Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Berliner Göre » 17. Dezember 2012, 17:26

ratata hat geschrieben:Politik http://www.n-tv.de/politik/DDR-Schiessb ... 26599.html
Samstag, 11. August 2007

Brutales DokumentDDR-Schießbefehl gefunden

Das neu entdeckte Dokument, das einen bedingungslosen Schießbefehl gegen DDR-Flüchtlinge belegt, zeugt nach den Worten der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, von großer Brutalität. "Das Dokument ist deswegen so wichtig, weil der Schießbefehl von den damals politisch Verantwortlichen nach wie vor bestritten wird", sagte Birthler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge. Die DDR-Führung hatte stets behauptet, es habe keinen "Schießbefehl" gegeben.

Im Vergleich zu anderen Ländern könne man sich in Deutschland glücklich schätzen, dass man mit der Stasi-Unterlagenbehörde die Möglichkeit habe, Lügen und Legendenbildungen entgegenzuwirken. "Wir sind noch lange nicht am Ende der Aufarbeitung", wird Birthler zitiert. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, sagte im ZDF, er wünsche sich, dass solche Dokumente eher gefunden worden wären.

Neue Qualität

Der Schießbefehl für den Einsatz an der DDR-Grenze wurde in Dokumenten der Magdeburger Außenstelle der Stasi-Akten-Behörde entdeckt. "Der Befehl fordert zum rücksichtslosen Gebrauch der Schusswaffe ohne Vorwarnung an der Grenze auf - auch gegen Frauen und Kinder", sagte der Sprecher der Stasi-Unterlagenbehörde, Andreas Schulze. Er bestätigte damit einen Bericht der Magdeburger "Volksstimme".

Die Aufarbeitung der Vorfälle an der DDR-Grenze erhalte damit eine neue Qualität, so Schulze. "Bisher fanden wir in Dienstanweisungen zwar Passagen, die den Schusswaffengebrauch als letztes Mittel einräumten", sagte Schulze. Aber zuvor hätten die Grenztruppen laut Befehl immer erst mehrfach und eindeutig vorwarnen müssen. "Sie mussten die Flüchtlinge zum Beispiel zum Anhalten auffordern und Warnschüsse in die Luft abgeben." Davon stehe in dem nun entdeckten Schießbefehl nichts.

Auch auf Frauen und Kinder

Das in der Magdeburger Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde gefundene Dokument befahl einer Spezialeinheit des DDR-Geheimdienstes, deren Angehörige als normale Grenzsoldaten getarnt waren, das sofortige Schießen auf flüchtende Grenzsoldaten, selbst wenn diese Frauen und Kinder mitnahmen. In der Berliner Dienstanweisung vom 1. Oktober 1973 heißt es: "Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zunutze gemacht haben."

Der Leiter der Magdeburger Außenstelle, Jörg Stoye, sprach in der "Volksstimme" von einem "aufsehenerregenden und für die Erforschung sowie Aufarbeitung der Stasi-Geschichte höchst bedeutsamen Fund".

Die Angehörigen der von 1968 bis 1985 bestehenden Stasi-Einheit sollten die Flucht anderer Soldaten im Grenzbezirk Magdeburg verhindern. Der siebenseitige Befehl wurde in den Akten eines Unterfeldwebels gefunden, der von 1971 bis 1974 in den Grenztruppen der DDR eingesetzt war. Laut Zeitung war der Stasi-Spitzel ein speziell ausgebildeter Einzelkämpfer, der die "Fahnenflucht" seiner Kameraden verhindern sollte. Allein von 1971 bis 1974 seien dem Bericht zufolge 144 Soldaten in den Westen geflohen. Insgesamt seien es mehr als 2.800 gewesen. Allein an der Berliner Mauer starben 133 DDR-Flüchtlinge.

Quelle: n-tv.de

Je mehr über den Schießbefehl diskutiert wird ,umso mehr wird alles zerredet , hier sind die letzten Hinweise . mfG ratata[url][/url]


verstehend lesen, dann wird ein Schuh daraus [wink] Dieser Befehl ist ein interner Befehl der HA1, hat also nichts mit dem oft strapazierten Begriff "Schießbefehl" zu tun.

