Davon haben wir nichts gewusst!

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 11:46

Bitte keine unzulässigen Unterstellungen.
Ich habe stets von einer Mehrheit der Deutschen gesprochen!
Ob diese Mehrheit nun vollständig von Judenhass geprägt war ist auch nicht ausschlaggebend.
Eine grundsätzlich antisemitische Grundeinstellung war ohne Zweifel im NS Staat Mainstreammeinung und diese Mainstreammeinung war ausreichend den Massenmord an den Juden zu organisieren. Das ist der Kern meiner Aussage.
Für diesen Massenmord waren hunderttausend wenn nicht Millionen kleine Rädchen im Getriebe notwendig.
Alle von mir dazu genannten Aspekte werden von Dir ignoriert.
Der Judenhass gehörte zur Kern DNA des deutschen NS Staates und all seiner Institutionen, er war in der Gesellschaft bis in das letzte Dorf allgegenwärtig.
Selbst da wo es keine Juden gab.
In jedem kleinen Kaff hingen die Schaukästen des Stürmer und gab es Parteigruppen der NSDAP.
Filmvorführungen und Propagandaveranstaltungen.
Die Begeisterung und Zustimmung zum NS Staat war in der deutschen Gesellschaft überwältigend , auch in den kleinsten Käffern wurde der Führergeburtstag abgefeiert und keiner musste ‘‘gebeten‘‘ werden teil zu nehmen und bei dieser ehrlichen Begeisterung kam zwangsläufig so , dass die Volksgenossen die antisemitischen Ansichten übernahmen.
J e d e r w o l l t e d a z u g e h ö r e n !
Man wählte die NSDAP nicht wegen ihrem Judenhass, aber man wurde durch die NSDAP zum Nazi , Antisemiten und Judenhasser.
Du hast ein völlig unzureichendes Bild vom NS Staat. Hitler anzuhimmeln und den NS Staat ging gar nicht ohne Antisemitismus. Der ganze Staat war bis in die kleinsten Verästelungen ein einziger Judenhass und das extrem aggressiv und vollständig einnehmend.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 11:59

Du kommst mir mit Unterstellungen? Aber unterstellst mir, dass mein Bild vom NS Staat falsch ist?
Dabei habe ich mit Menschen gesprochen, die dort gelebt haben. Du nicht.
Du kannst davon ausgehen, dass sie mir erzählt hätten, wenn es anders gewesen wäre. Oder ich zumindest Dinge zwischen den Zeilen herausgehört hätte.

Mal zur DDR. Dieser Staat strahlte auch eine überwältigende Unterstützung durch alle Bürger dar. Aber das war sie nicht,wie du weißt. Aber bei der NS Diktatur war alles anders?


AZ
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 3. Mai 2025, 12:57

augenzeuge hat geschrieben:Du kommst mir mit Unterstellungen? Aber unterstellst mir, dass mein Bild vom NS Staat falsch ist?
Dabei habe ich mit Menschen gesprochen, die dort gelebt haben. Du nicht.
Du kannst davon ausgehen, dass sie mir erzählt hätten, wenn es anders gewesen wäre. Oder ich zumindest Dinge zwischen den Zeilen herausgehört hätte.

Mal zur DDR. Dieser Staat strahlte auch eine überwältigende Unterstützung durch alle Bürger dar. Aber das war sie nicht,wie du weißt. Aber bei der NS Diktatur war alles anders?


AZ


Interessanter Vergleich. Was wusste der DDR Bürger vom Grenzregime...oder von der Ausreisebewegung....?
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 14:09

augenzeuge hat geschrieben:Du kommst mir mit Unterstellungen? Aber unterstellst mir, dass mein Bild vom NS Staat falsch ist?
Dabei habe ich mit Menschen gesprochen, die dort gelebt haben. Du nicht.
Du kannst davon ausgehen, dass sie mir erzählt hätten, wenn es anders gewesen wäre. Oder ich zumindest Dinge zwischen den Zeilen herausgehört hätte.

