Babylon Berlin

Re: Babylon Berlin

Beitragvon pentium » 2. Oktober 2026, 19:22

augenzeuge hat geschrieben:Stand nicht in jedem DDR Geschichtsbuch, dass die Nazis aus nachvollziehbaren Gründen den Reichstag angezündet hatten?

AZ


Meinst du, die Drehbuchautoren haben DDR Geschichstbücher gelesen?
Wer den Reichstag tatsächlich anzündete, ist unter Historikern bis heute Gegenstand intensiver Debatten. Während weite Teile der westdeutschen Forschung jahrzehntelang die Einzeltäterthese von van der Lubbe favorisierten, tendieren neuere Forschungen und Quellenfunde wieder stärker zu einer direkten Beteiligung der SA).
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 3. Oktober 2026, 18:18

War nur ein Hinweis.....

Für mich ist es logischer, wenn die SA beteiligt war.

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon pentium » 3. Oktober 2026, 19:37

augenzeuge hat geschrieben:War nur ein Hinweis.....

Für mich ist es logischer, wenn die SA beteiligt war.

AZ


Mag ja sein, nur ist dein "logisch" reine Spekulation.
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon andr.k » 3. Oktober 2026, 21:21

pentium hat geschrieben:Mag ja sein, nur ist dein "logisch" reine Spekulation.


Deine Antwort wirkt, wie so oft, rechthaberisch. Zu diesem Thema haben Forscher und Historiker seit Jahrzehnten intensiv diskutiert. Ganz ehrlich, ich benötige weder deine KI-"Erzählungen" noch den Google-Automaten, um mich mit deiner Verschwörungstheorie auseinanderzusetzen.

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon karnak » 9. Oktober 2026, 11:48

Heute den letzten Teil von Babylon Berlin gesehen. Die mahnende Ansprache des Psychaters am Mikrofon des brennenden Reichstages an das deutsche Volk zur von ihnen falsch gewählten Partei, sowas in der Art habe ich schon erwartet, aber man hat meine Erwartungen durchaus noch übertroffen. [flash]
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 9. Oktober 2026, 12:20

aber man hat meine Erwartungen durchaus noch übertroffen.

Meine auch.

Und wer mein handy klingeln hört, weiß, dass ich es gut fand. [grin]

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon karnak » 9. Oktober 2026, 12:51

Das Problem an der Sache ist und bleibt eben halt der erhobene Zeigefinger, " überlegt Euch gut was und wen ihr wählt ". Wie bitter man selbst vermutet oder überzeugt ist was das" falsche Wählen" des Volkes für Konsequenzen haben wird oder kann, man hat Wahlentscheidungen zu akzeptieren und nicht unterschwellig zu drohen" werdet schon sehen was ihr davon habt." Das Einzige was das auslöst und was man damit erreicht,man verschlimmbessert das Wahlverhalten,dass man für schlimm hält. Wird der Siegmund am 10.12. nicht zum Ministerpräsident gewählt gibt es in Sachsen-Anhalt im nächsten Jahr Neuwahlen und danach braucht er niemanden mehr aus anderen Parteien im Parlament die ihn wählen. Das ist die Situation in der man angekommen ist. Wird er jetzt gewählt und die neue Regierung unter seiner Führerung kann es nicht, wovon die politischen Gegner überzeugt sind, wird er bei der nächsten Wahl wieder abgewählt, das ist die Alternative zur Alternative für Deutschland [flash] Die einzig demokratische und funktierende Lösung. Immer vorausgesetzt natürlich die AfD kann es wirklich nicht. Und man braucht nicht zu fabulieren,dem Wähler geht es um den eigenen Fleischtopf,um NICHTS ANDERES. [hallo]
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 9. Oktober 2026, 13:00

karnak hat geschrieben:Das Problem an der Sache ist und bleibt eben halt der erhobene Zeigefinger, " überlegt Euch gut was und wen ihr wählt ". Wie bitter man selbst vermutet oder überzeugt ist was das" falsche Wählen" des Volkes für Konsequenzen haben wird oder kann, man hat Wahlentscheidungen zu akzeptieren und nicht unterschwellig zu drohen" werdet schon sehen was ihr davon habt."


