90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)

90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 30. Mai 2026, 15:22

90 Jahre Marine-Ehrenmal In Laboe weht der Geist des Nationalsozialismus nicht mehr - 30.05.2026, 11:13 Uhr
Vor 90 Jahren wird das Marine-Ehrenmal in Laboe im Beisein Hitlers eingeweiht. Die Nationalsozialisten nutzen das markante Bauwerk an der Kieler Förde für ihre Propaganda. Heute ist die Anlage eine internationale Gedenkstätte für auf See verstorbene Seeleute aller Nationen.

https://www.n-tv.de/politik/In-Laboe-weht-der-Geist-des-Nationalsozialismus-nicht-mehr-id30869396.html
Der 30. Mai 1936 sei der Vorabend zum 20. Jahrestag der Seeschlacht am Skagerrak 1916 gewesen, für die Nazis ein Tag mit hoher Symbolkraft und ein Anknüpfungspunkt an die alte Marine-Tradition im Kaiserreich.

Anmerkungen - ich war im Mai 1995 am Ehrenmal in Laboe, aber vom "Geist des Nationalsozialismus" habe ich vor Ort nichts bemerkt. Was ich bemerkt habe war ein Gedenken an die Angehörigen der deutschen Kriegsmarinen. Vor Ort habe ich auch zum ersten Mal das sehr bekannte U-Boot des Types VII C - U 995 - in Natura besichtigen können.
Die Skagerrakschlacht vom Mai 1916 wird auch im Dokumentarroman "des Kaisers Kulis" von Theodor Plievier geschildert.
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 30. Mai 2026, 15:39

Es ist wie immer. Man kann damit nicht umgehen. Weil das die Nazis eingeweiht haben und weil es doch an den 1 WK erinnert und damit kann man auch nicht umgehen...eine typisch deutsche Sache. Die ideologische Belastung des Bauwerks...Sagte jemand im DLF.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 30. Mai 2026, 15:50

pentium hat geschrieben:Es ist wie immer. Man kann damit nicht umgehen. Weil das die Nazis eingeweiht haben und weil es doch an den 1 WK erinnert und damit kann man auch nicht umgehen ... eine typisch deutsche Sache. Die ideologische Belastung des Bauwerks ... Sagte jemand im DLF.


[super] dem kann ich aus meiner Sicht nur zu stimmen. Siehe auch unter

Enkelin entdeckt Foto mit Hitler - "War mein Großvater ein überzeugter Nationalsozialist ?" - 30.05.2026, 15:32 Uhr

https://www.n-tv.de/panorama/War-mein-Grossvater-ein-ueberzeugter-Nationalsozialist-id30855993.html
Ich setze auch die These in den Raum, das die ganzen "Jubelperser", die in den zeitgenössischen Berichten zu sehen sind mehrheitlich nicht unbedingt überzeugte Nationalsozialisten waren.
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 30. Mai 2026, 16:18

Es ist das deutsche Hirnvirus, die pseudoreligiöse Verzückung: Bildersturm, – was des Teufels ist, muß „weggebracht“ oder zertrümmert werden. So zeigt man seine neue Frömmigkeit und entgeht dem Scheiterhaufen. Als z.B. im Imperium Romanum das Christentum Staatsreligion wurde, war man fortan kein klassischer Römer mehr und stolz auf die Leistungen der Ahnen, sondern in erster Linie frommer Christ. Den alten Statuen wurden die Gesichter zerschlagen usw.. Den Barbaren war es nur recht. Als sie 406 Köln eroberten, – „…da wunderten sie sich sehr, daß die Römer nicht zum Schwert griffen, um ihre Familien zu verteidigen, sondern stattdessen in den Kirchen jammerten und beteten!“ Sic transit gloria mundi…
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Ari@D187 » 30. Mai 2026, 21:22

pentium hat geschrieben:Es ist wie immer. Man kann damit nicht umgehen. Weil das die Nazis eingeweiht haben und weil es doch an den 1 WK erinnert und damit kann man auch nicht umgehen...eine typisch deutsche Sache. Die ideologische Belastung des Bauwerks...Sagte jemand im DLF.

