Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Edelknabe » 5. September 2025, 14:33

Eine Antwort steht aber noch aus, und zwar wegen dem Verzicht. Ich überlege hin und her um ein gutes Beispiel zu finden, nur mir fällt noch nichts ein?

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon karnak » 5. September 2025, 15:30

Edelknabe hat geschrieben:Na gut Karnak, dann war es ein Schreibfehler," es öffnet einem heute die Augen" so man den Überfluss erlebt und man sieht, es ginge auch einfacher. Aber das lässt das System nicht zu, es produziert und bietet an auf Teufel komm heraus.Du findest auch zu wenige Vernünftige die den Weg des "Weniger reicht auch" mitgehen würden.



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Das System nennt sich Kapitalismus, und mit , nicht zulassen, hat das wenig zu tun. Es wird ja kein Bewohner gezwungen zu shoppen, wie man das heute nennt. Am Ehesten würde noch der Begriff verführt passen. Marktwirtschaft bedeutet nun mal immer, dass ist keine Bedürfnisbefriedigungsgesellschaft, dass ist eine Bedürfnisweckungsgesellschaft. Entsprechend funktioniert dann in dieser Ökonomie die Wertschöpfung.
Und das mit dem" es ginge auch einfacher" ist natürlich so eine links/ grüne Floskel. [grin] Natürlich ginge das, aber wer legt denn fest was für alle doch wohl reichen würde, und besonders, wo soll denn die Latte liegen für, reicht doch völlig, und wo wird Dekadenz ausgemacht und deswegen eine verpflichtende Haltelinie eingezogen?
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Icke46 » 5. September 2025, 15:47

karnak hat geschrieben:
(….)

Es wird ja kein Bewohner gezwungen zu shoppen, wie man das heute nennt.


(….)



Ahja,deshalb sind die Teenies auch so genügsam heute, ein billiges iPhone pro Jahr, 10 paar 500€-Sneaker, 24 350€-Jeans, also sagen wir mal schlanke 500.000€ im Jahr. Die armen Eltern, wissen nicht, wohin mit den verplanten 50 Millionen im Jahr [grins] . In ihrer Verzweiflung nutzen sie 200€-Scheine als Klopapier - paradiesisch [flash] ….
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Dille » 5. September 2025, 15:52

Edelknabe hat geschrieben:....es öffnet einem heute die Augen" so man den Überfluss erlebt und man sieht, es ginge auch einfacher. Aber das lässt das System nicht zu, es produziert und bietet an auf Teufel komm heraus.Du findest auch zu wenige Vernünftige die den Weg des "Weniger reicht auch" mitgehen würden.
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Wenn du auf heutigen Überfluß anspielst, dann mußt du akzeptieren, daß es den Überfluß ja nur gibt, weil es auch jemand kauft !
Ansonsten wäre der Produzent sehr schnell weg vom Fenster ! Gesamt- volkswirtschaftlich ist das natürlich eine Verschwendung aber
mir doch lieber als eine Praxis, die ich jahrelang exemplarisch gelebt habe : Zwiebeln aus Ost- Berlin nach Dresden, und Kaffesahne
von Dresden nach Ost- Berlin, gilt für andere Dinge entsprechend.
Ich brauche auch keine 15 Sorten Klopapier, aber eine Planwirtschaft konnte mit ihrem Sandpapier meinen Hintern auch nicht zufrie-
den stellen !!
Will aber auch sagen, wenn eine Planwirtschaft meint die Bedürfnisse einer Bevölkerung weise voraussehen zu können, kommt sie na-
türlich sehr schnell in Versuchung, auch die nicht- materiellen Bedürfnisse der Bedürfnisse "voraussehen" zu können, und da will ich
@Ari doch sehr widersprechen, der in den 70er Jahre kaum Unterschiede erkennen mochte.
Die gesamte Militarisierung der Gesellschaft, die Heuchelei in den Medien, die Gängelei in Schulen und Universitäten und Künstlerszene,
(Verbot Westsender zu hören und zu sehen), die Pseudo- Wahlen etc.
Gut, @Edelknabe hat all dies nicht wahrgenommen, er und seine Kinder werden immer brav mit den Wölfen geheult haben und anson-
sten chips gehäuft haben und sich damit ein selbstbestimmtes Leben in die Tasche gelogen haben.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon karnak » 5. September 2025, 15:57