Mal zur DDR. Dieser Staat strahlte auch eine überwältigende Unterstützung durch alle Bürger dar. Aber das war sie nicht,wie du weißt. Aber bei der NS Diktatur war alles anders?


AZ


Und schon wieder eine Umdeutung meiner Aussagen.
Ich sprach von keinem falschen Bild , sondern von einem unzureichenden Bild des NS Staates.
Das ist ein Unterschied und woher willst Du eigentlich wissen , dass ich nie mit Zeitzeugen des NS Staates gesprochen habe?
Bereits als 12 Jähriger war ich sehr stark an Geschichte interessiert.
Vor mir war kein Fotoalbum, kein Dachboden , keine Kommode oder andere Objekte der weitläufigen Familie und Freunden sicher die nicht irgendetwas aus der Vergangenheit beinhalten konnten.
Meistens heimlich praktiziert. Alleine was ich da an Fotos aus der NS Zeit sah warf bei mir schon Fragen auf , aber mit der Gewissheit die vielen Menschen auf den Fotos in SA Uniform , in Hitlerjudend Uniformen und die Mädels mit dicken Zöpfen in den BDM Uniformen stolz und fröhlich durch das Dorf marschierend werden sicher schon alle gestorben sein, denn in der DDR gab es bekanntlich nichts mehr was nach NS roch.
Die Häuser mit Naziwimpeln geschmückt überall Hakenkreuzfahnen. Später fand ich bei einem Nachbarn meiner Großeltern als Einfassung eines Komposthaufens im äußersten Eck im Garten ein großes farbiges Emaille Schild , reliefartig gestaltet.
Hier spricht die NSDAP auf dem ein Text mit Lücken eingearbeitet war.
Die Lücken konnte man mit Kreide ausfüllen um den Ort und Zeitpunkt von Parteiveranstaltungen bekannt zu geben.
Damals schon wurde mir klar, dass damals die gesamte Gesellschaft hinter diesem Regime stehen musste.
Die Tante meines Vaters war als junge Frau Ordensschwester und im Krieg in einem Feldlazarett verpflichtet.
In der DDR arbeitete sie bis zur Rente als Schwester in temporär betriebenen Gesundheitsstützpunkten auf den Dörfern.
Die Frau war zu der Zeit knapp über 80 Jahre alt und hat die Flucht aus Ostpreußen mit gemacht das wusste ich und versuchte ihr immer wieder Informationen oder Erlebtes zu entlocken.
Oft sagte sie mir nur, dieses oder jenes sollst Du nicht wissen.
Von einem sie wohl stark prägendem Erlebnis hat sie mir dann doch irgendwann erzählt.
Wie gesagt , sehr fromme Frau , damals ein junges Mädchen hatte die Aufgabe sich in dem Lazarett um einen sterbenden jungen Soldaten zu kümmern.
Auf seinem Sterbebett hat der junge Soldat ihr offenbar von erlebten Gräueltaten erzählt um sich im Angesicht des Todes der jungen Ordensfrau anzuvertrauen um irgendwie das eigene Gewissen zu erleichtern.
Mir erzählte sie natürlich nicht was der Soldat konkret zu ihr gesagt hatte, sondern sie meinte ,
WIR luden sehr große Schuld auf UNS und das konnte nur geschehen weil dieser Staat ein gottloser Staat gewesen sei. So ihre Interpretation und ich dürfe das niemandem erzählen weil der neue Staat die DDR war gemeint auch ein Staat ohne Gottes Segen sei meinte sie.
Rein statistisch ist das was meine Großtante sagte und auch das was Dir Deine Familie erzählten vollkommen irrelevant.
Außer Zweifel steht allerdings , dass viel zu viele Deutsche behaupteten nichts gewusst zu haben wie das heute bereits widerlegt werden konnte.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 14:14

augenzeuge hat geschrieben:Du kannst davon ausgehen, dass sie mir erzählt hätten, wenn es anders gewesen wäre.

