Eigentlich sollten die Inspekteure der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) am Donnerstagmorgen ihre Arbeit in Europas größtem AKW in der ukrainischen Region Saporischschja aufnehmen. Doch daraus wurde nichts.
Schweres Artilleriefeuer und angebliche Kämpfe in der Stadt Enerhodar, wo das AKW liegt, machten eine Überquerung der Front für die Inspekteure der UN-Mission unmöglich.
Und: Laut dem AKW-Betreiber musste ein Reaktor in der Nacht heruntergefahren werden. „Infolge eines erneuten Mörserbeschusses der russischen Besatzungstruppen am Standort im AKW Saporischschja wurde der Notschutz aktiviert und der in Betrieb befindliche fünfte Reaktor abgeschaltet“, schrieb die ukrainische Atombehörde Enerhoatom auf Telegram.
Die verrückte Behauptung Moskaus: Nur Stunden vor dem Beginn der Untersuchung des seit März besetzten Atomkraftwerks hätten ukrainische Fallschirmjäger einen Angriff auf das AKW und die Stadt begonnen, um die Mission zu sabotieren.
Viel wahrscheinlicher: Der Kreml selbst initiiert die Kämpfe rund um das AKW, um die Mission zu verhindern, da herauskommen würde, dass Putin das Werk zur Festung ausbauen ließ, um von hier ukrainische Städte jenseits des Dnjepr zu beschießen.
Selbst russische Panzer fuhren am Morgen in der Nähe der Atommeiler auf, angeblich, um den „ukrainischen Angriff“ zu beenden.
Der verhinderte Beginn der Mission erinnert an die von Russland akzeptierte und dann acht Jahre lang sabotierte OSZE-Mission in der Ostukraine.
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