[flash] Ich sage ja nur, keiner wird zum Kaufrausch gezwungen. Der Konsument, je nach Geldbörse natürlich, will das, immer mehr, besser, moderner. Und an diesem Urbedürfnis setzt dieses ökonomische System nun mal an. [hallo]
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Edelknabe » 5. September 2025, 16:16

Wenn du genügend Vernünftige findest, dann würde das klappen mit dem produzieren nach Bedarf. Nur die wird man nicht finden und somit wird sich der Mensch durch den Überfluss, den Mensch nicht in den Griff bekommt weiter sein eigenes Grab schaufeln. Ist eigentlich ein vorbestimmter Weg....mit Freude, nein, auch mit Absicht voll rein ins Verderben.

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Dille mit dem hier:

"Gut, @Edelknabe hat all dies nicht wahrgenommen, er und seine Kinder werden immer brav mit den Wölfen geheult haben und anson-
sten chips gehäuft haben und sich damit ein selbstbestimmtes Leben in die Tasche gelogen haben." und ende

Ist nicht so richtig weil ich nicht der Typ bin(zum Bsp. ein Gartenschläger), der voll mit dem Kopf sinngemäß gegen Betonwände rannte. Zu jeder Sache Dille gehört Glück, das kleine Glück was dich bei deiner Flucht und mich im damaligen täglichen Zurechtkommen begleitet hatte. Du kamst in den Westen und ich sinngemäß nicht nach Bautzen. Also "brav mit den Wölfen geheult" nee, eher genutzt (gut, vielleicht auch ausgenutzt) was der Sozialismus bot. So sehe ich das heute.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Icke46 » 5. September 2025, 16:42

Dille hat geschrieben:
(….)

Wenn du auf heutigen Überfluß anspielst, dann mußt du akzeptieren, daß es den Überfluß ja nur gibt, weil es auch jemand kauft !
Ansonsten wäre der Produzent sehr schnell weg vom Fenster !

(….)



Nun ja, der berühmte Spruch von Angebot und Nachfrage. Der ist natürlich nicht falsch, nur ist die Frage, ob man das unbedingt so laufen lassen muss [denken] .

Zum Beispiel gibt es ja (andere Ebene) Kinderpornos hauptsächlich deswegen, weil eine Nachfrage besteht. Trotzdem muss ich das nicht gut finden, und glücklicherweise geht es einigen anderen ebenso.
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 5. September 2025, 16:48

Edelknabe hat geschrieben:Eine Antwort steht aber noch aus, und zwar wegen dem Verzicht. Ich überlege hin und her um ein gutes Beispiel zu finden, nur mir fällt noch nichts ein?

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Was reitest du eigentlich immer auf diesem Überfluss herum? Es zwingt dich doch niemand an diesem Überfluss teilzuhaben. Was soll das also? Wenn dir der Überfluss zu viel ist...Dann kenne ich ein paar rumänische Karpatendörfer, dort kannst du gerne im Selbstversuch auf Eigenproduktion umsteigen....
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 5. September 2025, 16:53

Icke46 hat geschrieben:
Dille hat geschrieben:
(….)

Wenn du auf heutigen Überfluß anspielst, dann mußt du akzeptieren, daß es den Überfluß ja nur gibt, weil es auch jemand kauft !
Ansonsten wäre der Produzent sehr schnell weg vom Fenster !

(….)



Nun ja, der berühmte Spruch von Angebot und Nachfrage. Der ist natürlich nicht falsch, nur ist die Frage, ob man das unbedingt so laufen lassen muss [denken] .

Zum Beispiel gibt es ja (andere Ebene) Kinderpornos hauptsächlich deswegen, weil eine Nachfrage besteht. Trotzdem muss ich das nicht gut finden, und glücklicherweise geht es einigen anderen ebenso.


Das sind wieder Vergleiche....
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Dille » 5. September 2025, 16:54

Icke46 hat geschrieben:Zum Beispiel gibt es ja (andere Ebene) Kinderpornos hauptsächlich deswegen, weil eine Nachfrage besteht. Trotzdem muss ich das nicht gut finden, und glücklicherweise geht es einigen anderen ebenso.


Das ist ja auch Konsens -- und strafbewehrt -- und die Klopapier- Produktion nicht !

