Es ist ein milder Freitagabend am Hamburger Hauptbahnhof. Menschen hasten über die Bahnsteige, rauchen eine Zigarette, warten auf den nächsten Zug. Auch Muhammad Al Muhammad steht an Gleis 13. Der 19-Jährige hat Freunde besucht, nun will er zurück in seine WG nach Buchholz. Kopfhörer in den Ohren, Zigarette in der Hand – dann passiert das Unfassbare.
"Viele Menschen sind plötzlich in eine Richtung gerannt"
Eine Frau mit einem Messer. "Viele Menschen sind plötzlich in eine Richtung gerannt", erinnert sich Muhammad im Gespräch mit dem "Spiegel". "Ich habe mich entschieden, in die andere Richtung zu rennen und die Frau zu stoppen." Der junge Mann aus einem Vorort von Aleppo, der 2022 als Geflüchteter nach Deutschland kam, zögert keinen Moment.
Ein Tschetschene tritt der Frau ins Knie, sie stürzt. Muhammad reagiert sofort, wirft sich auf sie, drückt ihre Hände gegen den Rucksack. "Ich habe sie festgehalten, damit sie nicht mehr aufstehen kann", erzählt er dem "Spiegel". Das Messer fliegt auf die Gleise, die Frau leistet keinen Widerstand.
Beamte laden ihn auf einen Cappuccino ein
Immer wieder sagt er: "Wenn du aufstehen, ich schlage!" – sein Deutsch ist bruchstückhaft. Zwei Minuten später trifft die Polizei ein. Muhammad hebt die Hände, geht langsam zurück. Die Beamten bedanken sich, bringen ihn zur Wache – und laden ihn auf einen Cappuccino ein. "Das hat mich sehr gefreut."
https://www.focus.de/panorama/welt/ich- ... 1826b.html
AZ










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