DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Sirius » 1. Juni 2012, 12:30

augenzeuge hat geschrieben:
Sirius hat geschrieben:Es gibt hier im Forum ein Link zu einer Dokumentation über vier ehemalige Grenzer, wo im Interview einer der Grenzer meint, dass man es im moralischen Sinn sicher als "Mord" sehen kann, wenn ein Flüchtling getötet wird.


Ab 2:15min


Danke AZ! Genau das Video meinte ich. Das ist ja bei youtube sogar von jemandem aus dem Forum hier eingestellt worden, wie man am Link auf youtube erkennen kann.
Sirius
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Alfred » 1. Juni 2012, 13:52

VS,

die politische Führung wurde doch zur Verantwortung gezogen, z:B. im sog. "Honecker - Prozess".
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Wosch » 1. Juni 2012, 18:15

Alfred hat geschrieben:VS,

die politische Führung wurde doch zur Verantwortung gezogen, z:B. im sog. "Honecker - Prozess".


@ Alfred, wenn Du damit das Versagen der bundesdeutschen Justiz beschreibst, dann kann man über Deine Einschätzung nur müde lächeln.Die wirklich Verantwortlichen haben sich doch bis ins Greisenalter gesundheitlich im Stande gefühlt dieses Grenzregime auf einen bestimmten "Erfolgs-Standart" zu halten, als sie sich aber ihrer Verantwortlichkeit stellen sollten haben sie sich "Alters-und Demenzbedingt" doch ganz schnell ihrer Verantwortlichkeit entzogen. Und wenn Du die paar "Egon´s. Baumgarten´s, Kessler´s und Streletz´s als Beweis für Deine These verkaufen möchtest, was haben Die denn bekommen für die von ihnen befohlenen "Morde" an unbewaffnete Kinder, Frauen und Männer? In Relation zu ihren Verantwortlichkeiten waren es doch Peanuts!!
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon augenzeuge » 1. Juni 2012, 18:33

ABV hat geschrieben: Saßen die wirklich verantwortlichen für die Todesschüsse an der Grenze demnach also in Moskau? Hier würde mich die Meinung von Experten interessieren.

Gruß an alle
Uwe


Nein, ein Experte bin ich nicht, wer ist das wirklich? Aber ich möchte einen Vergleich einbringen. Die Demontage der SM 70 erfolgte m.E. als eigene Entscheidung der DDR. Mir ist nicht bekannt, dass man da in Moskau um Genehmigung gebeten hatte. Und hatte man um Genehmigung in Moskau ersucht, als Krenz nach Gueffroys Tod den "Schießbefehl" analog dem internationalen Recht änderte? Und die Maueröffnung erfolgte auch nicht nach einer Bewilligung aus Moskau..... Kann man daraus schließen, dass die DDR hier einen Spielraum hatte? Oder entstand dieser Spielraum erst in den 80er Jahren?

Ein paar Antworten, auch ein paar Fragen mehr....
AZ
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon rafimo » 1. Juni 2012, 22:17

wenn heiko runge sehen könnte, was hier auf einem thread los ist, wo es um sein schicksal geht...dass hier noch über herrn honecker und die frage seiner aburteilung nach der wende diskutiert wird.....er würde sich im grab umdrehen.....aber selbst das kann er nicht mehr, denn die ddr lies nur staub von ihm in einer urne übrig....
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Buscho » 1. Juni 2012, 22:33

rafimo hat geschrieben:so, und nun reichts mir....ich muss mich hier nicht von irgendwelchen typen als "laus im pelz" oder als einer dem man" auf die 12" schlagen müsste, bezeichenen lassen.......von leuten die wahrscheinlich nicht mal 1 und 1 zusammen zu zählen gelernt haben in der schule......und die dann vom den grenztruppen noch fettig in die bundespolizei übernommen wurden und heute eine fresse riskieren, die umgekehrt reziprok ist zu deren sonstigem vermögen steht....
see you
befreit euch von solchen typen dann gehts hier weiter....