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 5. September 2025, 17:51

#Lehrmaterial: Im September 1985 schrieben 3 Jugendliche polit. Losungen gegen die DDR an Hauswände. Sie wurden vom MfS verhaftet & wegen „öffentlicher Herabwürdigung“ der DDR verurteilt. In "Quellen für die Schule" wird der Fall behandelt. #twlz
https://bundesarchiv.de/publikationen/
https://x.com/StasiArchiv/status/1963512407134716152
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Ari@D187 » 5. September 2025, 18:04

Dille hat geschrieben:[...]
@Ari doch sehr widersprechen, der in den 70er Jahre kaum Unterschiede erkennen mochte.
Die gesamte Militarisierung der Gesellschaft, die Heuchelei in den Medien, die Gängelei in Schulen und Universitäten und Künstlerszene,
(Verbot Westsender zu hören und zu sehen), die Pseudo- Wahlen etc.
[...]

Dille, ich bezog mich auf den "Überfluss" im Westen und hatte dann den Blick (Vergleich) rein auf das Materielle gelegt.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon augenzeuge » 5. September 2025, 21:13

Ari, auch dann stimmt das nicht.

Die materiellen Unterschiede waren deutlich vorhanden.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Edelknabe » 6. September 2025, 08:10

Mal hin zu dem hier vom Pentium:

"Was reitest du eigentlich immer auf diesem Überfluss herum? Es zwingt dich doch niemand an diesem Überfluss teilzuhaben. Was soll das also? Wenn dir der Überfluss zu viel ist...Dann kenne ich ein paar rumänische Karpatendörfer, dort kannst du gerne im Selbstversuch auf Eigenproduktion umsteigen...."und ende

Ich erinnere mich der 80er Jahre. Susanne arbeitete als Laborantin in den Buntgarnwerken Leipzig, wir(Privatbetrieb) in deren Färberei an einem Behälter. Ein junger Kubaner (Vertragsarbeiter) färbte Baumwolle schwarz aus der dann später Garn produziert wurde. Rester von dem Färbevorgang wurden einfach hinter dem VEB (der Werkshalle) in die Luppe (Nebenfluss der weißen Elster) gekippt, entsorgt also der Fluss sah dementsprechend aus was wir hier nicht weiter kommentieren müssen, eben mit Blick auf die Umweltverschmutzungen in der damaligen DDR.

Das alles(Färbereien usw) wurde später nach der Wende in asiatische Länder ausgelagert die auch nur ihre "Rester" in angrenzenden kleinere und größere Flüssen entsorgen. Bis heute wohl? Umweltschäden ohne Ende nur, es interessiert keinen mehr und wenn, dann nur der Form halber. Die Konzerne tuen so als ob, nur passieren tut weiter nichts, wohl gar nichts. Ein Land wie Deutschland konnte sich sagen wir ab 1990 zufrieden zurück lehnen so "Betrifft uns nicht mehr, unsere Umweltauflagen haben Standartvorgaben, es ist jetzt deren Sache, alles gut soweit."

Und nee klar, mich zwingt Keiner in die Kaufhäuser shoppen zu gehen, gar eines der PKWs zu kaufen die da ohne Ende den täglichen Fertigungsprozess verlassen nur ich sehe das die Schädigung der Umwelt (siehe Textanfang) immer noch auf diesem Planeten durch den sprichwörtlichen Überfluss vorhanden ist. Eben nur ausgelagert. Das mit die rumänischen Karpatendörfer ist übrigens in dem Thema völlig fehl am Platz.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 09:06

Wie oft willst du denn noch mit diesem Beispiel der Umweltverschmutzung in der DDR kommen? Hat dich das damals gestört, hast du dich damals mal beschwert...? Also...heute trägst du doch sicher auch die super billigen T-Shirts aus Fernost. Was soll also deine Überfluss-Diskussion...Und ja die Karpatendörfer gehören dazu...Was ist in deinen Augen überhaupt dieser Überfluss....
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon karnak » 6. September 2025, 09:15

Edelknabe hat geschrieben:Mal hin zu dem hier vom Pentium:

"Was reitest du eigentlich immer auf diesem Überfluss herum? Es zwingt dich doch niemand an diesem Überfluss teilzuhaben. Was soll das also? Wenn dir der Überfluss zu viel ist...Dann kenne ich ein paar rumänische Karpatendörfer, dort kannst du gerne im Selbstversuch auf Eigenproduktion umsteigen...."und ende

Ich erinnere mich der 80er Jahre. Susanne arbeitete als Laborantin in den Buntgarnwerken Leipzig, wir(Privatbetrieb) in deren Färberei an einem Behälter. Ein junger Kubaner (Vertragsarbeiter) färbte Baumwolle schwarz aus der dann später Garn produziert wurde. Rester von dem Färbevorgang wurden einfach hinter dem VEB (der Werkshalle) in die Luppe (Nebenfluss der weißen Elster) gekippt, entsorgt also der Fluss sah dementsprechend aus was wir hier nicht weiter kommentieren müssen, eben mit Blick auf die Umweltverschmutzungen in der damaligen DDR.