AZ


Das ist alles andere als belegbar und wie gesagt , statistisch völlig irrelevant um darauf auf die Gesamtbevölkerung schließen zu können.
Bekanntlich wurde nach dem Krieg gelogen bis sich die Balken bogen um sich frei von jeder Schuld zu präsentieren.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 14:41

Natürlich ist es belegbar, wenn man die Eltern oder Großeltern der User mit ihren Aussagen bewertet. Das ist mehr als du glaubst. Oder haben die alle gelogen, als sie es gar nicht mehr mussten?
Und du hast Helmut Schmidt vergessen. [grins]
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 15:13

Hätte ich jetzt nicht für möglich gehalten, dass Du mit diesen absolut unwissenschaftlichen ‘‘Albernheiten‘‘ aufwartest.
Was ich glaube ist vollkommen irrelevant. Mir zeichnet sich ein Bild , dass mit Deinem nichts mehr zu tun hat.
Es ist natürlich sehr bequem sich im Nichtwissen zu bewegen.
Man entledigt sich damit gleich mehreren Fragen die sich logischerweise anschließen würden.
Was genau hast Du gewusst oder gehört?
Warst Du mit dem was Du gehört hast oder wusstest einverstanden oder war es Dir egal?
Warum warst Du damit einverstanden oder warum war es Dir egal?
Warum hast Du nichts dagegen unternommen wenn Du dagegen warst?
Von allen diesen Fragen bleibt man verschont , wenn man behauptet ich wusste von nichts und freute mich nur immer wenn der Herr Baron etwas Besonderes vorbei brachte und noch einmal , Deine Familie oder die Großeltern der paar Hanseln die hier schreiben und zum Thema überhaupt äußern , sind statistisch vollkommen , total irrelevant.
Oder wie schrieb hier kürzlich ein User zum Thema AfD, bis auf Nuancen wäre er mit der AfD einverstanden.
Womöglich war es für viel der Altvorderen Nichtwisser eben nur eine Nuance dieser Antisemitismus und Judenhass und sagten sich was solls , lass sie machen , wird schon richtig sein.
Sich so etwas einzugestehen wenn man erleben muss , dass diese ‘‘Nuance‘‘ zu einer monströsen Katastrophe auswuchs fällt offensichtlich schwer.
Zumal wenn da ein Enkel oder Sohn angelatscht kommt und meint nach dem Fernseh Amimehrteiler nach dem die gesamte BRD plötzlich aus allen Wolken fällt die Alten nach ihrem Gewissen zu befragen zu müssen.
Klar das sich der Enkel freut , wenn er das zu hören bekommt was er hören wollte.
Na Gott sei Dank , wir nicht!
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 15:20

Klar das sich der Enkel freut , wenn er das zu hören bekommt was er hören wollte.


Schon wieder ne unglaubliche Unterstellung, die du selbst offensichtlich nicht erkennst. [flash]
Übrigens, manche können auch Eltern fragen. Wenn diese damals 15 Jahre waren, zählt das schon?

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 15:29

augenzeuge hat geschrieben:
Klar das sich der Enkel freut , wenn er das zu hören bekommt was er hören wollte.


Schon wieder ne unglaubliche Unterstellung, die du selbst offensichtlich nicht erkennst. [flash]

AZ


Jeder zieht sich halt das Jäckchen an was ihm am besten passt.
Die Anmerkung war allgemein.
Ich schreibe es auch noch einmal ,selbst bei den 68 er Kämper gegen Krieg und Naziklüngel in den Instanzen war Ende Gelände im Kampf gegen einstige Nazis wenns um Omi Opi Papi oder Onkel ging.
Bekanntes Phänomen.
Der allergrößte Haken an der Sache war , man kannte seine Familienangehörigen nicht im NS Staat.
Ein Kurzes NEIN ich wusste von nichts und schon sind alle sorgenfrei und erleichtert.
Zuletzt geändert von Bernd am 3. Mai 2025, 15:32, insgesamt 1-mal geändert.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 15:31

Ich ziehe mir gar nichts an, weise jedoch darauf hin, dass du die Suppe, die du verteilst, selbst als ungenießbar empfindest.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 15:35

augenzeuge hat geschrieben:Übrigens, manche können auch Eltern fragen. Wenn diese damals 15 Jahre waren, zählt das schon?