Ein 90-jähriges Bestehen wäre bei vielen Denkmälern oder historischen Gebäuden ein Anlass für einen Festakt, offizielle Reden oder eine groß angelegte Feierlichkeit gewesen. Genau das findet im Fall des Laboer Ehrenmals nicht statt. Man vermeidet es, den 30. Mai 1936 als „Geburtstag“ des Bauwerks zu zelebrieren, weil dieser Tag untrennbar mit der NS-Propaganda und der Anwesenheit Hitlers verknüpft ist. Eine Feier würde in diesem Fall die Gefahr bergen, den historischen Kontext der Einweihung unbeabsichtigt aufzuwerten oder den Fokus auf die Entstehungszeit unter den Nationalsozialisten zu legen.

Armselig, wenn man mit der eigenen Vergangenheit nicht umgehen kann.
Ich erinnere mich gerne daran, dass die gesamte Besatzung beim Passieren des Ehrenmals "Front machte", als z.B. Front nach Steuerbord um den Gefallenen zu gedenken. Dass das Ehrenmal von Onkel Adolf eingeweiht wurde, interessierte dabei wohl genau niemanden. Onkel Adolf mochte das Ehrenmal auch nicht und hielt nicht mal eine Rede.

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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 31. Mai 2026, 10:14

Ari@D187 hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Es ist wie immer. Man kann damit nicht umgehen. Weil das die Nazis eingeweiht haben und weil es doch an den 1 WK erinnert und damit kann man auch nicht umgehen...eine typisch deutsche Sache. Die ideologische Belastung des Bauwerks...Sagte jemand im DLF.

Ein 90-jähriges Bestehen wäre bei vielen Denkmälern oder historischen Gebäuden ein Anlass für einen Festakt, offizielle Reden oder eine groß angelegte Feierlichkeit gewesen. Genau das findet im Fall des Laboer Ehrenmals nicht statt. Man vermeidet es, den 30. Mai 1936 als „Geburtstag“ des Bauwerks zu zelebrieren, weil dieser Tag untrennbar mit der NS-Propaganda und der Anwesenheit Hitlers verknüpft ist. Eine Feier würde in diesem Fall die Gefahr bergen, den historischen Kontext der Einweihung unbeabsichtigt aufzuwerten oder den Fokus auf die Entstehungszeit unter den Nationalsozialisten zu legen.
Armselig, wenn man mit der eigenen Vergangenheit nicht umgehen kann.
Ich erinnere mich gerne daran, dass die gesamte Besatzung beim Passieren des Ehrenmals "Front machte", als z.B. Front nach Steuerbord um den Gefallenen zu gedenken. Dass das Ehrenmal von Onkel Adolf eingeweiht wurde, interessierte dabei wohl genau niemanden. Onkel Adolf mochte das Ehrenmal auch nicht und hielt nicht mal eine Rede.
Ari

Deswegen ist es doch auch etwas unverständlich, das in unseren Medien immer wieder umfangreiche Dokumentationen über die Zeit des Nationalsozialismus, speziell der Nazientourage in Deutschland zu sehen sind. Obwohl in anderen Staaten Europas mit diesem Thema wesentlich offener umgegangen wird. Das Hitler für die Marine nicht viel Interesse hatte ist aber eine bekannte Tatsache. Wie schon in meinem Eingangsbeitrag geschrieben, habe ich vom Geist des Nationalsozialismus während meines Besuches im Mai 1995 nichts bemerkt. Dem von mir hervorgehobenen Teil Deines Beitrages stimme ich voll und ganz zu, ein angemessenes Auftreten gehört an einem derartigen Ort unabhängig von der Weltanschauung dazu.

in diesem Sinne,
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 31. Mai 2026, 11:23

ich hänge es einmal an diesem Thema an:
Inferno in der Nordsee 1916, Am Skagerrak zerbrach Deutschlands Traum vom Sieg zur See - 31.05.2026, 11:05 Uhr
Ende Mai 1916 liefern sich 250 Kriegsschiffe vor der dänischen Küste die größte Seeschlacht des Ersten Weltkriegs. Deutschlands Marine erleidet geringere Verluste. Doch an der strategischen Lage ändert sich nichts, die britische Blockade bleibt bestehen.

