BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Janko » 9. November 2012, 18:00

@VO...Hallo

Kannst du evtl. Fahrten in den Raum Dresden rekonstruieren oder Aussagen dazu treffen ?
Janko
 
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon augenzeuge » 9. November 2012, 18:02

Janko hat geschrieben:@augenzeuge........Bereits Junge Pioniere wurden dazu angehalten, nach Fahrzeugen Ausschau zu halten und nach Möglichkeit deren Sicht zu blockieren.

AZ...mal ne Frage von wem wurden die JP dazu angehalten und was sollten sie für ne Sicht blockieren ??
Ich geh mal davon aus , du weist von was du schreibst bzw. um was es hier geht ??


Janko, eh du dich unnötig aufregst, schau auf die Anführungszeichen, es ist ein Zitat aus Wiki, dort steht auch der Quellennachweis.
Wie ich es sehe, sollte der Smiley ausdrücken.....

AZ
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karnak » 9. November 2012, 18:17

SCORN hat geschrieben:Hallo Verbindungsoffizier,
da du Nicholson gekannt hast mal ne frage: stimmt es dass er für seine draufgängerischen aktionen bekannt war und kein risiko gescheut hat und daß er gegen ausdrücklichen rat seiner vorgesetzten diese aktion, welche eskalierte und ihm das Leben kostete, durchgeführt hat?

gruss
SCORN

Also ich halte das für unmöglich,um nicht zusagen lächerlich,daß in dem Job irgendwelche draufgängerischen Typen im Einsatz waren und mal einfach eine Aktion auf eigene Faust durchgeführt haben.
Gerade die Amerikaner haben immer wieder die Grenzen ausgelotet,was man sich gefallen lässt.Und das haben sie mit Sicherheit nicht auf eigene Faust gemacht.
Was den Todesfall angeht.Der sicher junge, sowjetische Soldat hatte bestimmt nicht den Auftrag irgendeine Tanne im Wald zu bewachen.Und er war sehr wahrscheinlich mit der Situation völlig überfordert.Wusste nicht, vor was er mehr Angst haben sollte,vor dem Erscheinen der Person, oder vor den Konsequenzen,wenn er falsch handelt.Und so nahm die Katastrophe seinen Lauf.
Ich habe übrigens auf der U-Schule mal erlebt,daß ein PKW der Amerikaner einfach hinter einer Kolonne auf das Kasernengelände gefahren ist.Die sind dann mitten auf dem Exerzierplatz stehen geblieben und haben in Ihrem Auto vorsichhin gegrint.
Alles war in heller Aufregung und keine wusste so richtig was er machen soll,selbst die Offiziere nicht.Bis dann von irgend jemand der Befehl kam,eine Plane über das Auto zu werfen,dann saßen sie im Dunkeln.Der ganze weitere Verlauf hat ewig gedauert.Die Amerikaner haben Ihr Auto nicht verlassen und zum guten Schluss sind sie,eingekeilt von zwei sowjetischen Fahrzeugen,im Schrittempo vom Gelände gefahren.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 9. November 2012, 18:32

augenzeuge hat geschrieben:Tolle Infos!

Zu den Müllhaufen gibts in wiki Infos:

"Die westlichen Missionen durchsuchten regelmäßig Müllkippen in der Nähe sowjetischer Militärstandorte. Bei diesen Operationen, von den Briten „Tamarisk“, später „Tomahawk“ genannt, von den Amerikanern "Sand Dune",[11] wurden unter anderem zahlreiche Geheimunterlagen gefunden, die von den Truppen teilweise als Ersatz für unzureichend vorhandenes Toilettenpapier verwendet worden waren. Krankenhausabfälle lieferten zudem Erkenntnisse über die Gesundheitssituation in der GSSD und Verwundungen – einschließlich durch chemische Waffen – sowjetischer Soldaten in Afghanistan, die zur Behandlung in die DDR verlegt worden waren..."


Am 12. August 1982 wurde das Fahrzeug des britischen Missionschef Brigadier John Learmont vor einer Radarstellung bei Quedlinburg von einem aus dem Tor herausschießenden NVA-Fahrzeug seitlich gerammt und gegen einen Baum gedrückt.

Ist dir folgendes bekannt?
"In der irrigen Annahme, dass es sich bei den Missionssitzen um diplomatische Vertretungen der Westmächte handele, suchten mehrfach DDR-Bürger dort Zuflucht."

