von pentium » 22. Juli 2026, 17:31
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Sehen wir uns mal die Lage an damals....
In Thüringen reifte bei von Braun und dem Militärchef Walter Dornberger der Entschluss, sich keinesfalls den Sowjets, sondern den Amerikanern zu stellen. Um ein wertvolles Pfand für spätere Verhandlungen zu haben, ließ von Braun tonnenweise geheime Forschungsberichte, Konstruktionszeichnungen und Patente aus Peenemünde in Thüringen verstecken. Die Kisten wurden in einem verlassenen Bergwerksschacht bei Dörnten (nahe Goslar, knapp hinter der thüringischen Grenze im Harz) eingemauert.
Anfang April 1945 standen die amerikanischen Truppen kurz vor Thüringen. SS-Obergruppenführer Hans Kammler, der das Raketenprogramm kontrollierte, befahl die sofortige Evakuierung von Brauns und etwa 500 seiner Top-Wissenschaftler aus Bleicherode. Sie wurden in einen Sonderzug gesetzt und nach Oberammergau in den bayerischen Alpen transportiert. Kammlers Plan war es, die Wissenschaftler als Geiseln zu nutzen oder sie liquidieren zu lassen, damit ihr Wissen nicht dem Feind in die Hände fiel.
Als die US-Armee am 11. April 1945 Bleicherode und Nordhausen besetzte, trafen sie von Braun selbst dort nicht mehr an. Sie fanden jedoch:Hunderte fertige V2-Raketen im Mittelwerk. Die Amerikaner handelten blitzschnell: Da Thüringen laut der Konferenz von Jalta später an die sowjetische Besatzungszone fallen sollte, transportierten die US-Truppen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 100 komplette Raketen sowie tonnenweise Bauteile per Bahn nach Westen ab, bevor die Rote Armee eintraf.Zurückgebliebene Spezialisten: Viele Ingenieure waren in Thüringen geblieben. Die Amerikaner schlossen in Bleicherode erste Arbeitsverträge mit ihnen.
Während Thüringen besetzt wurde, gelang es von Braun in Bayern, sich der SS-Bewachung zu entziehen. Am 2. Mai 1945 schickte er seinen englischsprechenden Bruder Magnus mit dem Fahrrad zu den amerikanischen Linien, um die Kapitulation des Raketenteams anzubieten. Die US-Armee griff begeistert zu. Kurz darauf führten von Brauns Mitarbeiter die Amerikaner auch zu dem geheimen Aktenversteck im Harz
Bevor die Amerikaner Thüringen plangemäß an die Sowjets übergaben, plünderten sie das Mittelwerk im Kohnstein systematisch aus.Sie füllten über 300 Güterwaggons mit Raketenteilen, Triebwerken und Werkzeugen.Damit verschifften sie 100 komplette V2-Raketen in die USA.Der Wert: Die USA bekamen eine einsatzbereite, hochmoderne Raketenflotte für Testzwecke völlig umsonst. Eigene Prototypen in dieser Dimension zu bauen, hätte damals Hunderte Millionen Dollar gekostet.
So weit so gut. Über was diskutieren wir also...Das die bösen USA sich gewagt haben Mitteldeutschland zu besetzen und nicht auf die rote Armee gewartet haben oder was...Wie gesagt, die GIs konnten nicht wissen was sie da in Thüringen finden. In der späteren Geschichtsschreibung der DDR wurde die Rolle der US-Armee bei der Befreiung Mitteldeutschlands jahrzehntelang weitgehend verschwiegen oder marginalisiert („einseitige Erinnerungspolitik“). Vielleicht liegt es daran...