Ich bin noch da !!!
Genau so hab ich Ihren Karakter eingeschätzt .
Umfaller ! [laugh]

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon rafimo » 1. Juni 2012, 22:59

Wosch hat geschrieben:
HG82 hat geschrieben:macht das beim ergebnis das sie tot sind einen unterschied? rainer hatte das weiter vorne schon geschrieben. beide sterben weil der staat versagt hat. bei dem einen waren es traurige einzelfälle und beim anderen sind es 3 jede woche und da könnte ich eher mit den einzelfällen leben und nicht so das der staat seine kontrollpflichten und aufsichtspflichten fast ganz auf die so freien bürger abschiebt und solche fälle dann einfach im kauf nimmt um nur keine eltern die richtig sorgen zu stark zu kontrollieren. wenn das der preis der freiheit ist dann ist der zu hoch




Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
Hier wird bewußt einmal mehr versucht diesem Fred eine ihm nicht gebührende Richtung zu verpassen. Es ist eine Schande auf so eine Art und Weise zu provozieren. Es geht hier um die Verantwortlichkeit eines Staates für die Ermordung von Kindern durch ein durch nichts zu rechtfertigendem Grenzregime und nicht um das eventuelle Versagen von Erziehungsberechtigten. Man hatte mir im AF immer gerne vorgeworfen bestimmte Freds zu zerrtrollen. Hier sehen wir wie soetwas praktiziert wird, nämlich das "Zertrollen". Und das von Jemanden der sich bis zum Ende der DDR noch fast in die Hose gesch...en hatte.
Schlimmer geht´s nimmer.
Schönen Gruß, zur Zeit aus Ludwigslust. [hallo]


ein wahres wort, was man nur unterschreiben kann....bezogen auf diesen thread..
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon karl143 » 4. Juni 2012, 06:22

Die Beiträge ab dem letzten Post hatten mit dem Thema "Schüsse auf H. Runge" nichts mehr zu tun. Es handelte sich nur noch um die Bewertung "Mord oder Totschlag" und Nachrichten zu Schwedt.

Diese Kommentare habe ich verschoben nach "Bewertung von Todesschüssen". Ich bitte euch, bei den Themen zu bleiben.

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon dein1945 » 4. Juni 2012, 15:01

Na dann mache ich mal weiter,

In einer "Information" über den politisch- moralischen Zustand in den Grenztruppen der NVA, erarbeitet 1963, vorgelegt dem "Nationalen Verteidigungsrat der DDR auf seiner Sitzung vom 20.September 1963 heißt es: Hauptkriterium der Wirksamkeit der gesamten Arbeit in den Grenztruppen ist der sichere Schutz unserer Staatsgrenzen nach Westdeutschland und Westberlin usw.

Weiter heißt es: "dass täglich Grenzdurchbrüche von Personen nach Westdeutschland und Westberlin gelingen. Es werde zwar " in der Regel von der Schußwaffe Gebrau gemacht" doch stehe der Aufwand an Munition im krassen Mißverhältnis zum Erfolg ! Es wurde geschossen und leider auch erschossen !

Ob nun mit viel (Dauerfeuer) oder mit wenig Munition.

Wenn dem Regime schon 1963 bewußt war, es wird zu teuer, dann hätte man die Grenzer doch mit einem Lasso ausrüsten können, dies ist etwas ironisch gemeint, aber man hat sich darauf verlassen, der "Eine oder Andere" wird demnächst beim ersten Schuß treffen, wie pervers war dieses System oder hat man den Angehörigen die Munition in Rechnung gestellt ? Ich könnte heulen wenn ich so etwas nachlese auch noch nach mehr als zwanzig Jahren !

Gruß aus Berlin
dein1945
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 4. Juni 2012, 15:53

Tja Dein1945, die Verantwortlichen dachten sich wohl, das sie einer göttlichen Sache dienen und da waren halt alle Mittel Recht....gut, das das vorbei ist....

groetjes uit Occhiobello

Mara
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon rafimo » 4. Juni 2012, 17:07

zumindest heiko würde noch leben, wenn man das mit dem lasso beherzigt hätte: das gesamte waldgebiet war großräumig von postenpaaren umstellt und zwar sowohl unten auf dem kolonnenweg wie auch oben entlang dem signalzaun. ein entkommen wärde den jungs völlig unmöglich gewesen. zwar betrug die breite des gebietes zwischen gsz und vorderem sperrelement an dieser stelle rd. 1 km, aber mit etwas geduld hätte man die jungs in jedem fall eingefangen, erst recht mit spürhunden,,
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Buscho » 5. Juni 2012, 02:36

Das war den Schützen auch alles bekannt , die wussten genau wo welche Postenpaare eingesetzt waren , jeder hatte ein Funkgerät und es wurden alle Positionierungen und auch alle Verschiebungen der Posten im Minutentakt per Funk durchgegeben , auch die Schützen hatten jeder ein Funkgerät mit Kopfhörer , waren also genauestens über die Massnahmen der Einsatzleitung informiert .

So oder ähnlich stellt sich das eine Laus im Sandkasten vor .