Das alles(Färbereien usw) wurde später nach der Wende in asiatische Länder ausgelagert die auch nur ihre "Rester" in angrenzenden kleinere und größere Flüssen entsorgen. Bis heute wohl? Umweltschäden ohne Ende nur, es interessiert keinen mehr und wenn, dann nur der Form halber. Die Konzerne tuen so als ob, nur passieren tut weiter nichts, wohl gar nichts. Ein Land wie Deutschland konnte sich sagen wir ab 1990 zufrieden zurück lehnen so "Betrifft uns nicht mehr, unsere Umweltauflagen haben Standartvorgaben, es ist jetzt deren Sache, alles gut soweit."

Und nee klar, mich zwingt Keiner in die Kaufhäuser shoppen zu gehen, gar eines der PKWs zu kaufen die da ohne Ende den täglichen Fertigungsprozess verlassen nur ich sehe das die Schädigung der Umwelt (siehe Textanfang) immer noch auf diesem Planeten durch den sprichwörtlichen Überfluss vorhanden ist. Eben nur ausgelagert. Das mit die rumänischen Karpatendörfer ist übrigens in dem Thema völlig fehl am Platz.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Edelknabe » 6. September 2025, 09:49

Was Überfluss ist? Ganz einfach, daß ist das was an zu vielem herumsteht, hängt. Autos auf Halde, Kleidung am Ständer und nee Karnak hat Recht, das Problem ist das fehlende Recycling. Gutes Beispiel das PVC in die Weltmeere. da gibt es wohl schon Patente von schlauen Köpfen, nur will die Keiner. Steht wohl dem Profit entgegen? Und weiter nee, die Armut der Karpatendörfer gehört hier nicht rein. Und richtig, mich hatte das nicht gestört das mit der Umwelt in der DDR nur heute sehe ich, das es auch anders ginge.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Gerd Böhmer » 6. September 2025, 11:31

Dille hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:....es öffnet einem heute die Augen" so man den Überfluss erlebt und man sieht, es ginge auch einfacher. Aber das lässt das System nicht zu, es produziert und bietet an auf Teufel komm heraus.Du findest auch zu wenige Vernünftige die den Weg des "Weniger reicht auch" mitgehen würden.
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Wenn du auf heutigen Überfluß anspielst, dann mußt du akzeptieren, daß es den Überfluß ja nur gibt, weil es auch jemand kauft !
Ansonsten wäre der Produzent sehr schnell weg vom Fenster ! Gesamt-volkswirtschaftlich ist das natürlich eine Verschwendung aber mir doch lieber als eine Praxis, die ich jahrelang exemplarisch gelebt habe: Zwiebeln aus Ost-Berlin nach Dresden, und Kaffeesahne von Dresden nach Ost- Berlin, gilt für andere Dinge entsprechend.
Ich brauche auch keine 15 Sorten Klopapier, aber eine Planwirtschaft konnte mit ihrem Sandpapier meinen Hintern auch nicht zufrieden stellen !!
Will aber auch sagen, wenn eine Planwirtschaft meint die Bedürfnisse einer Bevölkerung weise voraussehen zu können, kommt sie natürlich sehr schnell in Versuchung, auch die nicht- materiellen Bedürfnisse der Bedürfnisse "voraussehen" zu können, und da will ich @Ari doch sehr widersprechen, der in den 70er Jahre kaum Unterschiede erkennen mochte.
Die gesamte Militarisierung der Gesellschaft, die Heuchelei in den Medien, die Gängelei in Schulen und Universitäten und Künstlerszene, (Verbot Westsender zu hören und zu sehen), die Pseudo-Wahlen etc.
Gut, @Edelknabe hat all dies nicht wahrgenommen, er und seine Kinder werden immer brav mit den Wölfen geheult haben und ansonsten chips gehäuft haben und sich damit ein selbstbestimmtes Leben in die Tasche gelogen haben.
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Mal soviel, auch wir betrieben aktuell immer noch eine Planwirtschaft, definitiv keine Wirtschaft, die sich an Bedarf und Nachfrage orientiert (!)
Dein Beispiel mit den Zwiebeln und der Kaffeesahne geht auch etwas daneben, schau Dir doch einmal an, was da im Güterfernverkehr heutzutage abgeht, werden doch viele Waren durch Europa und die Welt transportiert. Da gab es von einigen Jahren einmal eine sehr gut aufgemachte Dokumentation über den Joghurtbecher im Discounter, Erdbeeren aus Spanien, die Milch aus dem Allgäu und der Becher stammte aus Osteuropa, die Meierei war in Norddeutschland, bis der Becher mit Joghurt dann endlich im Kühlregal des Discounters stand hatten seine Bestandteile mehrere tausend Kilometer Transportweg absolviert, hmmm ...
... letzter Satz, akzeptieren müssen wir nichts aber auch garnichts, erst Recht nicht dieses heutige Leben im "Überfluss" mit der Forderung nach Konsum um des Konsum Willens. Insofern haben doch viele Vertreter aus der Wirtschaft, sowie der Politik ein gestörtes Verhältnis zu den Realitäten auf unserer Welt und nicht Diejenigen, die es kritisieren,
die Militarisierung und Gängelung in der Gesellschaft ist doch auch aktueller denje.
in diesem Sinne,
MfG Gerd Böhmer,
Reichsbahninspektor aD
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 12:06

