Sohn zweier Flüchtlinge

In diesem Bereich koennt ihr Eure Vorstellung posten.

Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Finn » 12. Dezember 2012, 22:23

Allseits hallo,

meine Eltern sind vor dem Mauerbau über Berlin rüber in den Westen. Da lebte ich aber noch nicht.
Mein Vater war Jahre zuvor aus dem Westen in den Osten "geflohen"

Später haben wir unsere Sommerferien fast jedes Jahr bei meiner Oma im Osten verbracht.
Im Nachhinein war diese Zeit die Schönste meiner Kindheit.

Es gab gut zu essen, es gab viel liebevolle Herzlichkeit von Verwandten und vielen Bekannten und es gab ein Plumpsklo mit kartonartigem Klopapier.
Zu Hause im Westen gab es kaum Essen, keine netten Verwandten, keine richtige Liebe, aber es gab ein richtiges Klo und besseres Papier...
Finn
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon inel » 12. Dezember 2012, 22:33

Hai Finn!

Deine Schilderungen der Unterschiede von West und Ost sind in der Sache nicht so neu: Es ist eine bekannte Tatsache, dass dort, wo Menschen sagen wir mal ein einfacheres Leben führen oder gar in einer Art Notgemeinschaft leben, daß dort der soziale Umgang ein ganz anderer ist als dort, wo die Menschen vermeintlich "alles haben", wobei sich dieses "alles haben" lediglich auf die materiellen Dinge bezieht.

Insoweit ist das durchaus nachvollziehbar, was Du da schilderst.
inel
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon vs1400 » 12. Dezember 2012, 22:51

hallo Finn,
willkommen im forum und viel spaß dabei. [hallo]

gruß vs
vs1400
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 12. Dezember 2012, 22:57

Hallo Finn,
über jeden Zuwachs wird sich hier gefreut, der kann keinem Forum schaden. Herzlich willkommen! Ich bin gespannt. [ich auch]

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Butterfly » 14. Dezember 2012, 21:37

Hallo Finn, ich weiß nicht ob es mir zusteht nach so kurzer Zeit meiner Mitgliedschaft ein neues Mitglied in diesem Forum zu begrüßen. Ich tue es aber trotzdem. Also herzlich willkommen. Deine Vorstellung hat mich neugierig gemacht. Der erste Grund schon einmal, da von dir kein Alter vorhanden ist. Der zweite Grund was mich auf deine Vorstellung aufmerksam gemacht hat, ist es wie du schreibst, dass dein Vater von West nach Ost geflüchtet war. Es war bestimmt ein gravierender Grund vorhanden, wenn nicht familiär, dann bestimmt ein Grund aus politischer Sicht.

Ich zumindest würde mich sehr über weitere Details deiner Vorstellung freuen, wie du schon angekündigt hast, die Erlebnisse als Kind in Ostdeutschland. Sozusagen deine Erlebnisse , wenn ihr jedes Jahr nach Ostdeutschland gefahren seid, in den Ferien.

Ich muss dir auch bestätigen das in Westdeutschland eine gewisse Gefühlskälte vorhanden ist. Ich kenne auch genügend Beispiele von meiner Mutter, indem sie mir bildlich wiedergibt welche warmherzige Beziehungen in der Familie und Nachbarschaft herrschte. Es kann allerdings auch daran gelegen haben das jeder jeden brauchte.

Ich zumindest für meinen Teil wünsche dir auch eine gute Unterhaltung
mit freundlichen Grüßen Butterfly
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon inel » 14. Dezember 2012, 21:39

Butterfly hat geschrieben:Hallo Finn, ich weiß nicht ob es mir zusteht nach so kurzer Zeit meiner Mitgliedschaft ein neues Mitglied in diesem Forum zu begrüßen. Ich tue es aber trotzdem. Also herzlich willkommen. Deine Vorstellung hat mich neugierig gemacht. Der erste Grund schon einmal, da von dir kein Alter vorhanden ist. Der zweite Grund was mich auf deine Vorstellung aufmerksam gemacht hat, ist es wie du schreibst, dass dein Vater von West nach Ost geflüchtet war. Es war bestimmt ein gravierender Grund vorhanden, wenn nicht familiär, dann bestimmt ein Grund aus politischer Sicht.