Nun ist Babylon nicht nur für den deutschen Zuschauer entstanden. Aber in der damaligen Sache hat es doch gepasst. "Zu Asche, zu Staube..."

Wars vielleicht die Uneinigkeit der SPD, der KPD, die Hitler ermöglich hat? Ob sie es wirklich hätten verhindern können? Ich glaube es eigentlich nicht.

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon karnak » 9. Oktober 2026, 13:08

Natürlich ist es für den deutschen Zuschauer gemacht [grin] , es wird für ihn jedenfalls ausgestrahlt um ihn über Unterhaltung zu belehren wie er sich besser entscheiden, bzw. nicht entscheiden sollte. Und diese Rechnung wird nicht aufgehen,befürchte ich zumindest. Der mündige Bürger und Souverän mag solche Belehrungen und Anmaßungen NICHT MEHR und neigt dazu sauer zu reagieren, unter anderem in der Wahlkabine.
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon karnak » 9. Oktober 2026, 13:13

augenzeuge hat geschrieben:
Wars vielleicht die Uneinigkeit der SPD, der KPD, die Hitler ermöglich hat? Ob sie es wirklich hätten verhindern können? Ich glaube es eigentlich nicht.

AZ

[flash] Erstaunlicherweise wurde ja an der Tafel mit Hitler gezeigt und genannt wer die eigentlichen verantwortlichen Verbrecher am Unglück des Deutschen Volkes waren.Familie Quandt Krupp, Porsche, Siemens, BASF, die gesamte deutsche Großindustrie die sich mittels Hitler und seiner Konsorten über 12 Jahre eine goldene Nase verdient haben. Über Rüstung, Judenenteignung, KZ Bau und Nutzung der Insassen als Sklaven von der SS gemietet. [grin]
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 9. Oktober 2026, 13:19

karnak hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Wars vielleicht die Uneinigkeit der SPD, der KPD, die Hitler ermöglich hat? Ob sie es wirklich hätten verhindern können? Ich glaube es eigentlich nicht.

AZ

[flash] Erstaunlicherweise wurde ja an der Tafel mit Hitler gezeigt und genannt wer die eigentlichen verantwortlichen Verbrecher am Unglück des Deutschen Volkes waren.Familie Quandt Krupp, Porsche, Siemens, BASF, die gesamte deutsche Großindustrie die sich mittels Hitler und seiner Konsorten über 12 Jahre eine goldene Nase verdient haben. Über Rüstung, Judenenteignung, KZ Bau und Nutzung der Insassen als Sklaven von der SS gemietet. [grin]


Das stand so im DDR Geschichtsbuch. Müssen wir mal Ari fragen, ob das im Westen anders vermittelt wurde. [grin]

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon karnak » 9. Oktober 2026, 13:38

Ich stelle nur fest was im letzten Teil dargestellt wurde.Die ganzen Herrschaften wurden an der Tafel von dem Nissen begrüßt und der feste Willen aller an der Seite des Führers und Rechskanzlers zu stehen. Und so war es ja auch, völlig unstrittig und unabhängig davon, dass es so in DDR Geschichtsbüchern stand. Verwundert war ich halt nur,dass man es so hat offenbar werden lassen. [grin]
300% Profit und es existiert kein Verbrechen das es nicht riskiert. So ist das nun mal mit dem Kapitalismus wenn man in lässt. Und die benannten deutschen Großunternehmen haben diese gegebene Möglichkeit 12 Jahre ausgiebig genutzt. [hallo]
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon pentium » 9. Oktober 2026, 13:48

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Das Problem an der Sache ist und bleibt eben halt der erhobene Zeigefinger, " überlegt Euch gut was und wen ihr wählt ". Wie bitter man selbst vermutet oder überzeugt ist was das" falsche Wählen" des Volkes für Konsequenzen haben wird oder kann, man hat Wahlentscheidungen zu akzeptieren und nicht unterschwellig zu drohen" werdet schon sehen was ihr davon habt."