Buscho
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon S51 » 5. Juni 2012, 06:43

rafimo hat geschrieben:zumindest heiko würde noch leben, wenn man das mit dem lasso beherzigt hätte: das gesamte waldgebiet war großräumig von postenpaaren umstellt und zwar sowohl unten auf dem kolonnenweg wie auch oben entlang dem signalzaun. ein entkommen wärde den jungs völlig unmöglich gewesen. zwar betrug die breite des gebietes zwischen gsz und vorderem sperrelement an dieser stelle rd. 1 km, aber mit etwas geduld hätte man die jungs in jedem fall eingefangen, erst recht mit spürhunden,,


Das artet jetzt ein bischen in ein Sandkastenspiel aus. Da gewinnt man bekanntlich immer.
In der Wirklichkeit war es anders. Es ist ein Erfahrungswert in gerade mal 2,5 jahren Grenzdienst (von über 40 Jahren Linie...) das eben doch selbst in Abriegelungen Leute entkommen sind.
Auch Hunde kann man nur erfolgreich ansetzen, wenn eine sichere Spur erkannt wird. Das klappt nicht mal unter Idealbedingungen zu 100 %, geschweige denn unter den Bedingungen im Harz.
Da wird deutlich, warum der Posten zu dieser Situation eben keine Sicherheit hatte, dass die erkannten Personen ohne sein Eingreifen nicht vielleicht doch entkommen wären und er dann zur Verantwortung gezogen worden wäre. Sowie seine Vorgesetzten eben auch, das "Hammerwerfen" war ganz ähnlich wie heute ja nicht beendet, wenn es nur einen "traf". Soll heißen, bei einem erfolgreichen Grenzdurchbruch oder einer erfolgreichen Flucht zurück in das Hinterland wären der Posten, seine Vorgesetzten, deren Vorgesetzten und so weiter immer in der einen oder anderen Form angezählt worden. Entsprechend war der Druck niemanden entkommen zu lassen sobald sich eben eine Chance bot.
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 07:57

S51, schiessen war ja bekanntlich das allerletzte Mittel GVs aufzuhalten....welche Mittel waren denn davor alles schon ausgeschöpft, welche Mittel wurden nachweislich erfolglos angewendet im konkreten Fall....????

Welche Mittel waren überhaupt die populärsten und wirksamsten um ohne schiessen zu müssen GVs zu stellen....????

groetjes

Mara
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon S51 » 5. Juni 2012, 10:29

