Die Russen haben in den letzten beiden Jahren viel dazugelernt. Vor allem aus dem Sommer 2022 sieht Markus Reisner einen großen Lerneffekt. Damals gelang es den Ukrainern, mit aus den USA gelieferten HIMARS-Raketen die russische Logistik überraschend massiv zu beschädigen. Ein solcher HIMARS-Effekt ist kein zweites Mal mehr herstellbar. "Die Russen haben bereits jetzt Abwehrmaßnahmen platziert", sagt Reisner. "Sie haben ihre Kommando- und Logistikstruktur aufgelockert und zusätzliche Versorgungswege angelegt. Zudem verfolgen sie erste Reihe fußfrei die zaudernden Diskussionen im Westen", auch befeuert von russischen Drohungen. Zeit zur Vorbereitung auf die Entscheidung der Ukraine-Unterstützer war also mehr als genug.
Auch wenn nicht alle Einrichtungen gesichert werden können, geht Reisner darum davon aus, "dass es keine wirkungsvollen Enthauptungsschläge geben wird". Ohnehin seien moderne Waffensysteme nur so lange erfolgreich, bis der Angegriffene funktionierende Abwehrmaßnahmen entwickelt hat, etwa indem er erbeutete Angriffswaffen analysiert. "Möchte man ein durchschlagendes Ergebnis erzielen, sollte man ohne Ankündigung massiv angreifen und nicht kleckern."
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