Nun ist Babylon nicht nur für den deutschen Zuschauer entstanden. Aber in der damaligen Sache hat es doch gepasst. "Zu Asche, zu Staube..."

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Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 war das Ergebnis einer tiefen Krise der Weimarer Republik, die durch die Weltwirtschaftskrise ab 1929 und die daraus resultierende Massenarbeitslosigkeit ausgelöst wurde. Nach dem Zusammenbruch der letzten demokratischen Regierung im Jahr 1930 folgten instabile Minderheitsregierungen, die sogenannten Präsidialkabinette unter Brüning, von Papen und von Schleicher. Diese regierten am Parlament vorbei und stützten sich ausschließlich auf Notverordnungen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, während die NSDAP bei den Wahlen 1932 zur stärksten politischen Kraft aufstieg. Den Ausschlag für die Ernennung gab schließlich eine Intrige im Umfeld Hindenburgs, angeführt vom ehemaligen Kanzler Franz von Papen. Dieser überredete den lange zögernden Reichspräsidenten zu einem Bündnis mit den Nationalsozialisten, in dem Irrglauben, man könne den als unerfahren geltenden Hitler in einer rechtskonservativen Koalition kontrollieren und „zähmen“. Die SPD und die KPD standen in den Jahren vor 1933 als zwei getrennte, tief zerstrittene Lager der Arbeiterbewegung dem Nationalsozialismus gegenüber und schwächten sich durch ihre gegenseitige Feindschaft im Kampf gegen den Aufstieg Hitlers.
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2026, 18:16



[super]

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon Ari@D187 » 10. Oktober 2026, 18:41

augenzeuge hat geschrieben:Stand nicht in jedem DDR Geschichtsbuch, dass die Nazis aus nachvollziehbaren Gründen den Reichstag angezündet hatten?

AZ

Hmm, da stand was von Faschisten, wenn ich das richtig recherchiert habe. Und als quasi feststehende Tatsache.
Interessant, wie "die DDR" stets vermied, das Wort "Nationalsozialisten" bzw. "Nationalsozialismus" zu nutzen. Das fiel mir bereits als junger Hüpfer auf Klassenfahrt im tiefen Osten auf.

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2026, 18:53

Diesen Ausschnitt fand ich am besten:

https://youtu.be/K2cGI6fYTQ0?t=1711

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2026, 18:55

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Stand nicht in jedem DDR Geschichtsbuch, dass die Nazis aus nachvollziehbaren Gründen den Reichstag angezündet hatten?

AZ

Hmm, da stand was von Faschisten, wenn ich das richtig recherchiert habe. Und als quasi feststehende Tatsache.
Interessant, wie "die DDR" stets vermied, das Wort "Nationalsozialisten" bzw. "Nationalsozialismus" zu nutzen. Das fiel mir bereits als junger Hüpfer auf Klassenfahrt im tiefen Osten auf.

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Der Begriff “Nationalsozialismus” kam in der DDR durchaus vor, auch in der Geschichte.
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon andr.k » 10. Oktober 2026, 20:39

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Stand nicht in jedem DDR Geschichtsbuch, dass die Nazis aus nachvollziehbaren Gründen den Reichstag angezündet hatten?

AZ

Hmm, da stand was von Faschisten, wenn ich das richtig recherchiert habe. Und als quasi feststehende Tatsache.
Interessant, wie "die DDR" stets vermied, das Wort "Nationalsozialisten" bzw. "Nationalsozialismus" zu nutzen. Das fiel mir bereits als junger Hüpfer auf Klassenfahrt im tiefen Osten auf.

