Leider hat die AfD nicht mal den Ansatz einer regierenden Partei , beweisen können .
Aber die Prognosen haben Wirkung .
Ein prominenter Ökonom bescheinigt AfD, Linken und BSW, ein Standortnachteil für den Osten zu sein. Fuests beißender Kommentar: Die Wähler hätten ein Recht, sich für den Niedergang zu entscheiden.
Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht in der Stärke populistischer Parteien die Gefahr wirtschaftlichen Niedergangs für Ostdeutschland. "In den ostdeutschen Bundesländern haben Parteien wie BSW, Linke und AfD derzeit Mehrheiten", sagte Fuest dem Magazin "Capital". "Regierungen gegen sie sind nicht mehr möglich. Das ist ein Standortnachteil." Gleichzeitig betonte der prominente Ökonom: "In der Demokratie haben Wähler auch das Recht, sich für wirtschaftlichen Niedergang zu entscheiden."
Fuest prophezeite zurückgehende Unternehmensinvestitionen in Regionen, in denen populistische Parteien wirtschaftlich unvernünftige Politik betreiben. "Wenn das Risiko hoch ist, dass Parteien in einer Region an die Regierung kommen, die für unternehmerische Tätigkeit schlechte Bedingungen schaffen, dann werden die Investitionen sinken", sagte der Ifo-Präsident.
Fuest bezog das nicht nur auf Regionen mit hohen AfD-Wahlergebnissen, sondern auf alle Regionen mit hoher Unterstützung für radikale Parteien.
Der Ökonom beklagte fehlende Konsequenzen für schlechte Politik im Länderfinanzausgleich: Wenn ein Bundesland sich in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringe, würden die Kosten zu einem erheblichen Teil auf die bundesstaatliche Gemeinschaft abgewälzt, sagte Fuest zum Länderfinanzausgleich. "Das ist allerdings schon lange ein Problem", sagte der Wissenschaftler mit Blick auf Bremen und das Saarland, zwei hoch verschuldete westliche Bundesländer.
Dann noch die Stimmung aus Magdeburg.
Kultur, alternative Lebensformen, Migration: Die AfD hat in ihrem Wahlprogramm Einschnitte in vielen Lebensbereichen angekündigt. In Sachsen-Anhalt wächst nun die Sorge vor der Umsetzung.
Ein paar Tage nach der sachsen-anhaltinischen Landtagswahl ist in Magdeburg kaum noch etwas zu merken von dem politischen Beben des vergangenen Sonntags. Nur die Wahlplakate hängen noch überall in der Landeshauptstadt – wie stille Erinnerungen an den monatelangen Wahlkampf, der inzwischen vorbei ist.
Die Gespräche in den Straßen drehen sich um alltägliche Dinge. Eine Frau mit braunem Mantel sagt im Vorbeieilen zu ihrem Mann: "Wir müssen noch einkaufen." Ein junges Paar diskutiert, wo es heute Abend essen gehen will.
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Doch die Nachwirkungen des Wahlergebnisses sind bei vielen Magdeburgern keineswegs verblasst. Viele Menschen sorgen sich, weil die gesichert rechtsextrem eingestufte AfD mit 43,8 Prozent ein Rekordergebnis eingefahren hat und die Regierung stellen will.
Zahlreiche Sachsen-Anhalter befürchten Konsequenzen und Einschränkungen für ihre Tätigkeiten und ihr Privatleben. Viele denken darüber nach, das Bundesland zu verlassen. Fünf Menschen haben t-online erzählt, worüber sie sich Sorgen machen.
Die Ärztin
Die Praxis von "Ärzte der Welt" liegt direkt in der Magdeburger Altstadt. Hier gibt es verschiedene Angebote: Gerade ist die zahnärztliche Sprechstunde vorüber, da betritt Annemarie Kretschmer die Praxis – sie bietet hausärztliche Versorgung an. Wie alle 25 Ärzte und Medizinstudierende hier engagiert sie sich ehrenamtlich und behandelt Menschen ohne Sozialversicherung. Es ist ein Herzensprojekt, das sie nun in Gefahr sieht. Als sie darüber spricht, laufen ihr Tränen über die Wangen.
Annemarie Kretschmer: Die Ärztin sorgt sich um die Zukunft.
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Annemarie Kretschmer: Die Ärztin sorgt sich um die Zukunft. (Quelle: Julian Alexander Fischer)
Annemarie Kretschmer: "Ich bin einfach geschockt wegen des Wahlergebnisses. Eigentlich bin ich kein politischer Mensch, aber die Zeiten erfordern es, dass man Haltung zeigt. Das Gesundheitssystem würde ohne Menschen mit Migrationshintergrund oder aus dem Ausland nicht funktionieren. Kommt die AfD an die Macht, wird es eine massive Unterversorgung geben, unter der insbesondere der hohe Anteil an älteren Menschen hier leiden wird.
Unser Angebot wird zwar nicht von der Landesregierung gefördert, aber ich habe Sorge, dass die Spenden hier im Land weniger werden, weil sich die Atmosphäre ändert. Die AfD macht Stimmung gegen Minderheiten, aber für Geflüchtete oder wohnungslose Menschen ist dieses Angebot enorm wichtig. Die meisten Patienten waren seit Jahren nicht beim Arzt, viele ihrer Krankheiten habe ich so bisher noch nie gesehen, weil sie bereits so weit entwickelt sind. Dazu gehören auch ansteckende Erkrankungen, die behandelt werden müssen. Passiert dies nicht, droht eine Verschlechterung der Gesamtgesundheit der Bevölkerung, weil sich Krankheiten ausbreiten.
Ich habe mit vielen ausländischen Kollegen gesprochen, die überlegen, Sachsen-Anhalt zu verlassen. Andere werden sicher nicht hierherkommen. Auch ich selbst weiß nicht, ob ich hier bleiben kann und hier meine Kinder großziehen möchte, obwohl dies meine Heimat ist. Aktuell bin ich noch dankbar, dass ich ein Umfeld habe, das für mich da ist."
ratata alles zu finden bei t-online.
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