Warlam Schalamow

Hier können Bücher vorgestellt und besprochen werden, die in den Bereich politische Systeme gehören.

Warlam Schalamow

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 18. Juli 2026, 09:38

Der Schriftsteller Warlam Schalamow lebte von 05.06.1907 bis zum 17.01.1982 in Russland/SU.
Er stand in seiner Jugend der linken Opposition nahe und deswegen wurde er 1929 verhaftet und für drei Jahre im Lager Wischera interniert. Nach seiner Rückkehr begann er sich schriftstellerisch zu betätigen.
1937 wurde er wegen"antisowjetischer Propaganda" zu fünf Jahren Haft verurteilt und im Lagerkomplex SexWostLag an der Kolyma inhaftiert.
Bereits im Lager erhielt er nochmals einen"Nachschlag" und wurde 1943 nochmal wegen "konterrevolutionärer Tätigkeit" zu 10 Jahren Lagerhaft veruteilt, so dass er insgesamt 16Jahre in der Region Kolyma verbrachte; davon 2 Jahre als sogenannter Freier mit lebenlanger Verbannung in der Region Kolyma.
Seit Mitte der 1950er Jahre lebte er in Moskau und versuchte seine Erzählungen zu veröffentlichen, was ihm nicht gelang.
Die Erzählungen aus Kolyma gelten als herausragendes Kunstwerk und als historisches Dokument über die Gulag-Lager.

Bis 1973 arbeitete er am Zyklus "Kolyma" welcher sechs Bände umfasst:
Erzählungen aus Kolyma,
Linkes Ufer,
Künstler der Schaufel,
Skizzen aus der Verbrecherwelt,
Die Auferweckung der Lärche,
Handschuh.

Veröffentlicht wurden diese Bücher teilweise Ende der 80er Jahre in Der SU
Witzig ist das es kurz vor Ende der DDR, im ersten Halbjahr 1990, eine Veröffentlichung von ihm in der DDR gab, Schocktherapie
Kolyma-Geschichten.

Im Gegensatz zu Solschenitzin ufern die Erzählungen nicht aus und ergehen sich in eklektischen, pseudophilosophichen Betrachtungen, sondern konzentriern sich auf das Wesentliche und schildern in einer kappen Sprache das Leben, Leiden, dahinvegitieren und den Tod der Menschen im Lager.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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