Lutz
Berliner Göre
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon inel » 17. Dezember 2012, 17:36

Ja das stimmt, daß ab April 1989 der Schußwaffengebrauch an der Grenze per Befehl sehr stark eingeschränkt, ja quasi eingestellt wurde. Aber doch sicher nicht, weil die verantwortlichen Herren (oder auch nur einer von ihnen) plötzlich die Werte des Humanismus neu definiert haben.... (vorher war ja auch schon alles so humanistisch....mit Liebe für alle und so).
inel
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 17. Dezember 2012, 17:48

Weißt Du @Neun,mir ist fast schlecht dabei, lesen zu müssen, dass Schusswaffengebrauch nur in der letztenEntscheidung des Soldaten oder Gefreiten lag, der mit seinem Postenpartner oben auf dem Turm hockte. Daraus ist zu entnehmen: Das Regime mit seiner Truppenführung wollte das ja eigentlich nicht.Aber der kleine Grenzer entschloss sich eben dazu. Weiter: Der Flüchtige ist zwar angerufen worden, ein Warnschuss wurde abgegeben, er aber blieb nicht stehen, und deshalb war der Schuss/die Salve gerechtfertigt.
Ich habe des öfteren darauf aufmerksam gemacht, dass Anrufen und Warnschuss in vielen Situationen zeitlich gar nicht möglich waren.Wenn in einem schmalen, vielleicht 100 m langen und ca. 20 m breiten, erleuchteten Sichtkorridor ein Flüchtiger in Richtung Mauer rannte, blieb dem Grenzer nur das letzte Mittel. Hinrennen und ihn einfangen ging aus zeitlichen Gründen nicht und weil wir Grenzer gar nicht in den 10 m Kontrollstreifen kamen, der der Mauer vorgelagert war.Ich vermute mal, dass die meisten von uns auch in solchen Situationen nicht schießen wollten, die Angst vor Repressalien und der Befehl zur Grenzsicherung inclusive Einsatz der Schusswaffe sie aber zu dieser blitzschnell zu fällenden Entscheidung zwang.

Ich meine, alle Aussagen von Kommandeuren vor einem BRD-Gericht und auch die angerufene Rechtsgrundlage mit dem Grenzgesetz von1982 sind pure Heuchelei!
Das gesamte Klima in unserer Grenzeinheit war auf die Verhinderung von Grenzdurchbrüchen-und zwar von Ost nach West- einschließlich Schusswaffengebrauch gerichtet.Nach außen Helsinki und das Grenzgesetz, nach innen, wo es ja kein Außenstehender bemerkt,Druck auf die Grenzer, Vergatterung, Verbesserung der Schießleistungen usw.
Wer das heute anders darstellen möchte und uns damaligen Grenzern eine andere Wahrheit deuten will, ist auf der Linie der Heuchelei. Zitat aus dem Papier:"Es war humanistisches Grundanliegen der DDR, das Leben zu achten, menschliches Leid möglichst zu vermeiden ..."Ich fasse es nicht! Warum habe ich statt der AK47 nicht eine Brandungsangel und den Kescher mitbekommen?
Du,@Neun, möchtest Belege für Aussagen wie von @Rüganer und mir.Frag doch die Tausenden Grenzer, die vor,zeitgleich neben mir und später die Mauer bewachten.
Bei den Auslassungen über den Nichteinsatz der AK74 aus humanitären Gründen kommen mir vor Rührung die Tränen.Das hätte in der Welt einen weiteren Aufschrei der Empörung gegeben. Das liegt wohl näher an der Wahrheit.
Grüße an Dich und ins Forum von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon inel » 17. Dezember 2012, 17:57

Zu Deinem letzten Satz: So war es wohl auch, man fürchtete nach dem Fall Gueffroy in Berlin und den damit einsetzenden internationalen Protesten um die eigene Reputation, zumal die alten Herren der Führung ja -wie man heute weiß- schon damals in dieser Zeit und davor von der Stasi über den desolaten inneren Zustand, will sagen den sich breit machenden Unmut der DDR-Bevölkerung informiert worden sind. Da sah man dann sein Heil nur noch im geordneten Rückzug und setzte den Schießbefehl außer Kraft...... ach nein, den gabs ja gar nicht.....
inel
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Berliner Göre » 17. Dezember 2012, 18:23

inel hat geschrieben:Ja das stimmt, daß ab April 1989 der Schußwaffengebrauch an der Grenze per Befehl sehr stark eingeschränkt, ja quasi eingestellt wurde. Aber doch sicher nicht, weil die verantwortlichen Herren (oder auch nur einer von ihnen) plötzlich die Werte des Humanismus neu definiert haben.... (vorher war ja auch schon alles so humanistisch....mit Liebe für alle und so).


die Anwendung der Schußwaffe war teilweise schon ab Anfang der 80iger Jahre stark eingeschränkt, egal ob ein Besuch in der DDR stattfand oder die Herrschaften ausserhalb der Republik weilten gab es Einschränkungen. Ab ca. 87 "durfte" die Waffe nur noch zur Selbstverteidigung eingesetzt werden.

