SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon augenzeuge » 25. März 2026, 17:21

manudave hat geschrieben:Gestern Lanz... schon gut, wie der die Barley zerlegt hat.


Oh, Aris Lieblingsbraut. [angst]


Zum Thema Steinmeier: Der Mann und sein politischer Affront

Das Portal T-ONLINE erklärt: „Diese Aussage an sich ist nicht das Problematische. Aber dass ein Bundespräsident sie vor einem Mitglied der Bundesregierung trifft, die seit Ausbruch des Krieges um diese Frage herumeiern muss, das ist ein politischer Affront, der überhaupt keine Notwendigkeit hatte. Die Bundesregierung quält sich genauso mit diesem Iran-Krieg des amerikanischen Präsidenten, kann aber, um den Verbündeten nicht ganz zu verlieren, diesen Klartext so nicht sprechen. Dann sollte es der Bundespräsident auch nicht tun“, meint T-ONLINE.

Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg sieht es ähnlich: „Machtinteressen verändern sich. Heute gilt Trump als Despot, morgen benötigt Europa die USA in einer völlig neuen Lage. Und so lange die militärische, finanzielle und digitale Abhängigkeit so einseitig ist, bleiben die USA – leider – unverzichtbar.“

Die PFORZHEIMER ZEITUNG merkt an: „Steinmeier gilt nicht als Mann der klaren Kante. Wenn es ernst wird, flüchtet er sich gern in wolkige Formeln. Doch ausgerechnet jetzt, im heikelsten Moment eines offenen Krieges, entdeckt der Bundespräsident in sich den großen Hüter des Völkerrechts – und erklärt den Einsatz kurzerhand für ‚völkerrechtswidrig‘. Das mag juristisch nicht abwegig sein. Politisch ist es eine riskante Pose. Steinmeier greift zum maximalen Vokabular und rückt demonstrativ vom Bundeskanzler und der Regierungslinie ab. Gerade kommt es vor allem darauf an, dass der Iran-Krieg möglichst bald endet. In dieser Lage ist diplomatisches Handwerk gefragt, keine große präsidiale Geste. Das sollte der frühere Außenminister eigentlich wissen“, findet die PFORZHEIMER ZEITUNG.

Die WELT kommentiert: „Wie so oft agiert Steinmeier hier in einer Pose moralischer Überheblichkeit, die suggeriert, es könne in dieser Frage eindeutige Antworten geben. Dabei handelt es sich um einen Fall, bei dem die Grauzonen viel stärker ausgeprägt sind, als er es wahrhaben will. Steinmeier mangelt es in Sachen Iran am moralischen Kompass. Weil er weder die Gefahr ernst nimmt, die die Mullahs für die eigene Bevölkerung darstellen, noch die Gefahr, die von Teheran ausgeht für Israel, für die Region und für den Westen insgesamt. Man erweist dem Völkerrecht jedenfalls keinen Dienst, wenn man es in dieser Weise als Schild benutzt, um ein gänzlich völkerrechtswidrig agierendes Regime zu schützen“, unterstreicht die WELT.

Im Berliner TAGESSPIEGEL heißt es: „Ja doch: Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig. Aber ist es der Sinn des Völkerrechts, mörderische Regime vor dem Sturz zu schützen? Gibt es einen praktikablen, völkerrechtskonformen Weg?“


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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 25. März 2026, 20:05

augenzeuge hat geschrieben:
manudave hat geschrieben:Gestern Lanz... schon gut, wie der die Barley zerlegt hat.


Oh, Aris Lieblingsbraut. [angst]
[...]

Na, na, na...
Die Frau hatte den Mumm sich da hinzusetzen und einem - diesmal recht schwachen Lanz - Rede und Antwort zu stehen. Und die Situation für und in der SPD ist nunmal wie sie ist.
Ich halte diese Partei mittlerweile für völlig überflüssig.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 25. März 2026, 20:07

augenzeuge hat geschrieben:[...]
Zum Thema Steinmeier: Der Mann und sein politischer Affront
[...]

Ich bin wirklich froh, wenn dieser, sich Bundespräsident nennen dürfende, SPD-Mann die politische Bühne verläßt.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Danny_1000 » 25. März 2026, 20:11

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
manudave hat geschrieben:Gestern Lanz... schon gut, wie der die Barley zerlegt hat.


Oh, Aris Lieblingsbraut. [angst]
[...]