Edelknabe hat geschrieben:Was Überfluss ist? Ganz einfach, daß ist das was an zu vielem herumsteht, hängt. Autos auf Halde, Kleidung am Ständer und nee Karnak hat Recht, das Problem ist das fehlende Recycling. Gutes Beispiel das PVC in die Weltmeere. da gibt es wohl schon Patente von schlauen Köpfen, nur will die Keiner. Steht wohl dem Profit entgegen? Und weiter nee, die Armut der Karpatendörfer gehört hier nicht rein. Und richtig, mich hatte das nicht gestört das mit der Umwelt in der DDR nur heute sehe ich, das es auch anders ginge.

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Was zu viel herumhängt? Willst du wieder die meistens leeren Regale wie damals im Konsum oder der HO...? Was ist denn das für ein Quatsch...Mir ging es auch nicht im Armut in Karpatendörfern, sondern mehr darum, das du dich dort mal als Selbstversorger ausprobieren kannst...
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon karnak » 6. September 2025, 12:10

Gerd Böhmer hat geschrieben:Dein Beispiel mit den Zwiebeln und der Kaffeesahne geht auch etwas daneben, schau Dir doch einmal an, was da im Güterfernverkehr heutzutage abgeht, werden doch viele Waren durch Europa und die Welt transportiert. Da gab es von einigen Jahren einmal eine sehr gut aufgemachte Dokumentation über den Joghurtbecher im Discounter, Erdbeeren aus Spanien, die Milch aus dem Allgäu und der Becher stammte aus Osteuropa, die Meierei war in Norddeutschland, bis der Becher mit Joghurt dann endlich im Kühlregal des Discounters stand hatten seine Bestandteile mehrere tausend Kilometer Transportweg absolviert, hmmm ...
...

Da die Ökonomie in privater Hand liegt und man dort bei Strafe seines Untergangs vom Gewinn abhängig ist scheint sich das ja zu rechnen, sonst würde man das so nicht tun. Und der Staat kann in diesem ökonomischen System darauf einfach keinen Einfluss nehmen. Wer es könnte wäre der Endverbraucher, der tut das aber in Wahrheit nicht, der drischt in Wahrheit zum Thema nur große Sprüche, außer der Edelknabe natürlich, der kauft das Nachhaltige für ein paar Euro mehr [grin]
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 12:28

karnak hat geschrieben:
Gerd Böhmer hat geschrieben:Dein Beispiel mit den Zwiebeln und der Kaffeesahne geht auch etwas daneben, schau Dir doch einmal an, was da im Güterfernverkehr heutzutage abgeht, werden doch viele Waren durch Europa und die Welt transportiert. Da gab es von einigen Jahren einmal eine sehr gut aufgemachte Dokumentation über den Joghurtbecher im Discounter, Erdbeeren aus Spanien, die Milch aus dem Allgäu und der Becher stammte aus Osteuropa, die Meierei war in Norddeutschland, bis der Becher mit Joghurt dann endlich im Kühlregal des Discounters stand hatten seine Bestandteile mehrere tausend Kilometer Transportweg absolviert, hmmm ...
...