Ich zumindest würde mich sehr über weitere Details deiner Vorstellung freuen, wie du schon angekündigt hast, die Erlebnisse als Kind in Ostdeutschland. Sozusagen deine Erlebnisse , wenn ihr jedes Jahr nach Ostdeutschland gefahren seid, in den Ferien.

Ich muss dir auch bestätigen das in Westdeutschland eine gewisse Gefühlskälte vorhanden ist. Ich kenne auch genügend Beispiele von meiner Mutter, indem sie mir bildlich wiedergibt welche warmherzige Beziehungen in der Familie und Nachbarschaft herrschte. Es kann allerdings auch daran gelegen haben das jeder jeden brauchte.

Ich zumindest für meinen Teil wünsche dir auch eine gute Unterhaltung
mit freundlichen Grüßen Butterfly


Gefühlskälte in Westdeutschland....nun ist aber gut........ [laugh] [laugh] [laugh]
inel
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon lethale iniectio » 14. Dezember 2012, 21:56

inel hat geschrieben:Gefühlskälte in Westdeutschland....nun ist aber gut........ [laugh] [laugh] [laugh]


Ich weiß gar nicht, warum DU du dich da vor lachen nicht mehr einbekommst??
Kennst DU etwa den originalen Unterschied zwischen Ost und West und vor allem... wie es im Osten untereinander wirklich war??
Da gibt es nämlich einen sehr großen Unterschied und er hat vollkommen recht, mit der Gefühlskälte im Westen!!!

Willkommen Finn! [hallo]

Kerstin
lethale iniectio
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon inel » 14. Dezember 2012, 22:05

Drei Lacher bedeuten Ironie....
mal meinen Post zuvor lesen.....
wer lesen kann, ist klar im Vorteil......
inel
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon lethale iniectio » 14. Dezember 2012, 22:09

inel hat geschrieben:Drei Lacher bedeuten Ironie....
Dann schreib das dazu...

mal meinen Post zuvor lesen.....
es geht um den von mir zitierten Satz...

wer lesen kann, ist klar im Vorteil......
wer schreiben kann auch
lethale iniectio
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon inel » 14. Dezember 2012, 22:15

Ich habe ihm zugestimmt, dass es im Osten sicher warmherziger war......
vlt nicht für jeden auf Anhieb zu verstehen..aber wir haben uns ja nicht selbst gemacht mit unseren Anlagen und Möglichkeiten.... [laugh]
was also willst Du noch?
inel
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Butterfly » 14. Dezember 2012, 22:21

Hallo @ inel, ich will diese Vorstellung nicht“zertrollen“, das liegt mir fern, ich habe geschrieben eine““ gewisse““ Gefühlskälte. Ich möchte auf gar keinen Fall sagen, dass jeder an jeden vorbeigeht. Wenn ich mir aber das von meiner Mutter anhöre wie es früher zu DDR Zeit war und mit heute vergleiche dann komme ich auf meine Aussage.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon inel » 14. Dezember 2012, 22:25

Butterfly hat geschrieben:Hallo @ inel, ich will diese Vorstellung nicht“zertrollen“, das liegt mir fern, ich habe geschrieben eine““ gewisse““ Gefühlskälte. Ich möchte auf gar keinen Fall sagen, dass jeder an jeden vorbeigeht. Wenn ich mir aber das von meiner Mutter anhöre wie es früher zu DDR Zeit war und mit heute vergleiche dann komme ich auf meine Aussage.


Du hattest schon Recht mit Deinen Schilderungen und Eindrücken...mehr wollte ich nicht sagen....
inel
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Wosch » 15. Dezember 2012, 18:01

Na wenn man das "warmherzig" benennen kann, wenn man selbst im engsten Bekannten-und Verwantenkreis vor der IM-Bespitzelung nicht sicher war und wenn man sich beim "Schlangestehen" kalte Füße holen konnte, dann liebe ich mir doch die "Kaltherzigkeit", die ich hier anscheinend in der BRD erfahren haben mußte.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 15. Dezember 2012, 18:40

Zur Warmherzigkeit und Kälte habe auch ich meine ostdeutschen Beobachtungen gemacht:
Wir kannten nur die DDR mit allen Unzulänglichkeiten. Aus dieser Not und staatlicher Gleichmacherei hat sich oft ein Solidargefühl unter den Kollegen und/oder Nachbarn entwickelt.

