeln war? Ich bezweifle das.

Die "freiheitlich-demokratische Aufarbeiungtstype"
Andreas


Du bist ja gebildet genug und weißt um die Definition eines Pamphletes, auf eine DA lässt sich diese daher nur schwerlich anwenden. Mit solchen Begrifflichkeiten um sich zu schmeißen ist einer sachlichen Diskussion also nicht gerade zuträglich, meine Reaktion allerdings ebenfalls nicht, und daher sollten wir beim weiteren Meinungsstreit auf derartiges verzichten.

Ich mag ja anerkennen dass es u.U. nicht angenehm war sich kontrolliert zu wissen, Tatsache ist aber auch das die meisten IM sich erblichen Herzens um die Sicherheit innerhalb der Truppe bemühten und nicht jede kritische Diskussion zu Papier gebracht wurde. Spätestens der V0'er war erfahren genug um hier zu differenzieren!

Ob der Einsatz von IM nun dem Gedanken zu Grunde lag durch die Verhinderung von Gewaltakten bei Fluchtversuchen die Moral der restlichen Truppe aufrecht zu erhalten, oder allein der Schutz des einzelnen Lebens den Vorrang hatte ist nicht nebensächlich, in der Bewertung der Ergebnisse jedoch zweitrangig. Wichtig ist allein der Fakt, dass somit auch eine relativ hohe Sicherheit für alle Angehörigen der GT geschaffen wurde.

Manch einer, vielleicht auch einer der hier schreibenden, wäre ohne das aufdecken derartiger Bestrebungen und deren Verhinderung heute vielleicht nicht mehr unter den Lebenden. Ich finde das ist ein Punkt den man in der Bewertung der IM-Tätigkeit innerhalb der GT nicht unbeachtet lassen sollte, den den wenigsten ging es um das reine, wie Du es nennst, Kameradenanscheißen.

Ich denke in diesem Punkt könnte man Einigkeit herstellen.
Neun
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 20. Dezember 2012, 10:34

Guten Morgen@Neun,
ich bin mit dem vorgeschlagenen Umgangston sehr einverstanden.
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 20. Dezember 2012, 11:58

Neun hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Hi @ Neun,
ich will ja anerkennen, dass Du bei der Wahrheitsfindung über die Methoden der Auswahl von Grenzern mitwirken wolltest. Das ist auch nicht mein Angriffspunkt.
Das mit dem Pamphlet, also Schmähschrift, laste ich Dir also nicht an, die Inhalte der Vorschriften dagegen sehr.Deswegen habe ich sie achtungslos so benannt.
Es wirkt so wohlig warm zu wissen, dass damals aber auch alles zu unserer Sicherheit und Gesundheit getan wurde, insbesondere die Fahnenflucht von Kameraden zu verhindern.
Ich bin aber auch ehrlich, ich fände es auch nicht so toll, wenn mir jemand in den Leib ballerte, nur weil er abhauen wollte.
Ob die Verhinderung von Kameradenmord der Beweggrund beim Einsatz von Kameradenspitzeln war? Ich bezweifle das.

Die "freiheitlich-demokratische Aufarbeiungtstype"
Andreas


Du bist ja gebildet genug und weißt um die Definition eines Pamphletes, auf eine DA lässt sich diese daher nur schwerlich anwenden. Mit solchen Begrifflichkeiten um sich zu schmeißen ist einer sachlichen Diskussion also nicht gerade zuträglich, meine Reaktion allerdings ebenfalls nicht, und daher sollten wir beim weiteren Meinungsstreit auf derartiges verzichten.

Ich mag ja anerkennen dass es u.U. nicht angenehm war sich kontrolliert zu wissen, Tatsache ist aber auch das die meisten IM sich erblichen Herzens um die Sicherheit innerhalb der Truppe bemühten und nicht jede kritische Diskussion zu Papier gebracht wurde. Spätestens der V0'er war erfahren genug um hier zu differenzieren!

