Kriege

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Kriege

Beitragvon Beethoven » 22. November 2024, 09:06

Kriege

Viele kluge Männer haben sich mit dem „Krieg“ beschäftigt. An einigen dieser Herren kommt man gar nicht vorbei, so man sich rein theoretisch mit dem „Krieg“ beschäftigt.
Allen voran dürfte da wohl, neben anderen Heerführern, die, so sie über den Krieg schrieben, oft ihre subjektive Sichtweise auf das Thema drückten. Natürlich ist jede Aussage über einen Krieg subjektiv gefärbt.
Jedoch gibt es einige Aussagen, die selbst den subjektivsten Denker, ein „ja, so ist es“ abringen.
Ich denke da in erster Linie an den wohl größten Militärtheoretiker des 18. und 19. Jahrhunderts, wenn nicht gar aller Zeiten, Carl von Clausewitz (CvC - 1780 bis 1832).*
In seinem Büchern „Vom Kriege“ erkannte und erläuterte CvC, das Wesen der Entstehung von militärischen Kriegen und gab dem interessierten Leser, so manche militärische und politische Weisheit mit, über die selbst heute noch diskutiert wird und die militärische- und politische Führer heute noch als sehr beachtenswert einschätzen.

Wohl den Meisten bekannt, ist die Kurzfassung eines militärischen Krieges:
- "Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln."
- "Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen."
- „Der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel …“

Wir kennen unterschiedliche Gründe für Kriege.
Allen voran steht wohl der „Raubkrieg“, den wir seit einigen Jahren auch in Europa leider wieder erleben.
Solche Kriege werden von Außenstehenden oft als „ungerechte Kriege“ in Bezug auf den Angreifer bezeichnet.
Daraus folgt der „gerechte Krieg“ auf Seiten der Angegriffenen / Verteidiger.
Ob das immer so ist? Darüber kann man geteilter Meinung sein.

Auch W. I. Lenin hat sich zu gerechten und ungerechten Kriegen im 1. Kapitel seines Traktats „Sozialismus und Krieg“ (1914 / 1915) geäußert.

Zitat:
„Die Sozialisten haben die Kriege unter den Völkern stets als eine barbarische und bestialische Sache verurteilt. …
… durch unsere Einsicht in den unabänderlichen Zusammenhang der Kriege mit dem Kampf der Klassen im Innern eines Landes, durch die Erkenntnis der Unmöglichkeit die Kriege abzuschaffen, ohne die Klassen abzuschaffen und den Sozialismus aufzubauen, ferner auch dadurch, daß wir die Berechtigung, Fortschrittlichkeit und Notwendigkeit von Bürgerkriegen voll und ganz anerkennen, d.h. von Kriegen der unterdrückten Klasse gegen die unterdrückende Klasse …
… Es hat in der Geschichte manche Kriege gegeben, die trotz aller Gräuel, Bestialitäten, Leiden und Qualen, die mit jedem Krieg unvermeidlich verknüpft sind, fortschrittlich waren, d.h. der Entwicklung der Menschheit Nutzen brachten, da sie halfen, besonders schädliche und reaktionäre Einrichtungen (z.B. den Absolutismus oder die Leibeigenschaft) und die barbarischsten Despotien Europas zu untergraben.“
Zitat Ende

Lenin benennt in diesem Traktat eine weitere Form des Krieges, den Bügerkrieg.

Ein Bürgerkrieg wird in der Regel von Gruppen, Vereinigungen, Stämmen usw., gegen den Staat oder die herrschende Gruppe, Klasse usw. geführt mit dem Ziel, das bestehende Staatsgebilde zu verändern oder die Macht im Staate zu erringen, selbständig ein gewisses Gebiet zu verwalten (Autonomie über bestimmte Gebiete) oder aber bestimmte Ethnien zu bekämpfen /auszurotten.