Ari

Deine Definition "im tiefen Osten" und die Bezeichnung der DDR in diesem Zusammenhang haben einen etwas seltsamen Beigeschmack.

Meine Anmerkung zur Verwendung der Begriffe "Faschismus" und "Nationalsozialismus". Mit geradezu missionarischer Hartnäckigkeit wird in der Publizistik und Medienlandschaft der BRD von "NS-Verbrechen" - sprich: "nationalsozialistisch" - gesprochen und geschrieben. Die medial vorgegebene Sprachregelung blendet den deutschen "Faschismus" de facto aus. Seine Verbrechen werden nicht als solche bezeichnet.


Das Wort "Nazi" kommt bekanntlich - vielleicht wissen dies jüngere Generationen nicht mehr so genau - vom Stammwort "National-Sozialismus" her, mit dem sich der Hitler-Faschismus fern jeglicher Gesellschaftswissenschaftlichkeit selbst dekorierte. Aber dieser Begriff wird in der "Sprachregelung" nicht verwendet, sondern auf "NS" gekürzelt.


Und diese Verschleierung des Faschismus unter dem Begriff "Sozialismus" passt so herrlich in die ideologische Möglichkeit, den Sozialismus der DDR oder anderer Staaten zu diffamieren und je nach Bedarf mit dem Faschismus gleichzusetzen. Die DDR war und bleibt ein antifaschistischer Staat.
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2026, 20:57

Die NSDAP nannte sich selbst so, und der Begriff Nationalsozialismus ist deshalb der präzise Name für das deutsche Regime 1933-1945, so wie man auch vom Stalinismus spricht.

Im Deutschen ist er der Standardbegriff in Schulbüchern, Gesetzen und der Forschung, nicht nur in den Medien.

Marxistisch und linke Faschismustheorien (etwa Dimitroff, später Teile der DDR-Geschichtsschreibung) betonten den Faschismus als allgemeine Herrschaftsform des Kapitalismus in der Krise. Aus dieser Sicht verschleiert "Nationalsozialismus" die Gemeinsamkeit mit dem italienischen Faschismus und die Rolle wirtschaftlicher Eliten.

In der DDR sprach man daher meist von "Faschismus" oder "Hitlerfaschismus"..

Kritiker sehen im Wort "Sozialismus" außerdem eine Irreführung, weil es manchmal missbraucht wird, um den Nationalsozialismus als "links" darzustellen. Historisch war die NSDAP antimarxistisch.

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon andr.k » 10. Oktober 2026, 21:04

augenzeuge hat geschrieben:Die NSDAP nannte sich selbst so, und der Begriff Nationalsozialismus ist deshalb der präzise Name für das deutsche Regime 1933-1945, so wie man auch vom Stalinismus spricht.

Im Deutschen ist er der Standardbegriff in Schulbüchern, Gesetzen und der Forschung, nicht nur in den Medien.

Marxistisch und linke Faschismustheorien (etwa Dimitroff, später Teile der DDR-Geschichtsschreibung) betonten den Faschismus als allgemeine Herrschaftsform des Kapitalismus in der Krise. Aus dieser Sicht verschleiert "Nationalsozialismus" die Gemeinsamkeit mit dem italienischen Faschismus und die Rolle wirtschaftlicher Eliten.

In der DDR sprach man daher meist von "Faschismus" oder "Hitlerfaschismus"..

Kritiker sehen im Wort "Sozialismus" außerdem eine Irreführung, weil es manchmal missbraucht wird, um den Nationalsozialismus als "links" darzustellen. Historisch war die NSDAP antimarxistisch.

