von pentium » 11. Juli 2026, 12:05
Zu seinem im Juli 2026 erschienenen Buch „Faschismus ist keine Meinung. Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ gibt es bereits erste prägnante Kritiken und Rezensionen im Feuilleton. Das Buch wird im Kern als eine wütende, hochaktuelle politische Streitschrift und weniger als eine klassische historische Facharbeit wahrgenommen.
Die Kritiken lassen sich im Wesentlichen in folgende Punkte zusammenfassen:Haupteinwände der Kritiker
Mangel an systematischer Analyse: Literaturkritiker betonen, dass der Text sehr emotional und sprunghaft geschrieben ist. Wer auf eine wissenschaftlich fundierte, ruhige oder systematische Problembehandlung des modernen Rechtsextremismus hoffe, werde enttäuscht werden. Das Buch folge eher dem typisch unakademischen, provokanten „Kowalczuk-Modus“.
Extreme Zuspitzung und Polemik: In einer ausführlichen Rezension von radio3 (rbb) wird beschrieben, dass Kowalczuk „kein Blatt vor den Mund nimmt, keine Zuspitzung auslässt und keinen Gegner schont“. Ein viel zitierter Satz aus dem Buch lautet beispielsweise, Sahra Wagenknecht und Björn Höcke seien das „politische Brautpaar der Stunde“, bei dem zusammenwachse, was zusammengehöre. Kritikern ist dieser Tonfall bisweilen zu radikal und spalterisch.
Inflationärer Gebrauch des Begriffs „Faschismus“: Wie auch in begleitenden Interviews (etwa mit ntv) thematisiert wird, steht die Frage im Raum, ob Kowalczuk den Begriff „Faschismus“ zu sehr als Kampfbegriff nutzt. Kritiker geben zu bedenken, dass eine zu inflationäre Verwendung des Begriffs seine analytische Schärfe verliert, auch wenn Kowalczuk vehement verteidigt, dass die Ideologie der AfD in Kernbereichen rassistisch und faschistisch sei.