Jetzt habe ich das Buch von Viktor Remizov ' Permafrost' zu Ende gelesen. 1250 Seiten lesen sich nicht an einem Abend weg, es braucht schon ein paar Tage.
Auszug aus dem (Rück) Covertext:
Im Herzen der unerbittlichen Wildnis wird ein absurd großes Bauprojekt geplant. Hunderttausende Guleg-Häftlinge beginnen, unter unmenschlichen Bedingungen eine unsinnige Eisenbahnlinie durch die Taiga zu errichten. Dabei wird die Liebe zum Leben, trotz aller Widrigkeiten zur stärksten Form des Widerstandes gegen das totalitäre Regime
Das Buch stützt sich auf nachweisbare, historische Fakten,und spielt zwischen 1947 und 1953 im sibirischem hohen Norden im Gebiet südlich von Workuta über den Nordural bis nach Norrilsk. Zentraler Handlungsort ist die Siedlung Jamarka welche am Jenissei liegt. Hintergrund ist der Bau der "Stalinbahn" oder der "Nordpolarbahn" welche sich in die drei großen Bauprojekte ; Projekt 501, 502 und 503 aufgliedern und sich zwischen Chum und Igarta auf einer Länge von 1460 km erstrecken. Die Stadt Norlilsk spielt auch eine wichtige Rolle.
Außer den NKWD Leuten, die Freie sind, sind alle anderen handelnden Personen Verurteilte nach Artikel 58, Verbannte für 5, 10, 25 oder auf Lebenszeit (Politische), Seka (Strafgefange allgemein), Pridurki (Häftlinge in Verwaltungspositionen), Suki (Kriminelle welche den Ehrenkodex der Diebe im Gesetz oder "ehrliche Diebe" gebrochen haben und die Urka welche als Verbrecher galten und teilweise der Unterwelt angehörten. Es herrschte ein tötlicher Krieg zwischen den Urka und Seki. Ein Urka war verpflichtet wenn auf einen Seki traf ihn zu töten.
Ein 'Verkümmerer' ist ein Häftling welcher kurz vor dem Tod steht.
Dazwischen müssen sich die Haupthelden behaupten und veruchen am Leben zu bleiben.
Eine der schrecklichsten Episoden im Roman ist der Abschnitt wo der Hauptheld in die Fänge eines frustierten NKWD Oberst gerät und er ihn ohne Grund Monatelang einsperrt und Foltern lässt.
Der Roman endet mit den Häftlingsaufstand im Sommer 1953 in Norilsk.
Insgesamt liest sich der Roman sehr gut, bedingt auch durch die Sprachgewalt und Sachlichkeit.
Wer sich an den Roman wagt wird hinterher festellen das der so gelobte Solschenizyn im Prinzip nur eine Labertasche ist welche sich in pseudophilosophischenGewäsch ergeht.
Da ich mehrmals in Sibirien war, Sommer und Winter, fand ich die Schilderungen der Landschaft ebenfalls sehr beeindruckend und vor meinem inneren Auge entstanden die geschilderten Landschaften sehr real .....







