Gerd Böhmer hat geschrieben:pentium hat geschrieben:Wären die Westmächte zu einer solchen Friedenslösung bereits gewesen, oder ist das unwahrscheinlich bis ausgeschlossen ?
Das Hauptkriegsziel der Alliierten (Anti-Hitler-Koalition) war die vollständige Zerschlagung des nationalsozialistischen Deutschlands, des faschistischen Italiens und des japanischen Kaiserreichs. Um dies zu erreichen, definierten die Westmächte auf der Konferenz von Casablanca im Januar 1943 als oberstes Ziel die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte.
Somit hätte eine Friedenslösung im deutschen Sinne den Beschlüssen von Casablanca 1943 und auch Jalta 1945 widersprochen, Stalin war ab 1943 sowieso schon auf Grund einiger inoffizieller Vorgänge bei den Westalliierten misstrauisch geworden.
Jalta steht nicht zur Debatte.
Mir ist klar, dass zum Zeitpunkt des Attentats die ersten sowjetischen Verbände so etwa 40 Km vor der ehemaligen Grenze Ostpreußens gegen Litauen standen und die ehemalige polnische Ost- und die rumänische Ostgrenze bereits in weiten Teilen erreicht, Litauen und Lettland bereits überrant waren?
Selbst wenn die Westalliierten zu diesem Zeitpunkt den Konflikt mit der Sowjetunion, der sich aus einem Separatfrieden ergeben hätte (denn der hätte die Sowjets um ihre Vergeltung ihre territorialen Begehrlichkeiten und ihre Reparationsansprüche gebracht), selbst wenn Deutschland stante pede kapituliert hätte, wäre es rein logistisch kaum noch möglich gewesen die osteuropäischen Staaten in territorial intaktem Zustand, vor dem Einmarsch wieder herzustellen.
Kalkuliert man dann noch mit ein, dass das erstmal hätte verhandelt werden müssen, wären die Sowjets wahrscheinlich schon an der Oder gestanden, bevor man hier einen Modus gefunden hätte.
Eine strategische interessante Option (ob man die für politisch gangbar gehalten hätte, ist noch eine ganz andere Frage), wäre ein Separatfrieden im Westen nur dann gewesen, wenn von Deutscher Seite noch genug Wiederstandskraft vorhanden gewesen wäre, die Sowjets aus Osteuropa heraus zu halten.
Diese Zeit war mit Anlaufen der Sommeroffensive 1944 spätestens abgelaufen.
Es sich mit den Sowjets, wegen ein paar Quadratkilometer späterer DDR, die man vor dem sowjetischen Einfluss dann vielleicht noch hätte retten können, zu verderben und somit auf deren Hilfe bei der Niederwerfung Japans verzichten zu müssen, hätte sich für die Westalliierten schlicht nicht gelohnt.