Es konnte in solchen Fällen kein allgemeingültiges Schema F geben weil die Umstände je nach Ort, Zeit, Wetter und allen nur denkbaren Bedingungen immer mal anders waren.
Deshalb gab es in den Vorschriften diesen Passus "...offensichtlich keinen Erfolg verspricht...".
Normalerweise wurden die Leute angesprochen und zum stehenbleiben aufgefordert. Dann blieben sie stehen und wurden festgenommen. Das war die Regel. In 99,99999xx % aller Fälle. In den Einzelheiten immer mal mit Variationen. je nach den Umständen eben. Mal mit mal ohne Geschrei, mal mit mal ohne jeden Ärger. Ich habe meine am Anfang ja nur vermuteten GV immer versucht anzugehen. Die Entfernung so klein wie möglich zu machen und Fluchtwege abzuschneiden so dass sie, wenn, dann in meine Richtung laufen mussten. Mich überwinden mussten. Doch ein GAK hatte andere Möglichkeiten als die Posten an der Linie oder in einer Abriegelung, die ihren Posten ja eigentlich nicht verlassen durften.
Ich konnte relativ frei handeln, mein einziger Zeuge war immer ich. Wer wollte mir beweisen, dass ich irgendeine Vorschrift so ausgelegt hatte wie ich sie brauchte?
Hier blieb das Opfer nicht stehen. Je nach Örtlichkeit waren die Schneisen, so überhaupt vorhanden, um die 10 Meter breit. Das läuft ein Mensch in ein bis drei Sekunden. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, Schluß. In dieser Zeit, die man auch zum lesen der drei Worte braucht musste die Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen. Mehr Zeit hatte man nicht.
Wieviel Zeit haben wir für diesen Thread, für Möglichkeiten und so weiter schon aufgewendet? Wieviel Zeit hatten die Ermittler dann vor Ort für ihre Beurteilung? Wieviel Zeit hatten Gericht und Sachverständige für ihr Urteil? Auch nur diese paar Sekunden?
Natürlich konnte man hinterher rennen, falls man schnell genug hochkam. Ansonsten aber wäre man hier wohl in das Schußfeld der anderen Posten gelaufen. Auch vielleicht keine gute Idee denn die wußten das ja nicht.
Natürlich hätte man vor dem Schuß über die Fluchtrichtung und den vielleicht von dort kommenden GAK nachdenken können, sollen, müssen. Ich bezweifle aber, dass die Posten über den nachstoßenden GAK überhaupt Bescheid wußten. Solche unwesentlichen Informationen hat man in der Aufregung gerne mal vergessen. Ohne dies später natürlich zuzugeben, versteht sich.
Weshalb Aussagen im Nachhinein nach solchen Vorkommnissen so eine Sache für sich sind. Die Wirklichkeit oft so wiedergeben wie sie hätte sein sollen aber eben nicht war. Die Bezeichnung "Schutzbehauptung" trifft es nicht mal, denn sie schützt nichts und niemanden. Von der Vorschrift mal abgesehen.
Egal wie, es waren Sekunden, die entschieden und dies bei schlechtem Wetter und im Harz dann meist auch mäßiger Sicht.
Natürlich könnte ich umgekehrt mosern, wieso einer von den Jungs nach dem Warnruf und -Schuß nicht das Gleiche gemacht hat wie sein Kumpel. Stehenbleiben, sich vielleicht hinlegen und kein Mucks mehr. Sandkastenspiel umgekehrt gewissermaßen. Da würde ich aber die Angst und den Fluchtinstinkt nicht berücksichtigen. Punkte, wo der Verstand eben völlig vorschriftswidrig aussetzt. Wo der Mensch nicht handelt, wie er vernünftigerweise und gesetzestreu handeln soll.
Wie geschrieben. In den weitaus meisten Fällen wurden die vermutlichen GV einfach angesprochen und aufgefordert, stehen zu bleiben und sich nicht mehr zu bewegen. Das war klar, in der Aufregung gut verständlich für jeden und einfach. Das hat in den allermeisten Fällen ohne den auch nur geringsten Ärger funktioniert, ohne jede Gewalt.
Schon eine Verfolgung war die Ausnahme, bereitete oft den Boden für Exzesse weil die Verfolger sich über die Mühe geärgert haben und die Verfolgten dann oft Widerstand gegen die Festnahme leisteten. Ich sehe bei diesen Worten natürlich die erhobenen Zeigefinger dieser wie auch jener Seite aber praktisch war es so.
Der Warnschuß war dann schon ein Extrem und entsprechend selten. Ganz selten waren solche Vorkommnisse wie das, worüber wir hier schreiben. Nicht die Regel, wie so gerne postuliert.
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 10:42

Danke für die Antwort S51....

groetjes uit Ancona

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon rafimo » 5. Juni 2012, 10:56

als weitere anregung zur diskussion:

die beiden jungs tauchten nicht binnen bruchteilen von sekunden vor dem postenpaar auf. das ganze gegenteil war der fall: die posten hörten zunächst die annäherung der jungs durch knacken unter deren schritten und dergleichen, als sie dann an der waldschneise sichtbar waren liefen sie (ohne es zu ahnen) direkt auf die posten zu. die zeit vom erkennen der beiden personen bis zum ersten anruf war mehr als eine minute..entfernung vom postenpaar zu den jungs beim anruf: ca. 15 bis 20 m direkt geradeaus vor dem postenpaar. nachrechenbar und objektiv beweisbar u.a. auch schon anhand der eigenen aussagen des postenpaares.

die postenpaare waren so abgesetzt, daß ein rung komplett um das gesamte waldgebiet beginnend von der stelle des durchbruchs durch den gsz gebildet wurde. die kette war so sicht, daß jedes postenpaar sichtkontakt zum jeweils rechten und linken nachbarn hatte.

was die erkennbarkeit der einzelnen maßnahmen über positionierung und maßnahmen der leitung angeht, so denke ich schon, daß da diverse verbindungen über das grenzmeldenetz bestanden, denn den freundlichen durchruf seitens des politoffiziers betreffend den auf dem waldboden im sterben liegenden heiko runge "jetzt blutet das schwein aus" haben eine menge der soldaten mitbekommen. der durchruf wurde auch noch ausdrücklich als rundruf "achtung an alle" ausgeführt.
rafimo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2012, 10:58

dein1945 hat geschrieben:Na dann mache ich mal weiter,

In einer "Information" über den politisch- moralischen Zustand in den Grenztruppen der NVA, erarbeitet 1963, vorgelegt dem "Nationalen Verteidigungsrat der DDR auf seiner Sitzung vom 20.September 1963 heißt es: Hauptkriterium der Wirksamkeit der gesamten Arbeit in den Grenztruppen ist der sichere Schutz unserer Staatsgrenzen nach Westdeutschland und Westberlin usw.