Lutz
Berliner Göre
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 18. Dezember 2012, 01:23

Rüganer hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:[
hi Rüganer,
kann ich alles mit nein beantworten.
nur mache ich dafür keinen anderen als mich verantwortlich. diese thematik wurde in der ausbildung wohl mal bearbeitet, doch ich hab mich darauf verlassen und keine fragen gestellt.
auch als gf wurden mir derartige fragen nicht gestellt, man sprach nicht darüber und ich sah mich daher auch nicht verpflichtet, mich darüber zu informieren.

das, was S51 mit hinterher gerannt aussagen wollte, verstehe ich eben anders als du. im wald, als gak war das handeln komplett anders als am kanten.

gruß vs


Hallo vs,

dass du da keinen anderen verantwortlich machst, ist großzügig, oder deinem Dienstgrad geschuldet.
Ich dagegen sage, eine solche nachhaltige und gezielte Ausbildung hatte ich niemals, ich habe im GAR Telefonleitungen gelegt. Und weshalb sollte jemand der 18 Monate macht nachfragen? Wo ihm doch selbst das Laufen beigebracht wird, das Betten machen und vor allem aber das Grüßen. Ein Ratschlag alter Landser, die mich damals im Dorf verabschiedet haben - niemals freiwillig melden und niemals auffallen, dann kriegst du den Kommis schon vorbei.
Bei uns war das tatsächlich noch so, viele ältere Männer, die ich kannte, hatten den Krieg überlebt und hatten dann solche und ähnliche Ratschläge drauf. dass war 1969, dies darf man auch nicht vergessen... später hatten sich ja alle zu sozialistischen Perönlichkeiten herausgebildet und haben wahrscheinlich andere Ratschläge parat gehabt..
Gruß, der Rüganer


moin Rüganer,
ich bin dabei weder großzügig, eben so wenig ist es meinem dienstgrad geschuldet.
S51 beschreibt hier eine praxis, die ich nie kennenlernte. doch, dass muss man zugeben und mehr erlese ich aus seinen erfahrungen nicht, jeder hätte die möglichkeit gehabt sich darüber zu informieren. die dienstvorschriften konnte jeder einsehen, wenn er wollte oder dachte es zu müssen. da gab es keinen unterschied und es stand jedem dienstgrad frei, sich damit zu beschäftigen.
die ausbildung der uffze war nicht einfacher, als die der gwd' ler, zumindest zu meiner zeit und darüber berichtete ich schon ansatzweise.
gruppenführer, zu meiner zeit, die nicht kgsi werden wollten, gingen ganz normal mit dem zug in den grenzdienst, hatten danach, wie alle, auch a- zug und durften im winter, wie alle, den gsz frei schaufeln. selbst ner a- gruppe, im eispalast, konnte der uffz nicht entfliehen und er stank nach 12 stunden wie jeder der anwesenden.

was ich dir damit sagen möchte.
du kannst gern fragen und bekommst immer ne antwort.
doch bitte, nicht pauschalisieren, aufgrund negativer erfahrungen.

die litze trug ich nur anfangs mit "stolz", darunter, wie auch bei dir, war die pferdedecke und die zeigte den unterschied, nämlich keinen.

gruß vs
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 18. Dezember 2012, 10:18

Guten Morgen,@vs1400, lieber bekannter Freund,
Du hebst Dich ja auch wohltuend von Usern ab, die ihre Verantwortung als Längerdienende gern auf Soldaten und Gefreite abwälzen möchten. Du stehst zu Deiner Geschichte, und die wirft Dir hier bestimmt keiner vor.
Unteroffiziere und Offiziere waren damals und sind auch heute keine Feinde für mich. Sie machten ihren Job und waren dazu mehr erzogen worden als wir Soldaten.
Heute geht es doch nur darum, ob sie diesen Job nach 23 Jahren möglichen Nachdenkens nicht auch kritisch sehen.Keiner von uns fordert den Kniefall!!
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ausnahmslos alle damals die genaue Gesetzeslage für den Schusswaffengebrauch kannten und den Widerspruch zur täglichen Praxis so einfach verdrängten.Ich war mit 2 Unteroffizieren ganz gut befreundet. Sie hätten mir bestimmt gesagt: Lass das Magazin doch einfach auf der Bude, brauchst ja nicht zu schießen.
Sei gegrüßt von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon ex-maja64 » 18. Dezember 2012, 23:12

inel hat geschrieben:Bei allem hin und her in der Debatte, Seltsam ist ja, das es auch damals durchaus welche gegeben hat, die im zarten Alter von 17, 18 oder 19 Jahren klipp und klar erklärt haben, sie schießen nicht auf unbewaffnete Leute an der Grenze.....damals


Nochmal zu deinem Beitrag.
Ich weiß nicht von was du hier ausgehst. Von deinem damals erlebten in der Bundesrepublik (Alt), oder von dem dir vermeintlich angelesenen nach der Wende.