https://www.n-tv.de/politik/Am-Skagerrak-zerbrach-Deutschlands-Traum-vom-Sieg-zur-See-id30789933.html,
wobei beide Seiten zunächst den Sieg für sich in Anspruch nahmen ...
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 11:42

Gerd Böhmer hat geschrieben:ich hänge es einmal an diesem Thema an:
Inferno in der Nordsee 1916, Am Skagerrak zerbrach Deutschlands Traum vom Sieg zur See - 31.05.2026, 11:05 Uhr
Ende Mai 1916 liefern sich 250 Kriegsschiffe vor der dänischen Küste die größte Seeschlacht des Ersten Weltkriegs. Deutschlands Marine erleidet geringere Verluste. Doch an der strategischen Lage ändert sich nichts, die britische Blockade bleibt bestehen.

https://www.n-tv.de/politik/Am-Skagerrak-zerbrach-Deutschlands-Traum-vom-Sieg-zur-See-id30789933.html,
wobei beide Seiten zunächst den Sieg für sich in Anspruch nahmen ...


Das hat wieder der linke Praktikant geschrieben. Was für ein Traum soll das gewesen sein? Der im Januar 1916 neu ernannte Chef der Hochseeflotte, Vizeadmiral Reinhard Scheer, plante, die fast doppelt so starke „Grand Fleet“ mit aktiven Vorstößen in die Nordsee zu locken. Wenn sie nicht mit voller Stärke antreten würde, bestünden in einer Schlacht zumindest Chancen auf deutsche Teilerfolge. Den Gegner in Stücken bekämpfen — so lässt sich der Plan vereinfacht zusammenfassen.
https://zms.bundeswehr.de/de/publikatio ... ht-6106938
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 31. Mai 2026, 11:50

@ pentium,

gemeint ist hier der Traum des kaiserlichen Deutschlands unter Kaiser Willy 2 von einem globalen Weltreich, sowie der Vorherrschaft auf See. Die Pläne scheiterten aber ganz gewaltig und endeten 1919 in Scapa Flow ... die Pläne erreichten ihren unrühmlichen Höhepunkt in der Zeit des Nationalsozialismus, speziell in der Zeit zwischen 1940 und 1942 und scheiterten ebenso.
Was hat das mit einem "linken Praktikanten" zu tun, denn nichts Anderes als im Beitrag von ntv kommt auch in dem von Dir verlinkten Beitrag der Bundeswehr zum Ausdruck ?
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 12:00

Gerd Böhmer hat geschrieben:@ pentium,

gemeint ist hier der Traum des kaiserlichen Deutschlands unter Kaiser Willy 2 von einem globalen Weltreich, sowie der Vorherrschaft auf See. Die Pläne scheiterten aber ganz gewaltig und endeten 1919 in Scapa Flow ... die Pläne erreichten ihren unrühmlichen Höhepunkt in der Zeit des Nationalsozialismus, speziell in der Zeit zwischen 1940 und 1942 und scheiterten ebenso.
Was hat das mit einem "linken Praktikanten" zu tun, denn nichts Anderes als im Beitrag von ntv kommt auch in dem von Dir verlinkten Beitrag der Bundeswehr zum Ausdruck ?


Wo genau hat diesen Traum irgendjemand aufgeschrieben? Nein...Nein...das ist diese typische deutsche Geschichtsvergessenheit und alles durch eine ideologische Brille zu sehen. Die bösen bösen Deutschen.
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon augenzeuge » 31. Mai 2026, 12:23

pentium hat geschrieben:Wo genau hat diesen Traum irgendjemand aufgeschrieben? Nein...Nein...das ist diese typische deutsche Geschichtsvergessenheit und alles durch eine ideologische Brille zu sehen. Die bösen bösen Deutschen.


Doch, doch. Nix mit vermuteter Ideologie. Man hatte den Traum, die englischer Weltherrschaft auf See zu stoppen. So, der deutsche Kaiser.