AZ


Welcher Jahrgang waren Deine Eltern?
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 15:38

Bernd hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Übrigens, manche können auch Eltern fragen. Wenn diese damals 15 Jahre waren, zählt das schon?

AZ


Welcher Jahrgang waren Deine Eltern?


Ist nicht relevant. Ich hatte auch Tanten, Onkel. Versteckt vom Vater auf dem Land, damit sie nicht im April eingezogen werden.
Das war ihr Problem. Einfach überleben.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 3. Mai 2025, 15:40

In die "Endlösung als öffentliches Geheimnis" thematisiert er die merkwürdige Situation, indem zunehmend ab 1942 Deportationen zu erkennen waren. Allerdings, in den "Meldungen aus dem Reich" wurde das Thema in den Berichten nicht angesprochen, da es "tabu" war.

Überschlägt man parallel Kellner und sucht nach Hinweisen zu Deportationen von Juden, dann findet man wenig zu dem Thema. Kellner kommentiert (S. 560ff) eine Meldung (1.12.1943) für die Situation in Italien sehr drastisch - "diese Bestien" - die darüber informiert, dass alle in Italien lebenden Juden in Konzentrationslager gebracht werden.

Folgt man der Darstellung von Longerich weiter dann wird deutlich, dass die "Evakuierung" der Juden gesehen wird und "kirchliche und gewerbliche Kreise" bringen kein Verständnis dafür auf (Stapostelle Bremen). Ähnlich die Stapostelle Magdeburg.

In Münster waren die Deportationen "Tagesgespräch" Die SD-Außenstelle Minden berichtet im Novmeber 1941: "Die inzwischn zur Tatsache gewordene Evakuierung der Juden aus dem hiesigen Bereich wird in großen Teilen der Bevölkerung mit großer Besorgnis aufgenommen." Diese Besorgnis resultierte daraus, dass viele den Transport im Winter in den "Waggons" nicht überleben würden und im Winter im Osten ebenfalls viele sterben würden.

Sechs Tage später wird vom SD berichtet, dass die Bevölkerung detailliert über die Deportationen der Juden diskutieren würde.

Im Sinne einer Beantwortung des "Davon" kann man deutlich festhalten, dass die Deportation zum Wissensstand gehörte und auch die unmenschlichen Umstände. Die daran anschließende industrielle Tötung der deportierten Juden war im Winter 1941/42 nicht gewußt. Wenngleich geahnt wurde, dass viele Deportierte zu Tode kommen würden.

Die Frage, ob und in welchem Umfang ein konkretes Wissen über systematische Erschießungen von Juden an der Ostfront oder der industriellen Tötung in den Vernichtungslagern vorlag, wird man nur an "Informationsinseln" erkennen können. Es gab relativ viele Täter, die bei Heimaturlauben mehr oder weniger erzählt haben.

Eine systematische und breite Kenntnis, so mein Kenntnisstand durch Longerich, war nicht vorhanden bzw. quellenseitig nicht zu belegen. Longerich thematisiert die "Informationsarbeit" der Allierten durch abgeworfene Flugblätter, um Aufklärung über den Holocaust zu leisten, aber resümiert, dass in der Richtung wenig geleistet wurde. Sodass auch von "Außen" keine validen Informationen zu erhalten waren.

Dennoch eine Sicht von Kellner vom 23. 11. 1943 (S. 547), in der er den Zynismus von Hitler deutlich anspricht: "Hitler geniert sich durchaus nicht, täglich Todesurteile vollziehen zu lassen. Ich bin überzeugt davon, dass ihn noch nicht einmal das Schickesal des gesamten deutschen Volkes irgendwie beeindrucken würde. Er könnte 80 Millionen deutsche Tote liegen sehen und wäre noch in der Lage zu seinem Freund Josef Goebbels zu sagen: "Siehst Du Joseph, das hat vor mir keiner fertig gebracht und wird auch niemand nach mir fertig bringen. Ich bin der genialste Massenmörder aller Zeiten."