Ob der Einsatz von IM nun dem Gedanken zu Grunde lag durch die Verhinderung von Gewaltakten bei Fluchtversuchen die Moral der restlichen Truppe aufrecht zu erhalten, oder allein der Schutz des einzelnen Lebens den Vorrang hatte ist nicht nebensächlich, in der Bewertung der Ergebnisse jedoch zweitrangig. Wichtig ist allein der Fakt, dass somit auch eine relativ hohe Sicherheit für [b]alle
Angehörigen der GT geschaffen wurde.

Manch einer, vielleicht auch einer der hier schreibenden, wäre ohne das aufdecken derartiger Bestrebungen und deren Verhinderung heute vielleicht nicht mehr unter den Lebenden. Ich finde das ist ein Punkt den man in der Bewertung der IM-Tätigkeit innerhalb der GT nicht unbeachtet lassen sollte, den den wenigsten ging es um das reine, wie Du es nennst, Kameradenanscheißen.

Ich denke in diesem Punkt könnte man Einigkeit herstellen.
[/b]


hi Neun,
über diese art der tätigkeit, von IM in der truppe, war einem doch nichts bekannt. es wurde einem doch so nicht erklärt und man fühlte sich eher persönlich überwacht. daher waren es, für uns, eben ansch...er.
wenn selbst die kompanieführung nicht wusste wer es war und derartig über sie sprachen, wie hätten wir denn da zu ner anderen meinung kommen können.

gruß vs
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Neun » 20. Dezember 2012, 12:09

Aus damaliger Sicht, ich schrieb es ja bereits, mag ich diese Sicht durchaus anerkennen, aber seitdem sind ja nun etliche Jahre mit neuem Wissen vergangen und da kann man seine damalige Meinung in gewissen Punkten durchaus korrigieren oder zumindest in Teilen berichtigen.
Neun
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 20. Dezember 2012, 12:15

Neun hat geschrieben:Aus damaliger Sicht, ich schrieb es ja bereits, mag ich diese Sicht durchaus anerkennen, aber seitdem sind ja nun etliche Jahre mit neuem Wissen vergangen und da kann man seine damalige Meinung in gewissen Punkten durchaus korrigieren oder zumindest in Teilen berichtigen.


ich geb dir diesbezüglich recht. doch man kann nur etwas korrigieren, anders sehen, wenn man darüber auch erfährt. [wink]

gruß vs
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Interessierter » 20. Dezember 2012, 15:37

Zitat Neun:
Manch einer, vielleicht auch einer der hier schreibenden, wäre ohne das aufdecken derartiger Bestrebungen und deren Verhinderung heute vielleicht nicht mehr unter den Lebenden. Ich finde das ist ein Punkt den man in der Bewertung der IM-Tätigkeit innerhalb der GT nicht unbeachtet lassen sollte, den den wenigsten ging es um das reine, wie Du es nennst, Kameradenanscheißen.


Nachdem man versucht glaubenzumachen, daß die " Kundschafter des Friedens " und die Grenze der DDR mit ihren vielen Erschossenen und Verletzten den Weltfrieden sicherten, kommst Du daher und willst uns erklären, daß die IM bei den Grenztruppen wohl zahlreichen Grenzsoldaten das Leben gerettet hätten ? [laugh]

Diese betrieben genau wie ihr Auftraggeber ( die Stasi ) einfach übelste Gesinnungsschnüffelei bis ins intimste Privatleben der Soldaten hinein.

Du scheinst ja davon auszugehen, daß in den GT zahlreiche Männer vorhanden waren, denen es nichts ausmachte unter Liqidierung ihrer Kameraden das Land zu verlassen. Interessante Einschätzung der Moral der GT Deinerseits.