Mit dem Mauerfall habe ich meine 1-Mann -Firma etwas umstrukturiert und auch Ausschau gehalten, wo ich wenn auch weiter mit harter Arbeit, aber dennoch angenehmer Geld verdienen kann.
So kam ich mit der Bauelemente-Firma Hörmann, die ordentliche Bauteile im höheren Preissegment vertreibt, ins Geschäft. Relativ schnell verdiente auch ich besser als je zuvor.
Ich kaufte nun mein kleines bisher gepachtetes Firmengelände und erwarb 1994 gegenüber einen total verfallenen Bauernhof. Diesen haben wir großteils abgerissen und in kompletter Eigenleistung wieder zu einem Wohngrundstück umgebaut.

Schlagartig war in meinem Umfeld das frühere solidarische gut nachbarschaftliche Verhältnis dem Neid gewichen. Wenn auch erst nur zum Spass, so wurde ich doch mit einem neidischen Unterton als "Großgrundbesitzer begrüßt.
Neid und Missgunst machten und machen sich in unseren Breiten immer mehr bemerkbar.
Da sind willige Arbeitslose neidisch, ebenso wie die, die überhaupt kein Interesse mehr an geregelter Arbeit bekunden.
Sicher wird der eine oder andere Ausnahmen kennen.
Dennoch ist das ein uns bisher unbekanntes Phänomen.
Missgunst und Neid sind vielen Deutschen eigen. Nun hat es auch den Osten erreicht.

Es wäre aber völlig falsch, dass dem Westen anzulasten. Das ist ein urdeutsches Problem. Werdet Ihr in Ländern wie Canada nie finden! Dort ist der Besitzstand, und wie und wann jemand zu seinem Vermögen kam, völlig nebensächlich.

Seit Leistung endlich wieder belohnt wird, schälen sich die Unterschiede heraus. Der DDR-Einheitsbrei teilt sich heute in Gewinner und Verlierer, aus welchen Gründen auch immer.
Aus diesen teils vernebelnden Gründen aber trauern etliche Ostdeutsche der "guten alten DDR-Zeit" nach.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Dille » 15. Dezember 2012, 20:05

lethale iniectio hat geschrieben:Kennst DU etwa den originalen Unterschied zwischen Ost und West und vor allem... wie es im Osten untereinander wirklich war??
Da gibt es nämlich einen sehr großen Unterschied und er hat vollkommen recht, mit der Gefühlskälte im Westen!!!


Da hier ja immer darauf herumgeritten wird, daß ein "Wessi" über die Befindlichkeiten eines DDR- Bewohners nicht mitreden kann, muß ich das aber auch mal "umdrehen" dürfen -- wißt ihr denn, wie es im Westen wirklich war ??
Ich erlaube mir hier mitzureden, weil ich die DDR erlebt habe bis zum 27. Lebensjahr, und dann "den Westen" --- und hier keine "Gefühlskälte", bei einer gewissen Oberflächlichkeit würde ich zustimmen.
Oft genug habe ich es hier beschrieben, daß ich weder in meiner Firma, noch hier in meinem Wohnumfeld diese von euch gern postulierte "Gefühlskälte" kennengelernt habe, auch heute haben wir hier freundliche Beziehungen zwischen den Nachbarn, helfen einander mit Dienstleistungen (älteren Nachbarn wird ungebeten der Schnee mitgeräumt etc.), feiern zusammen, radeln gemeinsam usw. Nein, es wird mir keine Nachbarin mit verschwörerischem Blick ein Kilo Rouladenfleisch mitbringen, das ist richtig ! Es ist schlicht ein Zerrbild, das hier von dieser "Gefühlskälte" gezeichnet wird !
Natürlich gibt es diese Beispiele (z.B. @RMR mit seiner Mumie.....), aber wer glaubt denn ernsthaft, daß dies in Marzahn nicht hätte passieren können ?? Es hätte nur nicht im ND auf erster Seite gestanden, das ist der Unterschied.