AZ


1. Die Sache von Toilettenpapier - Eigentlich nicht mit Muellhaufen zu tun. Auf Muellhaufen fanden wir persoenliche Briefe aus Russland, militaerische Dokumenten (keine 'Shredders) usw. Mangel an Toilettenpapiere war mehr mit Uebungsplaetzen zu tun. Da haben die Russen als Toilettenpapiere Briefe, benutzte Notizen, Funkbefehle, Uebungskarten usw benutzt. Am Ende einer Uebung gab es immer einen Wettkampf zwischen der Missionen, als die erste dorthin anzukommen und die Offizierfeldlatrinen zu finden. Bei der britischer Mission war es immer die Aufgabe des Touroffizieres (d.h. ich) solche benutzte Papiere zu sammeln.

2. 1982. Learmont (der Chef, der gesagt hat, dass ich duefte, Mitglied der Mission werden). Hier ist sein Wagen an der zwoten Seite:

http://www.alt-opel.org/clubzeitung05/S ... Allrad.pdf

Oben darueber ist mein Wagen, gerammt von der NVA in der Naehe der Kaserne in Frankenberg (Chemnitz).

3. In der Sache Zuflucht. Das ist mir nie passiert (nur in Bosnien 1993, als ein Mann mir 10000 DM gebietet hat, um ihn 30 km mitzunehmen. Er war entaeuscht, als ich abgelehnt habe).
Zuletzt geändert von verbindungsoffizier am 9. November 2012, 18:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 9. November 2012, 18:45

Janko hat geschrieben:@VO...Hallo

Kannst du evtl. Fahrten in den Raum Dresden rekonstruieren oder Aussagen dazu treffen ?


Abend, Janko. Ich muss daran nachdenken. Ihre Dienstbereich, nehme ich an?

Erste Gedanken schliessen ein, Einkaufen im Porzellanladen 'Frau Wehsener', viele Sperrgebiete im Norden und 11 Guards Tank Division.

Bild

und sehr schlechte Fotos:

Bild
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 9. November 2012, 19:02

karnak hat geschrieben:
SCORN hat geschrieben:Hallo Verbindungsoffizier,
da du Nicholson gekannt hast mal ne frage: stimmt es dass er für seine draufgängerischen aktionen bekannt war und kein risiko gescheut hat und daß er gegen ausdrücklichen rat seiner vorgesetzten diese aktion, welche eskalierte und ihm das Leben kostete, durchgeführt hat?

gruss
SCORN

Also ich halte das für unmöglich,um nicht zusagen lächerlich,daß in dem Job irgendwelche draufgängerischen Typen im Einsatz waren und mal einfach eine Aktion auf eigene Faust durchgeführt haben.
Gerade die Amerikaner haben immer wieder die Grenzen ausgelotet,was man sich gefallen lässt.Und das haben sie mit Sicherheit nicht auf eigene Faust gemacht.


Wir machten solche Aktionen zwar auf eigene Faust. Wichtig war es das Risiko abzuwiegen, beide persoenliches und der Zukunft der Mission wegen. Wir waren unbewaffnet und ohne Verbindung, also 3 bis 5 Tage ganz allein in der DDR. Leider haben die Amis den Wachposten nicht gesehen. Ich glaube, er haette eine Chance gesehen und die Sache waere schief gegangen. So ist das Leben manchmal.

Ich fuege hinzu: es ist eine Sache Auftragstaktik (fuer ehemalige Soldaten hier). Entscheidungen sollen schnell und so flach (?) wie moeglich gemacht worden, d.h. nicht vom obere Stabsoffizier sondern vom Hauptmann oder Feldwebel. In Nordirland in den 70 und 80er Jahren hatten wir das Konzept des strategischen Gefreites. Das heisst, was ein Gefreite getan hat, ist am Abend schon im Fernsehen und der Gefreite muss sich anpassend vernehmen. So was verlangt eine sehr hohe Ebene Mannschaftsauswahl und Ausbildung.
Zuletzt geändert von verbindungsoffizier am 9. November 2012, 19:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon HPA » 9. November 2012, 19:07

Kurz nach der Wende gab es ja einen ähnlichen Vorfall auf dem TÜP Altengrabow,als Bundeswehroffiziere bei "Erkundungen" durch einen sowjetischen Wachposten be- und angeschossen wurden.War,glaube ich, Frühjahr 1991.
Zuletzt geändert von HPA am 9. November 2012, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 9. November 2012, 19:35

Janko,

Leider habe ich kein Tagesbuch in Berlin geschrieben . Mir war Dresden eine Grossstadt, worin einkaufen zu gehen, Eis zu fressen usw.