Was die Zahlen anging, klang alles nach einem deutschen Sieg: drei Schlachtkreuzer, drei ältere Panzerkreuzer und acht Zerstörer der Grand Fleet mit insgesamt 115.025 Bruttoregistertonnen waren versenkt und 6094 Mann getötet worden. Demgegenüber standen ein älteres Schlachtschiff, vier Kleine Kreuzer und fünf Torpedoboote mit 61.180 BRT und 2551 Tote auf der deutschen Verlustliste. „Der erste gewaltige Hammerschlag ist getan, der Nimbus der englischen Weltherrschaft herabgerissen, die Tradition von Trafalgar in Fetzen gerissen“, jubelte Wilhelm II. Allerdings mussten er und seine Admiräle bald erkennen, dass sich am marinen Kräfteverhältnis zwischen Großbritannien und Deutschland nichts geändert hatte. Noch immer blockierte die Royal Navy die deutschen Häfen.
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon augenzeuge » 31. Mai 2026, 12:36

Gerd Böhmer hat geschrieben:Das Hitler für die Marine nicht viel Interesse hatte ist aber eine bekannte Tatsache.


Das änderte sich am Ende. Da blickte er auf, war beeindruckt von der Haltung der Marine, zumal der fanatische und unbelehrbare Dönitz Hitler unbeeindruckt folgte. Daran änderte auch nicht der Verlust seiner beiden Söhnen etwas.

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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 13:05

augenzeuge hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Wo genau hat diesen Traum irgendjemand aufgeschrieben? Nein...Nein...das ist diese typische deutsche Geschichtsvergessenheit und alles durch eine ideologische Brille zu sehen. Die bösen bösen Deutschen.


Doch, doch. Nix mit vermuteter Ideologie. Man hatte den Traum, die englischer Weltherrschaft auf See zu stoppen. So, der deutsche Kaiser.

Was die Zahlen anging, klang alles nach einem deutschen Sieg: drei Schlachtkreuzer, drei ältere Panzerkreuzer und acht Zerstörer der Grand Fleet mit insgesamt 115.025 Bruttoregistertonnen waren versenkt und 6094 Mann getötet worden. Demgegenüber standen ein älteres Schlachtschiff, vier Kleine Kreuzer und fünf Torpedoboote mit 61.180 BRT und 2551 Tote auf der deutschen Verlustliste. „Der erste gewaltige Hammerschlag ist getan, der Nimbus der englischen Weltherrschaft herabgerissen, die Tradition von Trafalgar in Fetzen gerissen“, jubelte Wilhelm II. Allerdings mussten er und seine Admiräle bald erkennen, dass sich am marinen Kräfteverhältnis zwischen Großbritannien und Deutschland nichts geändert hatte. Noch immer blockierte die Royal Navy die deutschen Häfen.
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Klar weil das der Kaiser gesagt hat und alle doof waren....
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 13:18

Die entscheidende Vor-Frage ist doch, wie man den Sieg hier definiert. Der Rückzug vom "Schlachtfeld" offene See ist nur ein temporärer Aspekt. Es wären die Umstände zu beschreiben, unter denen man sich einen deutschen Seesieg über die britische Schlachtflotte vorstellen könnte, oder genauer: unter welchen deutschen Verlusten, die zweifelsfrei eingetreten wären?

Wenn dabei nur eine Handvoll des deutschen Schlachtflottenkerns übrig bleibt, zT dann monatelang beschädigt in den Werften gebunden, ist tatsächlich nichts errreicht. Die britisch-französische Flotte wäre bei den verbliebenen kleineren Streitkräften immer noch um das Doppelte überlegen. Hinzu kommen die laufenden Neubauten, die 1914/16 in Dienst gestellt wurden.

Ein Beispiel: nehmen wir an, aus der Konfrontation von 20:13 Schlachtschiffen ergäbe sich ein britischer Verlust von 15 (schon technisch undenkbar, aber mal unterstellt). Wieviel deutsche Schiffe soll das dann gekostet haben? Nehmen wir mal vorteilhaft an: knapp die Hälfte, also 6. Vermerkt: das ist die Beschreibung eines großen deutschen Seesieges in der Nordseeschlacht. Es verbleiben dann aber nur 7 Schiffe als Schlachtflottenkern, von denen vermutlich 2-3 noch längere Werftliegezeiten aufweisen; ein paar Neubauten kommen in den nächsten Monaten noch hinzu, ebenso wie ein paar mehr auf der britischen Seite.