Weiter heißt es: "dass täglich Grenzdurchbrüche von Personen nach Westdeutschland und Westberlin gelingen. Es werde zwar " in der Regel von der Schußwaffe Gebrau gemacht" doch stehe der Aufwand an Munition im krassen Mißverhältnis zum Erfolg ! Es wurde geschossen und leider auch erschossen !

Ob nun mit viel (Dauerfeuer) oder mit wenig Munition.

Wenn dem Regime schon 1963 bewußt war, es wird zu teuer, dann hätte man die Grenzer doch mit einem Lasso ausrüsten können, dies ist etwas ironisch gemeint, aber man hat sich darauf verlassen, der "Eine oder Andere" wird demnächst beim ersten Schuß treffen, wie pervers war dieses System oder hat man den Angehörigen die Munition in Rechnung gestellt ? Ich könnte heulen wenn ich so etwas nachlese auch noch nach mehr als zwanzig Jahren !

Gruß aus Berlin

Hallo @Dein 1945, Du sprichst mir aus dem Herzen. Diese schlimme Situation junger Grenzer kann man wohl erst als reifer Mann nachempfinden. Deshalb lässt mich dieses Thema auch nicht los. Sie selbst (Wir)sahen das mit ihren Jugend-Augen nicht so wie wir heute. Schande über die DDR-Verantwortlichen. Und egal, ob Kalter Krieg,"Friedenssicherung" usw.Übrig bleibt für mich nur Machterhalt um jeden Preis.Ich habe auf Empfehlung vom ungeliebten "@Nostalgiker", den es in diesem Forum nicht mehr gibt, (vielleicht klärt mich jemand über die Ausscheidungsgründe bitte in einer PM auf) das Buch" Stalin-Verbrannte Erde" gelesen. Danach konnte ich nur noch ausspucken, wenn ich an die kommunistischen Führer egal wo denke.Sie haben jede Illusion einer anderen Welt kaputt gemacht.Ich finde es sehr bedauerlich, dass noch heute damalige Grenzer ihren "Ehrendienst an der Staatsgrenze" hochhalten. Siehe Forum Grenzer suchen Grenzer.
@S51 und andere "Grenzgänger in Foren " können das bestimmt beurteilen.
Gruß an alle Diskutanten
Nov65
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon S51 » 5. Juni 2012, 11:36

rafimo hat geschrieben:als weitere anregung zur diskussion:

die beiden jungs tauchten nicht binnen bruchteilen von sekunden vor dem postenpaar auf. das ganze gegenteil war der fall: die posten hörten zunächst die annäherung der jungs durch knacken unter deren schritten und dergleichen, als sie dann an der waldschneise sichtbar waren liefen sie (ohne es zu ahnen) direkt auf die posten zu. die zeit vom erkennen der beiden personen bis zum ersten anruf war mehr als eine minute..entfernung vom postenpaar zu den jungs beim anruf: ca. 15 bis 20 m direkt geradeaus vor dem postenpaar. nachrechenbar und objektiv beweisbar u.a. auch schon anhand der eigenen aussagen des postenpaares.

die postenpaare waren so abgesetzt, daß ein rung komplett um das gesamte waldgebiet beginnend von der stelle des durchbruchs durch den gsz gebildet wurde. die kette war so sicht, daß jedes postenpaar sichtkontakt zum jeweils rechten und linken nachbarn hatte.

was die erkennbarkeit der einzelnen maßnahmen über positionierung und maßnahmen der leitung angeht, so denke ich schon, daß da diverse verbindungen über das grenzmeldenetz bestanden, denn den freundlichen durchruf seitens des politoffiziers betreffend den auf dem waldboden im sterben liegenden heiko runge "jetzt blutet das schwein aus" haben eine menge der soldaten mitbekommen. der durchruf wurde auch noch ausdrücklich als rundruf "achtung an alle" ausgeführt.


An derTatsache, das vom Anruf bis zum Ende des Feuers nur diese wenigen Sekunden verblieben ändert es nichts. Für die Frage, wie die Personen anzuhalten sind, ob sie anhalten oder nicht und über das dann noch weitere Vorgehen entscheiden eben nur diese Sekunden und nicht der Zeitraum der Annäherung. Wobei selbst da hören und sehen einen gewaltigen Unterschied darstellen.

Eben weil die Postenkette so war konnte man nicht einfach loslaufen da man dann in den Schußbereich der anderen geraten wäre. Sicht bei Nieselregen ist immer relativ. Da hätte alle 20 bis 50 Meter ein Posten sitzen müssen. So viele Soldaten hatte das ganze Bataillion nicht in Reserve!