Bild
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon augenzeuge » 9. November 2012, 22:37

verbindungsoffizier hat geschrieben:Mir war Dresden eine Grossstadt, worin einkaufen zu gehen, Eis zu fressen usw.


Wie war das mit dem Einkaufen? Theoretisch konntet ihr ja Geld in Berlin-West günstig tauschen und in der DDR einkaufen. Eine Kontrolle gab es für euch nicht. Wie oft passierte das im Job?
Seid ihr auch privat in die DDR gefahren?

Gab es auch Möglichkeiten in die Nachbarländer zu fahren?

AZ
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 9. November 2012, 23:50

augenzeuge hat geschrieben:
verbindungsoffizier hat geschrieben:Mir war Dresden eine Grossstadt, worin einkaufen zu gehen, Eis zu fressen usw.


Wie war das mit dem Einkaufen? Theoretisch konntet ihr ja Geld in Berlin-West günstig tauschen und in der DDR einkaufen. Eine Kontrolle gab es für euch nicht. Wie oft passierte das im Job?
Seid ihr auch privat in die DDR gefahren?

Gab es auch Möglichkeiten in die Nachbarländer zu fahren?

AZ


Ich kriegte meine Ostmark im britischen Hauptquartier (Olympisches Stadium), 16 mark je Pfund oder 4 EM je DM (da waren die Tagen?). Ich hatte 500 EM offizielles Geld und auch dazu mein eigenes zum Einkaufen. Ab und zu hab' ich das offizielles Geld benutzt, z.B. mein Wagen war im Schlamm 50m von einer sowjetischer Kaserne festgehalten, ein Junge, etwa 16 Jahre alt, mit Traktor (?) hat uns weggeschleppt, ich habe ihm 50 EM gegeben (1985, ich glaube er war damit sehr zufrieden).

Bei uns war Leitlinie nichts zu kaufen, was die DDR-Buerger selbst brauchten und was Mangelwaren waren.

Ich habe folgendes gekauft:

Lebensmittel, wenn noetig.
Piko Modelleisenbahn dinksbums.
Porzellan.
Bastler dinksbums.
Pilsner Urquell, wenn immer moeglich. (Ich bin ziemlich normaler Mensch, oder?)

Privat konnte ich nur ins Westen gefahren, Berlin- Helmstedt, autobahn, normalerweise mit einer MfSschatten, besonders in den Restplaetzen, und ich wollte einfach wasserlassen.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon vs1400 » 10. November 2012, 01:56

Janko hat geschrieben:@augenzeuge........Bereits Junge Pioniere wurden dazu angehalten, nach Fahrzeugen Ausschau zu halten und nach Möglichkeit deren Sicht zu blockieren.

AZ...mal ne Frage von wem wurden die JP dazu angehalten und was sollten sie für ne Sicht blockieren ??
Ich geh mal davon aus , du weist von was du schreibst bzw. um was es hier geht ??


@ Janko,
1984zig war ich schüler der 10. klasse/ pos und da war der fall Juwel 853 durch aus ein thema im stabü. der damalige lehrkörper nahm sich sehr viel zeit um unsere bereitschaft zur meldung, derartiger fahrzeuge, zu aktivieren.
ok, jungpioniere waren wir ja nicht mehr, doch noch immer schüler.

gruß vs

ps: @ verbindungsoffizier, danke für deine berichte. [super]
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karnak » 10. November 2012, 09:41

verbindungsoffizier hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:
SCORN hat geschrieben: So was verlangt eine sehr hohe Ebene Mannschaftsauswahl und Ausbildung.