In der DDR gab es sogenannte Bausoldaten, jene lehnten von vornherein einen Dienst mit der Waffe ab. Da ich selber während meines Reservistendienstes 1988 welchen begegnet bin, sind mir ihre Gründe für ihren Schritt bekannt.

Glaubst du denn wirklich das man in der DDR, 17 (das ging schonmal gar nicht),18 oder 19 jährige fragte, ob sie auf unbewaffnete Leute an der Grenze schießen??

Überhaupt in die Nähe so einer Frage, kam ich erst bei meiner Einberufungsüberprüfung, als man mich fragte ob ich denn mit der Waffe in der Hand mein Vaterland verteidigen würde.
Ich habe das natürlich bejaht, denn die DDR war damals mein Vaterland, auch wenn das heutzutage Wendehälsen aus Ost und Pharisäern aus West nicht in ihren Kram passt.
ex-maja64
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Edelknabe » 19. Dezember 2012, 06:45

Mario, der inel kann bestimmt nichts anfangen mit "Vaterland" oder gar "mein Land, meine Heimat, mein Heimatland." Der kennt doch das alte schöne Lied nicht, was wir immer in der DDR singen mussten...meine Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,...(kurzer Absatz und geatmet)... meine Heimat, das sind auch die Blumen..oder so ähnlich usw?

Er meint vielleicht, das man mit 18 Jahren schon so helle in der Birne war, das man aber auch auf alles was der Staat so Fieses mit einen vorhatte eine klare und feste Meinung dagegenhielt. Solche könnte es wahrlich geben, sie könnte es gegeben haben so kleine Einsteins aber wir zwei gehörten da bestimmt nicht dazu. Wenn ich so zurück denke und das schrieb ich schon öfters..".blutjunge 18 Jahre mensch da waren als Erstes und einziges die Mädels, dann kam lange, lange, lange Zeit nichts mehr und dann...ne tut mir leid, es ist schon zu lange her, bei mir erinnert sich da nix mehr, noch nicht mal der alte Kerl in der Hose".

Rainer-Maria wie war das ..."irgendwelche Fragen im Wehrkreiskommando und was haben die gleich nochmal gefragt?" Tut mir leid Leute, ich muss da voll geschlafen haben habe da null Erinnerung.Aber an die Beate schon, die war Tänzerin und hatte immer zuviel Fummel an.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon EK 78/1 » 19. Dezember 2012, 06:54

Manchmal muss man sich doch Fragen,ob wir die AK nur Mitgenommen haben weil die ab und zu mal an die Frische Luft musste [flash]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon augenzeuge » 19. Dezember 2012, 08:46

ex-maja64 hat geschrieben:Glaubst du denn wirklich das man in der DDR, 17 (das ging schonmal gar nicht),18 oder 19 jährige fragte, ob sie auf unbewaffnete Leute an der Grenze schießen??


So natürlich nicht. Man hat allerdings schon bei der Musterung den Leuten gut verbal verpackte Fragen gestellt, die genau das beinhalteten, aber von den meisten nicht so verstanden wurden. Und ich habe leider auch Leute erleben müssen, die vor dem Tribunal offen erklärt haben, dass sie ggf. auch dann die Waffe einsetzen würden, wenn die Grenzverletzung sonst nicht verhindert werden kann. [bloed]

AZ
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„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Neun » 19. Dezember 2012, 08:59

Also warst Du Mitglied des "Tribunals" oder wie hast Du das sonst miterleben können? [wink]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 09:06

Edelknabe hat geschrieben:Mario, der inel kann bestimmt nichts anfangen mit "Vaterland" oder gar "mein Land, meine Heimat, mein Heimatland." Der kennt doch das alte schöne Lied nicht, was wir immer in der DDR singen mussten...meine Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,...(kurzer Absatz und geatmet)... meine Heimat, das sind auch die Blumen..oder so ähnlich usw?

Er meint vielleicht, das man mit 18 Jahren schon so helle in der Birne war, das man aber auch auf alles was der Staat so Fieses mit einen vorhatte eine klare und feste Meinung dagegenhielt. Solche könnte es wahrlich geben, sie könnte es gegeben haben so kleine Einsteins aber wir zwei gehörten da bestimmt nicht dazu. Wenn ich so zurück denke und das schrieb ich schon öfters..".blutjunge 18 Jahre mensch da waren als Erstes und einziges die Mädels, dann kam lange, lange, lange Zeit nichts mehr und dann...ne tut mir leid, es ist schon zu lange her, bei mir erinnert sich da nix mehr, noch nicht mal der alte Kerl in der Hose".