Selbst die Politoffiziere wurden bespitzelt !! Was ist das für ein Gesellschaftssystem, wo einer den anderen bespitzelt und anschwärzt. Du hast Dich doch wenn Du Dich von Deiner Klosettbrille erhoben hast, noch einmal umgedreht und überprüft ob der Haufen nicht vom Klassenfeind war !

eigentlich versuche ich ja mich hier aus den üblichen Streitereien herauszuhalten, denn dafür habe ich mich schließlich nicht angemeldet


Selten so gelacht, danke für die Erheiterung. [laugh]

" Der Interessierte "
Interessierter
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon S51 » 20. Dezember 2012, 16:30

Interessierter hat geschrieben:... Was ist das für ein Gesellschaftssystem, wo einer den anderen bespitzelt und anschwärzt. Du hast Dich doch wenn Du Dich von Deiner Klosettbrille erhoben hast, noch einmal umgedreht und überprüft ob der Haufen nicht vom Klassenfeind war !
...


Heutzutage verlangt der Staat ja auch von bestimmten Personen, dass sie einander beobachten und notfalls anschwärzen. Siehe nur die Diskussion über Waffenrecht, wo die Schützenvereine den Behörden melden sollen, wenn sich ein Schützenbruder merkwürdig verhält, nicht mehr zum Training kommt oder ähnliches. Da wird dies sogar extra verlangt. Oder die Praxis bei bestimmten Ämtern (Jugendamt). Die absolute Mehrzahl aller Informationen hat vertraulichen Charakter und kommt von Dritten.
Da gehe ich noch nicht mal auf VS oder Staatsschutz ein. Ist doch Jacke wie Hose.
Letzten Endes haben alle diese Vorgänge, sofern sie zu etwas führen, einen meist sehr praktischen Grund. Wenn man sich all diese Seiten von anderen durchliest, hatten sie sammt und sonders keine Auswirkungen weil das was da stand die Zuverlässigkeit nicht einschränkte. Wäre dem so gewesen, hätte es zweifellos "gegongt" aber eben nur deswegen. Und was waren denn damals solche Maßstäbe? Doch nur Fahnenfluchten oder schwere Vorkommnisse und die endeten ja doch erfahrungsgemäß relativ oft in Gewalt. Alles übrige war gesammeltes Papier für die bürokratische Tonne (Ablage). Praktisch ohne Auswirkungen egal wie viele "Guten Tag (Kontaktaufnahmen)" zur "falschen Zeit am falschen Ort" bei mir drinn stehen. Ich war trotzdem bis fast auf den letzten Tag vorne.
S51
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 20. Dezember 2012, 17:19

S51 hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:... Was ist das für ein Gesellschaftssystem, wo einer den anderen bespitzelt und anschwärzt. Du hast Dich doch wenn Du Dich von Deiner Klosettbrille erhoben hast, noch einmal umgedreht und überprüft ob der Haufen nicht vom Klassenfeind war !
...


Heutzutage verlangt der Staat ja auch von bestimmten Personen, dass sie einander beobachten und notfalls anschwärzen. Siehe nur die Diskussion über Waffenrecht, wo die Schützenvereine den Behörden melden sollen, wenn sich ein Schützenbruder merkwürdig verhält, nicht mehr zum Training kommt oder ähnliches. Da wird dies sogar extra verlangt. Oder die Praxis bei bestimmten Ämtern (Jugendamt). Die absolute Mehrzahl aller Informationen hat vertraulichen Charakter und kommt von Dritten.
Da gehe ich noch nicht mal auf VS oder Staatsschutz ein. Ist doch Jacke wie Hose.
Letzten Endes haben alle diese Vorgänge, sofern sie zu etwas führen, einen meist sehr praktischen Grund. Wenn man sich all diese Seiten von anderen durchliest, hatten sie sammt und sonders keine Auswirkungen weil das was da stand die Zuverlässigkeit nicht einschränkte. Wäre dem so gewesen, hätte es zweifellos "gegongt" aber eben nur deswegen. Und was waren denn damals solche Maßstäbe? Doch nur Fahnenfluchten oder schwere Vorkommnisse und die endeten ja doch erfahrungsgemäß relativ oft in Gewalt. Alles übrige war gesammeltes Papier für die bürokratische Tonne (Ablage). Praktisch ohne Auswirkungen egal wie viele "Guten Tag (Kontaktaufnahmen)" zur "falschen Zeit am falschen Ort" bei mir drinn stehen. Ich war trotzdem bis fast auf den letzten Tag vorne.

