https://www.welt.de/kultur/article24909 ... ignal.html
Programmänderungen kommen vor. Selbst für ein Neujahrskonzert. Diese allzu früh angekündigte aber machte dann doch erst stutzig, schließlich ärgerlich. Weil sie so unüberlegt ist, ja im gegenwärtigen Klima fatal, und weil sie vermeidbar gewesen wäre. Ausgerechnet der Rias-Kammerchor, das größte unter den kleineren Vokalensembles in Deutschland, aufgeklärt, unangreifbar in seiner Qualität und einfallsreich in der Programmwahl, hat bereits am Nikolaustag mitgeteilt, dass er das Programm seines höchst beliebten Neujahrskonzerts ändern werde, „für den Frieden“.
Dafür wurde das 1739 uraufgeführte Händel-Oratorium „Israel in Egypt“ aus dem Programm genommen. Geht es darin doch um den Auszug der Juden aus dem ägyptischen Exil, nachdem Gott zehn Plagen über den Pharao gebracht hat, die Durchquerung des Schilfmeeres unter Führung von Moses und die Ankunft im gelobten Land Palästina. Laut Lesart des Rias-Kammerchors gibt es hier eine „einseitige und alles erobernde Macht“. Im Sinn dieser Textverfälschung fühlte man sich unwohl und setzt stattdessen Händels Utrechter Te Deum und Bachs Magnificat an.