GMN-Verbindungen gab es an der Linie etwa alle 400 Meter, abhängig von den geographischen Gegebenheiten auch mal alle 150 bis 200 Meter oder mit mehr als 500 Meter Abstand. Es gab keine Möglichkeit, sich dazwischen einzustöpseln. Wenn also die Postendichte tatsächlich so hoch war wie behauptet, dann hatte vielleicht noch jeder vierte Posten eine Verbindungsmöglichkeit. Eher noch weniger. Für die Posten zwischen den Linien ("Ring") gab es keinerlei Verbindung per GMN und Funkgeräte gab es pro Zug eines. Das jedoch funktionierte sowieso in der Regel nicht.
Der Befehl lautete üblicherweise sinngemäß "sichern bis Abholung".
Die einzige Verbindung zwischen den Posten der Abriegelung war üblicherweise die jeweilige Kontrollstreife, die entweder zu Fuß oder mit Fahrzeug beweglich war. Diese KS war dann auch dafür zuständig Befehle und Informationen weiter zu geben. Bis auf diese Weise Meldungen von A nach B kommen vergehen mehrere Minuten. Denke mal nicht, dass die rennen.
War aber jeder Posten mit dem GMN verbunden dann stimmt die behauptete Postendichte nicht. Kannste die angegebenen Zahlen locker durch zwei bis drei teilen. Was mich, ein Erfahrungswert so mancher Abriegelung in den 80-er Jahren, weder noch wundern würde denn bei den Zahlen wurde gerne getrickst. Gar nicht selten wurde in den Berichten die Abrieglung sowohl vorne (am Zaun I) wie hinten am GSZ sowohl wie auch gezählt. Soll heißen, sie waren zahlenmäßig alle "gleichzeitig" vorne wie hinten...
Sonst wäre aufgefallen, dass die Einheiten oft nur 60 % ihrer Einsatzstärke hatten und das sollte schon das Regiment besser nicht wissen. Obwohl sie es eigentlich wußten denn dumm waren sie nicht.

Was den Durchruf betrifft, schon mal daran gedacht, dass sich so was einprägt und weiter erzählt wird? Schon mal daran gedacht, dass zwischen dem Vorfall und der Befragung viel Zeit verstrichen ist?
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon S51 » 5. Juni 2012, 12:10

Nov65 hat geschrieben:... das Buch" Stalin-Verbrannte Erde" gelesen. Danach konnte ich nur noch ausspucken, wenn ich an die kommunistischen Führer egal wo denke.Sie haben jede Illusion einer anderen Welt kaputt gemacht.Ich finde es sehr bedauerlich, dass noch heute damalige Grenzer ihren "Ehrendienst an der Staatsgrenze" hochhalten. Siehe Forum Grenzer suchen Grenzer.
@S51 und andere "Grenzgänger in Foren " können das bestimmt beurteilen.
Gruß an alle Diskutanten