Mit dieser prophetischen Äußerung ist er einerseits der parallel ablaufenden "Endlösung" sehr nahe gekommen und andererseits beschreibt sie präzise die Eigensicht von Hitler auf die - angebliche - "Größe" seiner eigenen historischen Leistung.

Longerich, Peter (2007): "Davon haben wir nichts gewusst!". Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933 - 1945. 3. Aufl. München: Pantheon.
Kellner, Friedrich (2011): "Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne". Tagebücher 1939-1945. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung
https://de.wikipedia.org/wiki/Meldungen_aus_dem_Reich
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 15:46

Wenn ich das alles so lese, könnte man fast auf die Idee kommen, dass man hier etwas mit dem Pseudonym der neueren Historie konstruieren will, um das allgemeine Volk zu brandmarken.
Nach dem Motto: Ihr müsst es gewusst haben! Also seid ihr alle schuldig! Und hier ist Bernd, der bringt es euch bei. [angst]

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 15:50

augenzeuge hat geschrieben:
Bernd hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Übrigens, manche können auch Eltern fragen. Wenn diese damals 15 Jahre waren, zählt das schon?

AZ


Welcher Jahrgang waren Deine Eltern?


Ist nicht relevant.
AZ


Wäre schon relevant!
Einem 15 jährigen Hitlerjungen und glühendem Anhänger der Volksgemeinschaft wird kein Erwachsener erzählt haben was im Osten mit den Juden gemacht wird.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 15:54

augenzeuge hat geschrieben:Wenn ich das alles so lese, könnte man fast auf die Idee kommen, dass man hier etwas mit dem Pseudonym der neueren Historie konstruieren will, um das allgemeine Volk zu brandmarken.
Nach dem Motto: Ihr müsst es gewusst haben! Also seid ihr alle schuldig! Und hier ist Bernd, der bringt es euch bei. [angst]

AZ


Wie armseelig.
Mir geht es um etwas völlig anderes.
Mir geht es darum die Frage zu beantworten , ist die deutsche Bevölkerung fähig und in der Lage zu erkennen und zu handeln wenn es nötig ist.
Dazu gehört allerdings sich erst einmal selbst ehrlich zu machen. Egal wie das Ergebnis aussieht.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 15:56

Einem 15 jährigen glühendem Anhänger der Volksgemeinschaft


Ich glaube, du hast eine vollkommen falsche Vorstellung von den Sorgen und Problemen der Menschen damals, oder aber, du überträgst bestimmte Eigenschaften auf die Masse.
Nicht eine einzige Person meiner weitläufigen Verwandtschaft war damals in der NSDAP, eine Frau war im BDM, da war sie 25. Aber "glühend" waren sie? [angst]

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 16:09

augenzeuge hat geschrieben:
Einem 15 jährigen glühendem Anhänger der Volksgemeinschaft



Nicht eine einzige Person meiner weitläufigen Verwandtschaft war damals in der NSDAP, eine Frau war im BDM, da war sie 25. Aber "glühend" waren sie? [angst]

AZ


Das sagt nicht viel aus. Manchen war es auch einfach nur zu teuer wenn man sich keine Karriere mit finanziellem Aufstieg in NS Organisationen erhoffen konnte.
In meiner Verwandtschaft ist mir auch kein Parteimitglied bekannt.
Außer der Ortsgruppenleiter aus weitläufigster Verwandtschaft und trotzdem sahen sich meine Großeltern veranlasst sich ein in Silber getriebenes Hitler Portrait in die Wohnung zu hängen.
Im BDM und Hitlerjugend waren fast alle und als Jugendlicher leicht beeinflussbar und entsprechend radikalisiert.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 16:13

augenzeuge hat geschrieben:Ich glaube, du hast eine vollkommen falsche Vorstellung von den Sorgen und Problemen der Menschen damals, oder aber, du überträgst bestimmte Eigenschaften auf die Masse.