Rainer-Maria wie war das ..."irgendwelche Fragen im Wehrkreiskommando und was haben die gleich nochmal gefragt?" Tut mir leid Leute, ich muss da voll geschlafen haben habe da null Erinnerung.Aber an die Beate schon, die war Tänzerin und hatte immer zuviel Fummel an.


Mit Deiner Erinnerung wirst Du recht haben, ist nicht die Beste... Siehe das rot unterlegte [flash] Aber es reicht schon, wenn sich der Dieb am Volkseigentum Kommunist nennt. [laugh]


Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 19. Dezember 2012, 09:15

Die guten Onkels beim Wehrkreiskommando hatten eine Zahl zu erfüllen von jungen unbedarften Männern, denen sie selbst die gesetzliche Lage über den Schusswaffengebrauch an der Grenze vorenthielten.
Ein Stasimajor, in unserem WKK dafür zuständig, suchte die Jungs für die Grenze aus bzw. traf die Entscheidungen. Solche Infos habe ich von einem Geschäftspartner, der damals Längerdienender beim WKK war.
Ich stimme natürlich Rainer-Maria zu, dass man sich heute, nach so vielen Jahren, doch niemals an Dialoge bei der Musterung erinnern kann.
Grüße von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 09:32

Nov65 hat geschrieben:Die guten Onkels beim Wehrkreiskommando hatten eine Zahl zu erfüllen von jungen unbedarften Männern, denen sie selbst die gesetzliche Lage über den Schusswaffengebrauch an der Grenze vorenthielten.
Ein Stasimajor, in unserem WKK dafür zuständig, suchte die Jungs für die Grenze aus bzw. traf die Entscheidungen. Solche Infos habe ich von einem Geschäftspartner, der damals Längerdienender beim WKK war.
Ich stimme natürlich Rainer-Maria zu, dass man sich heute, nach so vielen Jahren, doch niemals an Dialoge bei der Musterung erinnern kann.
Grüße von Andreas


Die Musterung war doch eigentlich eine harmlose Veranstaltung. Was aber so manchem in Erinnerung bleibt, sind die zwischen der Musterung und Einberufung statt gefundenen Einzel-Einbestellungen. Dort wurden zumindest in QLB die Wehrpflichtigen einzeln bearbeitet.

Heute weiß ich, dass einer meiner Onkels, der damals nach seinem Polizeidienst als Zivilangestellter im WKK arbeitete, sicher seinen Anteil hatte, dass ich nie wieder als Reservist dienen musste.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon ex-maja64 » 19. Dezember 2012, 11:02

augenzeuge hat geschrieben:So natürlich nicht. Man hat allerdings schon bei der Musterung den Leuten gut verbal verpackte Fragen gestellt, die genau das beinhalteten, aber von den meisten nicht so verstanden wurden. Und ich habe leider auch Leute erleben müssen, die vor dem Tribunal offen erklärt haben, dass sie ggf. auch dann die Waffe einsetzen würden, wenn die Grenzverletzung sonst nicht verhindert werden kann. [bloed]
AZ


Nochmal,
bei meiner ersten Musterung (Jahrgangsmusterung 1964, im Jahr 1982), wurden mir überhaupt keine Fragen in diese Richtung gestellt. Schon gar nicht in Richtung Grenze. Gemustert wurde ich dort ja auch fürs Pionierwesen.
Mit mir wurden auch danach keine Einzelgespräche geführt.
Als ich das nächste mal mit den Herren vom WKK zu tun hatte, war das zur Einberufungsüberprüfung Anfang 1983, wo mir dort am Ende offeriert wurde das ich zum 04.05.83 zu den GT eingezogen werde.

Da die meisten jungen Männer in der DDR, zu anderen Truppeneinheiten als den GT eingezogen wurden, warum sollte man denen schon dort die Frage stellen, ob sie bei einer Grenzverletzung die Schußwaffe einsetzen würden.
Das erschließt sich mir nicht! [bloed]
ex-maja64
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 12:42

@ex-maja64,
meine Musterung lag ja noch in den ausgehenden 60er Jahren. Damals war auch die Grenze im Harz noch löchriger und oft für Fluchten genutzt worden.
Später wurde sie ja bekanntlich noch dichter zugebaut.
Ich denke, durch die Einzelgespräche zu meiner Zeit, hat man hauptsächlich sondiert. Alle die evtl. für den Grenzdienst in Frage kommenden, wurden in Einzelgesprächen ganz direkt abgecheckt. Danach hatte man dann die potentiellen Grenzer.