Mir schwillt jedes Mal der Kamm, wenn ich sowas lese --- ich kenne es ganz ehrlich völlig anders und völlig normal, aber vielleicht ist dies auch die Gnade, in einer "eingeschwungenen" Gesellschaft leben zu dürfen !!

Gruß, Dille
Dille
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon lethale iniectio » 15. Dezember 2012, 20:30

@Dille, es tut mir ja leid, aber was meinst du, bei was mir alles der Kamm schwillt.
Ich bin zu DDR Zeiten nicht völlig West unerfahren gewesen, da meine ganze Verwandschaft in Hessen gewohnt hat und auch die haben sich unterhalten wenn sie da waren.
Meine Mutti ist seit 1970 jedes Jahr rübergefahren!
Ich selber habe in zwei Systemen gelebt und das nicht nur als Kleinkind um die Unterschiede festzustellen, bei uns im Haus ist die Freundlichkeit lange nicht mehr so, wie sie zu DDR Zeiten war und ich bin auch nicht die Einzige die dies bemerkt, schließlich unterhält man sich auch über alte Zeiten, gerade auf Arbeit und dort sind noch Leute vorhanden, welche die 60 überschritten haben und von denen bekommt man auch nichts anderes zu hören!!
Es sagt doch auch niemand, dass sich im Westen die Leute gegenseitig die Augen ausgekratzt haben, aber der zwischenmenschliche Umgang, ist einfach kühler!

Kerstin
Zuletzt geändert von lethale iniectio am 15. Dezember 2012, 20:46, insgesamt 1-mal geändert.
lethale iniectio
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Edelknabe » 15. Dezember 2012, 20:42

In gewisser Weise hast du Recht Dille, denn wer von uns ...ich nenne es mal gelebte DDR-Bürger kannte denn überhaupt den damaligen zwischenmenschlichen Alltag im Westen schon näher, und das gar über einen längeren Zeitraum? Da gabs wohl fast Keinen so wie Kerstin und noch paar Andere mehr. Also haben wir natürlich gut reden in so einer Art Vorurteilsrederei. Aber, jetzt das Aber, bissel was dran ist schon an der "zwischenmenschlichen Kälte" im Westen der Republik, zumindest in bestimmten Punkten die ich aber jetzt nicht näher definieren kann....auch nicht möchte.

Rainer-Maria es ist wohl gesellschaftsbedingt.Aber, auch im Sozialismus gabs gefühlskalte Egoisten....doch wohl mehr in der Minderzahl. Der Punkt liegt im Erkennen, den Anderen neben mir zu sehen, wahrzunehmen und will ich das überhaupt, habe ich auch die Zeit dazu oder wird mir diese durch die Gesellschaft genommen indem diese meint, mir doch suggeriert..."Du bist wichtig, nicht dein Mitbewerber, also setze dich durch, mach einfach die Ellenbogen breit".

Und das Dille, letzteres, da ging nach 1990 die Post ab, die Ellenbogenpost. Warum wohl? Bestimmt nicht, weil das erst 1990 im System des Kapital erfunden worden wäre nein, das war schon immer da.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon pentium » 15. Dezember 2012, 20:55

Irgendwie komme ich mit dem Begriff „Gefühlskälte“ im Bezug zu „Ost und West“ oder besser im Vergleich zwischen ehemaliger BRD und ehemaliger DDR nicht klar.
Gefühlskalte Menschen haben einen essenziellen Anteil ihrer Menschlichkeit verloren - denn sie können sich weder in ihre Mitmenschen hineindenken, noch begreifen was ihnen selbst fehlt. Gefühlskälte ist doch eher ein Begriff aus der Psychologie. Haben bestimmte Unterschiede, welche hier genannt werden nicht eher etwas mit Mentalität zu tun? Sicher gibt es gefühlskalte Egoisten. Mir ist der Begriff „Gefühlskälte“ zu hoch angesiedelt in dem Zusammenhang, ich meine zu dem Thema. Hier mal ein Artikel aus dem Fokus über Gefühlskälte.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 44860.html