Ergebnis: es bleibt von der Papierlage alles so wie zuvor. Der Rest wäre auf die Spitze getriebene Spekulation darüber, ob ein dramatischer Verlust Großbritannien aus dem Krieg hätte heraustreiben können. Das glaube ich eher nicht, das Gegenteil wäre mE der Fall.

Churchill wird der Ausspruch zugeschrieben, dass Jellicoe am Tag der Skagerrakschlacht der einzige Mann gewesen sei, der den Krieg in diesem Moment, an diesem Nachmittag, hätte verlieren können. Das ist technologisch+militärhistorisch völliger Quatsch (angesichts der quantitativen und qualitativen Überlegenheit seines Schlachtflottenkerns) und sicher Churchills Dramaturgie der Weltkriegsgeschichte geschuldet.

Umgekehrt ist folgendes bedenkenswert: eine Niederlage mit dramatischen Folgen wäre für Scheer schon dann gegeben, wenn man an diesem Tag nur eine 1:1 Verlustrate unterstellt.
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Ari@D187 » 31. Mai 2026, 15:03

Da hier von Admiral Scheer und dem Ehrenmal Laboe die Rede ist: Die Scheermole des Marinestützpunkts liegt nicht einmal 5 Seemeilen von dem Ehrenmal entfernt. Seit 2021 heißt sie, nun ideologisch korrekt, Oskar-Kusch-Mole.

"Strategen" wie Putin wird solch ein Gehabe natürlich sehr freuen.

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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 31. Mai 2026, 15:22

pentium hat geschrieben:
Gerd Böhmer hat geschrieben:@ pentium,
gemeint ist hier der Traum des kaiserlichen Deutschlands unter Kaiser Willy 2 von einem globalen Weltreich, sowie der Vorherrschaft auf See. Die Pläne scheiterten aber ganz gewaltig und endeten 1919 in Scapa Flow ... die Pläne erreichten ihren unrühmlichen Höhepunkt in der Zeit des Nationalsozialismus, speziell in der Zeit zwischen 1940 und 1942 und scheiterten ebenso.
Was hat das mit einem "linken Praktikanten" zu tun, denn nichts Anderes als im Beitrag von ntv kommt auch in dem von Dir verlinkten Beitrag der Bundeswehr zum Ausdruck ?

Wo genau hat diesen Traum irgendjemand aufgeschrieben? Nein...Nein...das ist diese typische deutsche Geschichtsvergessenheit und alles durch eine ideologische Brille zu sehen. Die bösen bösen Deutschen.

also, eine kurze erste Recherche im Internet dazu:
Kaiser Wilhelm II. war der prägende Förderer der deutschen Flotte. Getrieben von dem Wunsch nach „Weltgeltung“ und einem „Platz an der Sonne“, trieb er ab den 1890er-Jahren die Aufrüstung zur zweitgrößten Seemacht der Welt voran. Dies löste jedoch ein gefährliches Wettrüsten mit Großbritannien aus.
Die Flotte als Statussymbol: Wilhelm II. war tief von der britischen Seemacht beeindruckt und besaß eine ausgeprägte Liebe zur Marine. Er sah Kriegsschiffe als das ultimative Machtinstrument, um den internationalen Anspruch des Deutschen Reichs zu untermauern.
"Deutschlands Zukunft liegt auf dem Wasser": Mit diesem berühmten Ausspruch prägte er die deutsche Außenpolitik. Die Marine sollte nicht mehr nur der Küstenverteidigung dienen, sondern offensiv als weltweites Druckmittel eingesetzt werden.
Ab 1898 setzte der Kaiser zusammen mit Admiral Alfred von Tirpitz die sogenannten Flottengesetze durch. Diese gigantischen Rüstungsprogramme sahen den massiven Bau von Schlachtschiffen vor. Das Kalkül (Risikotheorie): Die deutsche Flotte musste nicht zwingend größer als die britische Royal Navy sein. Sie musste aber so stark sein, dass selbst ein britischer Sieg im Falle eines Krieges so verlustreich gewesen wäre („Risiko“), dass die britische Vorherrschaft auf den Weltmeeren danach ebenfalls gebrochen wäre.Die Realität: Dieser Plan scheiterte, da Großbritannien daraufhin mit dem Bau revolutionärer und überlegener Kriegsschiffe (der Dreadnought-Klasse) reagierte und die eigene Flotte noch schneller aufrüstete.

die deutschen Reeder unterstützten die kaiserlichen Ambitionen:
„Mein Feld ist die Welt“ war das Lebensmotto des visionären Hamburger Reeders Albert Ballin (1857–1918). Als Generaldirektor der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) machte er das Unternehmen zur größten Linienreederei der Welt und gilt zudem als Erfinder der modernen Kreuzfahrt.