Das ist wohl war.Wenn ein "kleiner Feldwebel oder auch Hauptmann eine falsche Idee hatte,hätte das ja durchaus internationale Verwicklungen auslösen können.Gab es für solche Fälle soetwas wie ein rotes Telefon?Und war die DDR und ihre Behörden wirklich völlig außen vor,nur besetztes Land?Oder gab es auch irgendeine direkte Verbindung dorthin?
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 10:46

Karnak,

Wir hatten unterwegs gar keine Verbindungen. Wenn wir mit unser HQ sprechen wollten, gab es nur 3 Moeglichkeiten:

1. Oeffentliches DDR-Telefonanruf ans Missionhaus in Potsdam (natuerlich von MfS abgehoert)
2. Den Russen um Hilfe bitten, am besten bei der Kommandatura (wenn nicht im Sperrgebiete). So steht es in der Robertson-Malinin Vereinbarung.
3. Nach Potsdam, West Berlin oder Helmstedt fahren und sprechen oder anrufen.

Beim Unfall wuerden wir natuerlich aus menschlichen Gruenden mit der Vopo sprechen, sonst nicht, und nur bis die Russen angekommen waren.

Ich weiss nicht, aber nehme an, dass es gute Verbindungen zwischen GSSD und den DDR_Behoerden gab. Auf meiner Ebene im Wagen war es immer wichtig, so schnell wie moeglich, einen Offizier der Kommandatura zu kriegen. Dann war alles in Ordnung. Bei Blockierungen war normalerweise nur die ersten Paar Minuten gefaehrlich und dann versuchten alle die Lage zu entspannen, mit militaerischer Hoeflichkeit oder eine Tasse Tee. (Ist wahr, dass ich einige dieser Prinzipen erst nach meiner erster Blockierung gelernt habe.)
Zuletzt geändert von verbindungsoffizier am 10. November 2012, 10:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon augenzeuge » 10. November 2012, 10:46

vs1400 hat geschrieben:und da war der fall Juwel 853 durch aus ein thema im stabü.


Der verlinkte Bericht entlarvt die Lügen um den Vorfall. So detailliert habe ich das noch nicht gelesen.

Zitat: "Der Fahrer des LKW hat durch das Einlenken in den Gegenverkehr erst die gefährliche Situation heraufbeschworen, die zu dem Unfall führen konnte. Daraus lässt sich wohl kaum die Schlussfolgerung ziehen, dass die gesamte Schuld für den Unfall letztlich in der Fahrweise Mariottis begründet liegt."

Wie Blancheton trotz starker Verletzung die Tourausrüstung sicherte, hat etwas heldenhaftes, auch wie man es schaffte, die gemachten Fotos noch nach dem Unfall zu vernichten. Dagegen bin ich von der schwachen Planung des MfS überrascht. Wie kann man sich Tage auf diesen Fall vorbereiten und dabei den direkten Feldwegzugang zur Kaserne vergessen? Wie kann man junge, relativ unerfahrene Leute ans Steuer dieser LKW's lassen, wenn man solche Aktionen plant?

Wie man liest haben die entsprechenden Leute von Neiber ihr "Fett" abbekommen. Zu recht, denke ich.

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 11:27

Ich lese den Bericht auch zum ersten Mal. Danke.

So hatte ich auch den Fall verstanden.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karnak » 10. November 2012, 13:52

verbindungsoffizier hat geschrieben:Karnak,

Wir hatten unterwegs gar keine Verbindungen. Wenn wir mit unser HQ sprechen wollten, gab es nur 3 Moeglichkeiten:

1. Oeffentliches DDR-Telefonanruf ans Missionhaus in Potsdam (natuerlich von MfS abgehoert)
2. Den Russen um Hilfe bitten, am besten bei der Kommandatura (wenn nicht im Sperrgebiete). So steht es in der Robertson-Malinin Vereinbarung.
3. Nach Potsdam, West Berlin oder Helmstedt fahren und sprechen oder anrufen.


Das ist für mich nun auch irgendwie entäuschend.Ich dachte immer Ihr seit uns meilenweit voraus,was die Technik angeht.Aber irgendwie habt Ihr auch nur mit Wasser gekocht,scheint mir [wink]
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 14:01

Karnak,

Bei der britischen Mission war es absichtlich, keine Verbindungen zu haben. Dabei, hatten die Russen noch Verantwortung, wenn noetig uns zu helfen und, auch, ein Tour konnte 'zufaellig' in Temporary Sperrgebiet hineinfahren, weil die Mannschaft schon unterwegs war, als das neue Sperrgebiet in Potsdam angemeldet wurde.

Tecknik bedeutet nicht immer Vorteil.