MfG
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon karnak » 15. Dezember 2012, 20:58

Ich arbeite nun seit 20 Jahren für eine westdeutsche Firma.Wenn es mich jetzt auch ideologisch schmerzt [wink] ,es war immer anders als man mir es im Staatsbürgerkundeunterricht und im Parteilehrjahr beigebracht hatte.Natürlich hat der Laden Forderungen ,von Denen er erwartet,daß man sie erfüllt.Man hat ja auch einen Vertrag,Du erfüllst die und die Aufgaben,dafür überweisen wir Dir am 15.so und soviel Kohle.Und wenn das dann so läuft halte ich das auch für korrekt und nicht zu beanstanden,man hat ja den Vertrag schlieslich unterschrieben,hat seine Arbeitskraft verkauft,wie Karl Marx sagt.Aber nebenbei ist der Laden auch daran interessiert zufriedene Leute zu haben,er organisiert Weihnachtsfeiern und Sommerfeste und versucht auch sonst mal auf Bedürfnisse seiner Mitarbeiter einzugehen,nimmt dafür auch durchaus Geld in die Hand.Natürlich tut er das nicht,weil er seine Angestellten so lieb hat,er tut das, weil im klar ist,daß zufriedene Mitarbeiter mehr bringen als unzufriedene.Ich für meinen Teil kann zumindest sagen,wenn man guten Willens ist kann man mit den Kapitalisten erstmal leben,solange wir den Kapitalismus haben.Eine Alternative gibt es allerdings,Theoretisch zumindest und meiner Meinung nach.
Ich stelle immer wieder fest,die Wahrheit liegt meistens in der Mitte.
Ich könnte jetzt noch was sagen zu den zwischenmenschlichen Beziehungen damals und heute sagen,aber ich warte erstmal ab.
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Dille » 15. Dezember 2012, 21:34

Edelknabe hat geschrieben:In gewisser Weise hast du Recht Dille, denn wer von uns ...ich nenne es mal gelebte DDR-Bürger kannte denn überhaupt den damaligen zwischenmenschlichen Alltag im Westen schon näher, und das gar über einen längeren Zeitraum? Da gabs wohl fast Keinen so wie Kerstin und noch paar Andere mehr. Also haben wir natürlich gut reden in so einer Art Vorurteilsrederei. Aber, jetzt das Aber, bissel was dran ist schon an der "zwischenmenschlichen Kälte" im Westen der Republik, zumindest in bestimmten Punkten die ich aber jetzt nicht näher definieren kann....auch nicht möchte.

Rainer-Maria es ist wohl gesellschaftsbedingt.Aber, auch im Sozialismus gabs gefühlskalte Egoisten....doch wohl mehr in der Minderzahl. Der Punkt liegt im Erkennen, den Anderen neben mir zu sehen, wahrzunehmen und will ich das überhaupt, habe ich auch die Zeit dazu oder wird mir diese durch die Gesellschaft genommen indem diese meint, mir doch suggeriert..."Du bist wichtig, nicht dein Mitbewerber, also setze dich durch, mach einfach die Ellenbogen breit".

Und das Dille, letzteres, da ging nach 1990 die Post ab, die Ellenbogenpost. Warum wohl? Bestimmt nicht, weil das erst 1990 im System des Kapital erfunden worden wäre nein, das war schon immer da.