Durchaus möglich, dass es zu anderen Zeiten und an anderen Orten gänzlich anders gehandhabt wurde.
Ebenso sollte man bedenken, dass die IMs ja zu Deiner Musterungszeit wesentlich dichter gesät waren, als 1969. Da wurde vielleicht schon mehr auf Schnüffelberichte und den Leumund im Allgemeinen zurückgegriffen.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Neun » 19. Dezember 2012, 14:47

ABV hat geschrieben: Interessant wäre von Insidern zu erfahren, nach welchen konkreten Kategorien die künftigen Grenzsoldaten tatsächlich ausgewählt wurden?

Gruß Uwe


Was zum lesen... http://www.forum-ddr-grenze.de/t7115f50 ... #msg171259
Neun
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 19. Dezember 2012, 15:34

Ich gehe mal davon aus, dass bereits in den 60er Jahren die gleiche Vorauswahl getroffen wurde, aber auch unter dem Druck, das hohe Aufkommen an der Grenze erfüllen zu müssen.
Man stelle sich mal vor: Ein Schild an der Grenze"Wegen Personalmangels erfolgt keine Grenzsicherung".
Interessant ist in dem Pamphlet von Feliks die Tatsache, dass unter den Gemusterten für die Grenze sogenannte GMS, d. h. Kameradenspitzel, ausgewählt wurden.Anders kann man diese Typen doch nicht bezeichnen. Was hatten sie denn anders zu bewachen als wir anderen Grenzer. Nur uns!!! Ein schändlicher Auftrag und ein schändliches System.
Wenn das in einer Gruppe oder Stube über einen Kameraden bekannt geworden wäre....

Der von mir in meiner vorigen Aussage besprochene Stasioffizier war am Ende Oberstleutnant an der Kreisdienststelle und für das kreisliche WKK zuständig, insbsondere für die Vorauswahl der Grenzer.
Ich habe ihn in unserer Freizeitsiedlung wiedergetroffen. Er trank wie ein Loch und verstarb wenige Jahre nach der Wende. Sein "Kollege", ebenfalls ein Oberstleutnant und in unserer Freizeitsiedlung wohnend, ebenfalls saufend, verstarb kurz nach ihm. Der Dritte im Bunde, ein Hauptmann des MfS verstarb ebenfalls . Ohne menschlich niedere Gefühle ausdrücken zu wollen, muss ich sagen, dass diese Leute mit der Wende und ihrem persönlichen Absturz nicht klar kamen.
Grüße aus Plau am See von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Neun » 19. Dezember 2012, 15:56

Nov65 hat geschrieben: in dem Pamphlet von Feliks


Na das stellt doch endlich einmal klar in welchem Licht Typen wie Du sich die immer geforderte offene und faire Aufarbeitung vorstellen! Es gibt eine Fragestellungen und es werden als Antwort dazu entsprechende Befehle und Anweisungen eingestellt, dann kommt so eine freiheitlich-demokratische Aufarbeitungstype vorbei und spricht von Pamphleten.

Mich lässt das zu der Erkenntnis kommen in Zukunft bei Fragen auf die Einstellung derartiger "Pamphlete" zu verzichten!


Einem kleingeistigen Aufarbeiter erschließt sich natürlich auch nicht, dass diese Kameradenspitzel euch nicht nur abgesichert, sondern auch vor bestimmten Typen geschützt haben. Manch potentieller, auch vor Kameradenmord nicht zurückschreckender, Fahnenflüchtiger konnte so im Vorfeld aus der Linie genommen werden. Aber soweit zu denken, da reichts eben nicht bei allen...
Neun
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 19. Dezember 2012, 17:14

Hi @ Neun,
ich will ja anerkennen, dass Du bei der Wahrheitsfindung über die Methoden der Auswahl von Grenzern mitwirken wolltest. Das ist auch nicht mein Angriffspunkt.
Das mit dem Pamphlet, also Schmähschrift, laste ich Dir also nicht an, die Inhalte der Vorschriften dagegen sehr.Deswegen habe ich sie achtungslos so benannt.
Es wirkt so wohlig warm zu wissen, dass damals aber auch alles zu unserer Sicherheit und Gesundheit getan wurde, insbesondere die Fahnenflucht von Kameraden zu verhindern.
Ich bin aber auch ehrlich, ich fände es auch nicht so toll, wenn mir jemand in den Leib ballerte, nur weil er abhauen wollte.
Ob die Verhinderung von Kameradenmord der Beweggrund beim Einsatz von Kameradenspitzeln war? Ich bezweifle das.

Die "freiheitlich-demokratische Aufarbeiungtstype"
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Transitfahrer » 19. Dezember 2012, 17:18

Neun hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben: in dem Pamphlet von Feliks


Einem kleingeistigen Aufarbeiter erschließt sich natürlich auch nicht, dass diese Kameradenspitzel euch nicht nur abgesichert, sondern auch vor bestimmten Typen geschützt haben. Manch potentieller, auch vor Kameradenmord nicht zurückschreckender, Fahnenflüchtiger konnte so im Vorfeld aus der Linie genommen werden. Aber soweit zu denken, da reichts eben nicht bei allen...