Na, na, na...
Die Frau hatte den Mumm sich da hinzusetzen und einem - diesmal recht schwachen Lanz - Rede und Antwort zu stehen. Und die Situation für und in der SPD ist nunmal wie sie ist.
Ich halte diese Partei mittlerweile für völlig überflüssig.

Ari

Für überflüssig halte ich die Partei keineswegs. Dort gibt's 10- Tausende von Mitgliedern und Symphatisanten, die sich u.a. noch für das soziale Miteinander in unserer Gesellschaft engagieren. Für überflüssig halte ich allerdings Klingbeil und Co. Die haben am Niedergang dieser Partei maßgeblichen Anteil.
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 26. März 2026, 18:50

In den Medien wird viel über eine aktuelle Rede von Klingbeil berichtet. Was ich da zusammenfassend herausgehört habe:
Die, die den Laden am Laufen halten sollen
- mehr arbeiten
- länger arbeiten
- mehr an den Staat zahlen

Geile Sache, das wird bestimmt gut.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon manudave » 27. März 2026, 07:06

Was wäre die Alternative?
Boris Palmer hat das beim Lanz gut erklärt... wir haben zu wenig Erzieherinnen, der Staat verkürzt deren Arbeitszeit...also macht das Gegenteil von dem, was notwendig wäre.
Deshalb war die Rede vom Sozen gar nicht so verkehrt, denn er hat quasi Merz kopiert. Es muss was passieren.
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon augenzeuge » 27. März 2026, 15:06

manudave hat geschrieben:Was wäre die Alternative?
Boris Palmer hat das beim Lanz gut erklärt... wir haben zu wenig Erzieherinnen, der Staat verkürzt deren Arbeitszeit...also macht das Gegenteil von dem, was notwendig wäre.
Deshalb war die Rede vom Sozen gar nicht so verkehrt, denn er hat quasi Merz kopiert. Es muss was passieren.



Man sollte sich mal fragen, von welchen Einnahmen die BRD 1980 leben musste, den Sozialstaat finanzieren musste, Berlin- West finanzieren musste. Faktor 10!!
Dann kommt man schnell drauf, dass die heutigen politischen Forderungen gar nicht notwendig sind.

1980 lagen die Steuereinnahmen des Bundes bei 90,1 Mrd. DM, 2025 werden gesamtstaatlich rund 991 Mrd. Euro erwartet.


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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 27. März 2026, 16:52

Deutschland hat ein lange verschlepptes Strukturproblem — und eine Migrationspolitik, die dieses Strukturproblem teils verstärkt statt entlastet hat. Politisch verantwortlich dafür sind vor allem die Parteien, die den Bund über lange Strecken getragen haben: Die SPD war seit 1998 mit Ausnahme der Jahre 2009 bis 2013 praktisch durchgehend an Bundesregierungen beteiligt, also rund 23 der gut 27 Jahre bis heute; die Union trug von 2005 bis 2021 sechzehn Jahre am Stück Regierungsverantwortung, davon zwölf Jahre gemeinsam mit der SPD in Großen Koalitionen.

Und ausgerechnet diese Parteien sollen jetzt die Probleme lösen?

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 27. März 2026, 16:54

augenzeuge hat geschrieben:[...]Man sollte sich mal fragen, von welchen Einnahmen die BRD 1980 leben musste, den Sozialstaat finanzieren musste, Berlin- West finanzieren musste. Faktor 10!!
Dann kommt man schnell drauf, dass die heutigen politischen Forderungen gar nicht notwendig sind.{...]

Da ist jetzt aber einiges durcheinander. DM sind eigentlich Euro, Bund gegen Gesamtstaat, etc.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 27. März 2026, 19:34

Danny_1000 hat geschrieben:[...]Für überflüssig halte ich allerdings Klingbeil und Co. Die haben am Niedergang dieser Partei maßgeblichen Anteil.

Nun, bei einer "Doppelspitze" ist sowieso einer überflüssig. Entweder Fr. Bas oder H. Klingbeil. In dem Fall wohl beide.
Vielleicht kommen sie ja im ersten Schritt mal auf den Trichter, dass ganz oben nur ein Kopf hingehört.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon augenzeuge » 27. März 2026, 19:38

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:[...]Man sollte sich mal fragen, von welchen Einnahmen die BRD 1980 leben musste, den Sozialstaat finanzieren musste, Berlin- West finanzieren musste. Faktor 10!!
Dann kommt man schnell drauf, dass die heutigen politischen Forderungen gar nicht notwendig sind.{...]

Da ist jetzt aber einiges durcheinander. DM sind eigentlich Euro, Bund gegen Gesamtstaat, etc.