Darin liegt ein weiterer Grund von Kriegen, nämlich der religiöse Krieg.
Seit es Religionen gibt bis in die heutige Zeit, sterben Menschen in solchen Kriegen, weil sie unterschiedliche Gottheiten anbeten oder gar konfessionslos sind. Was für ein Irrsinn?
Wenn diese „Relegionskrieger“ die Worte des preußischen Königs Friderich II (der Große)
Kennen und beherzigen würden, „Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“, gäbe es
Millionen glücklichere Menschen.

Wir kennen noch, gerade in jüngster Zeit wieder in aller Munde, den „Wirtschaftskrieg“, der seit dem 19. Jahrhundert, in Friedens- und Kriegzeiten, weltweit tobt. Der eine Staat /die Staatengruppe verhängt gegenüber einem anderen Staat / Staatengruppe, wirtschaftlich Sanktionen mit dem Ziel, dem gegnerischen Volk durch Schädigung der Volkswirtschaft, Schaden zu zufügen.

Hier trifft der Satz von Friedrich Engels „Nichts ist so abhängig von der Ökonomie des Landes, wie Armee und Flotte.“ zu 100 % zu.
Durch Sanktionen und Embargos wird die Wirtschaft eines Landes geschwächt, was oft schlechte Stimmung in der Bevölkerung eines Staates zur Folge hat, einher gehend mit Problemen der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung im Staat.
Ganz zu schweigen davon, dass der boykottierte Staat eventuell nicht mehr in der Lage ist, sein Militär auf einen Krieg vorzubereiten.

*
Neben vielen Militärtheoretikern ist der Chinese Sunzi (544 vor Christus bis 496 vor Christus) ebenfalls ein Militär, dessen Schriften zu studieren sind. Er war General und ein früher Militärtheoretiker.
Jedoch im Gegensatz zu C. von Clausewitz beziehen sich seine Gedanken eher auf die Gedanken und Handlungen von Heerführern vor und im unmittelbar stattfindenden Krieg.
Clausewitz hingegen beschäftigte sich eher mit der politischen- und militärischen Erläuterungen um den Krieg, wobei er auch Gedanken nieder schrieb, die sich auf den konkreten Krieg beziehen.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
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Re: Kriege

Beitragvon pentium » 22. November 2024, 10:16

Etymologie

Das Wort „Krieg“ (von althochdeutsch chreg > mittelhochdeutsch kriec) bedeutet ursprünglich „Hartnäckigkeit“, „Anstrengung“, „Streit“, „Kampf“, „Bewaffnete Auseinandersetzung“.[4] In diesem etymologischen Umkreis angesiedelt sind auch mittelniederdeutsch krich und mittelniederländisch crijch. Eine akademische Rekonstruktion führt neuhochdeutsch „Krieg“ auf die indogermanische Wurzel *ggghwrei- zurück. Diese hat ihre Entsprechung in griechisch brímē mit der Bedeutung „Gewalt, Wucht, Ungestüm“ und hýbris mit der Bedeutung „Überheblichkeit, Gewalttätigkeit“.

In einem weiteren sprachgeschichtlichen Zusammenhang wird auch das neuhochdeutsche Wort „Kraft“ hier eingeordnet, das möglicherweise aus der gleichen indogermanischen Wurzel entstanden ist.[5] Die große Bandbreite der Bedeutungen spiegeln das altfriesische halskrīga mit der Bedeutung „Halssteifheit“ sowie die vermutlich in Verbindung stehenden Begriffe altirisch bríg mit der Bedeutung „Kraft, Macht“ und lettisch grînums für „Härte, Strenge“ wider.[6] Der Kollektivsingular, der alle Kriege subsumiert in einem „generellen Begriff vom Krieg“, entstand um 1800; ältere Enzyklopädien behandeln unter „Krieg“ einzelne Kriege oder spezifische Fragen der Kriegsführung.[7] Ein veraltetes Wort für Krieg ist Orlog (noch heute niederländisch und afrikaans: oorlog).

Das Verbum „jemanden bekriegen“ heißt einerseits „gegen ihn Krieg führen“, andererseits hat das Grundwort kriegen die Bedeutung „etwas bekommen, erhalten“, „jemanden erwischen“.[8]

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