Da die Ökonomie in privater Hand liegt und man dort bei Strafe seines Untergangs vom Gewinn abhängig ist scheint sich das ja zu rechnen, sonst würde man das so nicht tun. Und der Staat kann in diesem ökonomischen System darauf einfach keinen Einfluss nehmen. Wer es könnte wäre der Endverbraucher, der tut das aber in Wahrheit nicht, der drischt in Wahrheit zum Thema nur große Sprüche, außer der Edelknabe natürlich, der kauft das Nachhaltige für ein paar Euro mehr [grin]


Kauft er nicht, ist alle..das Nachhaltige...
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Icke46 » 6. September 2025, 12:29

Hat zwar nicht ganz so mit dem Thema zu tun, passt aber so schön zu dem Makro-Ökonom und Malle-Reisenden karnak:

Preisfrage: Wie wird man Millionär ohne etwas herzustellen oder als Krämer zu verhökern? Es muss einem nur zur rechten Zeit das rechte Wort einfallen [grins] . So ging es einem pfiffigen Niedersachsen, dem vor etlichen Jahren das Wort „Ballermann“ einfiel.

Das hat er sich als Wortmarke schützen lassen und kassiert nun seit Jahrzehnten an jeder Ballermann-Deppenparty mit, angeblich singt er jeden Abend Halleluja, weil die Ballermänner zuverlässig nachwachsen - so ist seine Ranch in Niedersachsen bestens abgesichert [flash]
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 12:41

Icke46 hat geschrieben:Hat zwar nicht ganz so mit dem Thema zu tun, passt aber so schön zu dem Makro-Ökonom und Malle-Reisenden karnak:

Preisfrage: Wie wird man Millionär ohne etwas herzustellen oder als Krämer zu verhökern? Es muss einem nur zur rechten Zeit das rechte Wort einfallen [grins] . So ging es einem pfiffigen Niedersachsen, dem vor etlichen Jahren das Wort „Ballermann“ einfiel.

Das hat er sich als Wortmarke schützen lassen und kassiert nun seit Jahrzehnten an jeder Ballermann-Deppenparty mit, angeblich singt er jeden Abend Halleluja, weil die Ballermänner zuverlässig nachwachsen - so ist seine Ranch in Niedersachsen bestens abgesichert [flash]


Ja...Danke für den Wortbeitrag. Karnak ist nebenan....
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 12:48

Sieferle, Rolf Peter: Die Revolution in der Theorie von Karl Marx
Berlin, Ullstein Verlag, 1979 ISBN 3-548-03584-1