Ari


Das ist alles richtig. Aber auch wenn man es korrigiert, bleibt die Frage. Wieso ging das damals? Wenn wir die DM gegen EUR umrechnen, hatte sie also noch weniger Einnahmen?

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon steffen52 » 27. März 2026, 19:58

Also wenn man das so liest, dann kann man nur hoffen so schnell wie möglich. Da wird uns viel Leid erspart. Laut Umfragen sieht man, die
SPD rutscht weiter ab, die AfD zieht mit der Union gleich und was die Krönung ist, die Mehrheit erwartet ein vorzeitiges Koalition-Aus.... [super]
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 28. März 2026, 23:31

Ari@D187 hat geschrieben:In den Medien wird viel über eine aktuelle Rede von Klingbeil berichtet. Was ich da zusammenfassend herausgehört habe:
Die, die den Laden am Laufen halten sollen
- mehr arbeiten
- länger arbeiten
- mehr an den Staat zahlen

Geile Sache, das wird bestimmt gut.

Ari

Habe das offenbar ganz gut herausgehört:

„Ohrfeige für Millionen Beschäftigte“: Arbeitnehmerflügel der SPD geht Parteichef Klingbeil scharf an

-> Link

Aktuell liegen die Umfragewerte bei 13 %...

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Danny_1000 » 29. März 2026, 09:45

Traut sich wohl noch keiner zu sagen: Opposition in der Regierung geht nicht.
Also raus aus der Regierung. Sonderparteitag, alte Führung abwählen, weil die es nicht können. Klären, für wen die SPD eigentlich Politik machen möchte, also wessen Interessenvertreter diese Partei sein möchte. Neue Führung wählen, die das verkörpert und richtig Opposition zur Regierung machen.
Vorbild: Niedergang der SED 1989 / 1990. Aus der entstand bekanntlich die PDS, welche im Osten bei Wahlen dann sehr erfolgreich war, trotz ihrer SED- Vergangenheit.

Deutschland geht ohne SPD- Regierungsbeteiligung nicht unter. Der Merz muss sich halt dann für seine Pläne Mehrheiten suchen, klappt in anderen Ländern auch. Und die SPD könnte sich neu erfinden.
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon manudave » 30. März 2026, 12:21

Ein Problem ist ja, dass die SPD für die Arbeiter da sein will, die aber gleichzeitig die Migrationspolitik in dieser Form mehrheitlich ablehnen.
Also müsste man - aus Sicht der Sozen - einen völligen Rechtsruck vollziehen, das ist für mich bei denen undenkbar.
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon steffen52 » 30. März 2026, 17:07

manudave hat geschrieben:Ein Problem ist ja, dass die SPD für die Arbeiter da sein will, die aber gleichzeitig die Migrationspolitik in dieser Form mehrheitlich ablehnen.
Also müsste man - aus Sicht der Sozen - einen völligen Rechtsruck vollziehen, das ist für mich bei denen undenkbar.

Darum wird sie immer unbeliebter, leider begreifen es diese Partei nicht und ist auch in vielen Dingen immer gegen die Forderungen der CDU.
Das so eine Regierung, aus zwei Parteien mit unterschiedlichen Ansichten, nichts Gescheides zusammen bringt, das ist eigentlich klar. [wut]
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon pentium » 30. März 2026, 17:08

Giovanni di Lorenzo sitzt bei Hotel Matze und seziert in zweieinhalb Minuten den Untergang der deutschen Sozialdemokratie mit einer Präzision und Offenheit, die man sich auch von seinen eigenen ZEIT-Redakteuren wünschen würde!

Sein Befund ist von brutaler Einfachheit: Die SPD hat aufgehört, ihre eigenen Leute zu verstehen. Nicht aus Versehen. Aus Verachtung. Die Partei, die einmal wusste, was einen Vorarbeiter in Gelsenkirchen nachts wach hält, hat sich in die Sprachlabore der Berliner Moralpädagogik zurückgezogen und von dort aus begonnen, ihrer Wählerschaft (Ex-Wählerschaft) zu erklären, wie sie zu reden, zu denken und sich zu verkleiden hat.

Di Lorenzo bringt die Beispiele, an denen sich die ganze Erbärmlichkeit dieser Entwicklung ablesen lässt. Enkelkinder, die das Wort "Indianer" nicht mehr sagen dürfen. Eine Seniorengruppe, die bei der BUGA keinen Sombrero tragen soll, weil irgendein Befindlichkeitswächter Gefühlsverletzungen wittert. Ein ZDF, das mit seinen Nachrichtenformaten sprachlich so weit vorgeprescht ist, dass sich die Zuschauer in ihrem eigenen Sender nicht mehr wiedererkennen.