Was ist denn eine Illusion? Warum heißt sie so?
Es funktioniert oder funktionierte doch immer auf die gleiche Art und Weise und ist keineswegs auf den Kommunismus begrenzt. Jemanden zum Unmenschen zu machen um dann mit ihm machen zu können was man eben will, das ist keine kommunistische Erfindung und keineswegs auf diese Gesellschaftsordnung begrenzt. Waren nicht die schlimmsten Verbrecher der Neuzeit irgendwann alle mal "Zöglinge der freien Welt". Ob sie nun Saddam Hussein, Bin Laden oder sonstwie hießen? Oder gerne auch mal Präsidenten von Verbündeten mit Millionen von Opfern in anderen Ländern waren?
Und wie schon zig Mal geschrieben. Der Dienst an der ehemaligen Grenze war in aller Regel eben nicht mit der Festnahme von Irgendwem verbunden. Noch viel weniger mit der Anwendung irgendeiner Waffe gegen irgendwen. In den 80-er Jahren gab es um die 40 000 Mann bei den GT. Über die gesamte Zeit der DDR mögen es um die 500 000 Mann gewesen sein. Von denen ist nur ein verschwindend geringer Teil selbst an der Linie jemals in die Verlegenheit gekommen, einen Grenzverletzer auch nur zu sehen, geschweige denn festzunehmen. Der Prozentsatz jener, die die Waffe angewendet haben, dürfte in den Promillebereich kommen.
Wer bei GT war, dürfte schon begriffen haben, dass er dort die Existenz seines Staates schützte. Wie sehr, das hat doch keiner überschaut. Doch so gut wie jeder an der Linie hat auch das gar nicht immer friedfertig erscheinende Auftreten der Gegenseite erlebt. Wenn ich mir anschaue, wie hoch heute der Prozentsatz der Menschen ist, die in einer Gesellschaft mit den jeweiligen Leitwölfen nicht nur zu bereitwillig heulen, wie hoch mag dann der Prozentsatz bei den Grenzern gewesen sein, die denen da drüben die gleiche Angst vor dem "Aggressor" zubilligten, wie sie sie selber hatten?
In aller Regel war der Dienst an der Grenze fühlbar ein Stoppzeichen für all die mal privaten mal recht öffentlichen Schreihälse der Gegenseite. Die man durchaus als zumindest politische Bedrohung empfand wie das Militär auf der jeweiligen Gegenseite sehr offensichtlich keine Kuschelfunktion hatte. Das diese Linie eben auch die Trennlinie zwischen den Systemen war, das hat man als Grenzer der DDR genauso deutlich empfunden wie der BFSO, die Kollegen der BAOR, der Zöllner oder der BGS-ler. Vom GI mit ihrer manchmal schon ein bischen arg extremen Art gar nicht zu reden.
Alle Seiten an der Linie hüben wie drüben empfanden es eben auch so, dass ihr Dienst, so er ordentlich verrichtet wurde, den Frieden sicherte. Und jede Seite rechnete und rechnet es sich eben auch an, dass es so blieb.
Das der Dienst bei GT eben auch, wie 1989 gezeigt hat, das für die Existenz der DDR entscheidende Korsettstängchen war, das hat doch kaum jemand damals schon überblickt.
Ein GV war an der Grenze so selten, dass man über ihn mehr nachdachte als so etwas jemals zu erleben. Ergo ist für die Ex-Grenzer die andere, aus ihrer Sicht eben auch friedenerhaltende Seite des Dienstes und die Kameradschaft viel präsenter. Das hält man hoch, nicht die andere, dunkle Seite.
Dazu kommt logischerweise ein gewisser Beißreflex, nennen wir es mal so. Wenn dir der gegenwärtige Politzirkus erzählt wie schlecht und furchbar du warst. Der gleiche Politzirkus, der kein Problem damit hat, eigene Soldaten irgendwo am Hindukusch dabei zu verheizen um ein anderes Land zu besetzen und seinen Willen aufzuzwingen. Oder auf andere Länder einzubomben weil deren Politik einem nicht passt? Wie glaubhaft ist das denn?
Die sind doch kein bischen besser.
S51
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 12:35

Hallo,

ich möchte S51 hier beipflichten.
Heute ist alles leicht gesagt, damals bis 1989 sah einiges anders aus.
Man möchte doch auch heute bei den Tatsachen bleiben und die Grenzer nicht –wie häufig geschehen- als schießwütigte Truppe hinzustellen.

Die Anwendung der Schusswaffe war daher die absolute Ausnahme. Von 1979 bis 1990 , also in mehr als elf Jahren - erfolgte durch die Grenztruppe die Festnahme von 2 905 Personen, die versuchten, die Staatsgrenze zu verletzen bzw. zu durchbrechen...
Bei diesen fast 3.000 Festnahmen wurde 148 mal die Schusswaffe eingesetzt und davon waren 107 Fälle Warnschüsse.
Es gab aber auch Verletzte und Tote. Zwischen 1979 und 1990 wurden 24 Personen verletzt und 17 getötet.

Dies als Beispiel.

Um es nicht zu vergessen, auch wenn es einige nicht hören wollen. Dies war auch die Trennlinie zwischen Warschauer Vertrag und NATO und da hatte die UdSSR das wichtige SAGEN. Ob Abbau der SM 70 oder ganz einfache Fragen, wie der Bau der Transitautobahn .

Und an der Staatsgrenze war öfter auch von Seiten West „was los“.Ich hatte mal einige Zeit am Checkpoint Chalie zu schaffen. Da war regelmäßig ein Spektakel.
Ich will überhaupt nicht davon sprechen, was sich einige Grenzer bieten lassen mussten. Vom übelsten Sprüchen oder das werfen von Gegenständen usw.usw.
Zuletzt geändert von Alfred am 5. Juni 2012, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon krokodilo » 5. Juni 2012, 12:37

Hallo Nov65 oder doch besser Todor!!!!! [mundzu]
krokodilo
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2012, 13:13

krokodilo hat geschrieben:Hallo Nov65 oder doch besser Todor!!!!! [mundzu]

Hi @Krododilo, wir kennen uns ganz sicher nicht unter unseren Nicknamen in diesem Forum, in welchem ich mich aufgehoben fühle. Du etwa nicht?
Lass doch mal deine Meinung zu diesem brisanten Thema raus.
Gruß Nov65
Nov65
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 14:03

Alfred schreibt: Zitat
Um es nicht zu vergessen, auch wenn es einige nicht hören wollen. Dies war auch die Trennlinie zwischen Warschauer Vertrag und NATO und da hatte die UdSSR das wichtige SAGEN. Ob Abbau der SM 70 oder ganz einfache Fragen, wie der Bau der Transitautobahn .