Es war aber moeglich fuer Berlin uns zu warnen. Wir hatten ein Funk 'Taschenpiepser' mit einer Reichweite ca 30km. Als wir am Ende eines Tour in die Naehe Potsdam ankamen, konnte manchmal der Piepser lauten. Das bedeutet, nicht nach Potsdam fahren, sondern nach einen vorgeplanten Treffpunkt, normalerweise im Wald um 2 Uhr morgens. Ein neuer Tour wurde uns dort treffen und uns ueber dem neuen Sperrgebiet sprechen.
Zuletzt geändert von verbindungsoffizier am 10. November 2012, 14:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karnak » 10. November 2012, 14:13

Du meinst also man hätte besseres haben können,wollte nur aus strategischen Gründen nicht?Klingt auch irgendwie fies.Hat man also unter Umständen in Kauf genommen,die eigenen Leute unnötig hängen zu lassen.
Warst Du eigentlich noch mal in dem Viertel,indem Eure Mission war?Da wohnen jetzt die Reichen und die Schönen.Und der Touristenbus darf dort auf ihren Antrag nicht vorbeifahren.Damit sie in Ihrer Ruhe nicht gestört werden.Irgendwie verstehen kann ich es auch.Wenn einem pausenlos vom Doppeldeckerbus ins Schlafzimmer geglotzt wird.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon augenzeuge » 10. November 2012, 14:31

Ist es richtig,dass die DDR für die äußere Sicherheit der MVM in Potsdam verantwortlich war?

Die Tanks waren sehr groß, aber dennoch konntet ihr DDR-Tankstellen anfahren, richtig? Wenn mal etwas kaputtging, gab es da mal Hilfe durch DDR-Bürger, bzw. durften die euch eigentlich helfen?

Ihr habt ja nun sehr viel fotografiert und dokumentiert. Kann man über Vorkommnisse/ Bilder etc. berichten, was ganz besonders herausragend war, was politisch sofort etwas veränderte?

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 14:42

karnak hat geschrieben:Du meinst also man hätte besseres haben können,wollte nur aus strategischen Gründen nicht?Klingt auch irgendwie fies.Hat man also unter Umständen in Kauf genommen,die eigenen Leute unnötig hängen zu lassen.
Warst Du eigentlich noch mal in dem Viertel,indem Eure Mission war?Da wohnen jetzt die Reichen und die Schönen.Und der Touristenbus darf dort auf ihren Antrag nicht vorbeifahren.Damit sie in Ihrer Ruhe nicht gestört werden.Irgendwie verstehen kann ich es auch.Wenn einem pausenlos vom Doppeldeckerbus ins Schlafzimmer geglotzt wird.


Funkverbindungen ueber solchen Entfernungen waeren moeglich aber schwierig (und nicht schwierig fuer Russen und MfS abzuhoeren und stoeren). Deshalb haben die Briten sich entschieden, sie nicht zu benutzen, wie erzaehlt. Es bedeutet auch, dass der Tourfuehrer volle Taetigkeitfreiheit und volle Verantwortung hatte. Der Chef in Berlin hatte, ab der Minute wir das Missionhaus in Potsdam weggefuehren sind, gar nichts mit dem Tour zu tun (und konnte das auch den Russen sagen, bis der Tour zurueck waere).

Ich bin leider nicht seit Dez 86 in Potsdam gewesen.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Sirius » 10. November 2012, 14:55

karnak hat geschrieben:Du meinst also man hätte besseres haben können,wollte nur aus strategischen Gründen nicht?Klingt auch irgendwie fies.Hat man also unter Umständen in Kauf genommen,die eigenen Leute unnötig hängen zu lassen.
Warst Du eigentlich noch mal in dem Viertel,indem Eure Mission war?Da wohnen jetzt die Reichen und die Schönen.Und der Touristenbus darf dort auf ihren Antrag nicht vorbeifahren.Damit sie in Ihrer Ruhe nicht gestört werden.Irgendwie verstehen kann ich es auch.Wenn einem pausenlos vom Doppeldeckerbus ins Schlafzimmer geglotzt wird.