@RMR, ich habe meinem obigen Beitrag eigentlich nichts hinzuzufügen, aber auf den Widerspruch "..es ist wohl gesellschaftsbedingt...", und "..aber auch im Sozialismus.." will ich schon hinweisen und es kurz zusammenfassen : Charakterschweine haben mit "System" nichts zu tun, sondern nur mit Charakter !
Gut, @Kerstin kennt es nach eigener Aussage vom Hörensagen, ich will das auch gar nicht werten -- ich kann nur sagen, ich lebe hier seit 1971 und kenne es nicht wie es hier gern von manchen unterstellt wird, was nicht heißen soll, daß es das nicht gegeben hätte, ich kenne es aber anders, aber, und großes ABER, ich lebe hier in einer eingeschwungenen (ich bin Elektrotechniker) Umwelt.
Und nein @RMR, 1990 ist "das Kapital" nicht erfunden worden, ganz sicher nicht --- aber, es war ein weltpolitischer Umbruch. Für Deutschland hat dies bedeutet, daß die beiderseitige Schaufensterfunktion fortfiel, ich wiederhole, die beiderseitige. Hier hat sich "das Kapital" entfalten können, hemmungslos für meine Begriffe --- aber nun stelle ich mir mal eine DDR unter den Bedingungen eines ringsum weltweit entfesselten Marktes vor --- man sprach 1990 von einem notwendigen Einschnitt von ca. 30 % in den Lebensstandard der DDR- Bürger, was für mich entweder bedeutet, eine ungeheure Solidarität untereinander ---- oder ein Hauen und Stechen, oder wie @RMR es ausdrücken würde, Ellbogenmentalität. Ich wäre gespannt, welche Alternative @RMR vermuten würde !!

Rational neige ich am ehesten @Karnak's Beitrag weiter unten zu -- so kenne ich es aus meinem Berufsalltag auch, und ich stimme ihm auch darin zu, daß auch ich mir Alternativen vorstellen kann, da für mich irgendwas, was den Ruch des "Sozialismus" hat, "verbrannt" ist, wäre es dann eher ein marktwirtschaftliches System, wie ich es in den 70er/ 80er Jahren kennenlernen konnte, und bevor ich hier belehrt werde, auch dies wäre verbesserungswürdig !

Aber gefühlskalt ?? Oberflächlich -- ja.

Gruß, Dille
Dille
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon ex-maja64 » 15. Dezember 2012, 22:02

karnak hat geschrieben:Ich arbeite nun seit 20 Jahren für eine westdeutsche Firma.Wenn es mich jetzt auch ideologisch schmerzt [wink] ,es war immer anders als man mir es im Staatsbürgerkundeunterricht und im Parteilehrjahr beigebracht hatte.Natürlich hat der Laden Forderungen ,von Denen er erwartet,daß man sie erfüllt.Man hat ja auch einen Vertrag,Du erfüllst die und die Aufgaben,dafür überweisen wir Dir am 15.so und soviel Kohle.Und wenn das dann so läuft halte ich das auch für korrekt und nicht zu beanstanden,man hat ja den Vertrag schlieslich unterschrieben,hat seine Arbeitskraft verkauft,wie Karl Marx sagt.Aber nebenbei ist der Laden auch daran interessiert zufriedene Leute zu haben,er organisiert Weihnachtsfeiern und Sommerfeste und versucht auch sonst mal auf Bedürfnisse seiner Mitarbeiter einzugehen,nimmt dafür auch durchaus Geld in die Hand.Natürlich tut er das nicht,weil er seine Angestellten so lieb hat,er tut das, weil im klar ist,daß zufriedene Mitarbeiter mehr bringen als unzufriedene.Ich für meinen Teil kann zumindest sagen,wenn man guten Willens ist kann man mit den Kapitalisten erstmal leben,solange wir den Kapitalismus haben.Eine Alternative gibt es allerdings,Theoretisch zumindest und meiner Meinung nach.



Ich denke mal, darum geht es hier doch gar nicht.

Ich selbst arbeite doch auch seit über 10 Jahren im Freistaat Bayern für eine Hamburger Firma. Was man mir im Stabü-Unterricht erzählte hat, daran glaubte ich schon damals nicht.
Nein es geht hier um das Zwischenmenschliche, mag sein das man damals in einer "Notgemeinschaft" war, auf jeden Fall ist es anders, wie ich es früher erlebte und nicht gerade besser.

Ich habe 25 Jahre in der DDR gelebt und nunmehr 22 im wiedervereinigten Deutschelande, ich nehme mir mal einfach heraus, über die Unterschiede zu schreiben.
ex-maja64
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon augenzeuge » 15. Dezember 2012, 22:06

ex-maja64 hat geschrieben:... ich nehme mir mal einfach heraus, über die Unterschiede zu schreiben.