Merkst Du es eigentlich nicht selber, wie schön Du dieses perverse System der Grenzsicherung beschreibst? Wenn nicht, dann lies Dir mal dein Satz (rot gekennzeichnet) nochmal durch.
Die Information ist wegen Quellengefährdung nur zur persönlichen Kenntnisnahme bestimmt.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon augenzeuge » 19. Dezember 2012, 17:26

Neun hat geschrieben:Also warst Du Mitglied des "Tribunals" oder wie hast Du das sonst miterleben können? [wink]


Ich wusste dass diese Frage kommt. Nein, ich saß nicht bei den Herren oben. Dazu gibts mehrere Erlebnisse.

Du weißt ja, die zur Musterung Anstehenden sprachen miteinander. Da wurde sofort berichtet, was die ersten gefragt wurden.

Dann kannte ich überraschenderweise einen, der oben saß....mein Hausarzt. Auch der mochte diese Fragestellung.

Darüber hinaus hatte ich einen Kollegen in der Ausbildung, der das überzeugend offen kommunizierte. Er war ein knallharter rücksichtsloser Verfechter des Systems, der am liebsten jeden, der weg wollte, mit Waffengewalt daran gehindert hätte. Ich glaube, vor dessen Verhalten hatte man sogar Angst. Denn er kam nicht an die Grenze, obwohl er wollte....

AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Zicke » 19. Dezember 2012, 17:40

also in dem Link ,von Neun , sind Vorgaben die ich so nicht erlebt habe, ich durfte nicht zur VM mit der Begründung ,Bruder vom Vater im Westen, und Ende Sept.70 E-Befehl Eisenach.
Die Auswahl unter solchen Kriterien muß erst Ende der 70er gewesen sein,denn allein aus meinem Freundeskreis (Wohngebiet und Sportverein) gingen 50% an die Grüne und alle mit mindestens einen/r Westonkel/tante. Das war 70 bis ca 74.
Zicke
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Nov65 » 19. Dezember 2012, 18:02

Zicke hat geschrieben:also in dem Link ,von Neun , sind Vorgaben die ich so nicht erlebt habe, ich durfte nicht zur VM mit der Begründung ,Bruder vom Vater im Westen, und Ende Sept.70 E-Befehl Eisenach.
Die Auswahl unter solchen Kriterien muß erst Ende der 70er gewesen sein,denn allein aus meinem Freundeskreis (Wohngebiet und Sportverein) gingen 50% an die Grüne und alle mit mindestens einen/r Westonkel/tante. Das war 70 bis ca 74.

Als ich an die Mauer geschickt wurde und natürlich bereits bei der Musterung wohnte meine gesamte Verwandtschaft in Stuttgart und Wien, aber ich hatte bereits ein Söhnchen. Vielleicht war das Grund genug, mich als sicher einzustufen. Und ehrlich, ich wäre aus dem o. g. Grund auch nie abgehauen. Da hatten sie schon richtig hingesehen.
Ahnen konnten sie aber nicht, dass ich eine "freiheitlich-demokratische Aufarbeitungstype" werden konnte. Gut formuliert,@Neun. Die magst Du ja besonders.
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon ex-maja64 » 19. Dezember 2012, 18:06

Volker Zottmann hat geschrieben:Ich denke, durch die Einzelgespräche zu meiner Zeit, hat man hauptsächlich sondiert. Alle die evtl. für den Grenzdienst in Frage kommenden, wurden in Einzelgesprächen ganz direkt abgecheckt. Danach hatte man dann die potentiellen Grenzer.



Nun ist mir doch glattweg auch noch so ein Einzelgespräch eingefallen. [shocked]
Und zwar gleich zu Beginn meiner Jahrgangsmusterung, dort saß ich einem netten Herren in Zivil gegenüber, der mir doch über anderthalb Stunden die Vorzüge eines 3jährigen Dienstes im WR FED aufzeigte.
Wurde von mir jedoch, durch meine damals schon vorhandene Sturheit, negativ für ihn beschieden. [wink]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Edelknabe » 19. Dezember 2012, 18:14

An was ich mich erinnere waren die Fragen nach dem Längerdienen, also Unteroffizier werden. An alles andere nicht ein bißchen. Und dieses LDienen, darauf wurde so 1971/72 enorm Wert gelegt,richtig mit Nachdruck, das war die Zeit meiner Musterung zur Artillerie. Später viele Jahre später kam nur noch der Einberufungsbefehl und selbst da stand nichts von der Grenze.