Ist das das Viertel, wo heute die Prominenten wohnen, wie z.B. Joop oder Günther Jauch? Ich habe auch einmal etwas über eine "Gated Community" in Potsdam gelesen - ein eingezäuntes und bewachtes Wohnviertel, in das Fremde ohne Einladung der dort Wohnenden nicht hineinkommen.
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Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karnak » 10. November 2012, 14:59

Genau das ist das Viertel,Joop hat glaube ich die alte Ami-Villa und Jauch wohnt nebenan.Können sie sich beim Unkrautzupfen sehen [wink] Aber eingezäunt und bewacht ist es nicht,man kann da schon ganz normal durchlaufen und auch mit dem PKW durchfahren.Nur Touribusse dürfen nicht.Und kann ich auch nachvollziehen,hätte was von"Menschenzoo"
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 15:01

augenzeuge hat geschrieben:Ist es richtig,dass die DDR für die äußere Sicherheit der MVM in Potsdam verantwortlich war?

Die Tanks waren sehr groß, aber dennoch konntet ihr DDR-Tankstellen anfahren, richtig? Wenn mal etwas kaputtging, gab es da mal Hilfe durch DDR-Bürger, bzw. durften die euch eigentlich helfen?

Ihr habt ja nun sehr viel fotografiert und dokumentiert. Kann man über Vorkommnisse/ Bilder etc. berichten, was ganz besonders herausragend war, was politisch sofort etwas veränderte?

AZ


Ja, das stimmt. Die Vopos hatten einen kleinen Poststand dem Haus gegenueber mit normalerweise einem Mann darin. Um 400m entfernt stand das Buero der Russen (Soviet External Relations Branch - SERB).

Die Wagen hatten zwei Tanks. SERB gab uns Benzincoupons, die wir an DDR-Tankstellen benutzten (so auch SOXMIS in der BRD). Ich bekam oft Hilfe von DDR-Buergern (zB Der Junge mit dem Traktor, der meinen Wagen aus dem Schlamm in der Naehe einer russicher Kaserne ausgeschleppt hat. Ich hab ihm 50EM gegeben.)

Bei Panne muesste ich entweder Potsdam anrufen (in Berlin hatten wir einen Anhaenger, Nummerschild 13!) oder Hilfe bei den Russen suchen.

Ich schaetze, ich haette 25000 Fotos gemacht. Bei uns herausragende Sachen waren z.B. neue Ausruestung, T80, SS21 usw. Unsere Berichte gingen nach Washington, London und Paris und dort wuerde alles diskutiert und analysiert worden. Wir waren einfach vertraute Sammler.
Zuletzt geändert von verbindungsoffizier am 10. November 2012, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karnak » 10. November 2012, 15:03

An die Hütten vor den Missionen kann ich mich noch erinnern.Waren in der gleichen Art,wie die vor den Botschaften.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 15:10

Der Garten unseres Missionhauses, 34 Seestrasse, Potsdam. Dem NVA Museum gegenueber.

http://ichef.bbci.co.uk/arts/yourpainti ... _large.jpg,

und vorne, genommen am Posthuetteort:

http://www.rafjever.org/pictures-statio ... pic735.jpg
Es ist schon fast vor 30 Jahren, seitdem ich Deutsch studierte und fast vor 20, seitdem ich Deutsch regelmaessig sprach. Falls Sie keine Ahnung, worueber ich rede, dann versuche ich es anders zu erklaeren.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Sirius » 10. November 2012, 15:13

verbindungsoffizier hat geschrieben:Ich schaetze, ich haette 25000 Fotos gemacht. Bei uns herausragende Sachen waren z.B. neue Ausruestung, T80, SS20 usw. Unsere Berichte gingen nach Washington, London und Paris und dort wuerde alles diskutiert und analysiert worden. Wir waren einfach vertraute Sammler.


Waren in der DDR tatsächlich SS20-Raketen stationiert?

http://de.wikipedia.org/wiki/RSD-10#Stationierungsorte
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 15:15

Sirius hat geschrieben:
verbindungsoffizier hat geschrieben:Ich schaetze, ich haette 25000 Fotos gemacht. Bei uns herausragende Sachen waren z.B. neue Ausruestung, T80, SS20 usw. Unsere Berichte gingen nach Washington, London und Paris und dort wuerde alles diskutiert und analysiert worden. Wir waren einfach vertraute Sammler.