AZ


Was war denn Dein Opa oder wer auch immer wenn er ausschließlich mit der Beschaffung von Lebensmitteln beschäftig war und sich besondere Dinge von einem Baron erhoffte?
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 16:20

Bernd hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Ich glaube, du hast eine vollkommen falsche Vorstellung von den Sorgen und Problemen der Menschen damals, oder aber, du überträgst bestimmte Eigenschaften auf die Masse.

AZ


Was war denn Dein Opa oder wer auch immer wenn er sich besondere Dinge von einem Baron erhoffte?


Es geht um den Ort Beyernaumburg. Mein Opa war Jahre im Krieg. Der hat damit nichts zu tun.
Meine Oma (einfache Leute) arbeitete u.a. auch mal für diese Leute.
Da ergab es sich, dass bestimmte Lebensmittel oder Medikamente, die rar waren, vom Baron herangeschafft wurden. Dafür war man einfach dankbar.
Das Verhältnis der Menschen dort zu dem Baron war stets sehr gut, wie mir berichtet wurde. Der kümmerte sich.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 3. Mai 2025, 16:21

Mit 25 Jahren war man doch nicht mehr im BDM....Es sei denn als Führerin.
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 16:24

pentium hat geschrieben:Mit 25 Jahren war man doch nicht mehr im BDM....Es sei denn als Führerin.


Es kann sein, dass sie jünger war. Ich weiß es nicht, wann sie im BDM war. Gegen Ende des Krieges war sie irgendwo im Lazarett.
Die Frau ist 26 Jahre tot.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Bernd » 3. Mai 2025, 16:48

augenzeuge hat geschrieben:
Bernd hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Ich glaube, du hast eine vollkommen falsche Vorstellung von den Sorgen und Problemen der Menschen damals, oder aber, du überträgst bestimmte Eigenschaften auf die Masse.

AZ


Was war denn Dein Opa oder wer auch immer wenn er sich besondere Dinge von einem Baron erhoffte?


Es geht um den Ort Beyernaumburg. Mein Opa war Jahre im Krieg. Der hat damit nichts zu tun.
Meine Oma (einfache Leute) arbeitete u.a. auch mal für diese Leute.
Da ergab es sich, dass bestimmte Lebensmittel oder Medikamente, die rar waren, vom Baron herangeschafft wurden. Dafür war man einfach dankbar.
Das Verhältnis der Menschen dort zu dem Baron war stets sehr gut, wie mir berichtet wurde. Der kümmerte sich.

AZ


Na ja , das klingt dann eher so wie aus der Zeit , als die Deutschen das Kriegsglück verließ viele Güter knapp wurden weil die geraubten Güter aus den besetzten Gebieten ausblieben.
Von dieser Zeit als so langsam das Leiden begann sprechen die Deutschen am liebsten.
Zuvor gab es aber die Zeiten als es nur vorwärts ging die Deutschen verzückt der Wochenschau folgten , die Mordmaschine lief und die Deutschen glaubten sie würden bald die halbe Welt beherrschen.
Darüber möchte man lieber nicht sprechen.
Bernd
 

Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2025, 18:18

Von dieser Zeit als so langsam das Leiden begann sprechen die Deutschen am liebsten.

Langsam nerven mich solche frechen Aussagen. Sie zeigen einen klaren Mangel in deinem Denken auf!

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Ari@D187 » 3. Mai 2025, 19:09

augenzeuge hat geschrieben:Wenn ich das alles so lese, könnte man fast auf die Idee kommen, dass man hier etwas mit dem Pseudonym der neueren Historie konstruieren will, um das allgemeine Volk zu brandmarken.
Nach dem Motto: Ihr müsst es gewusst haben! Also seid ihr alle schuldig! Und hier ist Bernd, der bringt es euch bei. [angst]

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So wurde offenbar nach dem Krieg staatlicherseits gehandelt bzw. nicht gehandelt. Meine Oma hielt sich mit allen möglichen Jobs über Wasser, um die beiden kleinen Mädels und sich selbst irgendwie durchzubringen. Da gab es null Unterstützung. Nun, warum war sie auch vorher nicht im Widerstand aktiv, also mindestens im Stile von Jeanne d'Arc?