http://www.geschichtsforum.de/f46/marxi ... ndex5.html

Marx und Engels waren der Meinung, dass der Sozialismus unter internationalen Gesichtspunkten verwirklicht werden muss: "Die Emanzipation der Arbeiterklasse (ist) weder eine lokale, noch eine nationale, sondern eine soziale Aufgabe" (Marx, Gründungserklärung der Internationalen Arbeiterassoziation).
Marx bekanntestes Werk, das „Das Kommunistische Manifest“, endet bekanntermaßen mit den Zeilen: "Proletarier aller Länder vereinigt euch!".
Unter Lenin wurde der Gedanke der Weltrevolution noch als Leitidee angesehen, und so wurde im März 1919 die Dritte, die Kommunistische Internationale (Komintern) gegründet. Die Aufgabe dieser Organisation war, die noch nicht vereinte und siegreiche, aber immerhin existierende Weltrevolution der Jahre 1917-1926 um jeden Preis zu unterstützen: "Aus den dargelegten Grundsätzen folgt, daß die gegenseitige Annäherung der Proletarier und werktätigen Massen aller Nationen und Länder zum gemeinsamen revolutionären Kampf für den Sturz der Gutsbesitzer und der Bourgeoisie zum Eckstein der gesamten Politik der Komintern in der nationalen und kolonialen Frage gemacht werden muß."
(Lenin, Ursprünglicher Entwurf der Thesen zur nationalen und kolonialen Frage).
Nach dem Tode Lenins kam es in der Sowjetunion zum offenen Machtkampf zwischen dem Generalsekretär der KPDSU und zukünftigem Despoten Stalin und dem Revolutionär und späterem Führer der Linken Opposition, L. Trotzki.
Stalin befürwortete einen nationalen Kurs der "Neutralisierung der Weltbourgeoisie" und der diplomatischen Verhandlung, was mit einer These ideell untermauert wurde, die der Auffassung von Marx und Engels deutlich widersprach ("Sozialismus in einem Lande"): "Früher hielt man den Sieg der Revolution in einem Lande für unmöglich, da man annahm, daß zum Siege über die Bourgeoisie eine gemeinsame Aktion der Proletarier aller fortgeschrittenen Länder oder jedenfalls der Mehrzahl dieser Länder erforderlich sei. Jetzt entspricht dieser Standpunkt nicht mehr der Wirklichkeit. Jetzt muß man von der Möglichkeit eines solchen Sieges ausgehen"
(Stalin, Über die Grundlagen des Leninismus).
Trotzki verteidigte gemäß seiner Theorie der permanenten Revolution, der theoretischen Basis seines Lebenswerkes, die Parole der Weltrevolution, die auf der Analyse von Marx beruhte, dass in einer internationalen Produktionsweise jeder Gedanken an das längerfristige Überleben einer autarken Wirtschaftsorganisation ein Hirngespinst sei.
Im Gegensatz zu Stalin hielt er den Sozialismus im nationalen Rahmen gerade in einem so rückständigen Bauernland wie Russland für unmöglich: "»Glauben Sie etwa«, erwiderten mir in den Jahren 1905 bis 1917 dutzende Male die Stalins, Rykows und alle sonstigen Molotows, »daß Russland für die sozialistische Revolution reif ist?« Darauf habe ich stets geantwortet: Nein, das glaube ich nicht. Aber die Weltwirtschaft als Ganzes und vor allem die europäische Wirtschaft ist für die sozialistische Revolution völlig reif."
(Trotzki, Die permanente Revolution).
Stalin, verwarf zugunsten des status quo die Notwendigkeit der Weltrevolution
Interview Stalins mit dem amerikanischen Journalisten Roy Howard
(Scripps-Howard Newspapers, Ausgabe des 1. März 1936)
Während dieser Unterhaltung spielte sich in etwa folgende Szene ab:
"Wie steht es mit den Plänen und Absichten in Bezug auf die Weltrevolution?", so die Frage Howards. Darauf behauptete Stalin: "Solche Pläne und Absichten hatten wir niemals". Auf die perplexe Stammelei "Ja, aber..." Howards antworte der Sowjetdiktator, alles sei "die Folge eines tragischen Missverständnisses", worauf Howard, der sich nun wieder einigermaßen gefangen hatte, "Eines tragischen Missverständnisses?" nachhakte. Nach einer nun folgenden, leicht spitzfindigen und hier irrelevanten Erörterung, die mit dem Ergebnis endete, dass das Vermuten von Plänen einer Weltrevolution bei der sowjetischen Führung ein tragikomisches Missverständnis sei, fuhr Stalin fort, zu dozieren: „Export der Revolution – das ist Unsinn. Jedes Land führt seine Revolution selbst durch, wenn es so will, wenn es aber nicht will, so wird es keine Revolution geben. Unser Land zum Beispiel wollte die Revolution durchführen und hat sie durchgeführt.“
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Gerd Böhmer » 6. September 2025, 14:20

pentium hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:Was Überfluss ist ? Ganz einfach, daß ist das was an zu vielem herumsteht, hängt. Autos auf Halde, Kleidung am Ständer und nee Karnak hat Recht, das Problem ist das fehlende Recycling. Gutes Beispiel das PVC in die Weltmeere. da gibt es wohl schon Patente von schlauen Köpfen, nur will die Keiner. Steht wohl dem Profit entgegen ? Und weiter nee, die Armut der Karpatendörfer gehört hier nicht rein. Und richtig, mich hatte das nicht gestört das mit der Umwelt in der DDR nur heute sehe ich, das es auch anders ginge.
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Was zu viel herumhängt ? Willst du wieder die meistens leeren Regale wie damals im Konsum oder der HO ... ? Was ist denn das für ein Quatsch ... Mir ging es auch nicht im Armut in Karpatendörfern, sondern mehr darum, das Du Dich dort mal als Selbstversorger ausprobieren kannst ...