Waren in der DDR tatsächlich SS20-Raketen stationiert?

http://de.wikipedia.org/wiki/RSD-10#Stationierungsorte


Nein. Ich meinte SS21, viel kleinere. Verzeihung. Ich habe die Texte geaendert.
Es ist schon fast vor 30 Jahren, seitdem ich Deutsch studierte und fast vor 20, seitdem ich Deutsch regelmaessig sprach. Falls Sie keine Ahnung, worueber ich rede, dann versuche ich es anders zu erklaeren.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Dille » 10. November 2012, 21:52

Hallo @Verbindungsoffizier -- ich lese mit viel Interesse Deine Beiträge, und ich habe mal eine grundsätzliche Frage :

Irgendwo vorn schriebst Du mal, daß die Verbindungsmissionen nach Kriegsende eingerichtet wurden, um die Demilitarisierung des besetzten Deutschlands zu überwachen.
Rein von dieser Position betrachtet, hättet ihr doch jedes Recht gehabt, NVA- Manöver zu beobachten und zu dokumentieren bzw. sogar in NVA- Gelände einzudringen (Garnisonen, Übungsgelände etc.), das wäre doch euer alliiertes Recht gewesen ??
Die praktische Seite schließe ich hier mal aus, daß ihr zu zweit oder dritt zwar mit Abkommen wedeln könnt und euch auch hinterher bei der russischen Verbindungsmission wegen Behinderung beschweren könnt, insgesamt natürlich vergeblich, solange da der andere Alliierte (die Russen) nicht mitzieht (also vergleichbar mit den widerrechtlichen Paraden der NVA und sowieso schon einer "Stadtkommandantur" in Ost- Berlin und den folgerichtigen Protesten der westlichen Alliierten).

Sehe ich eure (formale) Rechtsposition richtig ???

Gruß, Dille
Dille
 

Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon verbindungsoffizier » 10. November 2012, 22:27

Dille hat geschrieben:Hallo @Verbindungsoffizier -- ich lese mit viel Interesse Deine Beiträge, und ich habe mal eine grundsätzliche Frage :

Irgendwo vorn schriebst Du mal, daß die Verbindungsmissionen nach Kriegsende eingerichtet wurden, um die Demilitarisierung des besetzten Deutschlands zu überwachen.
Rein von dieser Position betrachtet, hättet ihr doch jedes Recht gehabt, NVA- Manöver zu beobachten und zu dokumentieren bzw. sogar in NVA- Gelände einzudringen (Garnisonen, Übungsgelände etc.), das wäre doch euer alliiertes Recht gewesen ??
Die praktische Seite schließe ich hier mal aus, daß ihr zu zweit oder dritt zwar mit Abkommen wedeln könnt und euch auch hinterher bei der russischen Verbindungsmission wegen Behinderung beschweren könnt, insgesamt natürlich vergeblich, solange da der andere Alliierte (die Russen) nicht mitzieht (also vergleichbar mit den widerrechtlichen Paraden der NVA und sowieso schon einer "Stadtkommandantur" in Ost- Berlin und den folgerichtigen Protesten der westlichen Alliierten).

Sehe ich eure (formale) Rechtsposition richtig ???

Gruß, Dille


Hallo, Dille.

Nein, das habe ich ueberhaupts nicht geschrieben. Hier ist der Text (auf Russich und Englisch) der Vereinigung, gar nichts mit Demilitarisierung zu tun (Deutschland in 1945 war wegen bedingungsloser Kapitulation schon total demilitiarisiert, die Stunde Null):

http://www.php.isn.ethz.ch/collections/ ... info=27752

Es gab gar keine weitere Dokumente. Ich bin kein Fachmann in Sachen internationaler Recht, aber die Vereinbarung war die einzige Grundlage unserer Aktivitaeten. Grossbritannien hat auch bis 1973 die DDR- Regierung nicht anerkannt und daher glaube ich unsere Position richtig war, in den Nachkriegsgegebenheiten. Natuerlich hat niemand in 1946 erwartet, dass diese Gegebenheiten 43 Jahren dauern wuerden. Ich weiss nicht, wie London die Quadratur des Kreises versucht hat, das war nicht mein Problem.
Zuletzt geändert von verbindungsoffizier am 10. November 2012, 22:39, insgesamt 3-mal geändert.
Es ist schon fast vor 30 Jahren, seitdem ich Deutsch studierte und fast vor 20, seitdem ich Deutsch regelmaessig sprach. Falls Sie keine Ahnung, worueber ich rede, dann versuche ich es anders zu erklaeren.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Dille » 10. November 2012, 22:32

Danke @VO, ich meinte das vorn so gelesen zu haben, sorry. Ich werd' mir mal den englischen Text zu Gemüte führen 1

Danke, Dille
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