Berühmt-berüchtigt ist auch die „Hunnenrede“ von Kaiser Wilhelm II. am 27. Juli 1900 in Bremerhaven.

Fazit - nichts mit einer ideologischen Brille oder "die bösen, bösen Deutschen". Mal ganz abgesehen davon, das die globalen Ziele der deutschen Nationalsozialisten die Ziele des kaiserlichen Deutschland sehr weit hinter sich liessen ...
wie war das mit dem vernünftigen Umgang mit der Geschichte ... [flash]
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 15:40

Was genau soll jetzt diese "Hunnenrede" hier im Thema, das war der sog. Boxeraufstand.
Kaiser Wilhelm II. war während des Ersten Weltkriegs zwar der formelle Oberste Befehlshaber, spielte aber politisch und militärisch zunehmend die Rolle einer Randfigur. Er fungierte hauptsächlich als Propaganda- und Repräsentationsfigur, während die eigentliche Macht bei der Obersten Heeresleitung (OHL) lag. Und eigentlich geht es ja um das Ehrenmal. Warum musste man die Widmung abändern?
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Ari@D187 » 31. Mai 2026, 15:44

augenzeuge hat geschrieben:
Gerd Böhmer hat geschrieben:Das Hitler für die Marine nicht viel Interesse hatte ist aber eine bekannte Tatsache.


Das änderte sich am Ende. Da blickte er auf, war beeindruckt von der Haltung der Marine, zumal der fanatische und unbelehrbare Dönitz Hitler unbeeindruckt folgte. Daran änderte auch nicht der Verlust seiner beiden Söhnen etwas.

AZ

An seiner Haltung zur Marine dürfte sich nichts geändert haben. Dönitz war lediglich einer der Letzten "auf die er sich verlassen konnte".

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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 31. Mai 2026, 15:51

pentium hat geschrieben:Was genau soll jetzt diese "Hunnenrede" hier im Thema, das war der sogenannte Boxeraufstand.
Kaiser Wilhelm II. war während des Ersten Weltkriegs zwar der formelle Oberste Befehlshaber, spielte aber politisch und militärisch zunehmend die Rolle einer Randfigur. Er fungierte hauptsächlich als Propaganda- und Repräsentationsfigur, während die eigentliche Macht bei der Obersten Heeresleitung (OHL) lag. Und eigentlich geht es ja um das Ehrenmal. Warum musste man die Widmung abändern ?

na gut, die Widmung des Ehrenmales galt zuerst den Gefallenen der deutschen Kriegsmarine im Weltkrieg 1 und wurde im Laufe der Zeit auf alle Gefallenen auf den Ozeanen der Welt in beiden Weltkriegen erweitert. Das ist auch gut so ...
Was die "Hunnenrede" angeht, was war denn die Ursache des "Boxeraufstandes" oder anderer Aufstände nicht nur in den deutschen Kolonien ?
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon augenzeuge » 31. Mai 2026, 15:54

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Gerd Böhmer hat geschrieben:Das Hitler für die Marine nicht viel Interesse hatte ist aber eine bekannte Tatsache.


Das änderte sich am Ende. Da blickte er auf, war beeindruckt von der Haltung der Marine, zumal der fanatische und unbelehrbare Dönitz Hitler unbeeindruckt folgte. Daran änderte auch nicht der Verlust seiner beiden Söhnen etwas.

AZ

An seiner Haltung zur Marine dürfte sich nichts geändert haben. Dönitz war lediglich einer der Letzten "auf die er sich verlassen konnte".