Ihr Armee - und Staatssicherheitsoffiziere und Generäle entstammtet doch auch Arbeiter- und Bauernfamilien. Fandet Ihr es nicht abscheulich, überhaupt erst diese Tötungsmaschinen SM70 an die Grenzzäune zu hängen?
Hatte Ihr persönlich darüber nie nachgedacht, hattet Ihr keinerlei Skrupel? Habt Ihr nie erwogen, dass es auch nur Arbeiter und Bauern waren, die durch Euer Tun zerfetzten?

Ich will nicht provozieren Alfred, aber zumindest im Nachhinein von 20 Jahren müssten doch bei dem Einen oder Anderen von Euch diese Frage auch oder Zweifel auftauchen?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 14:23

Volker,


die Minensperren waren nach beiden Seite abgesichert. Jeden war klar, dass er sich in Gefahr begibt. Es war ja nicht so, dass Mann / Frau einfach so auf eine Mine treffen konnte.

Und schließlich wurden in den 80 iger Jahren die SM 70 auch abgebaut, nach dem die DDR dies in der UdSSR vorgeschlagen hatte und die UdSSR unter bestimmten Bedingungen dem zugestimmt hat.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 14:29

Danke Alfred, erstmals hast Du mich normal angesprochen, wie hier üblich. In Dir steckt auch ein Politiker, denn meine Fragen hast Du ebenso umschifft...

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 14:37

Volker,

die Frage ist doch klar beantwortet.
Alfred
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 14:50

Volker Zottmann hat geschrieben:Ich will nicht provozieren Alfred, aber zumindest im Nachhinein von 20 Jahren müssten doch bei dem Einen oder Anderen von Euch diese Frage auch oder Zweifel auftauchen?


Hahaha Volker, frag das mal unseren Rainer Maria.... [wink]

Volker Zottmann hat geschrieben:Danke Alfred, erstmals hast Du mich normal angesprochen, wie hier üblich. In Dir steckt auch ein Politiker, denn meine Fragen hast Du ebenso umschifft...


Na immerhin hat er geantwortet....das tut er eh nur sehr selektiv....denn wenn man was nich weiss, is man bei ihm schnell unten durch....

groetjes uit Bussi Popoli....ja, das heisst wirklich so.... [flash]

Mara
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2012, 16:18

S51 hat geschrieben:Eben weil die Postenkette so war konnte man nicht einfach loslaufen da man dann in den Schußbereich der anderen geraten wäre.


Ich habe das Gefühl, hier wird immer nur um den Brei herumgeredet. In welchen Schußbereich gerät man denn, wenn man Richtung Landesinnere läuft?

S51, warum gibst du dir so viel Mühe, hier sogar noch Vergleiche mit heute zu konstruieren? Als Rechtfertigung kann das nicht reichen.

Nach allem, was du so geschrieben hast, kannst du doch endlich zugeben, dass die Festnahme bei dir anders abgelaufen wäre. Auch bei noch dichteren Nebel. [wink]
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Neuer Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2012, 16:55

Einen schönen Abend an alle,
wie verläuft eigentlich diese Diskussion? Es gibt keinen, der die Toten und Verletzten an der damaligen Staatsgrenze gut heisst, sondern alle bedauern dies. Das ist ein positives Forumsergebnis.
Am "Warum geschossen wurde", scheiden sich schon die Geister, allerdings werden( DDR-)gesetzliche oder Warschauer Vertragsgründe herangezogen oder die blitzschnellen Entscheidungssituationen der Grenzer bei einem Grenzzwischenfall.Ja, diese Umstände und der Befehl innerhalb der täglichen Vergatterungen und die geschürte Angst der Grenzer vor gerichtlicher Verfolgung bildeten die Grundlage für die Zwischenfälle.
Dennoch:Die moralische, die menschliche Verantwortung für Schüsse auf Flüchtende trugen die Soldaten.Eine schwere, ungewollte Bürde.
Bei dieser Übereinkunft der Meinungen frage ich:Warum gehen dennoch einige von uns aufeinander los? Im Forum deutsche Einheit!
Grüße von @Nov65
Nov65
 

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