Internationale Medien reagieren irritiert auf die deutsche Rettungsaktion für den gestrandeten Timmy.
Von London bis Hongkong und sogar in der Walfang-Nation Japan wurde berichtet – viele wunderten sich, manche lachten, manche lästerten: „Populismus“, „Dekadenz“ und „Deutschland hat den Verstand verloren“.
Besonders hart urteilte der britische „Telegraph“ über die Szenen an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern: Deutschland habe wegen eines gestrandeten Wals „den Verstand – und die Seele“ verloren. Aus einer Tiernotlage sei „ein nationaler Erregungsfall“ geworden. Vor allem soziale Medien hätten die Stimmung immer weiter aufgeheizt.
Die „New York Times“ schrieb: „Zwei Sehnsüchte des modernen westlichen Lebens sind die nach Gemeinschaft und die nach Verschwörung. In den mehr als zwei Monaten, nachdem er erstmals in die Ostsee geraten war, befriedigte Timmy beides.“
Die schwedische Zeitung „Sydsvenskan“ kommentierte noch spitzer: „Vergesst die Straße von Hormus – jetzt zählt die Bucht von Wismar.“ Der erschöpfte Wal sei zum Symbol für alles geworden, was in Deutschland schieflaufe. Und die niederländische Zeitung „NRC“ nannte die millionenteuren Rettungsversuche sogar „ein Musterbeispiel für Dekadenz“.
Und dennoch fand ich es gut, dass man ihn nicht auf der Sandbank unbeachtet liegen gelassen hat!
AZ