Nein, darum geht es nun auch nicht, aber wenn ich sehe, das auch hier in unserem Land in ländlichen Regionen nicht einmal mehr Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs verfügbar sind erübrigt sich die ganze Diskussion bezüglich dem was vor 1990 in der DDR ablief. Insofern haben doch Deine Vorschreiber sogar irgendwie Recht, das eben in einigen Bereichen der Wirtschaft an Bedarf und Nachfrage vorbei produziert wird, was ich auch seit Jahren sehr kritisch sehe. In Berlin läuft ja gerade die Elektronikmesse "IFA", wenn ich so sehe, was dort an Technik angeboten wird, nunja ... lebensnotwendig ist es nicht. Das Elend in den Karpatendörfern und anderen Gebieten unserer Welt ist da noch einmal ein ganz anderes Thema.
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 15:14

Vielleicht solltet ihr euch einer amischen Gemeinde in den USA anschließen....
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 15:30

Der Sozialismus — als die zu Ende gedachte Tyrannei der Geringsten und Dümmsten, der Oberflächlichen, der Neidischen und der Dreiviertels-Schauspieler — ist in der Tat die Schlussfolgerung der modernen Ideen und ihres latenten Anarchismus: aber in der lauen Luft eines demokratischen Wohlbefindens erschlafft das Vermögen, zu Schlüssen oder gar zum Schluss zu kommen.

Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), Friedrich Wilhelm Nietzsche, deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Quelle: Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Juni – Juli 1885

Friedrich Nietzsche
war kein Sozialist; er betrachtete den Sozialismus als eine Form der „Sklavenmoral“, die eine Tyrannei der Gemeinsten und Dümmsten darstelle und das Streben nach höherer menschlicher Entwicklung lähme. Er sah den Sozialismus als eine Reaktion gegen das Individuellenwerden und als ein Überbleibsel des Christentums in der entchristlichten Welt an, das durch das Ressentiment der Schwachen motiviert sei
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Edelknabe » 6. September 2025, 17:23

Irgendwie passt letzter Text nicht zum Sozialismus . Ich sage es auch gleich, ich kann den Nitzsche irgendwie nicht leiden. Kann leider nicht begründen warum? Denn was fange ich mit einem Individualisten eigentlich an? Der nicht bereit ist, unfähig ist mit, in der Masse zu arbeiten. Im Kollektiv ein Störer und Egoist. Der Nitzsche sollte besser die Fresse halten(entschuldigt) was das Experiment Sozialismus betrifft, betraf.

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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon pentium » 6. September 2025, 17:29

Edelknabe hat geschrieben:Irgendwie passt letzter Text nicht zum Sozialismus . Ich sage es auch gleich, ich kann den Nitzsche irgendwie nicht leiden. Kann leider nicht begründen warum? Denn was fange ich mit einem Individualisten eigentlich an? Der nicht bereit ist, unfähig ist mit, in der Masse zu arbeiten. Im Kollektiv ein Störer und Egoist. Der Nitzsche sollte besser die Fresse halten(entschuldigt) was das Experiment Sozialismus betrifft, betraf.

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Der Mann ist 1900 verstorben. Woher willst du das alles über Nitzsche wissen? Zusatzfrage, was ist für dich eigentlich Sozialismus?
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Re: Die Linke und ihr Verhältnis zur Realität

Beitragvon Edelknabe » 6. September 2025, 17:56

Ist das der Nitzsche mit dem "Zaratustra?" Dann bleibe ich bei meiner Meinung. Was für mich Sozialismus war? Der lies mich machen, auf meine Art machen. Der sperrte mich auch nicht ein, und ja, das hatte wohl auch mit dem kleinen Glück zu tun aber das schrieb ich schon öfters. Ich nutzte Alles, was der Sozialismus zu lies, und das ohne Skrupel, ohne extra noch dumme Fragen zu stellen. Ob das dem Sozialismus passte war mir völlig egal. Gut was, deswegen lasse ich auf diese Lebenszeit (ungefähr 35/36 Jahre)auch nichts kommen. Von mir aus hätte das alles so weiter gehen können.

Nur eines sage ich gleich, "gäbe es heute noch die DDR, dann wäre der Rainer schon lange tot. Ist auch ganz einfach weil, das lag an der damaligen Sauferei."

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