AZ


Was möchtest du mir jetzt genau mitteilen? Aus welcher Quelle stammen die Zeilen?
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 11. Oktober 2026, 07:03

Da gibt es keine Quelle. Nur Erfahrungen. Hast du etwa andere gemacht?
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Re: Babylon Berlin

Beitragvon Ari@D187 » 11. Oktober 2026, 11:10

andr.k hat geschrieben:
Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Stand nicht in jedem DDR Geschichtsbuch, dass die Nazis aus nachvollziehbaren Gründen den Reichstag angezündet hatten?

AZ

Hmm, da stand was von Faschisten, wenn ich das richtig recherchiert habe. Und als quasi feststehende Tatsache.
Interessant, wie "die DDR" stets vermied, das Wort "Nationalsozialisten" bzw. "Nationalsozialismus" zu nutzen. Das fiel mir bereits als junger Hüpfer auf Klassenfahrt im tiefen Osten auf.

Ari

Deine Definition "im tiefen Osten" und die Bezeichnung der DDR in diesem Zusammenhang haben einen etwas seltsamen Beigeschmack.

Meine Anmerkung zur Verwendung der Begriffe "Faschismus" und "Nationalsozialismus". Mit geradezu missionarischer Hartnäckigkeit wird in der Publizistik und Medienlandschaft der BRD von "NS-Verbrechen" - sprich: "nationalsozialistisch" - gesprochen und geschrieben. Die medial vorgegebene Sprachregelung blendet den deutschen "Faschismus" de facto aus. Seine Verbrechen werden nicht als solche bezeichnet.


Das Wort "Nazi" kommt bekanntlich - vielleicht wissen dies jüngere Generationen nicht mehr so genau - vom Stammwort "National-Sozialismus" her, mit dem sich der Hitler-Faschismus fern jeglicher Gesellschaftswissenschaftlichkeit selbst dekorierte. Aber dieser Begriff wird in der "Sprachregelung" nicht verwendet, sondern auf "NS" gekürzelt.


Und diese Verschleierung des Faschismus unter dem Begriff "Sozialismus" passt so herrlich in die ideologische Möglichkeit, den Sozialismus der DDR oder anderer Staaten zu diffamieren und je nach Bedarf mit dem Faschismus gleichzusetzen. Die DDR war und bleibt ein antifaschistischer Staat.

Was an "die DDR" oder "im tiefen Osten" einen seltsamen Beigeschmack haben soll, erschließt sich mir nicht. Die Anführungszeichen sollten lediglich verdeutlichen, dass ich mit "die DDR" deren offizielle Vertreter, Medien und Institutionen meine und nicht jeden einzelnen DDR-Bürger.

Zum eigentlichen Thema: "Nationalsozialismus" ist eine seit Jahrzehnten gebräuchliche historische Bezeichnung. Auch von "Faschismus" wird in der Bundesrepublik selbstverständlich gesprochen. Mich würde deshalb interessieren, welche faschistischen Eigenschaften oder Verbrechen des Hitler-Regimes durch die Bezeichnung "Nationalsozialismus" angeblich verschleiert werden. Hast Du dafür ein konkretes Beispiel?

Und warum wurde umgekehrt in der DDR so auffällig der Begriff "Faschismus" bevorzugt? Könnte es vielleicht daran gelegen haben, dass man mit dem Wortbestandteil "Sozialismus" nicht allzu glücklich war?

Dass die DDR grundsätzlich antifaschistisch war, bestreite ich übrigens gar nicht. Dass die SED diesen Antifaschismus auch für ihre Propaganda nutzte, zeigt aber schon der Begriff "antifaschistischer Schutzwall".

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 11. Oktober 2026, 11:54

Könnte es vielleicht daran gelegen haben, dass man mit dem Wortbestandteil "Sozialismus" nicht allzu glücklich war?


Kann ich nicht bestätigen. War nie Thema.

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon Ari@D187 » 11. Oktober 2026, 12:21

augenzeuge hat geschrieben:
Könnte es vielleicht daran gelegen haben, dass man mit dem Wortbestandteil "Sozialismus" nicht allzu glücklich war?


