Putins ehemaliger Wirtschaftsberater Andrej Illarionow hat in einem Interview mit der „ Welt “ die wirtschaftliche Lage in Russland auseinandergenommen. Sein Fazit: „Russlands Reserven reichen real nur noch für gut ein Jahr“.
Die größte Fehleinschätzung sei gewesen, die Integration Russlands in die Weltwirtschaft zu überschätzen. Die Integration sei einseitig auf Öl- und Gaslieferungen konzentriert. „Und da hat Russland aufgrund der hohen Preise seit Kriegsbeginn mindestens gleich viel verdient wie davor. Hier läuft also alles weitgehend wie gehabt“, so Illarionow.
Aber es gebe eine drohende Katastrophe, die Putin kenne und über die er nicht reden wolle, weil sie gefährlich für ihn sei. Es gehe um den Zustand der Gold- und Währungsreserven. „Hier geht eine Katastrophe für Putin vor sich, die sich sehr dynamisch entwickelt. Die Reserven sind in den siebeneinhalb Monaten des Krieges offiziell um 16 Prozent geschrumpft. Das allein wäre schon schlimm. Aber das ist nur das halbe Bild“, so der Ökonom.
Gold- und Währungsreserven schrumpfen
Am 18. Februar, sechs Tage vor Kriegsbeginn, betrugen die Reserven nach Angaben von Illarionow noch 643,2 Milliarden Dollar. „Seither sind sie um 102,5 Milliarden Dollar geschrumpft, was die besagten 16 Prozent ergibt.“ Dazu kämen die circa 300 Milliarden Dollar, die durch die westlichen Sanktionen eingefroren wurden und über die Russland nicht verfügen kann.
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