Also AZ, wir sollten die kumulative Heroisierung ablegen. Wie sieht's aus, gründen wir eine Selbsthilfegruppe?

Ari
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 4. Mai 2025, 07:50

Und, was ist jetzt das Resultat eurer Texte der letzten Tage? Hatte deutsches Volk gewusst oder nicht? Wird sich bestimmt nie beantworten lassen weil, gut 75% der Zeitzeugen sind schon tot und dem Geschriebenen darüber, dem mißtraut man weil, es reicht nicht bis in X Jahrhunderte zurück. Also wenn schon den schon fundiert, mindestens dieses Wien mit den Türken dabei oder noch das Amselfeld und nicht nur paar Jahre davor und ein paar Jahre danach. Also lasst es besser, diese endlose Streiterei weil, es wird sowieso Keiner daraus schlau. Und nee Jörg, am liebsten hatte mir der alte Baron gefallen weil, der erinnerte mich an das wunderschöne Märchen "Der kleine Lord", das was die immer um die Weihnachtszeit bringen.

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon augenzeuge » 4. Mai 2025, 08:43

Der Baron war damals nicht alt, ca. 40 Jahre. Nun, ich vertraue da ganz auf die Erzählungen. Er passte nicht in die Denke der Kommunisten, schon klar. Da musste ein Baron der Ausbeuter sein. So hatte man das dem kleinen Edelknaben erzählt, und der glaubt es heute noch. [grins] Du solltest eigentlich auch seine Familie kennen. Von Bülow.
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon pentium » 4. Mai 2025, 09:00

Übrigens:
Das Wort "Holocaust" gab es in der "DDR" gar nicht. Ich habe hier noch einen Duden aus den ´80er Jahren und da steht dieses Wort gar nicht drin.
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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Edelknabe » 4. Mai 2025, 09:18

Stimmt Jörg, der Rainer ist damit aufgewachsen, mit diesem "adligen Ausbeutergesindel." Es ist wie mit die Kopftücher der Muslime, je jünger die Mädchen um so besser, ein Kind fragt selten bis gar nicht nach dem warum? Nur hat sich meine Sichtweise mittlerweile geändert. Bis auf die Klatschblätter über den Adel, die ich trotzdem gerne lese.

Hin zu Pentium. In der DDR lag das Schwergewicht über die Nazizeiten ja auch eher auf dem antifaschistischen Widerstand(Stichwort "Die erste Reihe") und eben nicht zu 100% in der Thematik über die Vernichtung der Juden.(Stichwort "Auschwitz")

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Re: Davon haben wir nichts gewusst!

Beitragvon Nostalgiker » 4. Mai 2025, 09:39

Da muß ich dir recht geben @pentium.
Der Begriff "Holocoust" kam erst nach der Ausstrahlung der vierteiligen, gleichnamigen Serie im Jahr 1979 in den deutschen Sprachgebrauch.
Vorher wurde der systematische Mord an Juden nicht unbedingt 'Endlösung' genannt da er eine NS belastete Bezeichnung ist.

Auch bezweifle ich das die von @Bernd vertretene These das sehr wohl die Deutschen im reich von den systematischen Judenmorden wußten stimmt.
Die Ermordung der Juden, fand Hauptsächlich weit außerhalb des Reiches in Osteuropa statt und zwar in speziell dafür errichteten Vernichtungslagern im Gebiet von Ostpolen, Belarus statt. Nach Beendigung der Aktionen, welche unter strikter Geheimhaltung stattfanden, wurden die Vernichtungslager zerstört und das Personal erschossen.
Belzec
Sobibor
Treblinka
Kulmhof
Majdanek
Auschwitz-Birkenau
waren reine Vernichtungslager auf dem Gebiet Ostpolens
und
Malv Trostinez
Bronna Gora
befanden sich auf dem Gebiet von Belarus
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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