Du traust dir ja was. Keine Angst vor denen mit dem Schlachtermesser? [grin]
AZ
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon ex-maja64 » 15. Dezember 2012, 22:08

Tut mir leid, aber dümmer gehts nimmer!!!! [mad]
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Butterfly » 15. Dezember 2012, 22:10

karnak hat geschrieben:Ich arbeite nun seit 20 Jahren für eine westdeutsche Firma.Wenn es mich jetzt auch ideologisch schmerzt [wink] ,es war immer anders als man mir es im Staatsbürgerkundeunterricht und im Parteilehrjahr beigebracht hatte.Natürlich hat der Laden Forderungen ,von Denen er erwartet,daß man sie erfüllt.Man hat ja auch einen Vertrag,Du erfüllst die und die Aufgaben,dafür überweisen wir Dir am 15.so und soviel Kohle.Und wenn das dann so läuft halte ich das auch für korrekt und nicht zu beanstanden,man hat ja den Vertrag schlieslich unterschrieben,hat seine Arbeitskraft verkauft,wie Karl Marx sagt.Aber nebenbei ist der Laden auch daran interessiert zufriedene Leute zu haben,er organisiert Weihnachtsfeiern und Sommerfeste und versucht auch sonst mal auf Bedürfnisse seiner Mitarbeiter einzugehen,nimmt dafür auch durchaus Geld in die Hand.Natürlich tut er das nicht,weil er seine Angestellten so lieb hat,er tut das, weil im klar ist,daß zufriedene Mitarbeiter mehr bringen als unzufriedene.Ich für meinen Teil kann zumindest sagen,wenn man guten Willens ist kann man mit den Kapitalisten erstmal leben,solange wir den Kapitalismus haben.Eine Alternative gibt es allerdings,Theoretisch zumindest und meiner Meinung nach.
Ich stelle immer wieder fest,die Wahrheit liegt meistens in der Mitte.
Ich könnte jetzt noch was sagen zu den zwischenmenschlichen Beziehungen damals und heute sagen,aber ich warte erstmal ab.



@Karnak, ich entnehme deinen Zeilen, oder, deinen anderen Beiträgen in denen du geschrieben hast dass du für das MfS gearbeitet hast, oder vielleicht auch besser gesagt mit dem(MfS) gearbeitet hast. Deine Aussagen aus diesen Beitrag habe mich verstutzt. Ganz ehrlich gesagt, ich versuche es jetzt mit meinen Worten wiederzugeben. Du bist der erste MfS Mitarbeiter der Einsicht zeigt und Zweifel an der damaligen Arbeit hat die ihm zugewiesenen wurde.(Oder vielleicht auch zur damaligen Zeit aus Überzeugung zum Staat DDR). Mit anderen Worten beschrieben.

Ich ziehe den Hut vor dir, für deine Einsicht. Du hast es wahrscheinlich im Laufe der Jahre erkannt, dass der DDR Staat ein Unrechtsstaat war. Im Gegensatz zu deinen ehemaligen Sinnesgenossen kann ich zur heutigen Zeit nur sagen. Wir müssen alles daran setzen damit der Kommunismus keine Chance hat nochmal neu zu gedeihen.
Einen schönen Sonntag, Butterfly
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon augenzeuge » 15. Dezember 2012, 22:13

ex-maja64 hat geschrieben:Tut mir leid, aber dümmer gehts nimmer!!!! [mad]


Sorry, war nur die Antwort mit Smiley auf diesen Beitrag:

ex-maja64 hat geschrieben: Hier warten doch zu viele selbsternannte Experten bzw. Gutmenschen schon mit dem Schlachtermesser auf solche Leute.


AZ
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon ex-maja64 » 15. Dezember 2012, 22:19

augenzeuge hat geschrieben:
ex-maja64 hat geschrieben:Tut mir leid, aber dümmer gehts nimmer!!!! [mad]


Sorry, war nur die Antwort mit Smiley auf diesen Beitrag:

ex-maja64 hat geschrieben: Hier warten doch zu viele selbsternannte Experten bzw. Gutmenschen schon mit dem Schlachtermesser auf solche Leute.