Hi @S51,
so will ich Deine Gleichsetzung von Informationsmethoden damals und heute nicht stehen lassen.Wen kümmerte damals Datenschutz und Schutz der Intimsphäre des Individuums? Niemanden des Machtapparates. Dabei hätte der Staat bei so schlimmen Verletzungen des Datenschutzes einschreiten müssen. Aber alles diente dem "Schutz von Frieden und Sozialismus".Natürlich muss es heute ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und die Pflicht gewisser Behörden sein, Terrorakte, Verletzungen des Kinder-und Jugendschutzes usw.zu verhindern.Dazu zählt auch die Einhaltung des sensiblen Waffenrechts. Dabei müssen zwangsläufig gezielte Informationen eingeholt werden. Das willst Du aber doch wohl nicht mit den Methoden des DDR-Staates vergleichen und diese damit legalisieren. Diese bezahlte Gesinnungsschnüffelei bis in die Familien hinein waren abartig und krankhaft. Jeder Vergleich mit heute verbietet sich einfach für mich.
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 20. Dezember 2012, 18:49

Na gut Uwe, dann bleibt eben jeder bei seiner Ansicht.
Du musst aber den Fakt dennoch zur Kenntnis nehmen, dass ich mir nichts passend zusammenreime. Eine Seite zuvor schreibt Huf, dass Manipulationen im WKK durchaus möglich waren.
Vergiss nun nicht, ihn auch anzuzählen. (Oder ist doch was dran?)
Mein Onkel arbeitete da mehrere Jahre, so wie andere Beschäftigte auch.
Karten zu tauschen, oder vorgesehene für eine Einberufung umzuverteilen wird niemandem ein Problem bereitet haben.
Das war deren Wirkungsbereich.
Ebenso hattest Du als ABV sicher auch die Möglichkeit, einen Bürger vor "Verfolgung" zu bewahren oder einen anderen 3 mal am Tag zu kontrollieren.
Aber egal was geschrieben steht, es macht erst mal Freude alles, aber auch jedes Wort zu bezweifeln oder den "Sünder" an den Pranger zu stellen. Ihr werdet mich trotzdem nicht los. [wink]

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Wosch » 20. Dezember 2012, 21:17

ABV hat geschrieben:Du hast wie immer nichts verstanden Volker.



Tut mir leid lieber "Freund und Helfer" aus dem Oderbruch, was sollte man denn eigentlich hier verstehen? Etwa daß Du Dich anmaßen darfst von einem Fettnäpfchen ins andere zu treten und trotzdem der Meinung bist daß Du der Einzige hier bist der den wahren Durchblick hat? Das "Du hast wie immer nicht verstanden Volker" ist im Grunde genommen nur eine weitere Entgleisung, einer von Vielen. Jetzt kannst Du wieder sagen daß Deine Äußerung nichts mit Deiner "besonderen" Stellung hier im Forum zu tun hatte, sondern nur als schreibendes Mitglied; ich fand das letzte Mal schon recht erbärmlich, sich so vor der Verantwortung als Administrator zu drücken. Du beleidigst hier ohne es zu merkenund das wollte ich Dir sagen, auch wenn es wieder an Dir abprallen sollte.
Trotzdem und vielleicht gerade deswegen, Schöne Grüße aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon ex-maja64 » 20. Dezember 2012, 21:58

Werter Herr aus Kassel.

Deine Entgleisungen gegenüber den Admin @ABV, sie sind hier mittlerweile zur Gewohnheit geworden.
Wenn du schon hier als oberster Forumsrichter aufrittst, so nehme doch bitte auch die Entgleisungen anderer Admins/Mods. hier zur Kenntnis!
Dein "Geschrei" mag man wohl von Kassel bis Garmisch-Partenkirchen hören, es ficht aber Viele hier nicht mehr an!

Ohne Gruss

ex-maja64 [santa]
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