Ari


Ich hatte das gelesen....mit der Haltung. Aber ich war nicht dabei.
AZ
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 15:56

Gerd Böhmer hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Was genau soll jetzt diese "Hunnenrede" hier im Thema, das war der sogenannte Boxeraufstand.
Kaiser Wilhelm II. war während des Ersten Weltkriegs zwar der formelle Oberste Befehlshaber, spielte aber politisch und militärisch zunehmend die Rolle einer Randfigur. Er fungierte hauptsächlich als Propaganda- und Repräsentationsfigur, während die eigentliche Macht bei der Obersten Heeresleitung (OHL) lag. Und eigentlich geht es ja um das Ehrenmal. Warum musste man die Widmung abändern ?

na gut, die Widmung des Ehrenmales galt zuerst den Gefallenen der deutschen Kriegsmarine im Weltkrieg 1 und wurde im Laufe der Zeit auf alle Gefallenen auf den Ozeanen der Welt in beiden Weltkriegen erweitert. Das ist auch gut so ...
Was die "Hunnenrede" angeht, was war denn die Ursache des "Boxeraufstandes" oder anderer Aufstände nicht nur in den deutschen Kolonien ?


Wollen wir jetzt die 55 Tage von Peking besprechen?
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon augenzeuge » 31. Mai 2026, 15:59

[laugh]

Pentium tut sich manchmal etwas schwer.... [flash]

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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 16:03

augenzeuge hat geschrieben:[laugh]

Pentium tut sich manchmal etwas schwer.... [flash]

AZ


Der lustige AZ wieder mal...Hast du schon mal was vom Kanonenboot SMS Iltis gehört und von den Kämpfen um die Taku-Forts? Sicher nicht, vermute ich...
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 31. Mai 2026, 16:44

pentium hat geschrieben:Wollen wir jetzt die 55 Tage von Peking besprechen ?

Darum ging es mir nicht, es ging mir mehr um einen Hinweis auf das Vorgehen der europäischen Mächte in ihren Kolonien. Das ging bis zum Völkermord und sorgte auch regelmässig für handfeste Kolonialskandale nicht nur in den europäischen Parlamenten.
Aber das können wir gerne im Themenbereich Kolonialgeschichte fortsetzen ...
MfG Gerd Böhmer,
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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon augenzeuge » 31. Mai 2026, 17:53

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:[laugh]

Pentium tut sich manchmal etwas schwer.... [flash]

AZ


Der lustige AZ wieder mal...Hast du schon mal was vom Kanonenboot SMS Iltis gehört und von den Kämpfen um die Taku-Forts? Sicher nicht, vermute ich...


Ich wusste nicht, dass man diese Kenntnisse für die Beurteilung des Sachverhaltes benötigt.
Aber ok, meine Stärken liegen tatsächlich woanders. [blush]

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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon pentium » 31. Mai 2026, 18:00

augenzeuge hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:[laugh]

Pentium tut sich manchmal etwas schwer.... [flash]

AZ


Der lustige AZ wieder mal...Hast du schon mal was vom Kanonenboot SMS Iltis gehört und von den Kämpfen um die Taku-Forts? Sicher nicht, vermute ich...


Ich wusste nicht, dass man diese Kenntnisse für die Beurteilung des Sachverhaltes benötigt.
Aber ok, meine Stärken liegen tatsächlich woanders. [blush]

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Re: 90 Jahre Marineehrenmal Laboe

Neuer Beitragvon augenzeuge » 31. Mai 2026, 18:03

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:[laugh]

Pentium tut sich manchmal etwas schwer.... [flash]

AZ


Der lustige AZ wieder mal...Hast du schon mal was vom Kanonenboot SMS Iltis gehört und von den Kämpfen um die Taku-Forts? Sicher nicht, vermute ich...


Ich wusste nicht, dass man diese Kenntnisse für die Beurteilung des Sachverhaltes benötigt.
Aber ok, meine Stärken liegen tatsächlich woanders. [blush]

AZ


Was für ein Sachverhalt?


Er trug den Titel: "Wo genau hat diesen Traum irgendjemand aufgeschrieben? " [wink]
Darauf befasste sich der Gerd als auch tlw. ich damit. Erfolglos, wie man sieht.

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