Kann ich nicht bestätigen. War nie Thema.

AZ

Mag sein, dass das für Dich nie ein Thema war. Es ging ja auch nicht darum, ob man in der DDR darüber diskutierte, sondern warum man offiziell lieber von "Faschismus" sprach.
Dass dabei auch der Wortbestandteil "Sozialismus" eine Rolle spielte, darauf weisen u.a. der Historiker Ernst Piper und der Politikwissenschaftler Herfried Münkler hin.

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Re: Babylon Berlin

Beitragvon augenzeuge » 11. Oktober 2026, 17:01

Kannst recht haben. KI meint:

In der Sprachregelung und Geschichtsschreibung der DDR wurde der Begriff „Nationalsozialismus“ systematisch vermieden und fast ausnahmslos durch „Faschismus“ oder „Hitler-Faschismus“ ersetzt. Dafür gab es zwei Hauptursachen – eine ideologische Wort-Taktik und die marxistische Theorie dahinter:

1. Schutz des Begriffs „Sozialismus“ (Die sprachliche Abgrenzung)

Die SED-Führung beanspruchte den Begriff „Sozialismus“ exklusiv für sich und ihr politisches System, das sie als fortschrittlich und humanistisch darstellte.
• Vermeidung von Verwirrung: Es sollte im Sprachgebrauch der Bürger absolut unmöglich gemacht werden, den menschenverachtenden NS-Staat sprachlich mit dem „real existierenden Sozialismus“ der DDR in Verbindung zu bringen.
• Die Sorge vor Assoziationen: Hätte man im Schulunterricht ständig über „Nationalsozialisten“ gesprochen, hätte dies im Alltag zu unbequemen Fragen oder gedanklichen Brücken führen können. Deshalb schuf man eine sprachliche Barriere.


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Re: Babylon Berlin

Beitragvon andr.k » 11. Oktober 2026, 17:58

Ari@D187 hat geschrieben:Zum eigentlichen Thema: "Nationalsozialismus" ist eine seit Jahrzehnten gebräuchliche historische Bezeichnung. Auch von "Faschismus" wird in der Bundesrepublik selbstverständlich gesprochen. Mich würde deshalb interessieren, welche faschistischen Eigenschaften oder Verbrechen des Hitler-Regimes durch die Bezeichnung "Nationalsozialismus" angeblich verschleiert werden. Hast Du dafür ein konkretes Beispiel?


Ein Beispiel ist die Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit: Die Ausbeutung von Millionen von Zwangsarbeitern war häufig unmittelbar mit privaten deutschen Großunternehmen verknüpft, die davon profitierten, etwa Krupp oder I.G. Farben. Nach marxistischen und kritischen Theorien verdeutlicht der Begriff "Faschismus" genau diese enge Verbindung zwischen Monopolkapitalismus und tödlicher Staatsgewalt. Hingegen lenkt der Begriff "Nationalsozialismus" von der ökonomischen Dimension dieses Verbrechens ab.

Die Bezeichnung "Nationalsozialismus" wird in der Geschichts- und Politikwissenschaft von einigen Kritikern dahingehend beanstandet, dass sie bestimmte faschistische Merkmale und Verbrechen des Hitler-Regimes verschleiert oder verharmlost, da sie die Eigenbezeichnung der Täter (NSDAP) übernimmt.

Ein Hinweis aus der Geschichtswissenschaft: Während der Begriff "Faschismus" die sozialökonomischen Verbrechen hervorhebt, betonen andere Historiker, dass die Bezeichnung "Nationalsozialismus" dennoch unverzichtbar ist. Nur dieser Begriff benennt den rassistischen und antisemitischen Kern angemessen, also die Ideologie der "Volksgemeinschaft" sowie den Holocaust, die über den klassischen italienischen Faschismus hinausgingen.
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