AZ



Deine Antwort hat aber in diesem Thread nichts zu suchen, oder soll es sein das hier auch der Letzte, deinen wahren Charakter erkennt? [grins]
ex-maja64
 

Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon Interessierter » 15. Dezember 2012, 22:25

Als wir in den neuen Bundesländern eine Niederlassung eröffneten, war ich zunächst ganz begeistert vom Zusammenhalt der Menschen, aber habe ihnen auch gleich gesagt, daß es damit auch bald vorbei sein würde. Das hat aber absolut nichts mit Gefühlskälte zu tun, sondern resultierte nur aus den Gegebenheiten wie beispielsweise dem Konsummangel. Der eine hatte dieses und der andere das nicht und dann wurde jeschachert und jeschubbert, wie man mir erklärte. Man mußte zwangsläufig mehr zusammenhalten und sich helfen.

Bei Arbeitsbeginn meinte man erst einmal fast 30 Minuten Kaffee trinken und sich unterhalten zu können. Als das trotz Ermahnung nicht aufhörte, mußte erst der allmorgentliche " Rädelsführer " entlassen werden. Dann ging es, hat aber gar nichts mit Gefühlskälte zu tun. In der DDR wäre so ein Verhalten überwiegend nicht beanstandet worden.

Übrigens früher war alles anders und/oder besser, das hört man schon seit Generationen und sage auch ich zu vielen Bereichen des alltäglichen Lebens.

" Der Interessierte "
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon augenzeuge » 15. Dezember 2012, 22:26

ex-maja64 hat geschrieben:...oder soll es sein das hier auch der Letzte, deinen wahren Charakter erkennt? [grins]


Oh, das tut schon weh. [bloed]

Gute Nacht!

AZ
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon andr.k » 15. Dezember 2012, 22:28

ex-maja64 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
ex-maja64 hat geschrieben:Tut mir leid, aber dümmer gehts nimmer!!!! [mad]


Sorry, war nur die Antwort mit Smiley auf diesen Beitrag:

ex-maja64 hat geschrieben: Hier warten doch zu viele selbsternannte Experten bzw. Gutmenschen schon mit dem Schlachtermesser auf solche Leute.


AZ



Deine Antwort hat aber in diesem Thread nichts zu suchen, oder soll es sein das hier auch der Letzte, deinen wahren Charakter erkennt? [grins]



Ähm, wie war das Thema…

AK
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Re: Sohn zweier Flüchtlinge

Neuer Beitragvon ex-maja64 » 15. Dezember 2012, 22:32

Butterfly hat geschrieben:@Karnak, ich entnehme deinen Zeilen, oder, deinen anderen Beiträgen in denen du geschrieben hast dass du für das MfS gearbeitet hast, oder vielleicht auch besser gesagt mit dem(MfS) gearbeitet hast. Deine Aussagen aus diesen Beitrag habe mich verstutzt. Ganz ehrlich gesagt, ich versuche es jetzt mit meinen Worten wiederzugeben. Du bist der erste MfS Mitarbeiter der Einsicht zeigt und Zweifel an der damaligen Arbeit hat die ihm zugewiesenen wurde.(Oder vielleicht auch zur damaligen Zeit aus Überzeugung zum Staat DDR). Mit anderen Worten beschrieben.

Ich ziehe den Hut vor dir, für deine Einsicht. Du hast es wahrscheinlich im Laufe der Jahre erkannt, dass der DDR Staat ein Unrechtsstaat war. Im Gegensatz zu deinen ehemaligen Sinnesgenossen kann ich zur heutigen Zeit nur sagen. Wir müssen alles daran setzen damit der Kommunismus keine Chance hat nochmal neu zu gedeihen.
Einen schönen Sonntag, Butterfly


Ich frage mich immer, wie viele MfSler kennt eigentlich ein User der solche Beiträge schreibt.

Wenn ich es richtig deute, trug @KARNAK, die Uniform eines GT-Hauptmanns der PKE.

Das war wohl nicht die Schtaaasi, die sich mancher vorstellt. [wink]
ex-maja64
 

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