Was hier stattgefunden hat, ist die feindliche Übernahme einer Volkspartei durch die Seminar-Bourgeoisie. Anpassungsdruck bei Sprache, bei Sitten, bei allem, was das Alltagsleben der Normalbürger berührt. Und das Perfide daran: Die woken Milieus leugnen bis heute, dass dieser Druck existiert. Oder sie erklären ihn für "maßlos übertrieben" Oder beides gleichzeitig, je nach Tagesform.

Di Lorenzo nennt das Ergebnis "Reaktanz". Ein psychologischer Fachbegriff für etwas, das sich viel einfacher sagen lässt: Die Leute haben die Schnauze voll. Sie gehen nicht auf die Barrikaden. Sie gehen einfach. Leise. Zur AfD. Ins Nichtwähler-Lager. Irgendwohin, wo ihnen niemand erklärt, dass ihr Sprachgebrauch eine Zumutung ist.

Und die SPD steht bei 13 Prozent und betreibt Ursachenforschung wie ein Arzt, der sich weigert, den Patienten anzuschauen.

Was di Lorenzo hier beschreibt, ist der Preis der Luxusverwahrlosung. Eine Partei, die den Kontakt zu ihrem eigenen Milieu für ein Distinktionsprojekt geopfert hat. Wer seine Wähler für rückständig hält, hat keine Wähler verdient.
https://x.com/annaninii/status/2038614534655504594?s=20
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon manudave » 30. März 2026, 17:09

Steffen:

Naja, eigentlich hat man der Großen Koalition früher immer vorgeworfen, dass sie zu beliebig ist. Es wäre quasi egal, wen man von beiden wählt, die wären auf dem gleichen Weg.
Nun wirfst du die Unterschiedlichkeit vor... du siehst... sie könnten es eh nicht richtig machen... also...für dich...
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon steffen52 » 30. März 2026, 17:19

manudave hat geschrieben:Steffen:

Naja, eigentlich hat man der Großen Koalition früher immer vorgeworfen, dass sie zu beliebig ist. Es wäre quasi egal, wen man von beiden wählt, die wären auf dem gleichen Weg.
Nun wirfst du die Unterschiedlichkeit vor... du siehst... sie könnten es eh nicht richtig machen... also...für dich...

Was heißt für mich? Das sieht bzw. merkt doch die Masse der Bevölkerung, Dank dieser Superexperten geht es doch nur noch für die Bürger
mit den Kosten bergauf. Ob Supermarkt, Tankstelle, Mieten oder Energiekosten usw..... [shocked]
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 1. April 2026, 19:54

Deutschlandtrend
SPD stürzt auf Rekordtief ab – Klingbeil und Bas im freien Fall

-> Link

Nun, immerhin 12 % noch.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon augenzeuge » 15. April 2026, 19:00

Ein Artikel von Oskar Lafontaine

Wer Geld sucht, findet es in der wahnsinnigen Aufrüstung. Und in den Ukraine-Milliarden, die nur zu Tod und Zerstörung führen. Wer die Zukunft gewinnen will, muss in Forschung und Bildung investieren. Wer weiß, dass ein gutes Bildungswesen Voraussetzung für wirtschaftlichen Aufstieg ist, muss die unkontrollierte Migration stoppen, weil man in Klassen, in denen die Hälfte der Schüler kein Deutsch spricht, nicht mehr unterrichten kann. Wer die Deindustrialisierung aufhalten will, braucht wieder preiswerte Energie, und das geht nur mit Russland. Wer von Demokratie redet, muss die die Gesellschaft zerstörenden Algorithmen von Big Tech einer demokratischen Kontrolle unterwerfen. Wer die Arbeiter zurückgewinnen will, muss ihre Sprache wieder lernen und nicht „Kolleg:innen“ säuseln. Kurz: Mit Luther muss man wieder lernen, dem Volk aufs Maul zu schauen und, was noch wichtiger ist, mit ihm zu fühlen.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=149021

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 15. April 2026, 19:41

Wer wirklich Frieden will, muss dafür sorgen, dass Aggression sich nicht lohnt. Alles andere ist kein Frieden – es ist die Einladung zum nächsten Krieg.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon augenzeuge » 22. April 2026, 16:47

(aus dem focus)

SPD Land im Endstadium?
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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