Rainer-Maria aber wir hatten das Thema hier irgendwo schonmal, diese manchmal enorme Spanne Musterung zu irgend einer NVA-Muckertruppe bis hin zum Panzerfahrer und dann später erst dieser Einberufung...wo es auf einmal abweichend zur Grenze ging.

Auch mit Kind so einer Tochter...wie Nov. und genau das wird es gewesen sein, warum es an die Grenze ging, da lass ich heute noch einen drauf.Denn da war was zum festhalten, auch wenn man als junger Vater eben nur ein junger "schwanzgesteuerter" Kerl war so wie heute ebenfalls nicht anders.

Na ...gerade noch gelesen, hat ich doch Recht siehe Marios Lichtblick, es ging nur ums Längerdienen.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 18:55

ABV hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Die guten Onkels beim Wehrkreiskommando hatten eine Zahl zu erfüllen von jungen unbedarften Männern, denen sie selbst die gesetzliche Lage über den Schusswaffengebrauch an der Grenze vorenthielten.
Ein Stasimajor, in unserem WKK dafür zuständig, suchte die Jungs für die Grenze aus bzw. traf die Entscheidungen. Solche Infos habe ich von einem Geschäftspartner, der damals Längerdienender beim WKK war.
Ich stimme natürlich Rainer-Maria zu, dass man sich heute, nach so vielen Jahren, doch niemals an Dialoge bei der Musterung erinnern kann.
Grüße von Andreas


Die Musterung war doch eigentlich eine harmlose Veranstaltung. Was aber so manchem in Erinnerung bleibt, sind die zwischen der Musterung und Einberufung statt gefundenen Einzel-Einbestellungen. Dort wurden zumindest in QLB die Wehrpflichtigen einzeln bearbeitet.

Heute weiß ich, dass einer meiner Onkels, der damals nach seinem Polizeidienst als Zivilangestellter im WKK arbeitete, sicher seinen Anteil hatte, dass ich nie wieder als Reservist dienen musste.

Gruß Volker




Donnerwetter! Ein Zivilangestellter im WKK hatte Einfluss darauf, ob jemand zum Reservistendienst einrücken musste, oder nicht? Also wenn das keine Privilegien sind!
Hat eigentlich auch jemand daran " herumgeschraubt", dass du deinen Wehrdienst bei den Baupionieren verbringen durftest? Stelle dir mal vor, du hättest statt bei den bewaffneten Maurern, zur richtigen Armee gemusst [laugh] [laugh]


Stell Du, lieber ABV, Dir mal vor, Du hättest mir ernsthaft geantwortet ... und mich als Administrator nicht verhöhnt , wäre dies ein tolles Forum.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Berliner Göre » 19. Dezember 2012, 19:07

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Donnerwetter! Ein Zivilangestellter im WKK hatte Einfluss darauf, ob jemand zum Reservistendienst einrücken musste, oder nicht? Also wenn das keine Privilegien sind!
Hat eigentlich auch jemand daran " herumgeschraubt", dass du deinen Wehrdienst bei den Baupionieren verbringen durftest? Stelle dir mal vor, du hättest statt bei den bewaffneten Maurern, zur richtigen Armee gemusst [laugh] [laugh][/quote]

Stell Du, lieber ABV, Dir mal vor, Du hättest mir ernsthaft geantwortet ... und mich als Administrator nicht verhöhnt , wäre dies ein tolles Forum.

Gruß Volker
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Also ich kann da keinen Hohn erkennen! Bewaffneter Mauerer ist doch was tolles, in Anlehnung des Arbeiter- und Bauerstaates, nicht jedem SED-Mitglied wurde soviel Vetrauen geschenkt.
Was den "zivilisierten" Onkel auf dem WKK betrifft, na da mache ich mir so meine Gedanken, sicherlich wird der dort nur für den Heizungskeller verantwortlich gewesen sein [shocked]

Lutz
Berliner Göre
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 19. Dezember 2012, 19:20

Hallo Lutz.
Ich kenne keinen der 1970 bei den Baupionieren in der SED war.
Es war durchaus normal im WKK Polizisten die 25 Jahre gedient hatten, im Büro unterzubringen. Und um die ABV-Neugier zu befriedigen, meinOnkel hatte keinen Einfluss auf meinen Standort, da er zu dieser Zeit noch Polizist war.
Ansonsten waren wie bekannt zu Lochkartenzeitenalle Reservisten auf solchen registriert. Wenn ein Tisch kippelt, kann man ´nen Bierdeckel drunter stecken, oder gefaltete Lochkarten....
Sag mir keiner, es gab keine Möglichkeiten zu manipulieren.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

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